Rex Stout - Zu viele Köche / Too Many Cooks

  • Buchdetails

    Titel: Zu viele Köche


    Band 5 der

    Verlag: Klett-Cotta

    Bindung: Gebundene Ausgabe

    Seitenzahl: 340

    ISBN: 9783608981131

    Termin: November 2017

  • Bewertung

    4 von 5 Sternen bei 2 Bewertungen

  • Inhaltsangabe zu "Zu viele Köche"

    Die fünfzehn besten Küchenmeister der Welt haben Nero Wolfe zu ihrer Tagung eingeladen. Als einer von ihnen sinnigerweise mit einem Tranchiermesser ermordet wird, erklärt der gewichtige Privatermittler sich bereit, den Mörder zu finden. Allerdings nur unter einer Bedingung: Er fordert als Honorar ein geheimes Würstchenrezept. Jeder weiß, dass zu viele Köche den Brei verderben, aber es muss ja nicht gleich zu Mord und Totschlag führen. Doch genau das steht auf dem Speiseplan bei einem Treffen der weltbesten Köche. Nero Wolfe ist als Ehrengast aus seinem New Yorker Stadthaus in ein schickes Spa gelockt worden, um die Eröffnungsrede zu halten. Dabei hätte er niemals erwartet, zwischen den exquisiten Gängen der Haute Cuisine zusammen mit seinem Assistenten Archie nach einem Mörder suchen zu müssen. Einem Mörder, der auch dem großen Privatermittler nur allzu gern sein letztes Abendmahl bereiten möchte.
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  • Es geht um die Wurst...!


    Dieses Buch war für mich ein wahrer Hochgenuss – in mehr als einem Sinn! Es hat mir sogar noch besser gefallen als das erste Buch aus der Reihe der neu aufgelegten Rex-Stout-Krimis im Klett-Cotta-Verlag („Es klingelte an der Tür“). Diesmal ist die Handlung in einigen erfrischenden Punkten anders. Und es wimmelt nur so von Wortwitz und „running gags“.


    Nero Wolfe ist bekanntermaßen ein Einzelgänger. Er verlässt – eigentlich – nie sein Haus. Doch diesmal wird er zu einem Treffen der „Quinze maitres“, einer Vereinigung von 15 Meisterköchen, im fernen Kalifornien eingeladen. Als Ehrengast! Außerdem wird Jerome Berin anwesend sein, ein alter Freund und Erfinder eines bedeutenden Rezeptes, das er nie jemandem verraten hat. Ich habe mich scheckig gelacht, als ich nach und nach herausfand, dass es Nero Wolfe in diesem Fall fast einzig und allein – und im wahrsten Sinne! - „um die Wurst“ ging… köstlich!!


    Schon auf der Hinfahrt im Zug gibt es für den Leser einiges zu lachen. Wie immer, wird der Fall aus der Sicht von Archie Goodwin, dem Assistenten Wolfes, geschildert. Er hat die Macken seines Chefs deutlich im Blick. Dieser tut fast alles, um sich nicht rühren zu müssen – und dennoch zu seinem Vorteil zu gelangen. Auch Archie hat seine Eigenheiten. Er trinkt gerne Milch (für einen damaligen Muskelprotz eigentlich ungewöhnlich), und hält viel auf seine Wirkung gegenüber Frauen. Er flirtet, was das Zeug hält, und beobachtet auch die Eigenheiten der Damen mit entlarvendem Blick.


    Schon am zweiten Abend in Kalifornien geschieht der Mord. Ausgerechnet bei einer Verkostung von Soßen! Auch diese Idee fand ich herzallerliebst. Es ging um eine Wette unter den Meisterköchen. Und der Erfinder der Wette liegt schließlich tot hinter einem Paravent. Wolfe wird fast gegen seinen Willen in den Fall hineingezogen. Und er stellt seine eigenen Bedingungen! Herrlich, wie er die Polizei – die natürlich strohdumm ist – an der Nase herumführt!


    Als besonderes Bonbon an diesem Fall gilt natürlich die Tatsache, dass bei der Aufklärung ganz entscheidend die farbigen Mitarbeiter des Luxushotels mithelfen. Nero Wolfe hält ihnen gegenüber eine Rede, und behandelt sie als ebenbürtig. Das war für die damalige Zeit gewagt, und ein Novum. (Das Buch spielt im Jahr 1938!) Die Brisanz des Falles spiegelt sich auch im Sprachgebrauch wider. Ich empfand es als passend, dass die Polizei die Farbigen als „Nigger“ bezeichnet. Das entsprach der damaligen Zeit. (Archie Goodwin betitelt sie übrigens herablassend als „Grünkittel“.) Überhaupt finde ich, dass das Buch meisterhaft übersetzt ist. Es wimmelt nur so von lustigen Wendungen, die aber – im heutigen Deutsch – dennoch nicht zu flapsig daherkommen. Die Sprache wirkt angenehm frisch, und dennoch für die 30er Jahre angemessen.


    Das Buch hat mich sowohl als Krimi, als auch als „reiner Roman“ überzeugt. Wolfe erlässt laufend Anweisungen, deren Sinn sich dem Leser nur nach und nach erschließt. Das Mordmotiv war letztlich vom Leser unmöglich zu erraten – die entscheidende Wendung wird erst bei der Auflösung verraten. Bis dahin steigt die Spannung stetig an. Phänomenal gut gemacht auch das Zeitkolorit, und die ganze Atmosphäre unter Meisterköchen. Da wimmelt es nur so von Intrigen und Eifersüchteleien! Insofern ist auch der Titel des Buches sehr sinnig gewählt. Denn, wie das Sprichwort sagt - „zu viele Köche verderben den Brei“…


    Ich kann das Buch jedem Liebhaber von klassischen Krimis wirklich nur empfehlen! Und freue mich schon jetzt auf den dritten Band der Reihe - „Der rote Stier“.

    "Ein Mensch, der Ideale hat/
    Der hüte sich, sie zu erreichen!/
    Sonst wird er eines Tags anstatt/
    Sich selber andern Menschen gleichen."
    (Erich Kästner) :):)

  • K.-G. Beck-Ewe

    Hat den Titel des Themas von „Rex Stout, Zu viele Köche“ zu „Rex Stout - Zu viele Köche / Too Manny Cooks“ geändert.
  • Squirrel

    Hat den Titel des Themas von „Rex Stout - Zu viele Köche / Too Manny Cooks“ zu „Rex Stout - Zu viele Köche / Too Many Cooks“ geändert.

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