Donna Leon Heimliche Versuchung / The Temptation of Forgiveness

  • Buchdetails

    Titel: Heimliche Versuchung


    Band 27 der

    Verlag: Diogenes

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 336

    ISBN: 9783257245073

    Termin: Neuerscheinung Oktober 2019

  • Bewertung

    3.2 von 5 Sternen bei 6 Bewertungen

    63,3% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "Heimliche Versuchung"

    Als eine Bekannte von Paola in der Questura vorspricht, glaubt Brunetti zunächst, sie mache sich unnötig Sorgen um ihre Familie. Da wird ihr Mann im Koma ins Krankenhaus eingeliefert. Der Commissario stößt aller orten auf Betrügereien, ja sogar auf ein Leck in der Questura. Fakten bekommt er keine zu fassen, geschweige denn einen Täter. Aber sein Gerechtigkeitssinn lässt ihm keine Ruhe.
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    Als eine Bekannte von Paola in der Questura vorspricht, glaubt Brunetti zunächst, sie mache sich unnötig Sorgen um ihre Familie. Da wird ihr Mann im Koma ins Krankenhaus eingeliefert. Ein Überfall und Verbindungen ins Drogenmilieu liegen nah. Konkrete Anhaltspunkte fehlen. Und doch stößt der Commissario allerorten auf Betrügereien, ja sogar auf ein Leck in der Questura. Fakten bekommt er keine zu fassen, geschweige denn einen Täter. Aber sein Gerechtigkeitssinn lässt ihm keine Ruhe.


    In seinem sechsundzwanzigsten Fall, wie man hier nachlesen kann erlitt Commissario Brunetti einen Schwächeanfall was die Hoffnung nährte Donna Leon lässt ihn nun wirklich älter werden. Allerdings wurde diese leider nicht zu meiner Zufriedenheit erfüllt, dennoch ich lasse mich gerne überraschen. Deshalb wollte ich wissen wie es nun weitergeht.


    Die ersten Seiten verleiteten mich erstmal zu einem schmunzeln denn wie der Commissario über seinen Vorgesetzten nachdenkt zu dem er unterwegs ist...

    Zitat

    Patta war wie ein kambrischer Trilobit in der Questura von Venedig versteinert und längst zu einem lebenden Fossil geworden. Neben ihm, in derselben Gesteinsschicht, ruhte sein Assistent, Tenente Scarpa, der ebenfalls aus Palermo stammte und in diesen neuen Jagdgründen heimisch geworden war.

    Dann welche Überraschung, Brunetti ist tatsächlich nicht mehr der Jungspund denn

    Zitat

    In letzter Zeit verkrampf‌ten sich Brunettis Hüftmuskeln, wenn er eine Treppe hinunterging. Die Anstrengung fiel ihm erst auf, als er eines Tages nach der letzten Stufe, während sein Körper sich entspannte, unwillkürlich aufstöhnte

    Auch an Viganello seinem treuen Mitarbeiter erkennt man dass all die Jahre nicht spurlos an ihm vorüber gingen.


    Signorina Elettra scheint ebenfalls müde und angeschlagen zu sein. Nicht mehr ausschliesslich und immer die Frohnatur welche Brunetti jedesmal wenn er sie sah, entzückte.


    Auffallend ebenfalls wie Brunetti sehr philosophisch wirkt viel ausgeprägter und mehr wie früher. Er führt nicht nur mit seiner Frau tiefsinnige Gespräche, auch während der Arbeit mit seinen Mitarbeitern.

    Zusehends vermehrt verweilt Brunetti mit seine Gedanken immer wieder bei alten Fällen. Auch spricht er bei Gelegenheit mit andern Personen über diese, besonders wenn ihm diese sehr nahe gingen.


    Ein eigenartiger Krimi, in welchem die griechische Tragödie wie Medea von Euripides im Zusammenhang dessen was passiert thematisiert wird. Brunetti welcher Antigone liest und auch hier wieder einen Bezug herstellt. Interessant bei wie vielen Gelegenheiten die Autorin darauf aufmerksam macht, hier hat man es mit gebildeten Personen zu tun. Intellektuell auf der Höhe und jederzeit bereit sich auch in Latein ausdrücken zu können.

    Es scheint Donna Leon ändert die Richtung und möchte sich vornehmlich mit den Charakteren und ihren Befindlichkeiten beschäftigen. Die Geschichte scheint mehr wie eine psychologischen Charakterstudie.


    Was nun den neuesten Fall betrifft. Er beginnt sehr merkwürdig mit einem unbestimmten Verdacht in welchem Drogen möglicherweise eine Rolle spielen, wobei eigentlich noch gar nicht Brunetti und sein Team zuständig sind. Wie immer beginnt die Geschichte gemächlich, völlig unaufgeregt. Es ist mehr wie ein Geplänkel über dieses und jenes. Eine lockere Besprechung mit Patta. Das Betrachten einer lästigen, umfangreichen Mappe welche unnötigerweise auf dem Schreibtisch von Brunetti gelandet ist.

    Und schlussendlich ein Gespräch mit einer etwas verstörten Mutter, der Professoressa Crosera welche sich Sorgen um ihren Sohn macht.

    Erst wie nun ein Überfall auf den Mann der Bekannten von Paola, erfolgt und dieser in bedenklichem Zustand ins Spital eingeliefert wird, wird die Sache ernst.

    Obwohl bis dahin kein konkreter Verdacht vorhanden war, (zwar hatte die Spezialeinheit in Treviso ihre Ermittlungen aufgenommen), folgert der Commissario

    Zitat

    Auf dem Weg zur Questura plante Brunetti das weitere Vorgehen. Als Erstes galt es den Dealer aufzuspüren, der Sandro Gasparini und anderen Schülern des Albertini Drogen verkauf‌te. Im Augenblick war dies der Hauptverdächtige für den Überfall.

    was mich sehr erstaunt- woher kommt dieser plötzliche Geistesblitz - (nur weil Professoressa Crosera ganz vage Andeutungen macht) ich als Leser hätte gerne dass die logische Handlung gewährleistet wird.


    1. Die Ermittlungen der Spezialeinheit waren erfolgreich und der Nachweis vom verkaufen der Drogen an der Schule erwiesen.

    2. Der Commissario wird darüber informiert.


    Brunetti ermittelt weiter und weiter, stößt auf mehrere Ungereimtheiten, entdeckt Widersprüchliches, wird mit unschönen Sachen konfrontiert und findet sich damit ab.



    Fazit

    Zwar lässt die Autorin durchblicken dass ihre Protagonisten älter werden, ein Patta der sanftmütiger erscheint, sehr ungewohnt. Jedoch mir scheint kann sie sich nicht richtig entscheiden in welche Richtung die Erzählungen welche sicher folgen werden, gehen sollen.

    Als Leser weiss man dass ihre Krimis sehr gemächlich sind, sie gerne das italienische Staatssystem im Allgemeinen anprangert, und ihre Arbeit als Umweltaktivistin einfliessen lässt.

    Dennoch beim lesen wurde ich das Gefühl nicht los, sie wäre müde geworden, denn mich konnte die Geschichte nicht wirklich überzeugen.

    Ob ich einen weiteren Band lesen werde, ich weiss es nicht, könnte passieren wenn die Neugierde obsiegt.

  • Danke, serjena . Du bestärkst mich darin, wieder einmal durchzuhalten bis Kockisch und Rothemund den Brunetti übernehmen. Die Wartezeit versüße ich mir dann mit dem hier.

    Bücher sind auch Lebensmittel (Martin Walser)


    Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen. (Cicero)



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