Andreas Kohn - Zombiecalypse

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Zombiecalypse

4.8|2)

Verlag: Independently published

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 270

ISBN: 9781973535393

Termin: Dezember 2017

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    Zwei Jahre nach Ausbruch einer weltweiten Pandemie, die den größten Teil der Menschheit in mordlüsterne Kreaturen verwandelt hat, kämpfen die letzten Menschen mehr denn je ums Überleben. Die Untoten rotten sich zusammen und überrennen die verbliebenen Refugien. Martin, der im Laufe dieser zwei Jahre seinen Prinzipien treu bleibt; seine Begleiterin, die geheimnisvolle blonde Russin Dalina, mit einem Herz für Kinder; Emre, der rücksichtslose Anführer einer Rocker-Gruppe, der mit seinen neuen Aushilfsrockern Spandau unsicher macht; Dennis und Mirjam Stern, die ein Jahr lang wie im siebten Himmel wohnen; Oberst Panitz, Hauptfeldwebel Klein, der Obergefreite Alexander Wasmuth und die Reste der dritten Panzerkompanie aus Potsdam – sie alle streben dem vermeintlich sichersten Ort in Berlin/Brandenburg zu – doch dieser scheint fest in den Händen der Zombies zu sein. Oder etwa doch nicht?




    Bei diesem Buch hat mich gleich das Cover angesprochen. Düster, gruselig, gefährlich. Und es hat nicht zu viel versprochen.

    Vorab: In dieser Geschichte geht es stellenweise blutig zu. Also nichts für schwache Gemüter, doch das ist ja eigentlich bereits im Vorfeld durch das Cover deutlich zu erkennen. Die Gewaltszenen sind aber gut platziert und nicht ausgeschlachtet, so dass es nicht nur Effekt heischend wirken soll, sondern durchaus so passieren könnte.

    Es geht um verschiedene Gruppen von Menschen, die sich zusammenfinden, um gemeinsam gegen die Untoten zu kämpfen und zu überleben. Dennis und Mirjam, die von ihrer Wohnung in ein Einkaufszentrum ziehen und sich dort verbarrikadieren. Emre und seine Rockertruppe, die mit Vorsicht zu genießen sind. Und Martin und Dalina. Dalina ist eine starke Frau, die sich bestens an die derzeitige Situation anpassen kann.

    Die Protagonisten entwickeln sich im Laufe der Geschichte, was mir besonders an Martin auffiel. Das ist ein Punkt, der mir an solchen Geschichten auch sehr wichtig ist, die Personen dürfen nicht „stehen bleiben“, sondern müssen sich der Situation entsprechend anpassen. Das ist dem Autor gut gelungen.

    Der Schreibstil ist flüssig, die einzelnen Kapitel werden aus Sicht verschiedener Protagonisten erzählt. Des Weiteren hat der Autor einen feinen Humor mit eingestreut, der mich zum Schmunzeln gebracht hat. Nicht viel, nur ein wenig, genau passend um die „apokalyptische Stimmung“ nicht zu zerstören.

    Der Spannungsbogen bleibt durchgehend aufrecht erhalten, es sind für mich keine Längen aufgetreten. Auch die Schauplätze sind vom Autor gut beschrieben worden, so dass man es bildlich vor Augen hatte, als z.B. die Kaserne gestürmt worden ist.

    Der Schluß birgt noch einmal eine überraschende Auflösung für den Leser, der den Umgang mit den Untoten betrifft. Alles in allem eine sehr gelungene apokalyptische Geschichte, die den Leser mit Spannung an das Buch fesselt.

    1. (Ø)

      Verlag: Independently published


    Ein Buch ist ein Spiegel, wenn ein Affe hineinsieht, so kann kein Apostel herausgucken.


    Georg Christoph Lichtenberg

  • melsun

    Hat den Titel des Themas von „Zombiecalypse - Andreas Kohn“ zu „Andreas Kohn - Zombiecalypse“ geändert.
  • Zombies in Deutschland sind mittlerweile gar nicht mehr so selten. Zumindest wenn man auf dem Buchmarkt ein wenig Recherche betreibt. Leider sind es immer noch die recht versteckt gehaltenen Perlen, welche im Amazonas schwimmen, die mir die größte Freude beim lesen bereiten, da sie außerhalb der reißenden Mainstream-Strömung vor sich hin paddeln.


    Eine dieser Perlen ist die „Zombiecalypse“.


    Auch wenn man der Namensschöpfung durch Autor Andreas Kohn nicht gerade ein gigantisches Ausmaß an Innovation attestieren kann, so hat das innere des Buches doch mehr zu bieten als nur Gedärme und kauende Untote.


    Zum einen ist das die Angabe des Grundes, wieso alles so gekommen ist, wie es ab Seite Eins ist. Kohn macht keinen mysteriösen Kult um den Virus, der sie alles hat wiederauferstehen lassen, sondern erklärt bis zum Schluss genau wie es kam und was man dagegen unternehmen könnte.


    Auch nimmt er kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht zu schildern, wer für alles verantwortlich zeichnet. Dumme Menschen, die mit ihrem zu großen Drang nach Macht durch Gier und Faulheit alles an den Abgrund geführt haben, nur um dann auch den letzten Tritt noch lächelnd zu verabreichen.

    Die Charaktere sind ungewohnt (jetzt nicht für den Autor, sondern für das Genre an sich) vielschichtig und sie tun etwas, das man bei Dystopien nur sehr selten erleben kann: Sie entwickeln sich im Laufe der Geschichte weiter.


    Wenn man ein wenig spekulativ an alles heran geht, so könnte der Weiterentwicklungsumstand genau so ein Tritt sein, wie die Seitenhiebe auf die momentan vorherrschende gesellschaftliche Struktur. Das Internet bekommt sein Fett weg, wie die Verrohung der Sitten, der Zerfall der familiären Zusammenhalte und andere Dinge, die wir tagtäglich erleben, aber mittlerweile nur noch als Randnotizen wahrnehmen.


    Kohn hat sich auch Gedanken darüber gemacht, wie man am besten die Untoten zur Strecke bringen kann, ohne dabei auf der selbigen zu bleiben. Baustellenzubehör wie Absperrleinenhalter (ich musste die Bezeichnung auch erstmal googlen) werden bei Andreas Kohn zur wirksamen Waffe gegen den gefräßigen Untotlurch – abstechen, ohne gebissen werden zu können.


    Die flüssige Schreibweise tut ihre Wirkung bereits nach den ersten Kapiteln. Alles wirkt nicht gestelzt und man hat das Gefühl, hier soll etwas abgehandelt und auch beendet werden. Der Erfolg des ersten Buches, hat aber einem Nachschießer den Weg in die Druckereien geebnet und ich muss gestehen, dass ich gespannt bin, wie es nun weiter gehen soll, denn eigentlich ist alles zwar nicht gut, aber zumindest ertragbar geworden am Ende.


    Auch wenn der Titel „Zombiecalypse“ eher Trash aus deutschen Landen befürchten lässt, so ist das Buch einen Lesemarathon Wert.

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