Melissa Albert - Wo alles beginnt / The Hazel Wood

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Hazel Wood: Wo alles beginnt

3.8|8)

Verlag: Dressler

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 352

ISBN: 9783791500850

Termin: August 2018

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  • Inhalt:
    Seit Alice denken kann, wird sie vom Unheil verfolgt. Dann stirbt ihre Großmutter, die mysteriöse Märchenerzählerin Althea Proserpine, und kurz darauf verschwindet Alices Mutter spurlos. Zurück bleiben die Worte „Halt dich fern von Hazel Wood”. Alice spürt, dass sie ihre Mutter erst wiedersehen wird, wenn sie an den Anfang ihrer eigenen Geschichte geht. Schritt für Schritt entdeckt sie eine unheimliche Wahrheit. Um endlich frei zu sein, bleibt Alice nur eine Wahl: Sie muss nach Hazel Wood … Dorthin, wo alles beginnt.


    Rezension:

    Während Alices Mutter Ella mit Märchen großgezogen wurde, ist Alice auf Highways aufgewachsen.
    Alle paar Monate mussten die beiden umziehen, denn sie werden vom Unheil verfolgt.
    Als Alices Großmutter Althea Proserpine stirbt, lassen die beiden sich in Brooklyn nieder, doch das Unheil können sie nicht abschütteln und schon bald verschwindet Ella spurlos.


    "Hazel Wood - Wo alles beginnt" ist der Auftakt einer Reihe von Melissa Albert, der aus der Ich-Perspektive der siebzehn Jahre alten Alice Crewe erzählt wird.


    Alices Leben war bisher geprägt von vielen Umzügen, denn nie blieben ihre Mutter Ella und sie lange am gleichen Ort, auch weil irgendwann immer ein Unglück geschah, wenn die beiden zu lange blieben. Nach dem Tod von Alices Großmutter, der berühmten Märchenerzählerin Althea Proserpine, haben die beiden gedacht, dass Unglück hinter sich gelassen zu haben, doch dann verschwindet Ella spurlos. Nur die Warnung, dass Alice sich von Hazel Wood, dem Anwesen ihrer Großmutter, fernhalten soll, ist geblieben und Alice macht sich natürlich sofort gemeinsam mit ihrem Schulfreund Ellery Finch auf den Weg und landet in einer unfassbaren Welt voller Märchen.


    Vielleicht war mir die Welt, in die Melissa Albert uns entführt, ein wenig zu abstrus, oder es lag daran, dass es bis zum Ende hin kaum Erklärungen gab, aber ich habe mich leider sehr schwer getan, in die Geschichte hineinzukommen! Es gab zwar auch Stellen, die mir gut gefallen haben und auch die Idee hinter der Geschichte mochte ich sehr, aber ich fand, dass das Buch sich nicht ganz so gut lesen ließ, fast schon zäh, und so hatte ich leider auch das Gefühl nicht wirklich in der Handlung voranzukommen.

    Die Märchen und das Hinterland spielen in diesem Buch eine große Rolle, wobei die Märchen ein Stück weit gruseliger und düsterer waren, als normal, was mir aber gut gefallen hat! Auch die Atmosphäre fand ich klasse, aber die Handlung konnte mich dann leider nicht so mitreißen, wie ich es mir erhofft hatte!


    Auch Alice hat es mir nicht leicht gemacht, denn mit ihr bin ich nicht wirklich warm geworden. Sie hat ein ziemliches Temperament, eine unterschwellige Wut, die später zwar erklärt wurde, aber trotzdem ist mir Alice nicht wirklich sympathisch geworden.
    Für Alice ist Ella die wichtigste Person auf der Welt. Ihre Großmutter Althea hat Alice nie kennengelernt, auch wenn ihre mysteriöse Geschichte Alice immer fasziniert hat. Als Ella verschwindet, setzt Alice alles daran ihre Mutter zu finden. Die Beziehung zwischen Mutter und Tochter, die auf mich eher wie Schwestern wirkten, hat mir richtig gut gefallen!


