Paul Tremblay - Ein Exorzismus / A head Full of ghosts

Affiliate-Link

A Head Full of Ghosts - Ein Exorzismus

4.2|3)

Verlag: Festa Verlag

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 400

ISBN: 9783865526595

Termin: Juni 2018

  • A head full of ghosts (Ein Exorzismus) - Paul Tremblay


    Festa Verlag

    400 Seiten

    Psychothriller

    Einzelband

    26. Juni 2018


    Inhalt:


    Ein Meisterwerk des psychologischen Schreckens.


    A Head Full of Ghosts schildert auf mehreren Zeit- und Personenebenen die Erlebnisse der 14-jährigen Marjorie. Als sie Anzeichen einer Geisteskrankheit zeigt, gipfelt die Hilflosigkeit ihrer Familie und der Ärzte in einem Exorzismus, der als Show live im TV ausgeschlachtet wird.

    Jahre später gibt Merry, die jüngere Schwester von Marjorie, ein Interview und spricht über die tragischen und unheimlichen Geschehnisse, die seither zur urbanen Legende wurden.


    Stephen King: 'A Head Full of Ghosts hat mir höllisch Angst gemacht, und so leicht erschreckt man mich nicht.'


    Stewart O'Nan: 'Verstand verwirrend unheimlich, krank und traurig.'

    (Quelle: Amazon)


    Meinung:


    Als ich zum ersten Mal von diesem Buch gehört hatte, stand für mich direkt fest, dass ich es haben muss! Normalerweise schaue ich mir Exorzismus nur im TV an - als Film oder sonstiges - und ich war absolut gespannt das mal in Buchform zu erleben. Zumal ich schon ewig und drei Tage auf der Suche bin nach einem Buch, das mich auch im Horror/Psychobereich packt und nicht mehr los lässt. Ich kann jetzt schon sagen: Dieses war es nicht.


    „A head full of ghosts“ wird aus drei?! Perspektiven erzählt. Zum Einen in der Ich-Form aus Sicht der 24 jährigen Merry Barrett.

    Dann aus der Ich Perspektive der 8 jährigen Merry (was den größten Teil der Story ausmacht), die die Wandlung ihrer Schwester Marjorie „live“ miterlebt hat und zu guter Letzt werden immer mal wieder Blogeinträge eingestreut, die sich auf Fernsehserie beziehen, die über die Barrett Familie gedreht wurde.

    Hat mir die 24-jährige Merry anfangs noch gefallen, so kam sie mir im Laufe des Interviews, das sie später führt, immer wieder etwas kindlich vor. Versteht mich nicht falsch, die zwei Perspektiven wurden gut auseinander gehalten. Aber wenn man den direkten Vergleich zieht, der sich hier dem Leser natürlich fast aufdrängt, merkt man halt, dass die erwachsene Merry einige Wesenszüge der kindischen Merry mit übernommen hat.


    Grundlegend möchte ich eigentlich nicht viel zu der Geschichte sagen.

    Es brauchte seine Zeit bis ich mich mit dem Erzählstil der 8-jährigen Merry angefreundet hatte. Ungefähr ab der Hälfte des Buches konnte ich ihre Gedankengänge - fantasievoll und kindgerecht - dann einigermaßen nachvollziehen, was jedoch - mal abgesehen von der Handlung selbst - schon einiges an Schwung und Spannung aus der Sache rausgenommen hat.

    Der Stil des Autors liest sich in den normalen Abschnitten flüssig, aber die Blogeinträge... oh, diese Einträge waren echt wirr und chaotisch und viel zu hochgestochen. Auch wenn sie zur Geschichte und zum Hintergrund gehören hätte ich sie am liebsten ausgelassen. Natürlich darf man in einem Blog seine Gedanken einfließen lassen. Aber dann doch bitte etwas geordneter und mit weniger Nebenbemerkungen.


    So viel zum Stil.

    Auch wenn die Geschichte fast komplett aus Merrys Sicht erzählt wird, so stellt es sich doch dar, als wäre Marjorie die Hauptfigur. Wobei mein Empfinden diesbezüglich auch etwas sprunghaft war.

    Für einen supergruseligen Psychothriller fehlte mir jedoch viel... viel Atmosphäre.

    Es wirkte auf mich eher als lese ich eine Biografie.

    Oder eine historische Nacherzählung mit Randfakten.

    Weder die Charaktere, noch die Handlung brachten das so richtig düster rüber.

    Das ganze Buch wirkt nur so dahin erzählt, ohne den Leser wirklich zu erreichen. Es gab ein paar Stellen, bei denen ich dachte: „Wow. Ein bisschen eklig, ein wenig mehr ausschmücken und ich hätte vielleicht Gänsehaut bekommen.“

    Wunschdenken, denn da kam der Autor dann nicht ran.


    Die Idee allerdings, die reale Geschichte mit der Serienproduktion und den Erinnerungen zu vergleichen, die fand ich schon ganz gut. Es hat eigentlich alles, was es brauchte, um ein guter Psychothriller zu werden. Nur bei der Umsetzung hat es etwas gehapert. Die Vorstellung, die der Leser von der durchgeknallten Marjorie bekommt, die auch einige lichte Momente hat, war fast das einzig Gute an der Story. Eingefleischte Horrorfans bekommen Dreck, Blut und Chaos.

    Ein wenig Verwirrung zum Ende hin ist auch dabei. Allerdings lies mich das Buch mit mehr Fragen zurück, als ich Antworten bekam. Und leider war es auch, für mich zumindest, überhaupt nicht spannend. Einzig die Frage nach dem Ende lies mich jeden Satz einzeln lesen und nicht überspringen.


    Fazit:


    Mit „A head full of ghosts“ stieß der Autor bei mir leider sprichwörtlich auf taube Ohren. Die Exorzismus Idee ist fast schon wieder ausgelutscht, es konnte kaum Spannung aufgebaut werden und auch die Charaktere konnten mich nicht erreichen bzw fesseln.

    Die Geschichte von Marjorie und Merry ist... hm... tja, auf jeden Fall für mich kein Psychothriller. Empfehlen würde ich es all jenen, die sich dennoch gern mit Horror beschäftigen, da auch einige bekannte Filme/Bücher/Autoren z. Bsp in den Blogeinträgen Verwendung finden.


    Trotz der großen Kritik empfand ich das Lesen nicht als unangenehm und konnte mich nicht von den Gedanken/Fragen lösen, die die Geschichte im Laufe der Handlung aufwarf.


    Bewertung:


    ⭐️⭐️⭐️ (3/5)

Anzeige