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Isabel Allende - Ein unvergänglicher Sommer/Más allá del invierno

Ein unvergänglicher Sommer

3.7 von 5 Sternen bei 8 Bewertungen

Verlag: Suhrkamp Verlag

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 350

ISBN: 9783518428306

Termin: Neuerscheinung August 2018

Klappentext / Inhaltsangabe: Ein Schneesturm in Brooklyn, und den Auffahrunfall tut Richard als belanglose Episode ab. Aber kaum ist der eigenbrötlerische Professor zuhause, steht die Fahrerin des anderen Autos vor der Tür. Evelyn ist völlig aufgelöst: In ihrem Kofferraum liegt eine Leiche. Zur Polizei kann sie nicht, denn das scheue guatemaltekische Kindermädchen ist illegal im Land. Richard wendet sich Hilfe suchend an Lucía, seine draufgängerische chilenische Untermieterin, die ebenfalls an der Uni tätig ist. Lucía drängt zu einer beherzten Aktion: Die Leiche muss verschwinden. Hals über Kopf machen sie sich auf den Weg in die nördlichen Wälder, auf eine Reise, die die drei zutiefst verändern wird. Und am Rande dieses Abenteuers entsteht etwas zwischen Richard und Lucía, von dem sie beide längst nicht mehr zu träumen gewagt hatten. »Nicht die Schwerkraft hält unser Universum im Gleichgewicht, sondern die Liebe.« Isabel Allende erzählt uns eine Geschichte, wie nur sie es kann, beseelt, humorvoll und lebensklug. Eine Geschichte von Flucht, Verlust und spätem Neuanfang. Und davon, wie viel wir Menschen erleiden können, ohne unsere Hoffnung zu verlieren.
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  • ISABELL ALLENDE - EIN UNVERGÄNGLICHER SOMMER

    EIN TOLLES LESEERLEBNIS

    «Mitten im Winter erfuhr ich endlich, dass in mir ein unvergänglicher, unbesiegbarer Sommer ist.» Albert Camus


    Es beginnt mit einem Schneechaos in New York. Im Stadtteil Brooklyn lebt seit Kurzem Lucía, eine geschiedene, zweiundsechzigjährige Chilenin, die als Gastdozentin an der New York University für sechs Monate lehrt. Die Frau hatte sich, was Männer betraf noch nicht aufgegeben, obwohl die Chancen nach ihrer Meinung schlecht standen. Ihr Begehren gilt Richard, ihrem Arbeitgeber und gleichzeitig ihr Vermieter. Richard aber verhält sich abweisend. Das hat zumindest den äußerlichen Anschein. Der Professor entwickelte im Laufe der Zeit eine Angst vorm Leben und der Liebe. Seine vier Katzen sind seine einzigen Mitbewohner, die ihn aber nicht behelligen. Eine davon nascht am Frostschutzmittel und er fährt trotz winterlichem Chaos zum Tierarzt. Mieze muss zur Beobachtung dableiben. Auf dem Rückweg dann beginnt das Unheil seinen Lauf zu nehmen. Durch eine kurze Unaufmerksamkeit verursacht Richard einen harmlosen Auffahrunfall. Was er zu dem Zeitpunkt noch nicht ahnt, in dem Kofferraum des Wagens liegt eine weibliche Leiche...


    Die Kapitel sind überschrieben mit den drei Namen der Protagonisten und dem Ort der Handlung. Anhand der eingangs beschriebenen Situation, die sie zu einer Zwangsgemeinschaft zusammenführt, entwickeln sich in Gesprächen die Lebensgeschichten von Evelyn Ortega aus Guatemala, Lucía Maraz aus Chile und Richard Bowmaster aus New York. Auf nur 350 Seiten nahm mich Isabel Allende mit in die Heimat der jungen Guatemaltekin, deren Land von Korruption, organisiertem Verbrechen und der schweren Gewalttaten der Mara (kriminelle, sehr grausam agierende Jugendbande) heimgesucht wurde. Das junge Mädchen ist schwer traumatisiert von den furchtbaren Erlebnissen, die sie selbst und ihre beiden Brüder betrafen. Evelyn gelingt die kräftezehrende, gefährliche Flucht über Mexiko in die USA.

