June Perry - Du bist längst mittendrin

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White Maze: Du bist längst mittendrin

4.5|2)

Verlag: Arena

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 376

ISBN: 9783401603728

Termin: Juli 2018

  • White Maze (Du bist längst mittendrin) - June Perry


    Arena Verlag

    376 Seiten

    Jugendbuch-Dystopie

    Einzelband

    13. Juli 2018


    Inhalt:


    Mit einem Schlag endet Vivians sorgenfreies Leben: Ihre Mutter Sofia wurde ermordet! Die erfolgreiche Game-Entwicklerin stand kurz vor dem Release eines bahnbrechenden Computerspiels. „White Maze“ wird mit neuartigen Lucent-Kontaktlinsen gespielt - dank ihnen erleben die Spieler virtuelle Game-Welten mit allen Sinnen. Aber warum zerstörte Vivians Mutter kurz vor ihrem Tod die Prototypen der Linsen?


    Zusammen mit dem schulbekannten Hacker Tom will Viv den Mord an Sofia aufklären. Dazu muss Viv selbst Lucent-Linsen einsetzen und tief in die virtuelle Welt eintauchen. Doch dort ist es für den Mörder ein Leichtes, die falsche Realität nach seinen Spielregeln zu manipulieren.

    Kann Vivian ihren eigenen Gefühlen vertrauen, wenn alles, was sie sieht, hört, riecht und schmeckt, bloße Lüge ist?


    Meinung:


    Stell dir vor, du lebst in einer mehr oder weniger tristen, grauen Welt.

    In einer Welt, in der die Realität vernachlässigt wird.

    Weil die andere, die virtuelle Realität, die man sich dazu laden kann so viel besser ist.

    Weil in der anderen Welt Einhörner existieren können.

    Einfach so, mit einem Fingerschnippen.

    Weil man dort das beste Sushi überhaupt essen kann, ohne eine weite Reise dafür anzutreten.

    Weil man in der anderen Welt Zwergen nachjagen, Feen sehen und Quests lösen kann.

    Weil die andere Realität wie ein riesengroßes Interface ist, das man immer bei sich trägt. Auf den Augen. Als Kontaktlinsen.

    Stellt es euch als Filter mit Zusatzelementen vor, den man über die Realität legen kann.

    Wer würde dann noch zurückschalten wollen?


    Die Idee der Autorin ist nicht neu. Zumindest nicht der Grundgedanke Kontaktlinsen als Zugang zu virtuellen Realitäten zu nutzen. Ich meine, selbst bei uns existiert ja schon die VR- Brille. Der Schritt zu den kleineren, praktischeren Linsen hin ist da kein großer.

    Und doch hat die Autorin hier eine bombastische Geschichte daraus gesponnen. Eine Geschichte voller Farben, magischen Momenten und ja - einem, zumindest für mich - offenem Ende.

    Ich bin mir nicht sicher, ob es einen zweiten Teil geben wird. Möglich wäre es.

    Aber auch wünschenswert? Gute Frage. Ich kann sie nicht beantworten und auch nicht erklären warum - dafür müsste ich spoilern.


    Vivian Tallert lebt in einer Welt, in der es normal geworden ist, Linsen mit augumented Reality Zugang zu tragen.

    Emails, Kontakte, Spiele - fast alles läuft nur noch über die speziellen Linsen ab, die mit ihren Goldäderchen Unmengen von Daten transportieren und über die Netzhaut ans Gehirn senden.

    Mit ihren beiden besten Freundinnen Sara und Kelly besteht ihre Realität überwiegend aus Schule, Shoppen und WoD - Wisdom of Dwarfs, ein Spiel, das man in der AR (augumented reality) spielt und in dem man Quests löst und Erfahrungspunkte sammeln kann. Ein Spiel, das ihre Mutter entwickelt hat.

    Denn sie ist die beste Game-Designerin der Mainhead-Company.

    Bis zu ihrem Tod zumindest, der Vivans bisheriges Leben komplett aus der Bahn wirft. Denn jetzt ist es an ihr den Release von White Maze, zusammen mit den Lucent Linsen - dem neusten Clou von Sofia Tallert - zu stoppen.

    Doch wie soll sie das anstellen? Sie, das Mode-Trend-Püppchen, das von den nerdigen Dingen eigentlich kaum Ahnung hat und schon beim kleinsten Hauch von echter Realität ausflippen wollen würde?

    Die Lösung des Ganzen - die Geschichte, die die Autorin darum aufgebaut hat, hat mich umgehauen!


    Alleine schon der Schreibstil. June Perry schreibt jugendlich, frisch.

    Sie vermischt philosophische Fragen mit der Realität, mit einer Lockerheit und dem manchmal abgehackten Stil, den ich so liebe. Weil oftmals unvollständige Sätze länger nachwirken als das große, ausladende Wordbuilding.

