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Anne Sanders - Sommerhaus zum Glück

Sommerhaus zum Glück

4.1 von 5 Sternen bei 5 Bewertungen

Verlag: Blanvalet

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 448

ISBN: 9783734105500

Termin: Neuerscheinung Mai 2019

Klappentext / Inhaltsangabe: »Anne Sanders macht uns einfach Lust auf Urlaub.« Frau von Heute Wer träumt nicht von einem Haus in Cornwall? Elodie hatte bisher eigentlich andere Pläne – bis ihre Beziehung spektakulär scheitert und ihr Exfreund ihr statt ewiger Liebe Geld für einen Neuanfang bietet. Als sie auf das Inserat für ein hübsches kleines Bed&Breakfast in St. Ives stößt, räumt Elodie kurz entschlossen das Konto leer, kauft das Haus und reist nach Südengland. In dem kleinen Fischerdörfchen stürzt sie sich nicht nur in die Renovierung, sondern lernt auch die schüchterne Helen und die lebenslustige alte Dame Brandy kennen, mit denen sie bald eine tiefe Freundschaft verbindet. Gemeinsam erleben die drei Frauen einen unvergesslichen Sommer, nach dem nichts mehr so sein wird, wie es war – vor allem nicht in Elodies Herz …
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  • Inhalt:

    Elodie steht zum ersten Mal vor ihrem neuen Zuhause. Leider lässt es sie nicht herein. Obwohl sie wie wild versucht mit dem Schlüssel das Schloss zu öffnen, gibt es keinen Mucks von sich und bei dem gemütlichen englischen Regen hat sie zudem wenig Ambitionen es noch viel länger zu versuchen. Also quartiert sie sich zunächst einmal im nächsten Pub ein um sich am nächsten Tag das ganze Ausmaß ihrer überstürzten Flucht aus Deutschland anzuschauen.

    Sie kann die Stimme ihres Vaters schon hören, wie er sie für verrückt erklärt. Sie findet es inzwischen ja selbst unglaublich.

    Da steht sie nun in St. Ives, an der Südwestspitze Englands und hat ein altes B&B gekauft. Dazu noch ungesehen. Es hieß zwar 'handwerkliches Geschick von Vorteil', aber diese Bruchbude kann man wohl kaum als 'bezugsfertig' ansehen. Sämtliche Versuche den Verkäufer ans Telefon zu kriegen scheitern jedoch und so bleibt ihr nichts anderes übrig als diese kleine Aufgabe anzunehmen und mit ihr zu wachsen. Entweder das, oder sie kehrt mit eingezogenem Schwanz zurück nach Hause. Diese Blöße will sie sich vor ihrem Vater jedoch nicht geben und versucht das Beste an der ganzen Sache zu sehen: das Wetter in Cornwall ist - bis auf ihre Begrüßung - ein Traum, sie hat bereits erste Kontakte geknüpft und der Handwerker Chase ist ebenfalls ein Glücksgriff.


    Jeden Morgen trifft Elodie im Café 'Kennard's Kitchen' auf die stets gestresste Helen, ihres Zeichens Inhaberin des Cafés, und Brandy, eine alte Dame irgendwas um die 70, die mit Geistertouren ihren Lebensunterhalt verdient. Beide können es kaum glauben, dass sie das alte 'Peek-a-boo' gekauft hat - ungesehen!

    Natürlich sind Hellen und Brandy neugierig, warum Elodie nach St. Ives gekommen ist und so erzählt sie ihnen von ihrem Traumjob, ihrem charmanten Chef Per und seiner leider doch so schwangeren Ehefrau. Nach 2 Jahren hat Elodie eingesehen, dass sie Per nicht für sich allein haben kann und ist ausgewandert. Seine Anrufe ignoriert sie, was ihn nicht hindert sie ständig zu kontaktieren.

    Per weiß was er will - und das ist Elodie.


    In einer kleinen Seitenstraße hat ein Pop-Up-Store eröffnet - ein Kaffee to go-Laden, der Helen durchaus Konkurrenz machen könnte, denn ihr Kaffee schmeckt grauenhaft. Wenn die Engländer eins können, dann Tee. Vom Kaffee sollten sie, Elodies Meinung nach, die Finger lassen. Der neue Laden soll ihrem Kaffeehunger nun endlich Nahrung bieten, wäre da nicht dieser unfassbar unfreundliche Inhaber. Schon vom ersten Treffen an ist er unfreundlich, abweisend und maßlos arrogant. Dabei hat Elodie ihm gar nichts getan, oder?

    Trotzdem kommt sie stur jeden Morgen in den Shop, kauft einen Kaffee und geht wieder. Man muss halt Opfer bringen.

    Als das kleine B&B endlich soweit abgedichtet ist, dass Elodie aus dem Pub aus und ins Häuschen einziehen kann, versetzen sie ihre Möbelpacker. Ihr gesamtes Hab und Gut steht im Vorgarten. Wie soll sie das allein ins Haus kriegen? Da steht plötzlich Tom vor der Gartentür.

    Brandy hatte ihm wohl zu verstehen gegeben, als er wieder einmal bei Helen im Café Gebäck gekauft hat, dass er ruhig mal ein bisschen anpacken könnte um sich im Ort einzuleben. Das tut er nun. Gemeinsam mit ein paar weiteren Männern aus dem Ort sind Elodies Möbel und Kartons im Handumdrehen im Haus verstaut. Als Tom die letzten Sachen in Elodies zukünftiges Schlafzimmer bringt kann er es nicht lassen und kritisiert ihre stümperhaften Malerkenntnisse. Was bildet der sich eigentlich ein?

