C.J Tudor - Der Kreidemann -The Chalk Man

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Der Kreidemann

4.3|6)

Verlag: Goldmann Verlag

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 384

ISBN: 9783442314645

Termin: Mai 2018

  • Zäher Start!


    Klappentext (Quelle Amazon):

    Alles begann an dem Tag, an dem sie auf den Jahrmarkt gingen. Als der zwölfjährige Eddie den Kreidemann zum ersten Mal traf. Der Kreidemann war es auch, der Eddie auf die Idee mit den Zeichnungen brachte: eine Möglichkeit für ihn und seine Freunde, sich geheime Botschaften zukommen zu lassen. Und erst einmal hat es Spaß gemacht – bis die Figuren sie zur Leiche eines jungen Mädchens führten. Das ist dreißig Jahre her, und Eddie dachte, die Vergangenheit liegt hinter ihm. Dann bekommt er einen Brief, der nur zwei Dinge enthält: ein Stück Kreide und die Zeichnung eines Strichmännchens. Und als die Geschichte beginnt, sich zu wiederholen, begreift Eddie, dass das Spiel nie zu Ende war ...


    Meine Meinung:


    Der 12jährige Eddie und seine Clique haben eine besondere Art der Kommunikation. Sie malen Kreidezeichen auf die Strasse und lassen sich so Nachrichten zukommen. Die Idee dafür hat Eddie von einem Lehrer, der "Kreidemann" genannt wird. Als die Freunde neuen Kreidezeichen nachgehen und eine Tote entdecken, ist die Meinung der Bevölkerung von Anderburg schnell gefasst. Nur einer kann der Täter sein!


    30 Jahre später trifft sich Ed mit einem seiner ehemaligen Freunde. Dieser will ein Buch herausgeben mit der Wahrheit. Die Welt soll erfahren was damals geschah.


    Der Prolog startet sehr gut, ist gruselig und verspricht eine Geschichte, die ebenso ist. Leider haben sich meine Erwartungen in dieser Hinsicht nicht ganz erfüllt.

    Dabei startet die Story rund um den 12 jährigen Eddie und 30 Jahre später dem mittlerweile erwachsenen Ed gut. In Sachen Einführung in die Personen, der familiären Situation und dem Freundeskreis von Eddie hat die Autorin alles richtig gemacht. Nur leider war das Ganze die ersten 61 Seiten kein Thriller. Mir haben Momente, in denen ich Spannung verspürte, eindeutig gefehlt. Eine Szene, die auf dem Jahrmarkt spielt, hat für etwas Gänsehaut gesorgt. Das war es dann auch schon und die Handlung plätschert zwischen Kindergeburtstag, Rauferien auf einem Spielplatz und Schwärmereien für Mitbewohnerin Chloe vor sich hin.

    Im Wechsel zwischen 1986 und 2016 erkennt man, was aus dem damals 12 jährigen Eddie geworden ist… und dass, sich Kinder und auch Figuren nicht immer so entwickeln, wie man denkt. Gerade die Kapitel um den erwachsenen Ed empfand ich als sehr in die Länge gezogen. So verliert sich Ed zum Beispiel in Gedanken über Christus, Sünden und sein Leben (Seite 192) und hat mich leicht gelangweilt. Gut gefallen haben mir jedoch die leisen Untertöne, die eingeflochten wurden. Wie in vielen Kleinstädten brodelt auch in Anderburg die Gerüchteküche. Meinungen sind schnell gemacht und können verhängnisvoll sein. Dies vor allem wenn es Unschuldige betrifft.

    Immer wieder wurde auf ein Ereignis, den Leichenfund, hingearbeitet. Ich wollte plötzlich einfach wissen, was denn damals geschehen ist, und was es mit den Kreidezeichen auf sich hat. Ich hatte von Beginn weg so meine Vermutungen wer der Täter ist. Die Autorin hat mich an der Nase herumgeführt und überraschen können. Überhaupt nimmt die Story die letzten 100 Seiten sehr an Fahrt auf. Nicht nur, dass dieses Buch anders ist, als andere Bücher mit einer Tat, dem Opfer, einem Täter und der Auflösung. Nein hier, erfährt man die Tat und die Identität des Opfers erst zum Schluss. Das letzte Drittel war ein echter Thriller. Mit einer Leiche, überraschenden Wendungen und sehr viel Spannung.

    Der Schreibstil hat mir gefallen, das Buch liest sich relativ schnell und das grosse Schriftbild ist sehr angenehm. Ein, zwei mal bin ich über Details gestolpert. Wie zum Beispiel wie zwei Jungs erkennen können, dass sich im Erbrochenen eines sterbenden Hundes Gift befindet? (Seite 162).

    Dies ist der Debutroman der Autorin C. J Tudor. Gespannt warte ich, was denn da noch kommen wird!

  • Ich bin begeistert!


    Der Kreidemann von C. J. Tudor


    Der als Thriller im Goldmann Verlag erschienenen Roman Der Kreidemann der britischen Autorin C. J. Tudor kommt mit einem Zitat von Stephen King auf dem Umschlag daher, dass verspricht, dass Fans von King auch dieses Buch verschlingen werden. Diese Ankündigung ist natürlich eine Hausnummer. Ich persönlich liebe Stephen Kings Bücher, auch wenn sie mir in manchen Teilen ein wenig zu ausufernd sind und King mir persönlich ein bisschen zu sehr ins Detail geht.


    Der Kreidemann, dessen Handlung in 1986 beginnt, und in dessen Zentrum die Erlebnisse einer Gruppe Jugendlicher steht, hat mich ein bisschen an „Es“ erinnert. Im Gegensatz zu King treibt Tudor die Handlung relativ schnell voran. Dadurch gewinnt die Erzählung meiner Meinung nach an Tempo, sodass man einfach nicht anders kann, als in die Geschichte einzutauchen. Dass die Handlung auf zwei Zeitebenen erzählt wird (zum einem 1986 und die folgenden Jahre, zum anderen 2016), nutzt C. J. Tudor geschickt, um einen Spannungsbogen aufzubauen. Der Erzähler der Geschichte ist Eddie, einer der Jugendlichen, die in jenem schicksalhaften Sommer die Leiche eines jungen Mädchens gefunden haben. Dadurch steht man als Leser nicht nur mitten in der Handlung, sondern verfügt auch nur über begrenzte Informationen, sodass mich einige Wendungen wirklich überrascht haben.


    Für mich ist Der Kreidemann ein Thriller vom Feinsten, den ich mit fünf Sternen bewerte und gerne weiterempfehle!

  • Was für eine Atmosphäre

    Dreißig Jahre ist es her, dass in dem eigentlich sehr beschaulichen Städtchen Alderbury, Südengland, Dinge geschahen, die das Leben einiger verändert hat. Vor allem Edie, der damals erst zwölf Jahre alt war, denkt auch heute noch immer wieder an die Ereignisse zurück. Alles Begann mit einem tragischen Unfall auf der Kirmes, bei dem Eddie ihn kennenlernte, den Kreidemann. Dieser brachte ihn und seine Clique dazu, sich mit Kreide geheime Zeichen zukommen zu lassen. Bis eines Tages die geheimen Zeichen von einem Unbekannten gemalt wurden und diese Zeichen die Kinder zu einer Leiche führten. Doch damals wurde der Kreidemann gefunden, oder? Als sowohl Eddie als auch seine Freunde plötzlich eine Botschaft mit Kreide geschrieben erhalten, sind die Ereignisse von damals wieder lebendig.

    Meine Meinung

    Das Cover macht, trotz seiner Schlichtheit, sehr schnell neugierig auf den Inhalt und wenn man dann noch liest, was der Autor Lee Child zu dem Buch sagt, muss man es einfach lesen.

    Der Einstieg gelang auch schon gleich mit dem Prolog spannend und schockierend und ab diesem Moment hatte mich die Autorin auch schon mit ihrer Geschichte eingefangen. C. J. Tudor schreibt sehr flüssig, sehr einnehmend, dabei aber auch lebendig und geradlinig und die Bilder, die beim Lesen entstehen, wurden hier absolut klar und deutlich. Seien es Beschreibungen der Personen oder der Umgebung, wie z. B. des Waltzers auf der Kirmes, die Autorin schafft es immer die passende Atmosphäre mit Worten lebendig werden zu lassen. Nun war der Prolog hier dann auch wirklich sehr erschreckend, aber keine Sorge, so geht das Buch nicht weiter, denn Der Kreidemann ist eine eher ruhige und nur ab und an blutige Geschichte. Vielmehr wird auch beim Plot eher das Hauptaugenmerk auf die Atmosphäre gelenkt, die teilweise schon recht unheimlich war. Rasant und temporeich ist es eher weniger, aber doch hat diese Geschichte einen ganz eigenen und kaum beschreiblichen Sog. Ich habe hier lange überlegt, wie ich es beschreiben soll, aber auch wenn man das Gefühl hat, das gar nicht viel passiert, ist man doch gebannt, zumindest ging es mir so. Die Autorin hat einfach die Gabe, ihre Kapitel mit dem berühmten Cliffhanger enden zu lassen und diese Cliffhanger baut sie immer ganz geschickt in den Text mit ein. Ich hatte dieses Buch an nur einem Tag verschlungen, so sehr war ich gefangen von dem Geschehen. Es bleibt auch komplett undurchschaubar, was damals wirklich geschah und als Leser kann man hier beinahe permanent miträtseln.

    Das Ganze wird von Eddie in der Ich-Form erzählt, so dass der Leser hier hautnah am Geschehen dabei ist. Dabei befinden wir uns aktuell im Jahr 2016, doch durch die Botschaft, die Eddie erhält, werden die Erlebnisse von damals völlig präsent. Somit erfahren wir meist in abwechselnden Kapiteln, was damals wirklich geschah und wie sich all das überhaupt entwickeln konnte. Damals war das Jahr 1986, in dem Jahr war Eddie gerade einmal zwölf. Er lebte in einem kleinen Ort, die Sommerferien waren da und wirklich viel geschah hier nicht. Doch wenn man ganz genau hinschaute, dann spürte man, dass in diesem kleinen Ort so einiges mehr im Argen lag.

    Die Charaktere in diesem Buch ließen mich manches Mal innehalten und nachdenken. Auf den ersten Blick meint man, hier typische Kinder eines Dorfes zu beobachten. Aus dem Leben als apätere Erwachsene erfährt man hier am meisten über Eddie. Aber auch die Schicksale der Anderen wird mit eingebunden. Doch Eddie ist und bleibt der Mittelpunkt und je mehr die Geschichte voran schreitet, desto mehr erfährt man auch über ihn. Wenn man Eddie 2016 betrachtet, dann ist er durch und durch ein Langeweiler, Lehrer in Cordhosen, lebt immer noch im Elternhaus und wirkt auch sonst im wahrsten Sinne des Wortes blass. Doch hinter Eddie steckt etwas, dass ich gar nicht in Worte fassen möchte, doch ich war mir bei ihm nie wirklich sicher, was er oder ob er überhaupt etwas verbirgt. Aber so gut wie alle Charaktere haben eine ganz eigene Dramatik und hinter den Fassaden verbirgt sich oft mehr als man vermutet.

    Mein Fazit

    Das Buch ist anders, als ich erwartet habe, denn das blutige, actionreiche Gemetzel ist hier nicht zu finden. Aber trotzdem hat diese Geschichte es in sich, denn hinter den Fassaden findet man so allerhand, man muss nur etwas genauer hinschauen. Die Atmosphäre, die die Autorin hier entstehen ließ, war wirklich großartig, teilweise sind es unheimliche Momente, teils reale Schrecken, die ihre Wirkung beim Lesen nicht verfehlen. Sie hat es geschafft, mich mit ihren Worten mitten ins Geschehen zu versetzen und dieses lebendig und auch glaubhaft werden zu lassen. Wer Bücher mit sehr viel Atmosphäre und vielen Geheimnissen mag, wird hier absolut auf seine Kosten kommen.

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Ich habe das Buch gerne gelesen – diese Bemerkung vorab. Dennoch gebe ich nur vier Sterne, und bezeichne es – für mich – auch nicht als „Thriller“. Das zu begründen, dafür muss ich ein wenig ausholen.


    Aufmerksam geworden war ich auf das Buch, weil es (so wohl die bewusste Absicht des Verlags) von Stephen King höchstselbst beworben wurde. Und einem Vergleich mit dem Großmeister hintergründiger Spannung konnte ich einfach nicht widerstehen. Dazu kam die Leseprobe: in der Tat wies das Buch einige Parallelen zu Kings Klassiker „ES“ auf.


    Ja, diese Parallelen gibt es. Es geht um eine Clique von Jugendlichen in den 80er Jahren, in einem heißen Sommer in einer Kleinstadt, eine Gruppe von „Verlierern“. Deren Geschichte setzt sich in der Gegenwart fort, und wird von einem der damaligen Mitglieder erzählt. In diesem Fall ist das Eddie, der mittlerweile Lehrer geworden ist, und übrigens ein ziemlicher Trinker. Einsam, mit einer Untermieterin, deren Freundschaft er erhofft, aber nie ganz bekommt.


    Die Parallelen gehen weiter. Alles wird angestoßen durch den Besuch von „Metal Mickey“. Dieser sucht Eddie auf, und will die Vergangenheit wieder aufwühlen. Zeitgleich bekommen alle damaligen Mitglieder der Gang seltsame Briefe mit Kreidemännchen… und so fängt Eddie an zu erzählen und sich zu erinnern.


    Die Erzählung in der ersten Person (Eddie) springt beständig zwischen 1986 und 2016. Er erinnert sich, wie die Truppe zueinander fand, und was damals eigentlich passierte (ein seltsamer Lehrer, ein schwerer Unfall auf einer Kirmes, später ein Mordopfer). Er folgt den Lebenslinien seiner damaligen Kumpel, und reflektiert – ansatzweise – sein eigenes Leben. Bis er, im letzten Viertel des Buches, eher zufällig über die Lösung stolpert.


    Und insofern ist es eben für mich kein Thriller. Es kommt nur sehr selten Blut vor, und es geht auch nicht ständig um den damals begangenen Mord. Es geht um das Vergehen der Kindheit, um Zusammenhalt, Verfolgung, Ausgrenzung, und die Bigotterie einer Kleinstadt. Um die Tyrannei durch ältere Jugendliche, um Erwachsene, die Kinder missverstehen. Um Gewalt und Ausflüchte. Es geht einfach darum, dass Eddie das Panorama einer Kindheit in einer amerikanischen Kleinstadt heraufbeschwört. Der „Thriller“-Anteil, die Spannung, ist dabei eher ein Nebenprodukt. Fast unwichtig zu erwähnen, dass die Kreidemännchen nur ein Aufhänger sind, und letztlich mit der Lösung fast nichts zu tun haben. Das hat mich persönlich schon ein wenig gewurmt…!


    Ja, und Eddie selbst… die Erzählstimme war detailreich und überzeugend. Aber, ich kann mir nicht helfen, man merkt doch, dass die Autorin weiblich ist. Für mich hat sie es nicht ganz geschafft, eine überzeugende männliche (!) Stimmer zu erschaffen. So manches Mal dachte ich, na, das hätte ein Mann nicht so gesagt.


    Letztlich spreche ich eine bedingte Lese-Empfehlung aus. Für Leser, die einen prallen Kindheitsroman wollen. Aber eher nicht für hartgesottene Thrillerfans.

    "Ein Mensch, der Ideale hat/
    Der hüte sich, sie zu erreichen!/
    Sonst wird er eines Tags anstatt/
    Sich selber andern Menschen gleichen."
    (Erich Kästner) :):)

  • "Nichts als gegeben annehmen. Alles in Zweifel ziehen. Immer hinter das Offensichtliche blicken." (Auszüge aus dem Buch)
    Eigentlich sollte es ein schöner Sommer werden für die Clique von Munster Eddie, Nicki, Fat Gav, Metal Mickey und Hoppo (David). In Anderbury war wieder einmal Jahrmarkt und sie wollten alle an diesem Tag nur ihren Spaß haben. Doch an diesem Tag lernte Eddie nicht nur Mr. Halloran (den Kreidemann) kennen, sondern es ereignete sich auch ein schrecklicher Unfall, den Eddie selbst Jahre später nicht vergessen sollte. Mr. Halloran sollte nach den Ferien der neue Kunstlehrer an der Schule werden. Nach dem Unfall freundete Eddie sich etwas an mit ihm, auch wenn er immer etwas Unheimliches an sich hatte. Er war es auch, der Eddie auf die Idee mit den Kreidezeichnungen und dessen geheimen Botschaften brachte. Fortan wurden diese Kreidezeichen für unsere Clique unsere geheime Kommunikation. Doch dann führten ausgerechnet genau diese Kreidezeichen zu unserer ersten Toten, nachdem schon kurz zuvor Mickeys Bruder im Fluss tödlich verunglückt war. Dass dies der letzte Tag unserer Clique sein würde, konnte damals noch keiner ahnen. Dreißig Jahre später noch immer wohnt Eddie in Anderbury, als er eines Tages einen Brief erhält, bei dem sofort wieder die Bilder von damals in seinem Kopf aufflammen und bei ihm wieder alte Wunden aufreißt. Ist die Vergangenheit und der Kreidemann wieder zurück?


