Vic James - Zehn Jahre musst du opfern/Gilded Cage

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Dark Palace – Zehn Jahre musst du opfern...

4.2|8)

Verlag: FISCHER FJB

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 448

ISBN: 9783841440105

Termin: August 2018

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  • Dark Palace (Zehn Jahre musst du opfern) - Vic James


    Fischer Verlag

    448 Seiten

    Dystopie

    Band 1

    22. August 2018


    Inhalt:


    Zehn Jahre Sklavenarbeit für alle. Fast alle.

    In England muss jeder, der nicht zum magischen Adel gehört, zehn Jahre lang als Sklave arbeiten.


    Lukes Familie will diese Sklavenjahre gemeinsam durchstehen, im Dienst der mächtigen Herrscherfamilie Jardine.

    Doch nun rast Lukes Herz vor Angst, als er plötzlich von den anderen getrennt und in die laute und schmutzige Fabrikstadt Millmoor gebracht wird. Die Arbeit dort ist besonders hart. Seine Schwestern sind mit den Eltern am prunkvollen Hofe der Jardines den rücksichtslosen Machtspielen und eiskalten Intrigen der Elite ausgesetzt.

    Vor allem der junge Adlige Silyen verfolgt mit seinen ungeheuerlichen magischen Fähigkeiten eigene Ziele.

    Und Lukes Schwester Abi verliert ihr Herz an den Falschen.


    Meinung:


    Kennt ihr den Begriff der Oligarchie?

    Oligarchie bedeutet im übertragenen Sinne: Die Herrschaft der Wenigen.

    (Bitte nicht auf der Korrektheit der Wortnutzung herumreiten, danke ;))


    In der heutigen Zeit bilden meist einige Wirtschaftsfirmen große Oligarchien, sie bilden ein riesiges Monopol, das kaum andere Unternehmen zulässt, geschweige denn Konkurrenz akzeptiert. Sie haben die unsichtbaren Fäden der Gesellschaft in der Hand und lenken sie nach ihrem Geschick...


    So wie es die Ebenbürtigen mit den Magielosen in der Welt von Dark Palace tun. Dark Palace verfügt über zwei Hauptschauplätze:

    Die Sklavenstadt Millmoor und den Landsitz der Jardines Herrscherfamilie.

    Erzählt wird abwechselnd aus der Sicht der Hadleys und einigen der Jardines.

    Man liest hauptsächlich von Luke und Abigail Hadley. Und von Silyen und Gavar Jardine, sowie einigen anderen politischen Geschicklenkern.


    Der Einstieg in das Buch hat mich zuerst verwirrt, denn ich wusste nicht, was dieses „Geschick“ war, von dem ich dauernd las. Diese Verwirrung löste sich aber schnell in Begeisterung auf, denn der Grundstein einer jeden Dystopie ist Rebellion.

    Und die hat immer ihren ganz eigenen Geschmack. Vollmundig. Aromatisch. Betörend und einnehmend.

    Durch die verschiedenen Sichten ergab sich für mich ein allumfassendes Bild der Welt, die von den Ebenbürtigen dominiert wird.

    Politische Intrigen wohin man sieht. Eine Kanzlervorlage, die alles ändern wird und doch nichts bewegt.

    Denn nichts ist, wie es scheint.


    Ich liebe den Schreibstil der Autorin. Er ist so authentisch und tief und doch leicht zu lesen.

    Die Wörter überfluten dich nicht und reißen dich trotzdem mit.

    Erfrischend und gleichzeitig einheizend. Auch die Charaktere sind alle greifbar. Obwohl es nicht aus der Ich Perspektive erzählt wird. Obwohl ich so manches mal wissen wollte: „Und wie fühlst DU dich, Luke, Abi, Silyen?“

    Doch die Autorin schafft es, dass diese Fragen in den Hintergrund rücken.


    Die Hadleys sollen eigentlich gemeinsam ihre Sklavenzeit in „Ruhe und Frieden“ abdienen. Unglückliche Umstände befördern Luke jedoch nach Millmoor, wo nicht nur sein Körper, sondern auch seine Persönlichkeit geformt wird.

    Aus dem 17 jährigen Jungen wurde in meinen Augen ein Mann mit festen moralischen Ansichten.

    Mit seiner Schwester Abigail wurde ich zu Beginn nicht richtig warm, doch im Laufe der Geschichte zeigte sie mehr und mehr einen Charakter, der mir gefiel. Großherzig und immer darauf bedacht ihre Familie zu beschützen.


