Riley Sager - The Last Time I Lied

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Last Time I Lied

4.5|1)

Verlag: Ebury Press (Fiction)

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 368

ISBN: 9781785038402

Termin: Juli 2018

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  • Wie man im Prolog erfährt, verschwanden an einem Morgen vor 15 Jahren im Campinglager Nightingale Emma Davis´ drei Freundinnen Vivian, Allison und Natalie spurlos. In der Gegenwart verarbeitet die nun 28-jährige Emma, nach einem Kunststudium, diesen Verlust immer noch und immer wieder in ihren Gemälden. Allerdings ist das außer ihrem Freund, der ihr Geheimnis kennt, niemandem bewusst, da sie die Figuren der Mädchen jedes Mal unter dicken grünen und blauen Farbschichten, die den Wald und den See symbolisieren, verschwinden lässt. Auf ihrer ersten großen Vernissage trifft sie überraschend auf die damalige Verantwortliche Camp-Leiterin, die schwerreiche Erbin Franny. Sie ist inzwischen eine Mittsiebzigerin und will Emma ein Angebot machen.


    Franny will das Camp nun nach 15 Jahren wieder aufmachen. Es war schon immer für die Töchter der Reichen und Bekannten. Jetzt soll es kostenfrei sein und Emma soll den Mädchen das Malen beibringen. Sie ist von dem Angebot perplex, denn nach all den Jahren lässt sie das Verschwinden und die folgenden Ereignisse noch immer nicht los. Aber vielleicht könnte sie ein Aufenthalt weiterbringen, denn sie steckt auch künstlerisch fest. Sie lässt sich auf diese sechs Wochen Aufenthalt ein, denn sie will nach Spuren und Hinweisen suchen. Emma fühlt sich immer noch schuldig, da sie nachts das Fehlen der Freundinnen bemerkte und sich dann aber wieder schlafen gelegt hat.


    Halb freiwillig, halb unabsichtlich landet sie in derselben Hütte wie damals, zusammen mit drei jugendlichen Mädchen. Erste verschüttete Erinnerungen werden wach. Emma findet ein geheimnisvolles verstecktes Foto einer Frau und eine Skizze des Camps, beides muss noch von Vivian sein...


    Man kommt sehr schnell in die flüssig erzählte Geschichte rein. Sie wechselt immer wieder zwischen der Gegenwart und Rückblicken auf den ersten Aufenthalt vor 15 Jahren. Es gelingt der Autorin eine leicht schaurige Atmosphäre zu schaffen, auch durch die Legenden um den See Lake Midnight und seine Entstehung. Man folgt der Protagonistin Emma gespannt von Lösung zu Lösung und neuem Rätsel zu neuem Rätsel. Das Thema Lüge zieht sich überzeugend durchs ganze Buch. Man rätselt mit und kommt zu manch falscher Verdächtigung, das hat die Autorin gut entwickelt.


    Emma und viele der Nebenfiguren sind sehr sympathisch und nachvollziehbar. Emmas Probleme werden sehr begreiflich und eingängig beschrieben. Zur Mitte hat es dem Buch ein wenig an Spannung gefehlt, was das letzte Drittel völlig wett macht. Die Erzählung steigert sich sehr spannend zum Ende hin und birgt einige Überraschungen. Zum Schluss wird alles aufgelöst und man bleibt zufrieden mit diesem tollen Thriller zurück.


    4,5 von 5 Punkten

  • Verlagstext

    Emma Davis ist Künstlerin und steht am Beginn einer großen Karriere. Niemand ahnt, dass sie in ihren Bildern eine traumatische Erinnerung verarbeitet. Vor 15 Jahren hat sie im Sommercamp in den Wäldern am Lake Midnight etwas Furchtbares erlebt: Ihre drei Freundinnen verschwanden eines Nachts, man fand keinerlei Spuren. Jetzt kehrt Emma zurück an den schwarzen See. So schön die Umgebung, so beklemmend ist die Atmosphäre im Camp. Und dann scheint sich die Geschichte zu wiederholen: Erneut verschwinden drei Mädchen. Doch Emma ist fest entschlossen, sie zu finden − und endlich herauszubekommen, was damals geschah.


    Der Autor

    Riley Sager ist das Pseudonym des 1974 in Pennsylvania geborenen Journalisten, Grafikers und früheren Autors von Mystery-Romanen Todd Ritter. Der Sohn einer Bankangestellten und eines Tierpräparators wuchs in ländlicher Idylle auf. Alfred Hitchcock und Walt Disney bezeichnet er als seine wichtigsten kulturellen Einflüsse.


