James Abbott - Höllenkönig / The Never King

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Höllenkönig

2|2)

Verlag: Penhaligon Verlag

Bindung: Broschiert

Seitenzahl: 608

ISBN: 9783764531997

Termin: April 2018

  • Inhalt:
    Vor vielen Jahren wurde Xavir Argentum in die Höllenfeste gesperrt. Damals als Mitglied der legendären Sonnenhorde beging er ein ungeheuerliches Verbrechen. Doch er weiß, dass eine Intrige hinter den Ereignissen steckt. Landrill, Meisterspion und im geheimen Auftrag unterwegs, soll ihn dazu bewegen das Gefängnis zu verlassen, um das Schicksal seines Landes abzuwenden. Denn dunkle Zeiten sind angebrochen und ein gefährlicher Despot sitzt nun auf dem Thron. Er unterdrückt das Volk und bringt Krieg und Verderben über die Lande. Gemeinsam mit einigen alten Kriegern macht sich Xandir auf die Reise, seine alten Feinde zur Strecke zu bringen...?

    Elysia ist eine junge Hexe und mit ihrem Leben nicht so recht zufrieden. Sie spürt, dass das enge klosterähnliche Leben, welches ihr, als Schwester der Gemeinschaft aufgezwungen wird, nicht so recht zu ihr passt. Viel lieber ist sie mit Pfeil und Bogen im Wald. Dort fühlt sie sich frei und beherrscht ihre Magie besser als in langweiligen Unterrichtseinheiten. Ihre Mentorin Birgitta spürt das und nimmt sie immer wieder aus in die Natur. Als die beiden Zeuginnen neuer Pläne der Schwestern werden, die die Gemeinschaft die unabhängig war, unter die Herrschaft des Königs zu bringen, beschließensie, fortzugehen, in der Hoffnung auf andere zu treffen, die ihre Bedenken teilen...


    Meine Meinung:

    Gleich vorweg: "Höllenkönig" hat mich ziemlich enttäuscht. Sicher auch, weil der Klappentext rein gar nichts mit dem Inhalt zu tun hat. Alles deutet darauf hin, dass die Handlung fast ausschließlich im dort erwähnten Gefängnis spielen würde. Stattdessen findet gerade mal ein Bruchteil dort statt. Schnell wird das Ganze eine typische Story, in der eine Gruppe von Leuten loszieht, um einen ganz ganz doll bösen Menschen umzubringen. Das hat mich sehr enttäuscht, denn gerade weil der Klappentext so geheimnisvoll und düster klang, bin ich überhaupt neugierig geworden. Stattdessen reihen sich Klischees der Fantasyliteratur aneinander, platte Dialoge und eine Handlung mit wenig tiefe. So lässt sich das Ganze schnell zusammenfassen.

    "Höllenkönig" bietet einfach absolut nix Neues. Eine typische Rollenspieltruppe mit gar finsteren Kriegern, allen voran der sogenannte Höllenkönig Xavir Argentum (jap der heißt echt so) und zwei Hexen Elysia (gähn) und ihre Lehrerin Birgitta (doppel gähn) die während ihrer Reise aufeinander treffen. Ich denke, wer viel Fantasy liest, wird sich genauso schnell langweilen wie ich. Der Roman bietet absolut nichts, was ich nicht schon woanders gelesen hätte (und das sehr viel besser...).

    Außerdem, mich hat auch die Aufteilung der Frauen und Männerrollen gestört. Zwar wird Elysia als junge Frau beschrieben, die mit ihrer zugewiesenen Rolle brechen möchte, aber das funktioniert nur, weil sie als gefühllose Person beschrieben wird, der es nichts ausmacht Lebewesen aller Art zu töten. Und das wird nicht mal groß hinterfragt. Derlei Tiefgang wäre hier aber auch zu viel verlangt...

    Mein größter Kritikpunkt ist allerdings wie der Roman mit den Ereignissen die zur eigentlichen Handlung führten umgeht. Ja, hier wurde der Xandir großes Unrecht getan, aber Gleiches mit Gleichem zu vergelten und das dann als Heldenhaft darzustellen, finde ich extrem bedenklich. Dazu kommt, das alles irgendwie so gleichgültig erzählt wird. Nichts berührt mich, es wirkt alles so dahin erzählt. Aber die Tiefe, die vor allem der sogenannte Höllenkönig bräuchte, fehlt komplett. Es passieren einige durchaus gerade für ihn und eine der Hexen einschneidende Ereignisse, aber ich muss zugeben, im Grunde war es mir eher egal. Es werden halt Morde an den Feinden der alten Sonnenhorde begangen und als Racheakte legitimiert. Ich gebe zu, das ich gedacht hätte, diese Art von Auge um Auge Mentalität hätten wir hinter uns gelassen...

