Karin Slaughter - Ein Teil von ihr/Pieces Of Her

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Ein Teil von ihr

3.7|6)

Verlag: Harpercollins

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 512

ISBN: 9783959672146

Termin: August 2018

  • Zu ausschweifend!


    Klappentext (Quelle Amazon):


    Wieder und wieder sieht Andrea Oliver das Gesicht ihrer Mutter Laura vor sich: gelöst, gutmütig, beherrscht – während sie einem Menschen das Leben nimmt. Nur knapp konnten sie beide einer grauenvollen Schießerei entkommen. Andrea will Antworten, doch stattdessen zwingt ihre Mutter sie in eine riskante Flucht. Weil sie verfolgt wird. Weil sie ein dunkles Geheimnis hat. Andrea folgt dem Befehl ihrer Mutter. Doch je weiter sich ihr die wahre Identität dieser Frau enthüllt, desto mehr entpuppt sich ihr Leben als eine Lüge. Wer ist ihre Mutter wirklich?



    An Andreas 31. Geburtstag, den sie mit ihrer Mutter Laura in einem Café feiert, geschieht Schreckliches. Ein Mann überfällt das Café, tötet zwei anwesende Frauen und nur Laura ist es zu verdanken, dass sie überleben. Denn sie tötet den Mann und rettet so ihre Tochter. Ein Video, das auftaucht, zeigt jedoch alles andere als Notwehr, sondern eine entschlossene Laura, die gezielt mordet.

    Schon da hat Andrea erste Zweifel, die sich vertiefen, als ihre Mutter erneut überfallen wird und auch dieser Mann getötet wird. Andrea flieht auf Verlangen ihrer Mutter und entdeckt dabei, dass Laura nicht die ist, für die sie sich ausgibt…und ihr ganzes Leben aus einer Lüge besteht.


    Da ich schon mehr von Karin Slaughter gelesen habe, wusste ich, dass ihr Schreibstil sehr detailliert ist. So war ich gewappnet….doch hier in diesem Buch hat die Autorin es eindeutig übertrieben. Denn ständig schweift sie ab und bauscht Unwesentliches auf. Immer wieder werden Details bis ins Allerkleinste erörtert. Schon den Start empfand ich als sehr zäh. Ich hatte wirklich grosse Mühe in die Geschichte rein zu finden. Einige brenzlige Szenen zu Beginn haben mich zum Glück bei der Stange gehalten. Etwas besser Punkto Spannung wurde es, als auf unterschiedlichen Zeitebenen erzählt wird. Durch diesen überraschenden Perspektiv und Zeitenwechsel im 1986, bekam die Story etwas Schwung und die Abwechslung tut gut. Wobei auch da übertrieben detailliert beschrieben wurde. Und ich mich doch durch etliche langatmige Szenen beissen musste. Etwas mühsam sind auch die Wiederholungen. So wird zum Beispiel jedes Detail der Tat in dem Café, bei der man als Leser haunah dabei war, anhand eines Videos noch mal endlos durchgekaut. Und dies nur, weil die Ermittler, sich dieses Video ansehen. Da kam leichte Langeweile bei mir auf. Sehr gut hat mir hingegen gefallen, wie der Schock und das Trauma von Andrea während und nach der Tat beschrieben wurde. Da denkt man sich, dass es genau so wäre, wäre man in der Situation wie Mutter und Tochter.

    Die Geschichte ist anspruchsvoll, da in zwei verschiedenen Zeitebenen, mit etlichen Figuren und wie gesagt mit einem ausschweifenden Schreibstil erzählt wird.

    Die Handlung ist logisch aufgebaut. Und man will irgendwann schon wissen, was in Lauras Vergangenheit geschehen ist. Von daher, habe ich schon Spannung empfunden. Doch leider war die Handlung zu konstruiert und die Szenen, in denen mein Puls höher schlug, zu wenig, dass man hier von einem Thriller sprechen kann. Dieser blinzelte erst gegen Schluss hervor.

    Die Figuren, allen voran Andrea, waren mir nicht wirklich sympathisch. Wenn auf der Flucht, die Kleidung, die Andrea trägt, so ein grossen Problem ist, dass der zu grosse und scheuernde BH ein paar mal erwähnt und von ihr beklagt wird, macht das eine Figur halt einfach nicht besonders sympathisch…sondern oberflächlich und überheblich. Andrea begibt sich in Situationen, in die sich jemand mit einem gesunden Menschenverstand einfach nicht begibt. Da drängt sich bei mir doch die Ueberlegung auf, ob diese Figur gezielt so unbedarft und naiv skizziert wurde, damit die Handlung ein Hauch von Spannung erhält?