    Fazit:
    Leider hat mir "Hazel Wood - Wo alles beginnt" von Melissa Albert nicht ganz so gut gefallen, wie ich es mir erhofft hatte!
    Ich habe mich sehr schwer getan in die Geschichte hineinzufinden und die Handlung konnte mich dann auch nicht so fesseln. Auch mit der Protagonistin Alice bin ich nicht warm geworden.
    Allerdings fand ich die Idee hinter der Geschichte wirklich klasse und auch die düstere Atmosphäre hat mir gut gefallen.
    Trotzdem habe ich mehr von diesem Auftakt erwartet und so vergebe ich schwache drei Kleeblätter.

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Alles begann in Hazel Wood: Die Geschichte von Althea Proserpine, der berühmt-berüchtigten Autorin, die genau einen Bestseller geschrieben hat. Ausgerechnet Märchen, Märchen aus dem Hinterland. Denn ohne Althea gäbe es nicht Ella Proserpine, die Mutter von Alice. Ella und Alice haben keinen Kontakt zu der Matriarchin, vermutlich aus guten Gründen. Alice vermutet, dass das Unglück, das sie verfolgt, in irgendeiner Hinsicht mit Althea zu tun hat. Doch dann stirbt Althea und Ella scheint erleichtert - zumindest solange, bis sie plötzlich verschwindet. Entführt. Und Alice steht mit ihren 17 Jahren allein da und der einzige Hinweis, den sie auf den Verbleib ihrer Mutter hat, ist Hazel Wood. Und dann ist da noch Ellery Finch, ihr seltsamer Klassenkamerad, der alles dafür tut, um ihr zu helfen und den Anfang ihrer eigenen Geschichte zu finden ...

    Wow. Das ist mal ein Buch, das ganz in der Tradition der alten Grimm-Märchen geschrieben wurde. Grausig, schaurig, düster und brutal nimmt es den geneigten Leser mit in eine Welt der Märchen, die zum Fürchten sind. Hier wird bewusst mit gängigen Klischees gebrochen. Alice ist sperrig und nicht unbedingt ein Sympathieträger und Ellery ist kein strahlender Held, der sooooo heiß und sooooo cool ist. Immerhin hat er Geld, was bei der Suche hilfreich ist. Wer diese Geschichte liest, muss sich drauf einlassen können, darf Originalität erwarten und bekommt sie - manchmal auch in your face. Das Buch ist anders, besonders und nichts für Prinzessinnen.

    Eine Warnung zum Schluss: Nein, hier gibt es keine unsterbliche Liebe zwischen zwei Teenies. Nein, das Mädchen verliert nicht alle Gehirnzellen, weil der Junge nett zu ihr ist. Nein, Walt Disney ist weit entfernt von diesem Märchen, ja, hier fließt Blut und der Tod ist ständig spürbar. Wer nicht ohne Klischees auskommt - Finger weg. Wer hotte Typen mit "coolen" Sprüchen braucht - Finger weg. Wer nicht mehr als drei Protagonisten verträgt - Finger weg. Wer Twists für eine Zimmerpflanze hält - Finger weg. Wer mit einem in die Tiefe gehenden Schreibstil überfordert ist - Finger weg.

    Ihr werdet einfach keinen Spaß an diesem Buch haben. Alle anderen: Wenn ihr mutig und reinen Herzens seid, werdet ihr diese Reise überleben.

    Vielleicht.

  • Die ständige Flucht vor dem Unheil, ein finsteres Geheimnis aus der Vergangenheit, das sie verfolgt und düstere Märchen, die wahr werden ... das alles ist Hazel Wood und ich war sehr positiv überrascht von dem einnehmenden und intensiven Schreibstil von Melissa Albert.

    Eine fesselnde Geschichte, die sich immer mehr in den unheilvollen Kräften der Märchen verliert und mit einigen Überraschungen aufwartet.