    Dann hätten wir da noch die Jardine Geschwister. Allesamt einzigartig.

    Am faszinierendsten und irgendwie auch leicht wahnsinnig: Silyen.

    Der Junge mit der größten Macht und einem noch größeren Plan.

    Sein kolerischer Bruder Gavar, der mir trotz allem irgendwie sympathisch ist.

    Und Jenner, der Organisator. Der Vernünftige. Der bestimmt ebenfalls noch eine große Rolle spielen wird.

    Ich bin begierig darauf zu erfahren welche.


    „Dark Palace“ ist nicht einfach nur eine Geschichte über eine umbrüchige Welt.

    Sie ist so viel mehr. Magie und Spannung gehen Hand in Hand. Und immer, wenn ich eine Idee hatte, wer hinter welchen Dingen, Lügen und Machtspielchen steckt, wurde ich eines Besseren belehrt.

    Bis zum Ende tappt man im Dunkeln, wer welche Fäden in der Hand hat. Welche Geschicke die Sklavenpolitik und ihre Aufseher lenken. Neben der Hauptstory fährt die Autorin auch viele kleine Nebengeschichten auf, die allesamt wichtig sind und sich zum großen, genialen Ganzen zusammen fügen. Es war einfach ein riesiges Vergnügen in diese Welt einzutauchen und die Geheimnisse und Vergehen der Protagonisten zu ergründen.


    Fazit:


    „Dark Palace“ ist düster und licht. Hell und dunkel. Regieren und unterwerfen.

    Es beschreibt eine brutale Zeit in Großbritannien, in der die „Geschickten“ die Magielosen befehligen.

    An allen Ecken und Enden lauern Intrigen.

    Und was das Beste ist: überraschende Wendungen, Plottwists, die man nicht erwartet.

    Diese Dystopie ist fesselnd, aufregend und die Charaktere einfach nur anziehend. Ob gut oder böse, die Grenzen verschwimmen.

    Die Handlung regt zum Mitdenken an, zum Bangen und Staunen.

    Und die Neugier obsiegt immer!

    Ich kann den nächsten Teil kaum erwarten.


    Bewertung:


    ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (5/5)

  • Inhalt:
    In England muss jeder, der nicht zum magischen Adel gehört, zehn Jahre lang als Sklave arbeiten.
    Lukes Familie will diese Sklavenjahre gemeinsam durchstehen, im Dienst der mächtigen Herrscherfamilie Jardine. Doch nun rast Lukes Herz vor Angst, als er plötzlich von den anderen getrennt und in die laute und schmutzige Fabrikstadt Millmoor gebracht wird. Die Arbeit dort ist besonders hart.
    Seine Schwestern sind mit den Eltern am prunkvollen Hofe der Jardines den rücksichtslosen Machtspielen und eiskalten Intrigen der Elite ausgesetzt. Vor allem der junge Adlige Silyen verfolgt mit seinen ungeheuerlichen magischen Fähigkeiten eigene Ziele. Und Lukes Schwester Abi verliert ihr Herz an den Falschen.

    Rezension:
    Um den Ebenbürtigen die körperliche Arbeit zu nehmen, damit diese regieren können, muss jeder Bürger Großbritanniens zehn Jahre seines Lebens opfern.
    Doch als Lukes Eltern beschließen, dass die komplette Familie die Sklavenzeit zusammen auf dem Anwesen Kyneston abdienen soll, läuft etwas schief und Luke wird von der Familie getrennt und in die unerbittliche Sklavenstadt Millmoor gebracht.


    "Zehn Jahre musst du opfern" ist der erste Band von Vic James Dark Palace Trilogie, der aus den personalen Perspektiven von insgesamt sechs verschiedenen Personen erzählt wird.


    Ich habe das Gefühl, dass die vielen Sichtwechsel besonders zu Beginn des Buches der Geschichte ein wenig die Spannung genommen haben. Es gab außerdem viele Zeitsprünge, sodass es manchmal sehr lange gedauert hat, bis man zu einem Charakter zurückgekehrt ist und dann feststellen musste, dass inzwischen sehr viel Zeit vergangen ist. Das fand ich etwas schade, aber besonders zum Ende hin hat sich Vic James stark auf Luke und Abi konzentriert, was mir dann wieder richtig gut gefallen hat!


