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Heather Morris - Der Tätowierer von Auschwitz / The Tattooist of Auschwitz

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Der Tätowierer von Auschwitz: Die wahre ...

4.7|7)

Verlag: Piper Paperback

Bindung: Broschiert

Seitenzahl: 304

ISBN: 9783492061377

Termin: August 2018

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  • 1942 wird der Jude Ludwig Eisenberg, Lale genannt, mit vielen anderen nach Auschwitz deportiert und dort zur Nummer 32407. Lale erhält die Aufgabe, als Tätowierer zu arbeiten und die ankommenden Häftlinge und Leidensgenosse mit Nummern auf den Unterarmen zu brandmarken. Lale ist sich der schlimmen und grausamen Lage von ihnen allen voll bewusst. Er lässt sich nicht unterkriegen, denn sein Kampfgeist ist ungebrochen, wobei er so einige gefährliche Situationen überleben muss und sich immer wieder irgendwie durchschlägt. Dabei versucht er, seinen Leidensgenossen Mut zuzusprechen und ihnen beizustehen. Eines Tages lernt er ausgerechnet an diesem grausamen Ort mit der jungen Gita seine große Liebe kennen. Die gegenseitigen großen Gefühle lassen die beiden die täglichen Schrecken ertragen und lassen sie von einer gemeinsamen Zukunft in Freiheit träumen. Und der Traum wird Wirklichkeit…


    Heather Morris hat mit ihrem Buch „Der Tätowierer von Auschwitz“ einen sehr bewegenden und gefühlvollen Roman vorgelegt, der die wahre Geschichte von Lale Sokolov alias Ludwig Eisenberg erzählt, den die Autorin einige Jahre vor seinem Tod kennenlernen durfte und der ihr von seinem Leben berichtet hat. Der Schreibstil ist flüssig und gleichzeitig von einer Eindringlichkeit, die sich im Kopf des Lesers festsetzt. Die Handlung wird hauptsächlich aus Lales Sicht erzählt und gewinnt dadurch noch mehr an Ehrlichkeit, denn der Leser ist wie ein unsichtbarer Beobachter an seiner Seite und muss die ganzen Schrecken hautnah miterleben, die Lale in Auschwitz tagtäglich zu überstehen hatte. Die Autorin ist bei den Schilderungen der Grausamkeiten an den Häftlingen schonungslos offen, aber nicht übertrieben grausam. Sie behält sich eine gewisse Zurückhaltung vor, denn es soll nichts von Lales eigenem Bericht abweichen. Gleichzeitig streift sie manche Dinge so gut, dass im Kopf des Lesers durchaus sehr reale Bilder entstehen, die man lange nicht mehr aus dem Gedächtnis bekommt. Die grausamen Schandtaten des Naziregimes werden hier lebendig und doch gibt es Menschen, die in diesem Umfeld die Hoffnung nicht verlieren und die Kraft aufbringen, mit aller Macht zu überleben.


    Die Charaktere sind lebendig und authentisch dargestellt, so dass der Leser das Gefühl hat, selbst mit Lale in einem Raum zu sitzen und seiner Biografie zu lauschen. Lale, der nach dem Krieg seinen Nachnamen in Sokolov ändern ließ, macht aus der Not eine Tugend. Die Aufgabe als Tätowierer ist mit einigen Privilegien verbunden, die er für sich und seine Mitmenschen zu nutzen weiß, ob es nun um zusätzliches Essen war oder lebensrettende Informationen. Dass Lale dabei seinen Mut und seine Hoffnung nicht verliert, obwohl das Gräuel rund um die Uhr um ihn herum ist, kann man eigentlich als Wunder bezeichnen, doch es ist einzig und allein Lales Optimismus und seinem Naturell zuzuschreiben, aus jeder Situation das meiste für sich herauszuholen, um zu überleben. Durch seine Sprachkenntnisse, seine Intelligenz und sein großes Herz kann er vielen anderen helfen, die mit seiner Hilfe überleben. Auch Gita ist so eine verängstigte Seele, als Lale sie kennenlernt. Aber durch die gegenseitige Liebe geben sie sich auch Hoffnung und Zuversicht, all den Schrecken zu überleben, um ein gemeinsames Leben führen zu können.


    „Der Tätowierer von Auschwitz“ ist nicht nur ein berührender Roman einer wahren Lebensgeschichte, sondern lässt die Vergangenheit Deutschlands durch einen Augenzeugenbericht wieder lebendig werden. Die Geschichte macht Mut, dass es überall auf der Welt solche Menschen gibt, die sich Widrigkeiten in den Weg stellen oder im Geheimen gegen sie kämpfen und andere dabei unterstützen, zu überleben. Absolute Leseempfehlung für eine echte Entdeckung!