    Inhalt

    Emma Davis ist Malerin und malt seit Wochen nur ein Thema, ihre Waldserie von drei Mädchen. Die Figuren verbirgt sie in den Bildern, als wollte sie sie schützen und so am Leben erhalten. Nathalie, Vivian und Allison verbrachten vor 15 Jahren gemeinsam mit Emma ihre Ferien im feudalen Camp Nightingale für Töchter einflussreicher Familien aus Manhattan. Eines Morgens wachte Emma allein in ihrer Hütte auf; die drei anderen Mädchen waren verschwunden und wurden nie gefunden. Emma hat damals jemanden beschuldigt, der Täter zu sein, und ihre Aussage nie zurückgenommen.



    In diesem Sommer nun soll Emma im Camp als Mitarbeiterin einen Kunstkurs anbieten. Nach 15 Jahren Leerstand will Franny Harrris-White das Sommercamp wieder zum Leben erwecken und vermutlich auch den angeknacksten Rufs einer Einrichtung verbessern, in der damals drei Jugendliche spurlos verschwanden. Das Ferienlager für 75 Teilnehmer liegt idyllisch auf dem Privatgrundstück der Harris-Whites. Frannys Urgroßvater hatte nach dem Landkauf kritisiert, dass Gott auf seinem Grund und Boden keinen See geschaffen hätte und spielte selbst Gott, indem er ein Tal und ein ganzes Dorf fluten ließ. Bis heute hat sich die Legende gehalten, dass unter dem See nicht nur das Dorf, sondern auch seine Bewohner begraben liegen.


    Auch ohne das Raunen darüber, dass man beim Schwimmen vielleicht über Tote gleitet, kann ich mir das Camp aus der Sicht verwöhnter Stadtkinder sehr unheimlich vorstellen. Einfache Hütten ohne Strom, nachts mit der Taschenlampe durch den Wald zum Klo marschieren, Mücken, Giftsumach und was die Natur sonst noch an Gemeinheiten bereithält … Was hat sich Franny nur dabei gedacht, ausgerechnet Emma als Mitarbeiterin einzustellen und ihr auch noch die Hütte zuzuweisen, die Emma damals mit den vermissten Mädchen teilte?


    Emma wirkte auf mich nicht gerade als zuverlässige Chronistin. Auch wenn die Rückblenden im Buch exakt gekennzeichnet sind, hatte ich den Eindruck, dass Emma zwischen Alpträumen und Realität und zwischen Gegenwart und Vergangenheit nicht immer unterscheidet. Wie damals spielt sie auch in der Gegenwart mit ihren jugendlichen Mitbewohnerinnen „2 Wahrheiten + 1 Lüge“, das in Emmas Jugend im Camp ausufernd gespielt wurde. Die Frage nach Wahrheit und Lüge war für mich eine weiteres Stilmittel, mit dem Riley Sager seinen Lesern eine Gänsehaut verschafft. Nachdem Emma durch Vivians Tagebuch auf eine konkrete Spur gelenkt wurde, eskalieren die Dinge im Camp, als wieder drei Teilnehmerinnen verschwinden – Emmas drei Mitbewohnerinnen.


    Fazit

    Du musst wie im Märchen die Brotkrumen immer eine Spur auslegen, damit du deinen Weg zurückfindest, hatte Vivian damals Emma eingeschärft. Genau das tut hier der Autor, indem er zahleiche Spuren auslegt, warum vor 15 Jahren drei Jugendliche am Lake Midnight verschwanden. Wer oder was war Auslöser dafür - das Gelände und seine Vergangenheit, ein bestimmter Täter oder könnte die Ursache in Emmas schwieriger Persönlichkeit liegen? Die unheimliche Atmosphäre im sehr gut getroffenen Lageralltag und die raffinierte Verschachtelung zahlreicher Spuren haben mich konstant an das Buch gefesselt, auch wenn ich nicht gerade Thriller-Elemente darin entdecken konnte.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    1. (Ø)

      Verlag: dtv Verlagsgesellschaft


    :study: - Auchincloss - East Side Story


    Reihen neu/ergänzen

    01. Buchtitel dt. (Jahr)--ISBN

    02. Buchtitel dt. (Jahr), Buchtitel engl.--ISBN

    1-3 (Jahr) (Sammelband)--ISBN

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