    Luke ist sechzehn Jahre alt, als seine Eltern die Entscheidung treffen, dass die komplette Familie ihre Sklavenzeit zusammen abdienen soll. Gemeinsam mit seiner zehn Jahre alten Schwester Daisy und der achtzehn Jahre alten Abi soll die Familie nach Kyneston gehen, dem Anwesen der mächtigen Familie Jardine. Doch der Plan geht nicht auf und Luke wird von der Familie getrennt und gelangt stattdessen nach Millmoor, einer gnadenlosen Sklavenstadt.
    Luke macht in diesem Band eine starke Entwicklung durch, denn dadurch, dass er in Millmoor auf sich allein gestellt ist, lernt er neue Verbündete kennen und entdeckt eine Sache, für die es sich zu kämpfen lohnt.
    Seine Schwester Abi ist ausgesprochen intelligent und zielstrebig. Leider entwickelt sie eine Schwärmerei für einen der drei Jardine Brüder, die mir viel zu schnell ging und die ich nicht komplett nachvollziehen konnte, aber besonders am Ende konnte sie noch einmal positiv überraschen!


    Neben Luke und Abi durften wir auch aus den Sichten von Gavar und Silyen Jardine, dem ältesten und dem jüngsten Bruder der Familie lesen, sowie in die Sichten von Euterpe Parva, der Tante der Jardine Brüder und Bouda Matravers eintauchen, der Verlobten von Gavar.
    Auch diese Personen waren sehr spannend und vielfältig, wobei ich die Jardine Brüder absolut nicht einschätzen kann! Besonders Silyen ist sehr mysteriös geblieben, was seine Absichten angeht. Zu den Charakteren habe ich noch viele Fragen, die leider nicht alle in diesem Band eine Antwort bekommen haben.


    "Zehn Jahre musst du opfern" spielt in einer Welt, in der jeder Bürger Großbritanniens, bis auf die herrschenden Ebenbürtigen mit ihrem Geschick, zehn Jahre seines Lebens als Sklave leben muss. In dieser Zeit hat man keine Rechte und man wird für seine Arbeit auch nicht entlohnt. Jedem steht es frei zu entscheiden, wann man seine Sklavenzeit leisten möchte, doch man sagt, dass wenn man sie zu früh antritt, niemals über sie hinwegkommen wird und sie nicht durchstehen wird, wenn man sie zu alt antritt. Lukes Eltern entscheiden sich, dass die komplette Familie die Sklavenzeit zusammen durchstehen soll, doch dann kommt alles anders.
    Mir hat die Welt richtig gut gefallen, auch weil sie stellenweise sehr düster und brutal war. Man lernt durch die verschiedenen Erzähler beide Seiten kennen, sowohl die harte Welt der Sklaven, wobei es ein deutlicher Unterschied ist, ob man in Millmoor oder Kyneston seine Sklavenzeit ableistet, aber auch die äußerlich schöne Welt der Ebenbürtigen, voller Intrigen und politischen Machtspielchen. Mit ihrem vielfältigen Geschick, das an Magie erinnert, sind die Ebenbürtigen sehr mächtig, können Gedanken beeinflussen, oder auch Dinge zum Explodieren bringen.


    Auch die Handlung hat mir gut gefallen, wobei es am Anfang ein wenig spannender hätte sein können, und mir nicht Sichtwechsel nicht so gut gefallen haben. Aber die Handlung war gut durchdacht und besonders zum Ende hin wurde es richtig spannend und es gab die eine oder andere Überraschung, die dafür sorgt, dass ich mich schon sehr auf die Fortsetzung freue!


    Fazit:
    "Dark Palace - Zehn Jahre musst du opfern" ist ein gelungener Auftakt von Vic James Trilogie!
    Anfangs hätte die Geschichte für mich ein wenig spannender sein können, besonders die vielen Sichtwechsel haben mich gestört, aber die Geschichte hat mir dann immer besser gefallen! Auch die Welt fand ich sehr spannend, ebenso die Charaktere, und ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung!
    Ich vergebe vier Kleeblätter.

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • In "Dark Palace - Zehn Jahre musst du opfern" ist die Gesellschaft streng in zwei Gruppen unterteilt. Zum einen gibt es die Ebenbürtigen, die privilegierte Leben führen und Magie beziehungsweise Geschick beherrschen, zum anderen die Gewöhnlichen, die diese Begabung nicht haben und zudem gezwungen sind, im Laufe ihres Lebens zehn Sklavenjahre abzuleisten, während denen sie keine Rechte haben.