    Natürlich ist sie dankbar für seine unfreiwillige Hilfe, aber was zu viel ist, ist zu viel. Sie weiß selbst, dass sie keine Koryphäe ist, was das Handwerken angeht.


    Am nächsten Tag steht Tom mitsamt Farbeimern und Pinsel vor der Tür. Das meint der doch nicht ernst! Warum tut er das? Er kann sie doch eigentlich gar nicht leiden, oder? Auch Helen und Brandy ist Toms Antrieb ein Rätsel, allerdings hat vor allem Helen gerade genug mit sich selbst zu tun. Ihre Ehe steht auf der Kippe, ihre Tochter tanzt ihr auf der Nase herum und eigentlich hat sie gerade überhaupt keine Lust mehr auf den ganzen Stress.

    Nur Brandy bleibt optimistisch, dabei hütet sie ebenfalls ein Geheimnis.


    Meinung:

    'Sommerhaus zum Glück' ist das zweite Buch von Anne Sanders, das ich gelesen habe. Dieses Buch konnte mich nicht so sehr fesseln wie 'Sommer in St. Ives'. Zum einen bin ich mit Elodie nicht so richtig warm geworden, was auch mit an ihrer Vergangenheit liegt - da bin ich nun mal stur. Zum anderen haben mich die Einstreuungen der Rückblicke jedes Mal aus dem Lesefluss gerissen.

    Das Buch ist aus zwei verschiedenen Perspektiven geschrieben - Elodies und Helens, wobei Elodie den Hauptteil einnimmt. Die Kapitel sind mit dem jeweiligen Namen betitelt, so dass man sich darauf einstellen kann, aus welcher Perspektive man jetzt etwas liest. Am Ende dieser Kapitel ist oft eine Teilüberschrift, die dem Leser andeuten könnte, dass es jetzt einen Rückblick zu dieser Person gibt. Für mich war die Sache allerdings nicht ganz rund.

    Auch habe ich mich schwer getan mit dem Perspektivwechsel. So lasen sich Elodies Kapitel viel flüssiger als Helens.

    Schlussendlich handelt es sich aber auch bei diesem Buch um einen Sommer-Wohlfühl-Roman, der am Ende die losen Fäden zusammenzieht und einen guten Abschluss für alle Fragen findet.

    Nach diesem Buch wünsche ich mich einmal mehr zurück nach Cornwall und werde mich auch noch dem dritten Roman der Autorin, der dort spielt, widmen. Perfekt für den Sommer, wenn es hier in der Großstadt mal wieder zu heiß wird.


    Fazit: :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Meine Meinung:

    Nach "Sommer in St. Ives" kehrt Autorin Anne Sanders nochmals nach St. Ives zurück. Es gibt ein kurzes Wiedersehen mit Lola, Chase, Elvira und Sam, aber das Setting ist in diesem Roman an einer anderen Ecke von St. Ives angesiedelt.


    Elodie hat Hals über Kopf in Cornwall ein Bed & Breakfast gekauft, bloss weg aus Frankfurt. Wie baufällig das Cottage ist, merkt sie erst, als sie ankommt. Viel Geld hat sie nach dem Kauf nicht mehr übrig, also heisst es vor allem selbst Hand anlegen. Weit kommt sie alleine nicht, aber sie findet unerwartet einen Helfer: in Tom le Chaux, der arrogante Sonnenbrillentyp und Coffeeshop-Inhaber, der den besten Cappuccino in St. Ives anbietet.


    Nun heisst es Spannung auszuhalten, denn der wortkarge Tom verrät nicht wieso er hilft. Abgelenkt wird Elodie durch ihren schwedischen Ex-Freund und Ex-Chef, der sie mit SMS und Anrufen immer wieder belästigt. Zuspruch findet Elodie bei ihren neu gewonnenen Freundinnen Helen und Brandy.


    Helen und ihrem Mann Liam gehört das Kennard's Kitchen, ein Café in der Nähe von Elodies Peek-a-boo, wie ihr B & B heisst. Helen und Liam sind beide über 40, haben zwei Teenagerkinder und schuften sich im Café ab. Aus der grossen Liebe wurde eine eingefahrene Beziehung. Besonders Helen leidet unter dem missmutigem Mienenspiel von Liam und kämpft. Als wäre das nicht genug, tickt ihre Tochter Kayla auch noch regelmässig aus.


    Die rüstige Seniorin Brandy fällt auf in St. Ives, da sie immer ihren schlammgrünen Parka trägt. Sie hat viel Humor und bietet Geistertouren durch St. Ives an. Von ihr weiss man am wenigsten, ihr Geheimnis hütet sie sehr gut.


    Anne Sanders erzählt in zwei Erzählperspektiven (Elodie und Helen) ausführlich von der Freundschaft zwischen drei Generationen, von frischer und erkalteter Liebe und bringt alles wunderbar auf den Punkt. Der Generationen- und Wesenskontrast zwischen den drei Freundinnen fand ich authentisch und gut dargestellt. Ich mag es sehr, wenn Figuren unterschiedlichen Alters in Büchern zusammen auftreten. Die Sicht der Einzelnen auf das Leben im Grossen und Ganzen profitiert von den Erfahrungen der anderen, wenn man es zulässt. Und das tun die drei Frauen in St. Ives, sie lachen, leiden und erfreuen sich gemeinsam.


    Fazit:

    Unterhaltende Geschichte um Freundschaft und Liebe, bei der alle Gefühlszustände mindestens einmal durchlebt werden.

    4 Punkte. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: