Mit Illustrationen von Ina Seeberg
INHALT :
Schelmenstücke
auf türkische Art
Tapferer
Alltagsheld, Schlitzohr und Querdenker – um Nasreddin Hodscha
ranken sich zahllose Anekdoten und Geschichten, die über
Jahrhunderte hinweg mündlich weitergegeben wurden und nicht nur in
der Türkei bei Kindern und Erwachsenen beliebt sind. Pointenreich
berichten sie von Nasreddins Kampf mit den Problemen des Alltags in
einer Welt, in der er sich mit Schlagfertigkeit, Witz und Schläue
behauptet.
In einfacher Sprache erzählt Celal Özcan die bekanntesten und beliebtesten Nasreddin-Hodscha-Geschichten. Sie enthalten die Quintessenz eines subversiven Humors, der in der Türkei nicht zuletzt im Genre der Karikatur und der literarischen Satire eine lange Tradition hat. (Quelle: amaz.de)
BEMERKUNGEN :
Gleich vorweg : ich las eine Sammlung von Geschichten rund um Nasreddin auf Französisch, doch wenn ich die eingestellt hätte, würden viele garnicht erst hier reinschauen. Bei der Gestalt des Nasreddin Hodscha handelt es sich um den
«prominentesten Protagonisten humoristischer prosaischer Geschichten im gesamten türkisch-islamisch beeinflussten Raum vom Balkan bis zu den Turkvölkern Zentralasiens. Seine historische Existenz ist nicht gesichert; es wird angenommen, dass er im 13./14. Jahrhundert in Akşehir im südwestlichen Anatolien gelebt hat. Die ersten Anekdoten über Nasreddin Hoca in türkischsprachigen Quellen befinden sich in der Saltuḳ-nāme von Ebülhayri Rumi (gest. 1480) und in Letāʾif von Lamiî Çelebi (gest. 1531). Vor der weiten Verbreitung gedruckter Bücher erfolgte die Überlieferung vor allem mündlich, eine Tradition, die sich unter anderem in der Türkei bis heute erhalten hat. Hier finden regelmäßig Hoca-Nasreddin-Festivals statt, in denen seine Witze inszeniert werden. Die meisten Bücher mit Witzen von Hoca Nasreddin sind in der Türkei erschienen, doch gibt es auch dort nur wenige umfangreiche Sammlungen. Manchmal spielt Nasreddin in seinen Witzen die Rolle eines schlauen, manchmal die eines dummen Menschen. Bedingt durch die weite geographische Verbreitung und die lange zeitliche Überlieferung wurden Nasreddin immer wieder neue Geschichten zugeschrieben. So konnte es nicht ausbleiben, dass die ihm zugeschriebenen Witze eine bunte Mischung aus Volksweisheit, Schlauheit, aber auch derben oder anzüglichen Inhalten sind. Einige seiner Witze wurden in Derwischkreisen allegorisch gedeutet, wie eine frühe Handschrift zeigt. Ihm wurden allerlei witzige, humorvolle oder schwankhafte Erzählungen nachträglich zugeschrieben (wie beispielsweise die von Dschuha). In vielen Erzählungen spielt er einfach eine Witzfigur wie Klein Fritzchen, in anderen eine Art Till Eulenspiegel, wobei es durchaus Ähnlichkeiten in den Geschichten zu Eulenspiegel gibt (siehe beispielsweise Der Klang des Geldes, die vergleichbar bei Till Eulenspiegel oder in Grimms Märchen vorkommt). Von Italien bis Indien ist er in allen islamisch und christlich geprägten Regionen bekannt, und ihm werden vielerorts lokale Ereignisse zugeschrieben. Nasraddin oder Nostradin wird von den meisten Völkern der oben erwähnten Regionen für sich beansprucht, aber seine ethnische Zugehörigkeit bleibt weiterhin unbekannt. » (Quelle : Wikipedia)
Hier und da weiß man nicht so genau, ob sich hinter dem Witz etwas weitaus Ernsteres und Tieferes versteckt, oder hinter dem Weisen eben letztlich eine Eulenspiegelei. So oder so sind diese Geschichten reich und divers, berühren das Zusammenleben, das Gebet, das alltägliche Leben und Tun, die Arbeit etc... und spiegeln die Atmosphäre weiter Landstriche wieder, in denen meist in mündlicher Form derlei vorgetragen wurde und zur Erheiterung und « Erbauung » diente. Gelungen ! Und vielleicht für uns ein versöhnlicher(er) Umgang mit einer Weisheitsform, die aus der heutigen Türkei stammt !?
AUTOR :
Celal Özcan (* 1954 in der Türkei) ist ein deutsch-türkischer Journalist und Buchautor. Der in der Türkei aufgewachsene Özcan studierte in Deutschland Politikwissenschaft und Zeitungswissenschaft. Zu seinen Buchveröffentlichungen gehören mehrere türkische Sprachführer, aber auch mehrere Bändchen für die Reihe dtv zweisprachig: Türkce Okuma Kitabi - Erste türkische Lesestücke (2008), Türk Atasözleri - Türkische Sprichwörter (1996), Nasreddin Hoca'dan En Iyi Fikralar - Die besten Geschichten von Nasreddin Hodscha (2014). Für die Süddeutsche Zeitung schrieb er regelmäßig Kolumnen. Özcan war Journalist in München für die türkische Tageszeitung Hürriyet, seit 2014 lebt und arbeitet er als Chefredakteur der Europaausgabe von Hürriyet in Berlin.
Taschenbuch: 156 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (1. Mai 2014)
Sprache: Deutsch, Türkisch (dtv zweisprachig)
ISBN-10: 3423095210
ISBN-13: 978-3423095211