    Die Autorin hat ihre Welt sehr gut herausgearbeitet und es wird die ganze Zeit deutlich, wie grausam und ungerecht sie in vielerlei Hinsicht ist. Menschen werden misshandelt, Geschick wird zu unlauteren Zwecken eingesetzt und die Elite sieht das alles als gut und richtig an, weil sie davon profitiert. Die Sklaven sind ihrem Willen absolut ausgeliefert und es wurde eindringlich dargestellt, was sie alles durchstehen müssen; ihnen bleibt eigentlich nichts erspart und deshalb war es leicht, Mitgefühl für sie zu haben und zu hoffen, dass irgendetwas passieren würde, um die schreckliche Situation zu korrigieren. Leider wäre es nicht realistisch, wenn ein solches System sich schnell oder leicht stürzen ließe, aber es war trotzdem interessant zu sehen, was unternommen wurde und wie die einzelnen Charaktere gegen ihr Schicksal ankämpften.


    Die Geschichte wird aus der Perspektive von verschiedenen Figuren erzählt, die teilweise zu den Ebenbürtigen, teilweise zu den Gewöhnlichen gehören. Dadurch bekommt man differenzierte Einblicke in die Geschehnisse und es war irgendwie faszinierend, wie unterschiedlich ihre Wahrnehmung von gewissen Ereignissen war. Zudem haben diese Kapitel dazu beigetragen, dass man auch eine andere Sicht auf die Charaktere selbst bekam. Man hat neue Einzelheiten über sie erfahren und konnte besser verstehen, was sie antrieb, was auf jeden Fall dabei geholfen hat, sie sympathischer zu finden. Trotzdem hatte ich am Ende noch das Gefühl, nur über wenige der Protagonisten wirklich viel zu wissen, wodurch ich eine gewisse Distanz zu ihnen hatte. Dies hat auch dazu geführt, dass ich nicht richtig mit ihnen mitleiden konnte; gerade bei diesem Buch war das ein bisschen kontraproduktiv, da ihnen sehr viel zustößt und sie schreckliche Schicksale erleiden könnten.


    Die Handlung selbst ist wendungsreich und gerade am Ende passiert einiges, das alles auf den Kopf stellt. Ich bin nicht mit allen Entwicklungen wirklich glücklich, aber sie sind stimmig und passen zu der grausamen Welt, die James hier erschaffen hat. Zudem gibt es dadurch viel Potential für den zweiten Band, sodass ich neugierig darauf bin, wie es weiter geht.

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

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    Herzlichen Dank an den Verlag, der mir das Buch über Netgalley zur Verfügung gestellt hat.

    Carpe Diem.
    :study: C.L. Wilson - Die Wellen singen

    2019 gelesen: 79 Bücher mit 29.941 Seiten

  • Die Perspektivwechsel steigern die Spannung ungemein!


    Klappentext

    „Zehn Jahre Sklavenarbeit für alle. Fast alle.


    In England muss jeder, der nicht zum magischen Adel gehört, zehn Jahre lang als Sklave arbeiten.

    Lukes Familie will diese Sklavenjahre gemeinsam durchstehen, im Dienst der mächtigen Herrscherfamilie Jardine. Doch nun rast Lukes Herz vor Angst, als er plötzlich von den anderen getrennt und in die laute und schmutzige Fabrikstadt Millmoor gebracht wird. Die Arbeit dort ist besonders hart.

    Seine Schwestern sind mit den Eltern am prunkvollen Hofe der Jardines den rücksichtslosen Machtspielen und eiskalten Intrigen der Elite ausgesetzt. Vor allem der junge Adlige Silyen verfolgt mit seinen ungeheuerlichen magischen Fähigkeiten eigene Ziele. Und Lukes Schwester Abi verliert ihr Herz an den Falschen.“


    Gestaltung

    Das Cover finde ich sehr geheimnisvoll, was nicht nur an den dunklen Farben liegt, denn zwei Gesichtsausschnitte – das eines Mädchens und das eines Jungen – schauen den Betrachter direkt an. Dabei sind sie unterbrochen von pinkfarbenen Rissen. Diese Risse strahlen vor den dunklen Farben geradezu und sorgen für das gewisse Etwas. Auch die Lichtreflexe gefallen mir und die Lilatöne, die sehr harmonisch zu den anderen Farben passen.