    Dies ist ganz sicher nicht eines der besten Bücher von Karin Slaughter. Da gibt es spannendere, mit mehr Thrill!



  • Jedes Jahr warte ich sehnsüchtig auf einen neuen Roman von Karin Slaughter, der renommierten amerikanischen Schriftstellerin, die seit 2001 international erfolgreiche Kriminalromane veröffentlicht. Nun liegt ihr neues Werk "Ein Teil von ihr" auf meinem Schreibtisch, und ich möchte meine Eindrücke mit euch teilen.




    Andrea Mitchell ist 31 Jahre alt und weiß alles über ihre Mutter. Sie ist überzeugt, dass keine Geheimnisse zwischen ihnen stehen. Bis ein Besuch im Einkaufszentrum in einer brutalen Attacke endet, bei der ihre Mutter Laura ins Visier gerät. Plötzlich lernt Andrea eine Seite von ihr kennen, die nichts mit dem ruhigen, gutmütigen Charakter der Frau gemein hat, die sie aufgezogen hat. Wenige Stunden später wird Laura von skrupellosen Verfolgern heimgesucht. Auf der Suche nach einer Antwort folgt Andrea verzweifelt den Spuren in die Vergangenheit. Denn sie muss die verborgene Identität ihrer Mutter ans Licht bringen. Sonst kann es für keine von ihnen eine Zukunft geben.



    Das Cover halte ich für wenig spektakulär. Der Einband ist in einem unäuffälligen blauen Farbton gehalten, von dem sich die nichtssagende Fotografie, die mit einem Schmetterling an den Umschlag gepinnt wurde, wenig abhebt Der Titel bleibt ebenfalls vage und greift die enge, symbiotische Beziehung von Mutter und Tocher auf.



    Der Plot ist alles andere als neu, aber er hat mein Interesse geweckt. Karin Slaughter ist bekannt für ihre etwas reißerisch aufgemachten, extrem blutigen, aber nichtsdestotrotz spannenden Bücher, in denen brutale Gewaltszenen an der Tagesordnung sind. Auch in diesem Roman sind Andrea und ihre Mutter in einem Alptraum gefangen. Sie geraten in eine Schießerei, und Andrea sieht fassungslos mitan, wie sich ihre (krebskranke) Mutter einem Amokläufer entgegenstellt, ihm ein Messer entreißt und ihn vor ihren Augen tötet, ohne mit der Wimper zu zucken. Karin Slaughter beschäftigt sich in diesem Buch mit einem grundsätzlichen Problem. Was wissen wir über unsere nächsten Angehörigen? Was wissen wir überhaupt voneinander?




    Die Charaktere handeln authentisch, sind aber alles andere als sympathische Personen, mit denen man sich identifizieren könnte. Stilistisch gesehen, bewegt sich dieser Roman zwischen verschiedenen Erzählebenen. Auch die Perspektive des Erzählens wechselt in den einzelnen Kapiteln. Aus der Gegenwert werden wir ruckartig in die Vergangenheit zurückgeworfen, erleben die Geschichte mal aus der Sicht von Andrea, mal aus der Sicht ihrer Mutter, und es liegt an uns, die losen Fäden zu einer komplexen, vielschichtigen Geschichte zu verbinden.




    Für mein Empfinden hat Karin Slaughter einen anspruchsvollen und soliden, aber mitunter zähen Psychothriller abgeliefert. Leider konnte mich dieses Buch aufgrund der etwas zu konstruiert wirkenden Handlung nicht völlig überzeugen, und ich kann nicht mehr als vier Sterne vergeben. Karen Slaughter kann weitaus mehr - vielleicht stellt sie es in ihrem nächsten Werk wieder unter Beweis.

