Dörte Jensen - Todeslüge

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  • Eine mörderische Affäre


    Der Politiker Hermann Spengler hat Großes vor. Mit seiner umstrittenen Partei „Neue Werte“ will er ganz nach oben an die Macht. Dank seines Charismas, seiner Redekunst und manipulativen Art gelingt ihm das bislang in für ihn zufriedenstellender Art und Weise. Doch trotzdem ist der Weg nicht nur steinig, sondern auch schmutzig. Vor allem, da Spengler ein Saubermann-Image mit Ehefrau und Kindern pflegt, sich aber nebenher eine Geliebte gönnt. Und mit dieser wird er in kompromittierender Weise gefilmt und mit dem Video erpresst. Plötzlich sieht es finster mit der Karriere aus. Und so versucht Spengler – einerlei mit welchen Mitteln – die Veröffentlichung zu verhindern. Der skrupellose und gefühlskalte Mann lässt sich nicht beirren und ist sogar bereit, Menschenleben zu opfern. So beauftragt er seinen Leibwächter, das explosive Video herbeizuschaffen, koste es, was es wolle.

    Dabei gerät die gelernte Schneiderin und angehende Modedesignerin Wiebke Dierksen eher zufällig in den Fokus, als der auf einem USB-Stick befindliche Film in ihren Besitz gelangt.



    Nach „Tödlicher Vorhang“ beweist Dörte Jensen mit „Todeslüge. Eine mörderische Affäre“ ein weiteres Mal, dass sie den Leser mit einem Thriller der gemäßigten Art unterhalten kann, in dem sie eine offensive Erzählweise verwendet. Auch bei der „mörderische Affäre“ ist der Leser eng in die schnittige und bildgerechte Handlung mit Bezügen zur aktuellen Lage in Deutschland integriert und kann vehement nicht nur diese, sondern ebenso die einzelnen Figuren und ihre Aktionen und Reaktionen in einem Gewirr von Intrigen und Lügen verfolgen, ohne den Überblick zu verlieren.

    Im Großen und Ganzen sind die Guten und Bösen deutlich formuliert. Die Charaktere weisen diesbezüglich ein solides und strukturiertes Wesen auf, manchmal verwischen die Spuren jedoch und geben dem Ganzen zusätzliche Energie.

    Erneut paart die Autorin ein Spannungsgeschehen mit einer sich anbahnenden Liebesgeschichte. Hier sind es die durchweg sympathische und empfindsame, indes immer unter Geldmangel leidende Wiebke und Tobias, der Filialleiter ihrer Bank, bei dem sie um Kredit nachsuchen muss, die sich zunächst nicht wirklich ausstehen können und erst im Verlauf der Ereignisse aufeinander zugehen. Allerdings hätte eine Abkehr von diesem Schema mehr Anklang gefunden.

    Zu erwähnen bleibt noch, dass die inzwischen miteinander glücklichen Ricarda und Fabian ebenfalls auftreten und die Autorin am Ende ein paar Überraschungen bereithält, die zwar nicht unerwartet sind, aber die Geschichte alles in allem zu einer ansprechenden Lektüre machen.


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