    Meine Meinung

    Alleine schon die Grundidee des Buches, dass jeder Nichtadelige zehn Jahre seines Lebens als Sklave arbeiten muss, klang für mich sehr spannend, sodass ich „Dark Palace“ unbedingt lesen wollte. In „Dark Palace“ geht es um Luke und seine Schwester Abi, die ihren Sklavendienst eigentlich gemeinsam mit der Familie bei den Adeligen Jardine beginnen wollte. Doch es kommt anders als geplant, denn Luke wird der Fabrikstadt Millmoor zugeteilt. So haben beide Geschwister mit harten Bedingungen zu kämpfen, denn auch bei den Jardines ist das Leben alles andere als leicht…


    Was mich überrascht hat beim Lesen war die Erzählweise des Buches, denn die Perspektiven wechseln, wobei nicht nur Luke und Abi zu Wort kommen, sondern auch die Adeligen, wodurch die Spannung für mich um einiges gesteigert wurde. Durch diese Sichtweisen erfährt man nämlich was an allen „Fronten“ passiert und auch wie die Sichtweise der Adeligen auf das Leben in dieser erdachten Welt ist. Dies hat mir unglaublich gut gefallen, da ich so viele verschiedene Einblicke erhalten habe und die Spannung gesteigert wurde.


    Die Handlung war sehr düster und brutal, denn sowohl in Millmoor als auch am Hofe der Jardines ist es sehr gefährlich. Dabei ist es vor allem das Spiel mit den Motiven und Beweggründen der Figuren, die die Spannung immens erhöhen, denn stets habe ich gerätselt und spekuliert, wer welches Ziel verfolgt. Bei vielen Figuren und vor allem den Jardine-Brüdern, tappte ich lange Zeit im Ungewissen und Dunklen. Dies hat für mich einen großen Reiz an der Geschichte ausgemacht, denn ich liebe es, beim Lesen Vermutungen aufzustellen und zum Rätseln angeregt zu werden!


    Mein Highlight war aber definitiv Luke. Er ist weder geheimnisvoll noch undurchsichtig, dafür aber unglaublich liebenswert, erwachsen und tapfer. Er stellt sich seinem Schicksal mit viel Mut, denn es ist bekannt, dass die Arbeit in Millmoor besonders hart ist. Seiner Familie gegenüber zeigte er keine Angst und gerade durch die Zeit in der Fabrikstadt wächst er noch weiter, wird stärker und noch erwachsener. So ist er ein wahrer Herzensmensch, den man einfach gern haben muss. Abi hingegen fand ich nicht ganz so stark und beeindruckend wie Luke, da sie zu Beginn stärker wirkte als sie wohl war, denn am Hofe der Jardines verliebt sie sich und war einfach nur noch naiv. Diese Entwicklung fand ich sehr schade.


    Die Grundidee des Buches konnte mich fesseln, denn die zehn Sklavenjahre sind grausam und unvorstellbar. In der im Buch dargestellten Gesellschaft gehören sie jedoch zum normalen Alltag und so ist die Handlung erschreckend und aufgrund der Geschehnisse spannend zugleich. Auch mochte ich den Wechsel der Szenerie immer sehr gerne, denn der Hof der Jardines ist etwas ganz anderes als die Fabrikstadt. Auch gefiel mir wie die Autorin Vic James das Setting beschrieben hat, da ich es mir bildlich vorstellen konnte. Zudem hat sie eine düstere, bedrückende Atmosphäre geschaffen, die sich beim Lesen wie ein dunkler Teppich über alles legt.


    Fazit

    Der Auftaktband „Dark Palace – Zehn Jahre musst du opfern“ hat mir sehr gut gefallen, da die Figuren und Handlung mich zum Rätseln angeregt haben und es unglaublich spannend wurde. Vor allem die Perspektivwechsel zwischen den verschiedenen Figuren haben mich begeistert und mir Einblicke in alle Bereiche des Settings gegeben. Etwas schade fand ich die Entwicklung von Protagonistin Abi, aber ihr Bruder Luke war dafür umso beeindruckender und mutiger. Ich freue mich schon riesig auf die Fortsetzung und bin gespannt, wie Vic James die Geschichte weiterspinnen wird!

    5 von 5 Sternen!