    Lucías Leben wiederum wird nachhaltig beeinflußt durch die Ereignisse um den Militärputsch 1973 in Chile. Auch sie verläßt ihr Heimatland, geht als 19 jährige nach Kanada, heiratet, bekommt eine Tochter.

    Richard schließlich lebte mit seiner Familie viele Jahre in Brasilien. Nach schweren, familiären Schicksalschlägen und nach der Überwindung seiner Alkoholsucht hatte er sich weitgehend vom normalen Dasein in sich selbst zurückgezogen, wird zum Eigenbrötler.


    Fazit:

    Isabel Allende zählt man nicht ohne Grund zu den meistgelesenen Schriftstellerinnen der Welt. Auch dieser Roman konnte mich wieder in den Bann ziehen und voll überzeugen. Beeindruckend, wie die Autorin es versteht auf den wenigen Seiten so viele Informationen äußerst lesenswert, mit viel Herz und Seele, unterzubringen. Sie erzählt in meisterhaftem, eindringlichen Schreibstil nicht nur die drei Lebensgeschichten, sondern belebt auch das Umfeld mit faszinierenden Charakteren, mit tragischen Schicksalen.

    „Ein unvergänglicher Sommer“ ist ein vielschichtiger Roman. Die Verbindung von Spannung, geschichtlichem Hintergrund und Liebesgeschichte zweier Personen im reiferen Alter finde ich hervorragend gelungen.


    Deshalb vergebe ich sehr gern die Höchstbewertung und eine Lese-/Kaufempfehlung. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Angaben zur Autorin:

    Isabel Allende wurde 1942 als Tochter chilenischer Diplomaten in Lima geboren und wuchs im großen verwinkelten Haus ihrer Großeltern in Chile auf, das sie später zu ihrem Jahrhundertroman »Das Geisterhaus« inspirierte. In diesem Weltbestseller verarbeitet sie ihre Familiengeschichte, die untrennbar mit der Geschichte ihres Landes verwoben ist. Bevor Allende Chile in Folge von Pinochets Militärputsch im Jahr 1973 verlassen musste, arbeitete sie als Journalistin, Moderatorin und Drehbuchautorin. Seit der Veröffentlichung von »Das Geisterhaus« im Jahr 1982 und dem internationalen Erfolg des Romans widmet sich die Autorin ausschließlich dem Schreiben. Mit ihrer Familie lebt Allende, die zu den meistgelesenen Schriftstellerinnen der Welt zählt, heute in Kalifornien.


    Quelle: Vorablesen.de


  • Vielen Dank für die Vorstellung, hennie. Ich habe Isabel Allende grade für mich entdeckt und bin - erwartungsgemäß - begeistert. "Paula" hat mich als Einstiegsdroge schon völlig überzeugt und bei "Das Geisterhaus" bin ich zwar noch nicht besonders weit, aber es sieht so aus, als wäre es auch hier so.

    Sie schreibt sehr flüssig und leicht, obwohl es die Themen nie sind. Nichts ist oberflächlich, alles geht in die Tiefe und trotzdem ist es nie schwer zu lesen. Das ist es doch, was eine/n großartigen Autor/in ausmacht.