  • Das Buch fängt fängt schon mit einen Paukenschlag an. Andy gerät mit ihrer Mutter Laura in eine Schießerei. Nur verhält sich ihre Mutter nicht wie erwartet. Andy ist eine relativ unselbstständige junge Frau und kommt mit der plötzlichen Verhaltensänderung ihrer Mutter nicht klar, tut aber trotzdem was sie von ihr verlangt. Im laufe der Geschichte lernt sie es immer besser auf eigenen Beinen zu stehen. Am Anfang ist unklar warum Laura so handelt, aber mit der Zeit werden die Zusammenhänge klar.
    Das Buch wird auf zwei Zeitebenen in wechselnden Kapiteln erzählt. Ein Strang spielt in der Gegenwart. Der zweite Erzählstrang beginnt 1986.
    Das Buch ist spannend geschrieben, auch wenn es ab und zu ein paar Hänger gab. Die Geschichte ist in sich plausibel. Ich habe zwar schon vor dem Schluss geahnt, in welche Richtung das Buch geht, aber trotzdem war es nicht langweilig.
    Ich bin aber über einige Grammatikfehler gestolpert, die meinen Lesefluss doch etwas gestört haben. Es wurde öfters hatte und war verwechselt.
    Das Buch ist ein typischer amerikanischer Krimi. Es sticht nicht aus der Masse heraus, aber lässt sich gut lesen. 4 Sterne von mir.

    Sub: 5339 :twisted: (Start 2017: 5312)
    gelesen 2018: 47 / 2 abgebrochen

    gelesen 2017: 86 / 4 abgebrochen / 33551 Seiten
    gelesen 2016: 101 / 6 abgebrochen / 40098 Seiten
    gelesen 2015: 90 / 38733 Seiten
    gelesen 2014: 92


    :montag: Stefan Ulrich - In Schönheit sterben

    :study:


    Lesen... das geht 1 bis 2 Jahre gut, aber dann ist man süchtig danach.

  • Andrea Mitchell ist mit ihrer Mutter beim Geburtstagsessen, als etwas geschieht, dass sie an allem zweifeln lässt. Immer hat sie gedacht, es gäbe keine Geheimnisse zwischen ihrer Mutter und ihr. Doch als es eine Schießerei gibt und ein Mann sie bedroht, erlebt sie ihre Mutter von einer ganz neuen Seite, denn Laura stellt sich dem Schützen entgegen und tötet ihn sogar. Danach ist das alles im Internet zu sehen und Verfolger sind plötzlich hinter Andy her. Lauras Vergangenheit hat sie eingeholt. Andrea will mehr über ihre Mutter wissen und macht sich auf die Spurensuche.

    Ich habe schon einige Bücher von Karin Slaughter gelesen und habe mich auch auf dieses Buch gefreut. Es ist nicht schlecht, aber so richtig konnte es mich trotzdem nicht packen. Vielleicht lag es daran, dass so viele Personen in dem Buch eine Rolle spielten und es nicht einfach war, alle gleich auseinander zu halten. Anfangs gestaltet sich die Geschichte auch recht zäh. Zum Glück ändert sich das später. Der Schreibstil ist aber gewohnt gut und flüssig zu lesen.

    Ein Handlungsstrang führt den Leser etwa dreißig Jahre in die Vergangenheit und berichtet über Jane und Nick. Jane ist Nick sehr ergeben und Nick ist ein radikaler Typ.

    Andrea lebt wieder bei ihrer Mutter, als diese an Brustkrebs erkrankte. Sie ist jetzt 31 und hat eigentlich noch nichts so richtig auf die Reihe bekommen. Die Schulden ihres Studiendarlehens belasten sie, den Abschluss hat sie nicht geschafft. Sie ist nicht glücklich mit ihrem Leben, hat aber auch nicht den Elan, um daran etwas zu ändern. Aber als an ihrem Geburtstag so dramatische Sachen ablaufen, wird sie aus ihrem Phlegma gerissen und dann kann sie zeigen, dass doch etwas in ihr steckt. Laura dagegen hat ein bewegtes Leben hinter sich. Als Andrea fliehen muss, weiß Laura genau, was zu tun ist.

    Auch wenn man manchmal zu wissen glaubt, worauf die Geschichte hinausläuft, so ergeben sich doch immer wieder Wendungen, die die dann wieder in eine andere Richtung weisen. Jeder scheint sein Geheimnis zu haben. Das hält die Spannung aufrecht.

    Am Ende ist man schockiert, wieviel Hass und Rachegedanken hinter dieser Geschichte steckt und die mit viel Gewalt zu tun hat.