    Der Schreibstil passt zur Geschichte. Immer in Entwicklung.

    Man steckt, wie der Titel schon sagt, mittendrin. Wird mitgerissen. Eingefangen.

    Abwechselnd erlebt man die Sichtweisen von Vivian, Tom, Sofia und noch einigen mehr aus der Ich- bzw. aus der erzählenden Perspektive. Ab und zu wollte ich selbst Teil der Story werden, nur um das nachzufühlen, was die Protagonisten gerade erleben.

    Und dann wiederum ist genau das geschehen. Es ist schwer zu beschreiben, was White Maze mit mir gemacht hat.

    Noch schwerer zu erklären, warum diese Story so gut ist. Aber ich versuch es mal.


    Obwohl Vivian anfangs ein wenig abgehoben und snobbig rüber kommt, mochte ich das 16 jährige Mädel sofort.

    Sie hat mir mit ihren „banalen“ Träumen, Wünschen und Schwärmereien, ein bisschen Jugendzeit geschenkt.

    Und im Laufe der Geschichte verändert sie sich insofern, dass man es als Leser miterlebt.

    Man wächst mit ihr. Wird stärker. Innerlich und äußerlich. Mutiger.

    Man entdeckt Geheimnisse und lässt sich von Weisheiten die Schönheit der eigentlichen Welt zeigen.

    Es gibt auch eine kleine Liebesgeschichte. Sie ist echt und schleichend.

    Ich konnte die Gefühle, die Entwicklung, die Entstehungsgeschichte absolut nachvollziehen.

    Und ich war selbst ein wenig verliebt. In Sachen Authentizität hat die Autorin also voll gepunktet.


    Ein weiterer Charakter, der eine große Rolle spielt, ist Tom. Der Outlaw und Schulhacker.

    Der Einzige, der Vivian jetzt noch aus der Patsche helfen kann.

    Der Einzige, der ihr helfen kann, den Laptop ihrer Mutter zu hacken.

    Der Einzige, der zur Aufklärung des Fehlers in White Maze etwas beitragen kann.

    Der Einzige, dem Vivian noch vertrauen kann. Oder?


    Was kann man tun, wenn man nicht mehr weiß, was real ist und was nicht?

    Was tun, wenn Körper und Geist mit falschen Informationen gefüttert werden?

    Wenn ein „Fehler in der Matrix“ dir vorgaukeln kann, dass du stirbst - und du stirbst? Was wäre wenn...?


    Zitat

    „Das Schwarz in dem Durchgang kommt mir vor wie das Ende der Welt.

    Wenn ich es betrete - dann verschluckt es mich.

    Meinen Körper, diesen Verräter, der mich Emotionen fühlen lässt, die mich belügen. Verliere dich nicht, Vivian!“

    (Seite 366)


    Fazit:


    Mit White Maze hat die Autorin eine extrem spannende, faszinierende und gleichzeitig verwirrende Geschichte kreiiert, die die grauen Zellen fordert. Die die Realität verschwimmen lässt.

    Die einen mit allen Sinnen betört und benebelt. Vor allem das Ende - chaotisch und mitreißend.

    Ist das alles wahr? Oder hat mich die erfundene Welt geblendet?


    White Maze erzählt von einem Mädchen, das sich selbst unter den schwersten Bedingungen fand, sich verliert und wieder findet. Ein Jugendbuch mit dystopischen Elementen, das in magisch erscheinende Welten entführt und alles pulverisiert woran man bis dahin geglaubt hat.


    Bewertung:


    ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (5/5)

  • Genau so liebe ich das: Tempo, Gefahr und Spannung in eins!


    Klappentext

    „Mit einem Schlag endet Vivians sorgenfreies Leben: Ihre Mutter Sofia wurde ermordet! Die erfolgreiche Game-Entwicklerin stand kurz vor dem Release eines bahnbrechenden Computerspiels. „White Maze“ wird mit neuartigen Lucent-Kontaktlinsen gespielt – dank ihnen erleben die Spieler virtuelle Game-Welten mit allen Sinnen. Aber warum zerstörte Vivians Mutter kurz vor ihrem Tod die Prototypen der Linsen? Zusammen mit dem schulbekannten Hacker Tom will Viv den Mord an Sofia aufklären. Dazu muss Viv selbst Lucent-Linsen einsetzen und tief in die virtuelle Welt eintauchen. Doch dort ist es für den Mörder ein Leichtes, die falsche Realität nach seinen Spielregeln zu manipulieren. Kann Vivian ihren eigenen Gefühlen vertrauen, wenn alles, was sie sieht, hört, riecht und schmeckt, bloße Lüge ist?“


    Gestaltung

    Die Aufmachung des Buches finde ich atemberaubend schön! Durch den milchig weißen, leicht transparenten Schutzumschlag, auf den ein goldenes Muster aufgeprägt ist, ist der Buchdeckel nicht sofort mit seinen intensiven Farben zu sehen. Dies könnte auch schon eine Andeutung auf den Buchinhalt – die Lucent-Linsen durch die man in eine Gamewelt eintaucht – sein, was ich sehr cool finde. Besonders gefällt mir das goldene Herz, das aussieht wie Schaltkreise einer Festplatte, denn dies passt auch hervorragend zum Inhalt.