  • Wäre es nicht schön wenn alle jeweils den Klappentext von Amazon ebenfalls einfügen. Dieser ist oftmals sehr hilfreich im verstehen der Rezension. Danke

    Amazon

    Ein Schneesturm in Brooklyn, und den Auffahrunfall tut Richard als belanglose Episode ab. Aber kaum ist der eigenbrötlerische Professor zuhause, steht die Fahrerin des anderen Autos vor der Tür. Evelyn ist völlig aufgelöst: In ihrem Kofferraum liegt eine Leiche. Zur Polizei kann sie nicht, denn das scheue guatemaltekische Kindermädchen ist illegal im Land. Richard wendet sich Hilfe suchend an Lucía, seine draufgängerische chilenische Untermieterin, die ebenfalls an der Uni tätig ist. Lucía drängt zu einer beherzten Aktion: Die Leiche muss verschwinden. Hals über Kopf machen sie sich auf den Weg in die nördlichen Wälder, auf eine Reise, die die drei zutiefst verändern wird. Und am Rande dieses Abenteuers entsteht etwas zwischen Richard und Lucía, von dem sie beide längst nicht mehr zu träumen gewagt hatten.

  • Wäre es nicht schön wenn alle jeweils den Klappentext von Amazon ebenfalls einfügen.

    Nun, nicht immer. Zum Einen gibt es nicht zu jedem Titel Amazon-Vorstellunge, zum Zweiten entspricht die Amazon-Produktvorstellung nicht immer dem Klappentext des Buchs und zum Dritten enthalten diese Vorstellungen gelegentlich auch Spoiler. Deswegen sollte man das wirklich von Fall zu Fall entscheiden. Und seine Rezi IMMER so abfassen, dass klar wird, worum es in dem Buch geht. 8)

  • Wäre es nicht schön wenn alle jeweils den Klappentext von Amazon ebenfalls einfügen.

    Nun, nicht immer. Zum Einen gibt es nicht zu jedem Titel Amazon-Vorstellunge, zum Zweiten entspricht die Amazon-Produktvorstellung nicht immer dem Klappentext des Buchs und zum Dritten enthalten diese Vorstellungen gelegentlich auch Spoiler. Deswegen sollte man das wirklich von Fall zu Fall entscheiden. Und seine Rezi IMMER so abfassen, dass klar wird, worum es in dem Buch geht. 8)

    Da gebe ich dir natürlich absolut recht, jedoch meistens sind die Eigenvorstellungen leider sehr ungenau. Somit muss man wirklich Amazon konsultieren für das Verständnis. Ich sehe es aber auch bei andern wirklich gut geschriebenen Rezensionen dass der Amazon Inhalt vorangestellt wird, und zwar ohne wenn und aber.

    Dennoch lassen wir das so stehen, für mich hat sich das Thema erledigt.

  • Es ist doch für mich schleierhaft - trotz Camus-Zitat (das sehr schön ist) - dass also aus dem spanischen Winter, wenn er auch "Jenseits" sein sollte, ein unvergänglicher Sommer wird...

  • Es ist doch für mich schleierhaft - trotz Camus-Zitat (das sehr schön ist) - dass also aus dem spanischen Winter, wenn er auch "Jenseits" sein sollte, ein unvergänglicher Sommer wird...

    Nur in deutsch ist diese furchtbare, eigentlich gar nicht passende Übersetzung vorhanden. Wer weiss welche Strategie dahinter steckt.

  • Es ist doch für mich schleierhaft - trotz Camus-Zitat (das sehr schön ist) - dass also aus dem spanischen Winter, wenn er auch "Jenseits" sein sollte, ein unvergänglicher Sommer wird...

    Erst auf der allerletzten Seite des Buches wird Bezug auf dieses Zitat genommen!

  • Ich hatte von dem Buch noch gar nichts gehört, aber es klingt sehr reizvoll. Danke fürs Vorstellen!

    Why say 'tree' when you can say 'sycamore'?
    (Leonard Cohen)

  • Allende hat mich viele Jahre lang fasziniert; nicht umsonst stehen so viele ihrer Bücher in meinem Regal. Aber war sie in den letzten Jahren veröffentlicht hat, gefiel mir nicht mehr, am schlimmsten "Der japanische Liebhaber".


    ich hatte vermutet, dass sie ihre besten Jahre als Autorin hinter sich hat. Aber das hier klingt so, als könnte ich es nochmal mit ihr versuchen. Zur Sicherheit warte ich lieber, bis meine Bücherei das Buch anschafft.

