Ian Porter - Whitechapel

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  • Inhalt (Quelle: Amazon)


    This story is set against the backcloth of the 1888 Whitechapel murders in which the question is posed whether, by focusing attention on the East End, the murders did more to accelerate social change than philanthropists and politicians. The novel asks whether the end can ever justify the most terrible of means. The story is woven around real-life characters and events, and voices are given to the strong, independent women of the slums.



    Meine Meinung:


    Im Jack the Ripper Museum in London ist mir dieses Buch ins Auge gefallen. Es handelt sich hierbei um einen Roman basierend auf den Jack the Ripper Morden und spielt daher im East End des Jahres 1888. Ian Porter hat eine Geschichte rund um diese Legende gewebt und ihr mit interessanten, teilweise fiktiven, teilweise realen Charakteren neues Leben eingehaucht.


    Wir lernen die 38jährige Sookey aus der Mittelschicht kennen, die als „Slummer“ (so etwas wie ein heutiger Streetworker) arbeitet und mittlerweile auch im East End lebt. Sie hat eine recht interessante Vergangenheit, die sehr langsam und behutsam im Buch aufgedeckt wird, denn es hat natürlich einen Grund, dass sie im East End lebt obwohl sie es eigentlich nicht müsste.


    Durch Zufall lernt Sookey den harschen Alexander Nash kennen, der im East End geboren und aufgewachsen ist. Er hält sich nur durch seine kriminellen Machenschaften über Wasser und hat sich einen Ruf erarbeitet, der ihm Respekt unter den anderen Bewohnern des Viertels verschafft.


    Zeitgleich geschehen die Whitechapel Morde und sowohl Sookey als auch Nashey werden aus unterschiedlichen Gründen in diese Sache verwickelt, denn Nashey beobachtet zufällig einen der Morde und beginnt daraufhin, den Ripper zu verfolgen um ihm eigenständig – ohne Polizei – das Handwerk zu legen, was sich jedoch als äußerst schwierig erweist. Kurze Zeit später wird ein weiteres Opfer des Rippers gefunden – eine gemeinsame Freundin von Sookey und Nashey.


    Der Autor verwebt Fakten und Fiktion sehr geschickt und präsentiert am Ende auch einen Mörder.
    Soweit ich weiß, wurde das Buch nicht auf Deutsch übersetzt. Das Englisch ist meiner Meinung nach etwas anspruchsvoller, insbesondere die wörtliche Rede ist in „Slang“ geschrieben, ich brauchte eine gewisse Zeit, um mich einzulesen. Hier ein Beispiel: „You’re an awkward sop ain’t yer?! I’ve never seen anyfin’ like it in all me life. Soppy as a box o’ lights you are gell!”
    Hinten im Buch befindet sich ein Glossar über Wörter, die heute nicht mehr verwendet werden. Außerdem gibt es auf Amazon eine Leseprobe.


    Ich fühlte mich tatsächlich zurückversetzt ins Londoner East End im Jahre 1888 und hatte das Gefühl, ich laufe neben Nashey und Sookey her und erlebe alles hautnah mit. Man merkt, dass der Autor sehr gut recherchiert hat und ich habe einiges gelernt, vor allem über Verhaltensweisen und das Miteinander zur damaligen Zeit. Obwohl es sich um einen Roman handelt, kann ich mir gut vorstellen, dass es sich so oder so ähnlich wirklich zugetragen hat. Ob man daran glaubt, dass der vom Autor vorgestellte Mörder (einer der bekannten Hauptverdächtigen) tatsächlich Jack the Ripper war oder nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Jedenfalls hat Ian Porter diese Möglichkeit plausibel ausgearbeitet.
    Ein Buch, das ich gerne gelesen habe, mit der einen oder anderen Schwierigkeit aufgrund der Sprache, aber einer sehr gut dargestellten Atmosphäre. Besonders empfehlenswert für Leser, die gerne auf Englisch lesen und sich für Jack the Ripper und die düstere Atmosphäre des East Ends im späten 19. Jahrhundert interessieren. Von mir gibt's :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

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