    Auch wenn ich nicht hundertprozentig überzeugt bin, so hat mir das Buch dennoch gefallen.

  • Andrea Mitchell lebt mit ihrer 55-jährigen Mutter Laura in dem kleinen beschaulichen Ort Belle Isle in Georgia. Laura ist geschieden, hat aber zu ihrem Exmann Gordon ein gutes Verhältnis. An ihrem 31. Geburtstag ist Andrea mit ihrer Mutter zu einem gemeinsamen Essen verabredet, doch sie geraten in einen Amoklauf, der für zwei Frauen tödlich endet und Andrea eine völlig neue Seite ihrer Mutter präsentiert, denn Laura tötet den Täter und all dies ist über ein Internetvideo für alle zu sehen. Andrea weiß nicht, was sie vom Verhalten ihrer Mutter halten soll, doch ausgerechnet sie wird von Laura und ihrem Stiefvater genötigt, keine Aussagen zu machen und sich aus dem Elternhaus zu entfernen. Als Laura überfallen und gefoltert wird, da Menschen aus ihrer Vergangenheit sie durch das Video gefunden haben, wird Andrea aktiv und begibt sich auf die Suche nach Antworten über das Vorleben ihrer Mutter…


    Karin Slaughter hat mit ihrem Buch „Ein Teil von ihr“ einen spannenden und fesselnden Thriller vorgelegt. Der Schreibstil ist flüssig und nimmt den Leser von Anfang an mit in die Geschichte hinein, wo er mal an der Seite von Andrea, mal an der von Laura alles hautnah miterlebt. Die Handlung erstreckt sich auf zwei Zeitebenen und lässt neben der Gegenwart das Jahr 1986 mit der Vergangenheit von Laura wiederauferstehen. Durch die wechselnden Perspektiven weiß die Autorin die Spannung der Geschichte immer weiter zu steigern. Es ist fast wie eine Schnitzeljagd, an der der Leser teilnimmt und nach und nach genauso wie Andrea immer mehr über Lauras Leben erfährt. Mit geschickten Wendungen und Überraschungseffekten versteht es die Autorin, den Leser in Atem zu halten bis zum finalen Schluss.


    Die Charaktere sind sehr differenziert ausgearbeitet, haben Ecken und Kanten, die sie sehr real aber auch geheimnisvoll wirken lassen. Als Leser kann man sich nie sicher sein, was im nächsten Moment geschieht und ob man bereits alle Facetten der Persönlichkeit schon erfasst hat. Andrea ist eine naiv wirkende Frau, die ihrer Mutter vertraut und ihr sehr verbunden ist. Doch dann muss sie erkennen, dass sie keine Ahnung hat. Sie hat es sich gemütlich in ihrem Leben eingerichtet und nun steht alles, woran sie geglaubt hat Kopf. Für sie bedeutet es, unangenehm in der Realität gelandet zu sein und sich dem zu stellen, was sich ihr für Wahrheiten bieten. Laura hat sich vor langer Zeit eine neue Identität erschaffen. Sie lebt ein normales unscheinbares Leben, um nicht aufzufallen und Altlasten aus der Vergangenheit keine Chance zu geben. Sie hat sich regelrecht hinter der Normalität versteckt. Sie hat ihre Geheimnisse gehütet und allen ein völlig anderes Gesicht gezeigt. Weitere Protagonisten geben der Handlung zusätzliche Spannung und dem Leser Rätsel auf, wer gut und wer böse ist.


    „Ein Teil von ihr“ ist ein packender Thriller, der den Leser auf einen wahnsinnigen Roadtrip entführt auf der Suche nach der Wahrheit spannungsgeladen bis zum Schluss. Auf jeden Fall eine Leseempfehlung!


    Fesselnde :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)


    "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
    Albert Einstein


    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
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    Lese gerade: Das Lied der Störche, Ulrike Renk


    SUB: ca. 1.800 / gelesen 2017: 245/ 98377 Seiten

  • Wer bist du?