    Bücher sind auch Lebensmittel (Martin Walser)


    Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen. (Cicero)



  • Wäre es nicht schön wenn alle jeweils den Klappentext von Amazon ebenfalls einfügen. Dieser ist oftmals sehr hilfreich im verstehen der Rezension. Danke

    Amazon

    Das kann ich durchaus beim Einstellen der nächsten Rezension berücksichtigen.

    Vielen Dank.

    Ich habe übrigens in der spanischen Version gelesen, dabei gesehen dass die Autorin das Zitat von Camus vorangestellt hat. Sowie ihre Erklärungen zum · Más allá del invierno

    Somit hat der deutsche Verlag, zu betonen nur der deutsche, basierend auf diesem Zitat den Titel gewählt.

    Marie gerade deinen Beitrag gelesen, nach dem anhören von ihren Ausführungen bin ich der Meinung - doch es könnte auch dir wieder gefallen.

  • Drei Leben, eine Leiche im Kofferraum und einiges mehr


    Die Geschichte von Richard und Lucia, beide Anfang 60, und der jungen Evelyn spielt im Winter des heutigen Brooklyn. Die Drei schweißt ein eigentlich belangloses Ereignis zusammen, das jedoch weitreichende Folgen haben wird. Richard, ein einsamer, schrulliger Professor, fährt auf ein Auto auf, an dessen Steuer das Kindermädchen Evelyn sitzt, ein illegal eingewanderter Flüchtling aus Guatemala. Stunden später steht Evelyn vor Richard's Haustür und bittet um Hilfe, denn in ihrem Kofferraum liegt eine Leiche. Völlig überfordert fragt der Hausherr seine lebenslustige, chilenische Untermieterin Lucia um Rat. Gemeinsam fassen sie den Entschluss, den Leichnam verschwinden zu lassen.


    Der Roman „Ein unvergänglicher Sommer“ von Isabel Allende, dessen Originaltitel übersetzt „Mitten im Winter“ lautet, ist eine Liebesgeschichte, ein Krimi, eine Reise in die Vergangenheit dreier Leben, eine politische Aufarbeitung südamerikanischer Verhältnisse und gleichzeitig eine Darstellung aktueller Fragen und Probleme, verbunden mit menschlichen Schicksalen.

    Isabel Allende hat sich in diesem Buch viel vorgenommen, für meine Begriffe zu viel. Der eigentliche Handlungsstrang bleibt zwar erhalten, wird aber ständig durch Rückblenden unterbrochen, in denen sich die Autorin des Öfteren zu verlieren scheint. Die Zeichnung der Charakteren gelingt ihr meiner Meinung nach perfekt, jede einzelne Person ist gut vorstellbar, das Miteinander hingegen bleibt nicht immer greifbar.


    Daß Isabel Allende schreiben und erzählen kann, lässt sich wohl nicht abstreiten. Ich habe ihr neues Werk durchaus gern gelesen, allerdings echte Gefühle, die ergreifen und bewegen, im Großen und Ganzen vermisst. Letztendlich wirkt die Story um die Leiche an den Haaren herbeigezogen und hanebüchen, trotzdem schlüssig.


    Fazit: Ein Roman, der zu unterhalten vermag und auch eine gewisse Spannung mit sich bringt, in meinen Augen aber überfrachtet wird durch eine Menge Themen, von denen jedes Einzelne eine gesonderte Geschichte verdient hätte.