    Reihen-Infos

    1. Dark Palace – Zehn Jahre musst du opfern

    2. Tarnished City (bereits auf Englisch erschienen)

    3. Bright Ruin (bereits auf Englisch erschienen)

  • Vor Jahrhunderten haben die „Ebenbürtigen“, Menschen mit Fähigkeiten, „Geschick“ genannt, die Monarchie in England auf sehr grausame Weise abgeschafft und sich selbst als Herrschende eingesetzt. Sehr schnell wurden auch neue Gesetze erlassen, wie z. B. das, dass „Gewöhnliche“, also Menschen ohne Geschick, zehn Jahre ihres Lebens als Sklaven zu arbeiten hätten. Oft muss diese Sklavenzeit in Sklavenstädten abgeleistet werden, reinen industriestädten, mit schlimmen Lebens- und Arbeitsbedingungen.


    Abi Hadley hat es geschafft, dass sie und ihre Familie ihre Sklavenzeit zusammen bei der Familie Jardine ableisten dürfen, einer der Gründerfamilien, die auf einem riesigen Anwesen, Kyneston, lebt. Doch dann darf eines der Familienmitglieder nicht mit nach Kyneston, sondern wird in die Sklavenstadt Millmoor gebracht.


    Auch wenn man immer wieder in Rezensionen liest, dies sei eine Dystopie, so ist es in meinen Augen nicht so, denn es handelt sich nicht um einen negative Zukunftsvision, sondern um einen Alternativweltentwurf, Menschen mit Geschick gibt es bereits lange, im 17. Jahrhundert wurde von ihnen die Monarchie abgeschafft. Die Welt entwickelte sich insgesamt anders, da die Ebenbürtigen ihr Geschick in jedem Land ganz unterschiedlich einsetzten. Die industrielle Revolution in England brachte hier die Industriestädte hervor, ähnlich, wie es tatsächlich war, jedoch hat sich die Situation der Arbeiter nie verbessert, Arbeitsschutz, Arbeitszeitregelung u. ä. war auf Grund des Sklavengesetzes „nicht nötig“.


    Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven, es kommen sowohl Ebenbürtige als auch Gewöhnliche zu Wort, sowohl auf Kyneston als auch in Millmoor Lebende. Der Leser erfährt damit zwar viel, aber nicht alles, so dass manche überraschende Wendungen auf ihn warten. Manche kann man, wenn man aufmerksam liest und sich seine Gedanken macht, schon ahnen, aber wahrscheinlich nicht alle. Die Charaktere sind pointiert gezeichnet, die mit eigener Perspektive lernt man natürlich besser kennen, ihre Charakterisierung geht deutlich tiefer, die anderen lernt man dagegen nur aus Sicht der Protagonisten kennen, hier bleibt vieles vager und teilweise geheimnisvoller, wie etwa bei Silyen Jardine, der viele für seinen Stand überraschende Dinge tut, dessen Motive aber lange nicht klar sind. Dennoch kann der Leser auch diese Charaktere in der Regel sehr schnell einordnen.


    Die Welt, die die Autorin hier erschaffen hat, ist sehr düster, aber auch sehr gut gelungen. Man erfährt bereits in diesem Roman viel über sie, ihre Entstehung, ihre Gesetze, und manches wirkt außerordentlich brutal, z. B., wenn man die Geschichte von Lady Hypatias Hund erfährt, oder wenn man die Gedanken der Ebenbürtigen über die Gewöhnlichen lesen muss. Das trägt aber auch sehr zur Spannung bei und sorgt dafür, dass der Leser (positive und negative) Emotionen für die Charaktere entwickelt.


    Die Geschichte ist sehr spannend, gerade auch, weil man manches nicht wirklich einschätzen kann. Gerade in Millmoor passiert viel, und vieles davon ist gefährlich. Am Ende gibt es zwar die eine oder andere Auflösung, aber auch fiese Cliffhanger, denn dies ist erst der Anfang der Geschichte. Ich bin sehr gespannt auf den nächsten Band und hoffe auf baldiges Erscheinen.


    Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen, er ist sehr spannend, hat mich emotional betroffen gemacht und lies sich kaum aus der Hand legen. Sowohl der Entwurf der Welt, als auch der der einzelnen Charaktere überzeugt. Es handelt sich hier zwar um ein Jugendbuch, lässt sich aber auch gut von Erwachsenen lesen. Das einzige Manko ist das Ende mit Cliffhangern, und dass man auf den nächsten Band noch warten muss. Ich vergebe gerne volle Punktzahl und eine Leseempfehlung.

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