    Meine Meinung:
    Nachdem ich den Klappentext und die Leseprobe gelesen hatte, wusste ich, dieses Buch muss ich lesen. Die wunderschöne Gestaltung des Covers wird mir dann erst im vollen Umfang klar, als ich das Buch in den Händen hielt. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, sehr gut und wird im Buch in zwei Zeitsträngen (1986 und 2016) eingeteilt. Der Plot ist zwar interessant doch der Spannungsbogen teilweise zu flach, was für mich dann eher eine Art unheimliches Abenteuer war, statt eines Thrillers. Auch inhaltlich kam mir einiges bekannt vor, vor allem Stephan King Handschrift, konnte man in einigen Passagen wiedererkennen. Den auch der Kreidemann hat etwas Unheimliches, wie schon der Clown in "Es" und die Clique aus Kindern, die eine Leiche finden kannte ich aus dem Film "Stand by Me" sehr gut. Dadurch hatte ich schnell vieles bildlich vor Augen, da ich die beiden Geschichten von Filmen her kannte. Trotzdem hat es mich nicht abgehalten weiterzulesen und mir so ein Bild über den weiteren Inhalt zu machen und wurde nicht enttäuscht. Auch die teilweise unheimlichen Szenen in der Nacht haben mir Gänsehaut beschert und mich gut unterhalten. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet, so das man diese recht schnell erfasst. Doch gerade da man einige Ähnlichkeiten nicht ganz abstreiten kann, blieben sie für mich doch etwas emotionslos. Der Aufbau und die Widersprüche der Gegebenheiten machten es allerdings interessant bis zum Schluss. Selbst über Tatmotiv und Täter war ich am Ende sehr überrascht gewesen. Auch wenn es keine riesigen Überraschungen gab und es sicher nicht für jeden Thriller Leser ist, war es ein gutes Debüt der Autorin dem ich gerne 4 von 5 Sterne gebe.:bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::thumleft::applause:

  • Ein harmloser Brief der zusammen mit einigem Werbematerial durch den Briefschlitz in Ed’s Haus fällt und plötzlich sind sie wieder da, die Kreidemännchen und mit ihr die Erinnerung an das Jahr 1986.

    Das schicksalhafte Jahr für Eddies Bande bestehend aus Fat Gav, Nicky, Metal Mickey, Hoppo und Eddie. Der Sommer der mit seinen dramatischen Ereignissen die Kinderzeit abrupt beendet. Alles beginnt mit dem Unfall des „Waltzer-Mädchens“ auf dem Rummel und Eddies anschließender Bekanntschaft mit Mr. Halloran, den die Kinder wegen seines albinohaften Aussehens nur den Kreidemann nennen und der ihnen die Vorteile von Geheimschriften mit Kreidemalstiften erklärt. Es endet mit dem Tod eines jungen Mädchens und leider finden die fünf die zerstückelte Leiche im Wald.

    Genau dreißig Jahre später kommt ein Brief mit Kreidemännchen bei Ed an und auch Metal Mickey kündigt sich zum Besuch an. Dabei hatten die beiden seit Jahren keinen Kontakt mehr zueinander. Dock Mickey besteht auf ein Treffen und beendet dieses mit den Worten, er wüsste wer das Mädchen im Wald getötet hätte. Ed‘s Neugier ist geweckt und er recherchiert die damaligen Ereignisse.


    Zwei verschiedene Zeitebenen wechseln sich in diesem Thriller ab. Der zwölfjährige Eddie berichtet aus dem Jahr 1986 und der zweiundvierzigjährige Ed erzählt die Ereignisse aus dem Jahr 2016. Dadurch entstehen gezielt hängende Spannungsbögen die das Weiterlesen immer mehr beschleunigen. Ein wirklich gelungenes Debüt dieser Autorin, denn ich konnte als belesener Thrillerfan dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen. Dabei sind es gar keine bluttriefende Gewaltszenen die einen erschaudern lassen, sondern die leisen Töne. Die faszinierende Betrachtungsweise, das aus harmlosen unbedachten Aktionen sich absolute Tragödien abspielen können und man dem Offensichtlichen nie trauen sollte. Man merkt der Autorin an, das sie selbst ein großer Fan von Stephen King ist. Die Beschreibung der Kinderclique erinnert ein wenig an „ES“, jedoch kopiert C.J. Tudor ihr Vorbild nicht. Das ist wirklich kein kleines Kunststück.

    Normalerweise mache ich, resultierend aus zahllosen enttäuschenden Erlebnissen, einen großen Bogen um gehypte Bücher/ Autoren. C.J. Tudor kann ich sehr empfehlen und ich bin auch gespannt auf ihre anderen Bücher.