  • Beeindruckende Frauen

    In einem Schneesturm hat Richard einen harmlosen Auffahrunfall, kurze Zeit später steht die Fahrerin des anderen Autos vor seiner Tür und will Hilfe. Denn im Kofferraum ihres Wagens liegt eine Leiche. Sie kann nicht zur Polizei weil sie illegal im Land ist. Mit Hilfe seiner Mieterin Lucia will er der jungen Frau zur Seite stehen aber wie.

    Bei der sehr abenteuerlichen Aktion lernen die drei sich näher kennen. Er Amerikaner mit einer portugiesischen Mutter, Evelyn Flüchtling aus Guatemala sowie Lucia aus Chile zur Zeit als Gast Professorin an Richards College.

    In Rückblenden wird das Leben der drei erzählt, die politischen und gesellschaftlichen Situationen der beiden Frauen nehmen viel Text in Anspruch es ist die richtige Mischung aus Erklärungen zu den politisch Verfolgten in Chile den Verbrecherbanden in Guatemala und das Leben der Intellektuellen und Armen in beiden Ländern. Die Probleme durch unterschiedliche Kulturen kommen zur Sprache obwohl dieser Unterschied am Ende zu einem wunderschönen Happy End führt.

    Der Roman ist eine eigenartige Mischung aus Krimi, Liebesgeschichte und politischen Drama. Frau Allende schafft mit ihrer ruhigen Art zu erzählen eine dichte Atmosphäre die kein Unbehagen aufkommen lässt. Die Greuel des Pinochet Regimes und die Verbrechen der Gangs sind gegenwärtig aber da die Frauen es überlebt und trotzdem wieder Mut zum Leben gefunden haben, hatte ich als Leser nur großen Respekt für diese Frauen empfunden und das Mitleid in eine andere Schublade gesteckt, als würde ich realen Personen gegenüber stehen und die nichts anderes verdient haben.

  • Ein schicksalhafter Wintertag

    Wintereinbruch in Brooklyn. Die Menschen sind gehalten, ihre Wohnungen nicht zu verlassen, doch Richards Katze muss dringend zum Tierarzt. Auf dem Rückweg gerät sein Wagen ins Rutschen und beschädigt das vor ihm fahrende Fahrzeug. Der Fahrerin, einer jungen Latina, kann er gerade noch seine Visitenkarte überreichen, bevor sie davonfährt. Später am Abend steht sie vor seiner Tür. Ursprünglich hatte sie nur Angst vor ihren Arbeitgebern, weil sie das Auto ohne Erlaubnis ausgeliehen hatte, doch jetzt hat sie festgestellt, dass eine Leiche im Kofferraum liegt.

    Richard ist mit der Situation überfordert und wendet sich an seine chilenische Untermieterin Lucia. Gemeinsam beschließen sie, die Leiche und den Wagen loszuwerden. Der Plan ist, beide in einem See zu versenken.

    Trotz Schneegestöbers brechen sie zu dritt Richtung Norden auf. Unterwegs beginnen sie damit, sich gegenseitig ihre Lebensgeschichte zu erzählen und sich dabei näherzukommen...

    Die vordergründige Geschichte von der Leiche im Kofferraum ist der schwächste Teil der Geschichte. Viel interessanter sind die Schilderungen der bitteren Armut in Guatemala, wo Evelyn, die junge Latina, aufgewachsen ist, die Macht der Narcos und Gangs, die Machenschaften der Menschenhändler. Lucia berichtet von den Gräueln der Militärdikatatur mit den vielen Verschwundenen und auch Richard hat in seinem Leben schon manches erlebt.

    Allendes Sprache ist bildhaft und eindrücklich, allerdings finde ich, dass sie in dieses Buch ein bisschen zu viel an Informationen gepackt hat. Die sich entwickelnde Liebesgeschichte zwischen Lucia und Richard hat mir gefallen, die Odyssee mit der Leiche im Kofferraum und die Lösung dieses Problems weniger.