    Ein Teil von ihr, Thriller von Karin Slaughter, 512 Seiten, erschienen bei Harper Collins Germany. Aus dem Amerikanischen von Fred Kinzel.
    Nach einer Schießerei in einer Cafeteria in die sie mit ihrer Mutter gerät, muss Andrea entdecken, dass sie ihre Mutter überhaupt nicht kennt.
    Andy 31, wollte in New York Karriere machen, ihr Studium hat sie abgebrochen, als Kellnerin hält sie sich mehr schlecht als recht über Wasser. Die Schulden für ihr Studiendarlehn kann sie auch nicht abbezahlen. Als ihre Mutter Laura an Brustkrebs erkrankt, bricht sie ihre Zelte in NY ab und kehrt nach Georgia in ihren Heimatort zurück. An ihrem 31. Geburtstag ist sie mit ihrer Mutter zum Dinner verabredet. Die beiden geraten in eine Schießerei und Laura kann durch ihr beherztes Auftreten, sich selbst und Andy retten, dabei bringt sie den Attentäter um. Die Bilder des Amoklaufs gehen durch sämtliche TV-Kanäle, dabei wird ihre Mom wie eine Kampfmaschine dargestellt. Laura besteht darauf, nach der Erstversorgung aus dem Krankenhaus entlassen zu werden. Gleichzeitig besteht sie darauf, dass Andy auszieht und verschwindet. Nach einem weiteren Anschlag begibt sich Andy auf einen Roadtrip quer durch die Staaten. Auf ihrem Weg erkennt sie, dass ihre Mutter ein anderer Mensch ist, als sie vermutet hat. Was hat Laura zu verbergen?
    Das Buch besteht aus 15 Kapiteln, die in der Gegenwart spielen, dazwischen Rückblenden ins Geschehen von 1986. Vor dem Prolog und dem Epilog – einen Monat später - sind Gedichte von Emily Dickinson eingefügt. Besondere Textstellen und Eigennamen wurden kursiv gedruckt und dadurch verdeutlicht und eindringlich hervorgehoben. Als Stilmittel hat die Autorin die auktoriale Erzählweise gewählt, dadurch wird der Überblick über den stellenweise komplizierten Plot gewährleistet. Karin Slaughter hat es geschafft, flüssig, spannend und bildhaft zu erzählen, ich fühlte mich gut unterhalten und habe das Buch rasch ausgelesen.
    Schon zu Beginn bin ich sehr rasch im Geschehen und in der Handlung gefangen gewesen. Die ersten 200 Seiten habe ich kaum gespürt. Etwas verwirrt hat mich am Anfang, die 2. Zeitebene, der parallele Erzählstrang. Die Rückblicke werden immer umfangreicher und schon bald merkt der Leser, dass die Rückblenden notwendig sind, um die Person Laura/Jane zu verstehen und so wird dem Leser die Geschichte und was ihr zugrunde liegt erläutert. Immer wieder tauchten unvorhergesehene Wendungen auf, die die Handlung spannend gemacht haben. Zum Ende wurde die Story plausibel und verständlich aufgeklärt. Die Charaktere handelten zu jeder Zeit nachvollziehbar. Laura Oliver wird als starke Frau beschrieben und ihre Geschichte beweist das auch. Am Ende konnte sie mich tatsächlich noch einmal überraschen. Andrea, die Tochter kam bei mir weniger gut weg. Eine 31jährige die noch immer finanziell abhängig und unselbständig, bei ihrer Mutter lebt und ihr Leben nicht auf die Reihe kriegt. Im Laufe ihrer Flucht hat sie sich aber noch weiterentwickeln können. Unsympathisch fand ich Paula/Penny ein grausiges Miststück, die ihre wohlverdiente Strafe letztendlich bekommen hat. Über allem stand Nick, der selbstverliebte, grausame manipulative Fädenzieher, dem alle blindlings ins Verderben folgten. Die Beschreibung der Charaktere ist Slaughter in diesem Thriller perfekt gelungen. Ich konnte mir die Personen geradezu bildlich vorstellen.
    Durch die Längen im Rückblende-Teil hatte ich in der Mitte des Buches einen kleinen Hänger, den Gegenwartstrang habe ich mehr genossen. Insgesamt finde ich den neuesten Thriller der Autorin gut, habe aber schon bessere und spannendere Bücher der Autorin gelesen. Besonders gelungen fand ich das wunderschöne Cover. Von mir gerne gegebene 4 von 5 möglichen Sternen. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    :study::musik::montag:


    Und wenn mir alle Königskronen für meine Bücher und meine Freude am Lesen angeboten wären: Ich würde sie ausschlagen.
    François Fénelon

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