    Ich bin wirklich etwas geplättet, denn ich hatte mir ja vorher einige Rezensionen dazu durchgelesen und die Meinungen waren sehr gemischt, gerade deshalb war ich gespannt, wie es auf mich wirken würde.


    Erstmal hatte mich das Cover angezogen. Auf den ersten Blick mag es recht eintönig erscheinen mit den Blättern, aber es hat einen schönen 3 D Effekt, den man auf dem Foto leider nicht gut erkennen kann und es glitzert unauffällig. Auch unter dem Schutzumschlag ist das Cover mit Blättern angepasst, solche kleinen Details liebe ich ja sehr!


    Als erstes bekommt man einen kurzen Zeitungsausschnitt zu lesen, der einen schon direkt in eine leicht märchenhafte Stimmung versetzt und mit den Worten endet


    "Du würdest dich auf der Suche nach mir verirren", sagt sie. "Du bräuchtest Brotkrumen oder eine Spule Garn." Seite 9


    Dann wird es aber direkt bodenständiger, denn Alice und ihre Mutter Ella versuchen, in den USA ein normales Leben zu führen. Doch Alice hatte nie ein normales Leben, denn seit sie sich erinnern kann, sind die beiden auf der Flucht. Vor was genau war nie so recht klar, nur dass das Unglück sie verfolgt und einholt, sobald sie länger an einem Ort bleiben. Als sie die Nachricht erreicht, dass die Großmutter verstorben ist, scheint endlich die Normalität zurückzukehren - aber Hazel Wood ist ihnen noch immer dicht auf den Fersen.


    Ich war ja sofort von dem Schreibstil begeistert! Intensiv, dicht verwoben und mit außergewöhnlicher Symbolik versteht es die Autorin, eine märchenhaft düstere Atmosphäre zu schaffen, die aus dem geheimnisvollen Hazel Wood in Alice´ Welt eindringt. Manche scheinen mit diesem Stil nicht so recht klarzukommen, mich hat er total fasziniert und immer tiefer in die Geschichte gesogen.


    "Wir stürmten durch den Park. Imm wieder erfassten uns kurz die Lichtkegel der Laternen und tote Blätter griffen nach unseren Knöcheln. Die Luft roch silbrig mit einem Hauch von Mulch und der kalte Wind trieb mir Tränen in die Augen." Seite 105


    Alice selbst ist 17 Jahre alt und wirkt auf mich durchweg authentisch. Durch ihr Leben auf Reisen und die unkonventionelle Erziehung ihrer Mutter ist sie glaubhaft reif für ihr Alter, und auch wenn sie sich lieber auf sich selbst verlassen möchte, ist sie froh um die Hilfe eines Freundes, der ihr bei der Suche nach Ella zur Seite steht.


    Vor allem war ich natürlich gespannt auf die Auflösung und wie alles zusammenhängt und da war ich total überrascht!

    Es entwickelt sich immer märchenhafter und unheimlicher. Alles scheint mit dem Buch zusammen zu hängen, dass Alice´ Großmutter geschrieben hat und zwei der Märchen daraus werden hier auch erzählt - Märchen, die wirklich gruselig sind und sehr deutlich machen, dass nicht jede Geschichte gut ausgeht.


    "Nur diese raue, schreckliche Welt mit einem Hauch wunderschöner Magie, in der lauter beschissene Sachen passieren. Und sie passieren nicht aus irgendeinem bestimmten Grund oder so, dass es gerecht wirkt. Die Geschichten spielen an einem Ort, der keine Regeln kennt und keine will." S. 113


    Die Idee hinter Hazel Wood fand ich jedenfalls grandios und auch wenn es mich zwischendurch teilweise verwirrt hat - im positiven Sinn - wird am Ende alles aufgeklärt. Es gibt ja noch eine Fortsetzung und ich hoffe sehr, dass diese ebenfalls ins deutsche übersetzt wird, denn es warten sicher noch einige Geschichten, die erzählt werden wollen.