  • Kreidezeichen

    Im Alter von 12 Jahren erlebt Eddie einen Albtraum. Auf dem Jahrmarkt erlebt er hautnah einen schrecklichen Unfall mit, bei dem ein junges Mädchen verstümmelt wird. Zusammen mit Mr. Halloran, der, wie sich herausstellt, im nächsten Schuljahr an seiner Schule unterrichten wird, leistet Eddie erste Hilfe.

    Mr. Halloran erzählt ihm von Kreidezeichen, die er mit seinen Freunden in der Kindheit als Kommunikationsmittel verwendete. Eddie gefällt die Idee und er beginnt, mit seinen Freunden ebenfalls auf diese Weise zu kommunizieren. Eines Tages tauchen Kreidezeichen auf, die die Jungen direkt in den Wald zu einer Leiche führen...

    Schnell gerät Mr. Halloran als Verdächtiger ins Visier der Leute, doch Eddie weiß etwas, was die anderen nicht wissen, nur traut er sich nicht, darüber zu reden.

    30 Jahre später, Eddie lebt inzwischen mit einer Untermieterin immer noch im Haus seiner Kindheit, tauchen wieder mysteriöse Kreidezeichen auf...

    Die Sunday Times lobte diesen Debütroman über den grünen Klee („Wenn Sie dieses Jahr nur ein Buch lesen – lesen Sie dieses!“), dieser Lobeshymne kann ich mich nicht ganz anschließen. Die Story liest sich flüssig und ist trotz einiger Längen spannend und auch durchaus humorvoll. Was ich nicht so mag, ist, wenn sich im Nachhinein vieles anders herausstellt, als es ursprünglich dargestellt wurde. Das Ende ist allerdings richtig gut gelungen. Auf jeden Fall ein unterhaltsamer Roman! :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Mysteriöse Vergangenheit


    Eine alte, längst zu verdrängen versuchte Geschichte holt Ed und seine Freunde ein. Die Clique ließ sich früher, als sie alle noch Kinder waren, geheime Botschaften durch bestimmte Kreidezeichen zukommen - eine Idee des unheimlichen Kreidemanns. Sie hatten große Freude daran, bis zu dem Zeitpunkt, als die Kreidehinweise sie zu der zerstückelten Leiche eines Mädchens führten. Der Mörder wurde nie gefasst und seither wuchs langsam das Gras über die Geschehnisse.
    Doch plötzlich bekommt der erwachsene Ed einen Brief mit nur zwei Dingen darin: ein Kreidestück und die Zeichnung eines Strichmännchens. Als Eddie versucht, dem Geheimnis auf den Grund zu kommen, treten Dinge ans Licht, die lieber verborgen geblieben wären …

    Das Cover finde ich gelungen, es passt gut zur Geschichte und die Kiste könnte auch einen Sarg symbolisieren. Vor allem der mit Kreide geschriebene Buchtitel harmonisiert mit dem Inhalt.

    Der Prolog beginnt schon sehr eindrücklich, die plastische Beschreibung der Mädchenleiche hat sich in mein Gehirn gebrannt und ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen. Der Teil, der in 1986 spielt, ist in der Vergangenheitsform geschrieben, der Teil vom Jahr 2016 im Präsens, was dem Leser den Wechsel zwischen den Zeiten noch verdeutlicht.

    Eddie ist ein etwas komischer Kauz, der alleine in einem alten „Gespensterhaus“ wohnt. Ansonsten hat er einen angenehmen Charakter, zwar ein bisschen viel Alkoholkonsum, aber das hält sich in Grenzen. Wie er die Episoden der Vergangenheit erzählt, ist immer richtig spannend und man will gar nicht, dass er damit aufhört. Man wird oft auf eine falsche Fährte geführt, auch bei Eddies (Alb-)Träumen weiß man zuerst nie genau, ob das jetzt wirklich passiert ist oder nicht.
    Die Atmosphäre generell ist sehr spannend und mysteriös gehalten und man fliegt nur so über die Seiten.
    Die Geschichte über die Clique erinnert tatsächlich an „ES“ von Stephen King, was ich aber nicht schlimm finde, da es schwer ist, etwas komplett Neues zu erfinden. Außerdem hat „Der Kreidemann“ keinerlei übernatürlichen Elemente, wie es bei Stephen King der Fall ist.
    Das Ende fand ich sehr überraschend, auch die Identität des Mörders wurde mir erst spät klar.

    Das Buch hat mich gut unterhalten und ich kann es vor allem denjenigen empfehlen, die Fan davon sind, wenn langsam die Vergangenheit aufgerollt wird. 5 Sterne. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

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