    Meine Meinung

    Als mir zum ersten Mal von diesem Buch berichtet wurde, war ich schon unfassbar neugierig und hatte sehr hohe Erwartungen, da der Inhalt nach einem Buch klang, das genau meinem Geschmack entspricht. Tatsächlich hat das Buch meine Erwartungen dann auch genau getroffen und mich total begeistert! „White Maze“ ist eine Art Dystopie mit Thrillerelementen, was ich total spannend und fesselnd fand, denn in dem Buch geht es um Vivian, deren Mutter ermordet wurde. In ihrer Welt gibt es – dank Vivians Mutter – besondere Kontaktlinsen, durch die man in Virtual-Reality-Games eintauchen kann. Durch diese Linsen erleben Spieler in der falschen Realität das Game mit all ihren Sinnen und genau in dieser Welt versucht Vivian, dem Mörder ihrer Mutter auf die Schliche zu kommen…


    Ich kann versprechen: die Handlung ist absolut spannend, von der ersten bis zur letzten Seite! Die Geschichte beginnt zunächst etwas ruhig, die Charaktere und die Welt wird eingeführt und dann auf einmal zieht das Tempo der Handlung immer mehr an. Ich fieberte mit Vivian mit und blätterte Seite um Seite um, um zu erfahren, wie es weitergehen mag. Die Handlung entwickelt diesbezüglich eine ziemliche Anziehungskraft, derer ich mich nicht entziehen konnte, sodass ich „White Maze“ kaum aus den Händen gelegt habe.


    Sehr schön fand ich auch die Kapitellängen, denn diese sind eher kurz, wodurch das temporeiche Gefühl noch verstärkt wird und man beim Lesen auch schnell vorankommt. Auch den Schreibstil der Autorin June Perry alias Marion Meister hat mir sehr zugesagt, da ich mich gut in die Figuren hineinversetzen konnte und mir auch all die technischen Neuerungen gut vorstellen konnte. Das Buch wird dabei hauptsächlich aus der Perspektive von Vivian erzählt, doch es gibt auch immer wieder Wechsel in der Erzählperspektive. So bekommen auch Hacker Tom, dessen Freund oder auch der Antagonist kleinere Erzählparts, wobei sich diese Wechsel super durch die Erzählform auseinanderhalten ließen, denn die anderen Charaktere erzählten in der dritten Person, während Vivian alles aus der Ich-Perspektive schilderte. Diese Wechsel fand ich sehr erfrischend und spannend, da ich so Einblicke in andere Figuren erhielt, was mir neue Erkenntnisse und interessante Informationen lieferte.


    Das Setting des Buches konnte mich auch von sich überzeugen. „White Maze“ spielt zu einem unbestimmten Zeitpunkt in der Zukunft, wodurch es einige technische Neuerungen gibt, die ich faszinierend fand. Vor allem die von Vivians Mutter erfundenen Lucent-Kontaktlinsen und das Spiel „White Maze“ fand ich cool, da man durch die Linsen das Spiel mit allen Sinnen wahrnehmen kann und so Realität und Spiel verschwimmen. Der Antagonist des Buches hat das Spiel jedoch beeinflusst, wodurch es unheimlich gefährlich wird…diese Gefahr macht die Handlung nochmals um einiges spannender! Die Frage „Was ist real und was nicht?“ beschäftigt die Protagonistin und den Leser gleichermaßen und so wird „White Maze“ zu einem Buch, das mir beim Lesen eine Gänsehaut beschert hat!


    Fazit

    „White Maze – Du bist längst mittendrin“ hat nicht nur eine temporeiche Handlung, die fesselnd und anziehend zugleich ist. Auch der Rest stimmt bei diesem Buch einfach! Spannende Perspektivwechsel, die Einblicke in viele Figuren – auch den Bösewicht! – geben, gefährliche Situationen, Geheimnisse und einige Gänsehautmomente sorgen bei dieser Dystopie mit Thrillerelementen für großen Lesespaß und eine Sogwirkung, derer man sich nur schwer entziehen kann!

    5 von 5 Sternen!


    Reihen-Infos

    Einzelband

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