    Es wird einfach als vollkommen normal dargestellt, das man Menschen töten muss, um Gerechtigkeit zu erlangen. Kein Gerichtsurteil oder irgendeine moralische Instanz die Hinterfragt, ob die Handlungen hier nicht zum Teil bedenklich sind. Selbst Birgitta, die Elysias Handlungen zumindest ein wenig in Frage stellt, ändert ihre Meinung...

    Der Roman versucht auch Einigies an Gesellschaftskritik los zu werden. Dabei steht vor allem der übliche Tyrann im Mittelpunkt, der Religionsfreiheit mit Mord und Totschlag unterdrückt und auch sonst superduperböse ist- damit auch hier ein Mord gerechtfertigt wird.
    Ich mag düstere und ambivalente Figuren, aber hier wird mir das alles nur so hingeklatscht und leider mit zu wenig Substanz als das es mich überzeugen würde. Ich finde daher sehr problematisch wie hier mit Tod und Rache umgegangen wird. Der Klappentext hat leider etwas versprochen, was der Roman absolut nicht halten kann. Das passiert mir eher selten, aber ich hätte da auch besser aufpassen müssen und schauen, ob es noch andre Inhaltsangaben gibt.
    Ich persönlich würde daher den Roman niemandem empfehlen. Mag sein das er seine Leser*innen finden wird. Ich persönlich belasse es dabei.


    :bewertung1von5:

  • K.-G. Beck-Ewe

    Hat den Titel des Themas von „James Abbott _Höllenkönig“ zu „James Abbott - Höllenkönig / The Never KIng“ geändert.
  • K.-G. Beck-Ewe

    Hat den Titel des Themas von „James Abbott - Höllenkönig / The Never KIng“ zu „James Abbott - Höllenkönig / The Never King“ geändert.
  • Danke für deine Rezi, :winken:ich habe das Buch schon länger unter Beobachtung, der Klappentext hörte sich so gut an und das Cover ist ja der Hammer, aber inhaltlich hatte ich mir das etwas anders vorgestellt. So rutscht es erstmal weiter nach unten auf der Wunschliste.

    Ein Buch ist ein Spiegel, wenn ein Affe hineinsieht, so kann kein Apostel herausgucken.


    Georg Christoph Lichtenberg

  • Klappentext


    Er war auserkoren, das Königreich zu regieren. Nun herrscht er über das grausamste Gefängnis der Fantasy.


    Am Gipfel eines verschneiten Berges gelegen, inmitten einer todbringenden Einöde, liegt die Höllenfeste – ein unmenschliches Gefängnis, in dem die schlimmsten Verbrecher der Welt in lebenslanger Haft eingekerkert sind. Doch es sind nicht die Wachen, die die Macht über das Gefängnis in den Händen halten. Es ist der geheimnisvolle Höllenkönig, der die rivalisierenden Häftlinge kontrolliert. Was niemand weiß: Höllenkönig Xavier ist der einzige Verbrecher, der sich freiwillig in Ketten legen ließ. Welches entsetzliche Geheimnis hütet er – und was steht in der geheimen Botschaft, die den Höllenkönig plötzlich seine Ketten sprengen lässt?


    Meine Meinung


    Als ich mich entschieden habe dieses Buch zu lesen waren die ersten Meinungen dazu ja nicht so richtig begeistert. Der Klappentext suggeriert auch eher, dass es um das Gefängnis geht und wie der "Höllenkönig" darin regiert - allerdings zeigt der letzte Satz ja auch, dass er seine Gefangenschaft hinter sich lässt.

    Gut, dass ich mir einige Rezensionen vorher dazu durchgelesen hatte und jetzt, nach dem Lesen, finde ich den Teaser sehr gut, denn oftmals wird in den Klappentexten viel zu viel verraten und im Grunde finde ich ihn passend gewählt.