    Fazit: 4.5 Sterne


    © Aleshanee

    Weltenwanderer

  • Eine Warnung zum Schluss: Nein, hier gibt es keine unsterbliche Liebe zwischen zwei Teenies. Nein, das Mädchen verliert nicht alle Gehirnzellen, weil der Junge nett zu ihr ist. Nein, Walt Disney ist weit entfernt von diesem Märchen, ja, hier fließt Blut und der Tod ist ständig spürbar. Wer nicht ohne Klischees auskommt - Finger weg. Wer hotte Typen mit "coolen" Sprüchen braucht - Finger weg. Wer nicht mehr als drei Protagonisten verträgt - Finger weg. Wer Twists für eine Zimmerpflanze hält - Finger weg. Wer mit einem in die Tiefe gehenden Schreibstil überfordert ist - Finger weg.

    Ihr werdet einfach keinen Spaß an diesem Buch haben. Alle anderen: Wenn ihr mutig und reinen Herzens seid, werdet ihr diese Reise überleben.

    Vielleicht.

    Sehr gut zusammengefasst! :)

  • Meinung:

    Also warum man das Buch jetzt feiert, kann ich so gar nicht nach vollziehen. Die Geschichte ist interessant, ja, aber irgendwie war es das dann auch schon. Für mich bedeutet Märchen jetzt auch nicht, dass ich einen Prinz in schillernder Rüstung brauche, der die Prinzessin rettet. Ganz und gar nicht. Was ich brauche ist etwas für das ich einstehen kann. Rotkäppchen, die ihre Oma versorgt und darum in den Wald geht, trotz der Gefahren. Hänsel und Gretel, die den Weg nach hause finden wollen. Von mir aus auch die Prinzessin, die sich nach einem normalen Leben sehnt.

    Im Prinzip ist "Hazel Wood" wohl eher letzteres, aber - wie soll ich sagen - ohne Hand und Fuß. Das Buch umfasst etwa 350 Seiten. Davon lernen wir auf 100 Seiten die Geschichte kennen - also Personen, was bisher geschah, im Zwischenteil macht dann der Teenager genau das was er nicht soll und das Ende soll dann alles auflösen, das Bild quasi abrunden. Tut es aber nicht.

    In meinen Augen war die Geschichte einfach viel zu weich gezeichnet. Die Charaktere bekamen keine wirkliche Form und Atmosphäre war ebenfalls nicht greifbar. Wohl war die Geschichte ganz nett, wenn man nicht viel denken wollte, aber weiter brachte sie es bei mir dann doch nicht. Nehmen wir doch mal den berühmten Märchenwald. Egal ob da jetzt Feen herumschwirren, die Sonne im morgenfrischen Tau glitzert und der Bach plätschert oder eben die Bäume dunkle Schatten werfen, während Getier durch die Dunkelheit raschelt - der Märchenwald hat Charakter! Er nimmt einen ein. Solche Dinge haben in diesem Buch einfach gefehlt. So saß ich eben neben dem Bach und habe ihm beim Plätschern zugehört. Viele Situationen schienen verworren, aber dennoch waren sie total durchschaubar.

    Ich würde auch unglaublich gern etwas über die Charaktere erzählen, aber ich wüsste einfach nicht was. Am tollsten fand ich Finch. Seine Leidenschaft für das Thema kam unglaublich gut rüber. Auch eine andere Charaktere fand ich ganz großartig, die ich leider jetzt nicht wirklich erwähnen kann, da sie erst gegen Ende auftaucht - und mehr eine Nebenrolle hat. Man hätte so viel mehr aus dieser Geschichte machen können, denke ich, aber leider hat man irgendwann mal einen falschen Abzweig genommen und dann den Weg zurück nicht gefunden. Sehr schade, aber naja, soll vorkommen.

    Fazit:

    Ein Buch, von dem ich mir viel mehr erhofft hatte als ich letzten Ende bekam. Unterhaltsam ja, überzeugend nein.

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