    Ein unvergänglicher Sommer ist ein durchaus lesenswertes Buch, aber restlos begeistern konnte es mich nicht. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Das war mein erstes Buch von Isabel Allende und wird auch nicht mein letztes bleiben. Ich war positiv überrascht.

    Die Rahmenhandlung bildet der Unfall und die Entsorgung der Leiche. Dadurch verbindet sich das Schicksal von Lucia, Richard und Evelyn. Während ihrer Reise finden sie zueinander und können sich auch zu ihren Empfindungen in ihren Inneren bekennen. Unterwegs erzählen sie sich ihr bisheriges Leben. Diese Geschichten haben mich sehr bewegt. Vor allen Evelyn hat auf ihrer Flucht von Guatemala in die USA sehr viel durchgemacht. Lucia versucht nach dem Tod ihrer Mutter und einer Krebserkrankung einen Neuanfang in New York. Sie versucht ihren Vermieter Richard, ein Junggeselle, näherzukommen. Richard hat sich eingeigelt und lässt keinen an sich heran. Erst nach und nach kann er sich öffnen.

    Isabel Allende hat die Personen sehr gut beschrieben und damit eine Spannung aufgebaut, so dass die Rahmenhandlung in den Hintergrund tritt. Man fiebert mit und hofft, dass sich ihr Schicksal zum Guten wendet.

    Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen. Von mir gibt es 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

    Sub: 5407:twisted: (Start 2020: 5403)

    gelesen 2020: 16

    gelesen 2019: 90 / 1 abgebrochen / 36631 Seiten

    gelesen 2018: 80 / 2 abgebrochen / 32745 Seiten

    gelesen 2017: 86 / 4 abgebrochen / 33551 Seiten


    :montag: Margaret Atwood - Die Zeuginnen

    :study:

    Lesen... das geht 1 bis 2 Jahre gut, aber dann ist man süchtig danach.

  • Brooklyn im Januar 2016: Während eines Schneesturms fährt
    Professor Richard Bowmaster mit seinem Wagen auf ein anderes Auto auf. Für ihn
    ist der Blechschaden zunächst nichts weiter als ein Versicherungsfall, bei der
    er seine Visitenkarte hinterlässt. Dann aber steht am Abend die Fahrerin des
    anderen Fahrzeugs vor seiner Tür. Evelyn Ortega, eine junge Frau, ein illegal
    beschäftigtes Kindermädchen, ist geschockt. Sie hat sich das Auto ihres
    Arbeitgebers ohne Erlaubnis genommen und im Kofferraum nach dem Unfall eine
    Leiche entdeckt. Die Polizei kann sie
    nicht rufen. Was soll sie nun bloß tun? Gastdozentin Lucía Maraz, Richards
    chilenische Untermieterin, soll helfen. Sie macht unmissverständlich klar: Die
    Leiche muss verschwinden. Schnell begeben sich die drei auf eine ungewöhnliche
    Reise…


    „Ein unvergänglicher Sommer“ von Isabel Allende ist ein
    berührender Roman.


    Meine Meinung:

    Der Roman besteht aus mehreren Kapiteln sowie einem Epilog.
    Es gibt mehrere Zeitebenen: Dabei geht es nicht nur um das Geschehen in der
    Gegenwart, sondern in Rückblenden auch um die drei interessanten
    Lebensgeschichten von Richard, Lucía und Evelyn. Erzählt wird aus der
    Perspektive der drei Hauptfiguren. Dieser Aufbau gefällt mir gut.


    Der Schreibstil belegt Allendes schriftstellerisches Können
    und hat mich begeistert. Er ist angenehm, flüssig und anschaulich, gleichzeitig
    auch liebevoll. Die Sprache ist dabei klar, aber eindringlich. Der Einstieg in
    die Geschichte fiel mir sehr leicht.


    Im Mittelpunkt stehen drei reizvolle Charaktere, die
    authentisch dargestellt werden. Die Hauptprotagonisten werden vielschichtig
    beschrieben. Vor allem die beiden Frauen waren mir schnell sympathisch.


