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L.C. Frey - Todeszone: Tatort Malmö

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Todeszone: Tatort Malmö

4.4|4)

Verlag: Independently published

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 620

ISBN: 9781723750526

Termin: September 2018

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  • "Wenn Menschen Dinge erleben, mit denen sie nicht fertig werden, kann ihre Seele sich von ihrem Körper trennen." (Peter Levine)

    Am Morgen des 7. Novembers wird im Beijers Park/Malmö die Leiche der seit kurzem vermissten Marlis Olssen in einem Schlammloch entdeckt. Marlis wurde brutal mit mehreren Messerstichen gefoltert, ehe sie gezielt erstochen wurde. Nachdem die Ermittlungen des Teams um Agnes Helstrom nicht vorankommen, bittet Henrik Andersson die Kinderpsychologin Elsa Mattsson um ihre Hilfe. Elsa die schon bei vergangenen Ermittlungen sehr gute Dienste geleistet hatte. Doch dann findet man wenige Tage später im Problemviertel Rosengard, die entsorgte Leiche eines unbekannten Mädchens in einem Müllwagen. Auch sie weist dieselben Verletzungen auf wie schon bei Marlis, spätestens jetzt wissen die Ermittler, das sie es mit einem Serientäter zu tun haben. Als wenige Tage später auch noch die junge Lilly Ljungberg vermisst wird, vermuten sie das der Täter wieder zugeschlagen hat. Derweil eskaliert die Lage im Problemviertel Rosengard, nachdem ein Iraker von Agnes attackiert wurde, der sie zuvor beschimpft hatte. Auf der Suche, nach dem Tatort des unbekannten Mädchens, wird ein Polizist angegriffen und es kommt zu weiteren Ausschreitungen. Während Elsa und Henrik weiter nach Lilly suchen, beginnen Ereignisse aus ihrer eigenen Vergangenheit hochzukommen, die mit den Opfern Gemeinsamkeiten aufweisen.


    Meine Meinung:
    Die Thematik und die Kurzinfo haben mich anfänglich etwas straucheln lassen, ob dies ein Buch für mich ist, den bisher hatte ich wenig gute Erfahrungen mit skandinavischen Thrillern. Doch da muss erst ein Autor aus Leipzig kommen, der mich eines Besseren belehrt. Allerdings wusste ich ja schon von seinem Buch davor, das er gut schreiben kann. Schon das geheimnisvolle Cover mit dem toten Vogel hat mir sehr gut gefallen. Anhand von 5 Teilen mit vielen Unterkapiteln bekommt man Einsicht auf Opfer, Täter, Ermittler und den Ermittlungen. Sicher ist die Thematik, Kinderentführung, -mord und Missbrauch kein einfaches, bei mir jedoch konnte L. C. Frey das Kopfkino in Gang setzen. Der Schreibstil ist sehr gut mit einem kontinuierlichen Spannungsbogen, der gegen Ende hin noch weiter ansteigt. Der Schluss hat mich dann doch sehr erstaunt, da ich damit überhaupt nicht gerechnet hatte. Auch rund um die Asylpolitik und die Ausländerproblematik Schwedens nimmt der Autor Einfluss, was dem ganzen noch eine besondere Note gibt. Dass dieser Handlungsstreifen, dann auch noch mit der Geschichte verknüpft wird, erfasst man erst nach und nach. Die Charaktere waren alles gut dargestellt und hatten alle ihr ganz speziellen Eigenheiten, die das ganze noch etwas Besonderes hervorhebt. Das der Autor kein Freund von Happyends ist, wusste ich ja schon, trotzdem fand ich das Ende stimmig. Bei diesem Ende könnte ich mir durchaus vorstellen, das es irgendwann ein Folgeband geben könnte. Für mich eines meiner bisher besten Schweden Thriller, den ich nur empfehlen kann und der 5 von 5 Sterne bekommt. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::thumleft::applause:

  • Überzeugender Thriller


    Malmö, Schweden. Elsa Mattsson ist eine brillante Kinderpsychologin, welche die Polizei gelegentlich bei besonders schweren Fällen berät. Als eine verstümmelte Kinderleiche in einem noblen Malmöer Vorort gefunden wird, ist sie zunächst genauso ratlos wie die Ermittler der Soko.

    Die Lage eskaliert, als die Ermittlungen in das Problemviertel Rosengard deuten und dort in einem regelrechten Straßenkampf ausarten, während der Täter ungehindert weitermordet.

    Als ein weiteres Mädchen entführt wird, beginnt für Elsa und die Ermittler ein mörderischer Wettlauf gegen die Zeit, während die Psychologin erkennen muss, dass ein schreckliches Geheimnis aus ihrer Vergangenheit sie mit dem Killer verbindet. (Amazon.de)


    Die Gestaltung des Covers passt sehr gut zur Geschichte, auch die Feder-Optik des Titels gefällt mir.

    Die Passagen, die in dem Versteck der entführten Mädchen stattfinden, sind im Präsens geschrieben, was ein gelungener Kniff darstellt.


    Der Schreibstil ist flüssig und angenehm, trotz mehrerer Tipp- bzw. Rechtschreibfehler lässt sich das Buch wunderbar lesen. Der Wechsel zwischen Ermittler- und Opferperspektive ist interessant und hebt den Spannungsbogen.


    Die vorgestellten Personen vereinen sozusagen Gut und Böse, die einen sind sympathisch, die anderen eher nicht so. Hier kann ich aber nicht mehr verraten, da es sonst ein Spoiler wäre. :D Elsas Arbeit bei der Polizei und in der Uni ist detailliert beschrieben, auch erhält man Einblicke in den Alltag einer führenden Polizeikraft. Im Laufe des Buches erfährt man mehr und mehr über die Protagonisten, so macht es richtig Spaß weiterzulesen. Außerdem verwebt es aktuelle Themen wie z.B. das Flüchtlingsproblem und das zunehmende Mitteilungsbedürfnis via Internet.

    Mit Fortschreiten der Geschichte gibt es mehrere Wendungen bzw. Einblicke in das Leben der Charaktere, mit denen ich niemals gerechnet hätte. Auch die Auflösung ist sehr überraschend, wobei man dennoch seine Verdachtsmomente hat, die sich dann bewahrheiten (aber erst ziemlich am Schluss).


    Die Protagonisten handeln - bis auf ein paar naive Momente - überzeugend und nichts ist überzogen. Leider gibt es manchmal ein paar Längen, die man vielleicht besser gekürzt hätte, aber das nur am Rande. Ansonsten hat mir Todeszone sehr gefallen und ich kann es nur weiterempfehlen. 4,5 Sterne. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

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