    Da ich nun schon wusste, worauf ich mich einlasse, konnte ich mich recht schnell zurechtfinden und war auch sofort begeistert von dem Schreibstil. Sehr flüssig zu lesen, aber doch mit einem gewissen etwas. Da es um Häftlinge bzw. Krieger geht ist der Umgangston natürlich etwas rau und sie haben teilweise auch eine derbe Sprache, aber nichts was außer den Rahmen fällt. Auch die Gewalt sehe ich jetzt nicht zu übertrieben oder brutal, wie manche geschrieben haben, eigentlich ganz normal dafür, wenn gekämpft wird und Schlachten geschlagen werden. Eher war es zu wenig, denn Kämpfe gab es nicht wirklich viele - und wenn dann recht kurz bzw. nüchtern beschrieben.


    Im Mittelpunkt steht ja Xavir Argentum. Er musste schon recht früh in seinem Leben Mauern um sich bauen, an denen Trauer und Schmerz abprallen können. Dafür gab es keinen Platz in seinem Leben, dass aus Kampf, Ruhm und Ehre bestand. Dadurch hat er sich auch einen Sinn für Gerechtigkeit bewahrt. Im Laufe der Geschichte hat er meine Sympathie ein bisschen verloren, woran es genau lag, kann ich gar nicht sagen. Vielleicht weil so viel Gefühlskälte dann doch unglaubwürdig war - immerhin begleitet man ihn ja auf einem längerem Weg. Natürlich muss man seine Vergangenheit bedenken, aber es wirkte auch insgesamt auf die Dauer recht "kalt" erzählt: bei einer Horde Männer erwarte ich zwar keine romantischen Einlagen, aber doch auch andere Gefühlsregungen als nur Rache.

    Die anderen Charaktere, auf die ich wirklich neugierig war wie sie sich entwickeln, haben mich etwas enttäuscht. Es fehlte einfach der Bezug, der sich hätte aufbauen sollen und keiner ist mir so wirklich nahe gekommen.


    Obwohl Xavir ein klares Ziel vor Augen hat weiß man nicht, welcher Weg ihn dorthin führen wird. Überraschungen sind dadurch vorprogrammiert und auch die Verbindung zu den anderen Figuren verspricht Spannung! Man weiß nicht, wie sich alles entwickeln wird und auch die Zusammenhänge werden nur nach und nach aufgedeckt, was einen großen Reiz ausgemacht hat. Leider hat dann ab der Hälfte all das positive stetig abgenommen. Das war wirklich seltsam, denn plötzlich plätscherte alles vor sich hin, ich wusste im Grunde worauf alles hinauslaufen wird und das ganze verlor sich dadurch in zu vielen Umwegen.

    Die Magie der Hexen wäre auch interessant gewesen, aber hier wurde auch nur an der Oberfläche gekratzt.


    Positiv aufgefallen sind mir hier tatsächlich mal die Namen der Figuren, der Ländereien und überhaupt von allem, denn sie sind wirklich klasse gewählt und haben einen schönen Klang!


    Aber auch die Botschaften, die in der Handlung verstreut sind, sind wichtig und vermitteln einen guten Zugang: Andersartigkeit und Vorurteile, Morde im Namen des Glaubens und die Machtgier, die dahinter steht - ich denke, das kennen wir alle. In solchen Fantasyschinken werden so wichtige Themen oft übersehen, was ich schade finde, dabei hat gerade auch dieses Genre viel mit tieferem Sinn zu bieten, was gerade in den Dialogen öfters zum Tragen kam.

    "Die Menschen treffen ihr Urteil über dich anhand deiner Andersartigkeit. Anhand deiner

    vermeintlichen Taten. Ganz gleich, wie unwahrscheinlich diese Taten auch sein mögen.


    Sie verleumden dich, weil sie es nicht besser wissen. Und sie haben Angst." S. 126


    "Du brauchst Wasser, Nahrung und Schlaf. Alles andere ist Überfluss. [...]

    Diese Denkweise erleichtert es dir, die Vorgänge in der Welt klarer zu sehen." S. 182


    Der Schluss war, wie gesagt, vorauszusehen, obwohl es dann doch noch eine Überraschung gab und das Ende hört sich sehr nach einer Fortsetzung an. Leider hab ich dazu keine Info gefunden.

    Die Bewertung fällt mir echt schwer, weil ich am Anfang so begeistert und am Ende doch enttäuscht war - ich hab mich für einen Mittelwert entschieden.


    Fazit: 3 Sterne


    © Aleshanee

    Weltenwanderer

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