Georges Simenon - Das blaue Zimmer / La chambre bleue

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Das blaue Zimmer

3.8|2)

Verlag: Diogenes

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 176

ISBN: 9783257241464

Termin: August 2013

  • Autor: Georges Simenon
    Titel: Das blaue Zimmer, aus dem Französischen von Angela Glas
    Originaltitel: La chambre bleue, erschien erstmals 1964
    Seiten: 176 in sieben Kapiteln
    Verlag: Diogenes
    ISBN: 9783257241464


    Der Autor: (der Verlagsseite entnommen)
    Georges Simenon, geboren 1903 in Liège/Belgien, begann nach abgebrochener Buchhändlerlehre als Lokalreporter. Nach einer Zeit in Paris als Privatsekretär eines Marquis wohnte er auf seinem Boot, mit dem er bis nach Lappland fuhr, Reiseberichte und erste ›Maigret‹-Romane verfassend. Schaffenswut und viele Ortswechsel bestimmten 30 Jahre lang sein Leben, bis er sich am Genfersee niederließ, wo er nach 75 ›Maigret‹-und über 120 ›Non-Maigret‹-Romanen, statt Romane zu schreiben, ausgreifende autobiographische Arbeiten diktierte. Er starb am 4. September 1989 in Lausanne.


    Inhalt und Meinung:
    Den Klappentext möchte ich hier gar nicht zitieren. Eigentlich lebt die Geschichte davon, dass man gar nicht weiss, was eigentlich passiert ist. Nur soviel: Tony Falcone trifft sich regelmässig mit seiner Geliebten Andrée. Beide sind verheiratet. Eines nachmittags, inmitten eines Schäferstündchens, sieht Tony aus dem Fenster und erblickt Andrées Ehemann auf das Hotel zulaufen, in dem sie sich aufhalten. Rasch packt er seinen Kram zusammen und flüchtet aus dem Hinterausgang.
    Schnitt. Irgendetwas ist wohl passiert, denn nun muss Tony dem Untersuchungsrichter, seinem Anwalt und einem Psychiater Fragen beantworten. Was war an dem Tag geschehen? Was wurde gesprochen? Wie kam es überhaupt zu der Beziehung? Wer wusste davon? Minutiös werden die letzten Wochen und Monate analysiert, und es zeigt sich, dass Worte anders aufgefasst werden können, dass die heimlichen Verabredungen auch Anderen in dem kleinen Dorf auffielen. Scheinbar routinierte Abläufe werden hinterfragt, ergeben plötzlich einen anderen Sinn. Tony merkt an den Rückfragen, Kommentaren und Blicken, dass Anwalt, Richter und Psychologe ihn jeweils anders betrachten oder verstehen – jeder von ihnen führt ein anderes Leben und hat sicherlich andere Moralvorstellungen. Ein Kriminalroman der etwas anderen Art, aber typisch Simenon mit viel Atmosphäre und psychologischer Komponente – und einigermassen spannend, wenn man nicht von Anfang an weiss, was denn nun passiert ist…


    Der Roman wurde übrigens 2014 von Mathieu Amalric verfilmt

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