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    Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)


    "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
    Albert Einstein


    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
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    Lese gerade: Das Lied der Störche, Ulrike Renk


    SUB: ca. 1.800 / gelesen 2018: 326/ 128525 Seiten

  • K.-G. Beck-Ewe

    Hat den Titel des Themas von „Heather Morris - Der Tätowierer von Auschwitz“ zu „Heather Morris - Der Tätowierer von Auschwitz / The Tattooist of Auschwitz“ geändert.
  • "Ein Leben ohne Hoffnung ist wie ein Vogel ohne Schwingen. Ein Leben ohne Liebe ist wie ein Himmel ohne Sterne." (Ernst Thälmann)
    Als man 1942 Ludwig Eisenberg auch Lale genannt nach Auschwitz deportierte wurde, ahnte er noch nicht das er dort auch die Liebe seines Lebens kennenlernen würde. Schnell bekam er dort die Aufgabe des Tätowierers, er musste jeden Mitgefangenen eine Nummer tätowieren. Jene Nummer, unter der die Gefangenen in jener Zeit registriert wurden und bei der man später erkannte, das die Person in Auschwitz gewesen war. Seine Arbeit als Tätowierer bracht jedoch für Lale auch Vorteile, den er bekam eine besondere Schlafstätte und bessere Essensrationen wie andere. Eines Tages dann tätowiert er einer jungen Frau ihre Nummer in den Arm und sofort verliebt er sich in ihre wunderschönen Augen. Schnell erfährt er, das sie Gita heißt und wo sie untergebracht ist. Lales Einfluss ermöglicht es ihm, das er für Gita eine leichtere Arbeit in der Schreibstube bekommt. Die beiden verlieben sich ineinander, auch wenn sie wissen, dass es für sie vielleicht nie eine Zukunft geben würde. Lales Lebenswille, sein Mut und die Hoffnung sind es schlussendlich, die auch Gita am Leben erhalten und selbst als sie getrennt werden wieder zueinanderfinden lassen. Eine bewegende Liebesgeschichte in Zeiten des Todes, Elends und der Unmenschlichkeit, bei denen der Mut, Hoffnung und die Menschlichkeit nie verloren gingen.


    Meine Meinung:
    Ein bemerkenswertes Cover nicht wegen der Pforte vom KZ Auschwitz-Birkenau, sondern wegen den verschlungenen Händen mit der Nummer, passten gut zu dieser Lebensgeschichte. Dieses Lebensbild von Ludwig Eisenberg der sich später Lale Sokolov nannte, besticht zum einen durch seine Arbeit, die er in Auschwitz machen musste. Ich habe ja inzwischen schon viel über Auschwitz und den Holocaust gelesen, wusste aber bis dato nicht, das die Juden selbst ihre Mithäftlinge tätowieren mussten. Besonders imponierte mir jedoch in dieser Geschichte Lales Mut, das er mit seinem wenigen zusätzlichen Essen noch andere Mitbewohner versorgte. Selbst als er von polnischen Bewohnern Essen bekommt, ist er nicht selbstsüchtig, sondern teilt seine Rationen und half dadurch sicher einigen Menschen zu überleben, allen voran Gita. Das Lale nicht nur einmal einen Schutzengel hatte, der ihn vor dem Tod bewahrte, hat ebenfalls etwas mit seiner Großzügigkeit zu tun. Die Todeszelle und die Mauer von Auschwitz an der viele Menschen zu Tode kamen, hatte ich bildlich vor Augen. Den vor einigen Jahren bei meinem Besuch des KZ konnte ich mir selbst ein Bild davon machen, wie grausam man die Menschen behandelt hatte. Am meisten jedoch hatte mich gefreut, dass selbst in Zeiten der Not und Entbehrung die Liebe niemals verloren geht. Das sich Lale und Gita bei Ende des Kriegs, nach Trennung und Verschleppung in Pressburg je wiedersehen würden, hätte ich nicht für möglich gehalten. Und das ihre Liebe auch noch bis zu ihrem Tod anhielt, wie man im Nachwort liest, ist das schönste der ganzen Geschichte. Trotzdem lässt mich wieder einmal vieles fassungslos zurück, von dem was Lale in diesem Buch und in den 3 Jahren Auschwitz zu erzählen hatte. Besonders als er erwähnte, dass ihm mehrmals Dr. Mengele begegnet war, lief mir ein Schauer über den Rücken. Mit diesem Lebensbericht hat die australische Autorin Heather Morris erneut ein Zeichen gesetzt "Gegen das Vergessen", möge es wirklich helfen. Für mich ist das Buch definitiv empfehlenswert und sollte von jedem gelesen werden, damit der Holocaust niemals in Vergessenheit gerät und darum gebe ich 5 von 5 Sterne. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::thumleft::applause:

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