    Eine Stärke des Romans liegt in den bewegenden Schicksalen,
    die geschildert werden. Dabei geht es um mehrere interessante Themen wie Armut
    und Kriminalität, Flucht und illegale Einwanderung, politische Entwicklungen
    und einiges mehr. Auch existenzielle Fragen werden angeschnitten. Somit regt
    die Geschichte zum Nachdenken an und konnte mich auch emotional erreichen.


    Langeweile kommt beim Lesen nicht auf, denn die Handlung hat
    unter anderem mehrere Wendungen zu bieten. Neben traurigen Passagen dürfen auch
    humorvolle Momente nicht fehlen. Diese Mischung ist sehr unterhaltsam.


    Das Cover finde ich sehr ansprechend und geschmackvoll
    gestaltet. Auch der Titel des Buches ist treffend gewählt.


    Mein Fazit:

    Mit „Ein unvergänglicher Sommer“ ist Isabel Allende ein
    lesenswerter Roman gelungen, den ich wärmstens empfehlen kann.


    Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

  • Richard Bowmaster muss trotz des Schneesturms mit seinem Kater zum Tierarzt und ein kleiner Moment der Unachtsamkeit führt zu einem Auffahrunfall, der mehr Konsequenzen hat, als zu erwarten war – nicht nur Richard, sondern auch zwei aus Lateinamerika stammende Frauen erwartet eine Leiche und ein Trip in die Vergangenheit.


    Bereits mit der ersten Seite entwickelt der Roman eine Sogwirkung, die Autorin erzählt sehr anschaulich, der New Yorker Winter sorgt auch beim Leser für Gänsehaut, und mit viel Liebe zu ihren Charakteren. Diese, vor allem aber die drei Protagonisten werden bis in ihr Innerstes durchleuchtet, und kommen dem Leser entsprechend sehr nahe. Man erfährt nicht nur etwas über ihr momentanes Leben sondern bereist auch ihre Vergangenheit, die bei allen dreien nach Lateinamerika führt.


    Während Richard nur einige Jahre in Brasilien verbrachte, sind die beiden Frauen dort geboren, und sind damit auch mit den Geschichten ihrer Länder verbunden. Evelyn Ortega stammt aus Guatemala und hat dort Entsetzliches erlebt, so dass sie sich zur Flucht in die USA entschloss und dort als „Illegale“ lebt. Lucía Maraz stammt aus Chile, auch ihre Familie musste Opfer bringen, nun lehrt sie als Gastdozentin an der Universität in New York. Isabel Allende wäre nicht Isabel Allende, würde sie nicht auch Sozial- und Politikkritisches in ihren Roman einfließen lassen, schließlich kommt ihr Familienname nicht von ungefähr.


    Die drei Protagonisten bekommen jeder ausreichend Raum, durch regelmäßige Perspektivewechsel erfahren wir ihre Geschichten, immer wieder kehrt die Autorin auch zum aktuellen Geschehen zurück. Auch hier gibt es interessante Entwicklungen und am Ende eine gelungene Lösung des „Problems“. Der Epilog hält dann noch eine Überraschung bereit, allerdings wahrscheinlich nicht für jeden Leser, auch ich hatte bereits Vermutungen in diese Richtung.


    Isabel Allende hat mich schon vor Jahren mit ihrem „Geisterhaus“ begeistert, doch in den letzen Jahren habe ich nichts mehr von ihr gelesen – bis jetzt. Und wieder konnte sie mich packen und begeistern. Ihr neuestes Buch „Ein unvergänglicher Sommer“ ist Charakterstudie, Geschichtslektion, Gesellschaftskritik und Krimi in einem, dazu spannend erzählt. Man muss sich auf den Roman einlassen, dann kann man ihn am Ende auch zufrieden wieder zuklappen. Volle Punktzahl und eine absolute Leseempfehlung!