Ellin Carsta - Die heimliche Heilerin und die Könige

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  • 1409 Worms. Vor ihrem Haus finden Madlen Goldmann und Franz einen schwerverletzten Mann mit blutverschmierter Kleidung. Bei einer ersten Sichtung in ihren Räumen sehen Madlen und Franz, dass der Körper des Mannes über und über mit Stichwunden bedeckt ist. Sie versuchen so gut es geht, die Wunden zu versorgen, doch sie kommen nicht weit, da auf einmal Wachmänner des Königs in ihr Haus stürmen. Angeblich soll der verletzte Fremde Madlen und Franz geheime Informationen ausgehändigt haben, was Franz resolut abstreitet. Doch die Wachen glauben ihm nicht und nehmen ihn in Haft. Madlen versteht das alles nicht und macht sich Sorgen um Franz, der im Gefängnis durch Misshandlungen zum Reden gebracht werden soll. Madlen macht sich daran, Nachforschungen in Bezug auf die geheime Botschaft anzustellen und bringt dabei fast ihre eigene Familie und sich selbst in Gefahr, wobei sie wieder alles verlieren. Wird sie das Geheimnis lüften und Franz befreien können?


    Ellin Carsta hat mit ihrem Buch „Die heimliche Heilerin und die Könige“ den vierten Teil um die Heilerin Madlen Goldmann und ihre Familie vorgelegt, der seinen Vorgängern an Spannung und Unterhaltung ebenbürtig ist. Der Schreibstil ist flüssig und bildhaft, der Leser wird schnell in eine vergangene Zeit hineingezogen und findet sich im 15. Jahrhundert an der Seite von Madlen wieder, um ihr unsichtbar bei ihrem gefährlichen Unterfangen zu folgen, ihre Familie kennenzulernen und mit ihr gemeinsam so manches Geheimnis aufzudecken. Der Spannungsbogen wird wieder einmal ganz am Anfang schon sehr hoch angelegt und steigert sich im weiteren Verlauf der Handlung immer mehr in die Höhe. Die sehr gute geschichtliche Hintergrundrecherche der Autorin und die Verflechtung mit der Handlung lassen die alte Zeit regelrecht wieder lebendig werden. Da werden die mühsamen und wochenlangen Reisen ebenso aufgezeigt, alte medizinische Behandlungsmethoden wieder lebendig sowie die gesellschaftlichen und politischen Strukturen, die zu gespannten Verhältnissen führten und durch Intrigen und strategische Schachzüge regelrecht gefährlich wurden.


    Die Charaktere sind sehr gut und detailliert ausgestaltet und mit Leben versehen worden. Sie besitzen durchweg Ecken und Kanten, was sie sehr real und authentisch wirken lässt. Madlen ist eine mutige und intelligente Frau, die bereits schon einiges mit ihrer Familie durchlebt hat. Doch sie hat sich nicht unterkriegen lassen und nimmt sich der verletzten und hilfsbedürftigen Menschen an. Sie strahlt eine Wärme und Herzlichkeit aus, die andere dazu veranlassen, ihr zur Hilfe zu kommen und sie bei ihren Vorhaben zu unterstützen. Die weiteren Protagonisten ergänzen mit ihren Taten die Handlung und geben zusätzliche Spannungsimpulse.


    „Die heimliche Heilerin und die Könige“ ist ein spannender historischer Roman, der den Leser ins 15. Jahrhundert abtauchen lässt und ihn bis zum Schluss in Atem hält. Wieder einmal eine Leseempfehlung für alle, die historische Romane lieben und sich gern in die vergangene Zeit träumen.


    Unterhaltsame :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)


    "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
    Albert Einstein


    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
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    gelesene Bücher 2020: 432 / 169960 Seiten

  • Zu Beginn lernt der Leser Madlen kennen. Sie zeigt sich sehr wißbegierig und auch als eine gehorsame Schülerin unter Clara. Auch lernt sie hier die Gabe der Hypnose, natürlich kennt sie dieses Wort noch nicht, sondern nennt es Pendeln mit dem Kerzenlicht, um den Patienten zu beruhigen. Mir hat es sehr gut gefallen, wie die Autorin hier Neues mit Altem vermischt. Alles hätte so harmonisch verlaufen können, wäre da nicht Matthias Traunstein, da ihr nach dem Leben trachtet. Und das alles nur, weil er so ein .... ist, und seine Frau mißhandelt, sogar noch, als sie hochschwanger ist. Das Baby stirbt noch im Mutterleid, doch wer ist Schuld? Richtig, Madlen! Na ja, so stellt er es da. Und nun beginnt die Geschichte erst so richtig. Nach einigen Irrungen und Wirrungen findet Madlen Zuflucht bei Agathe in Worms. Ein bisschen gewundert habe ich mich allerdings, dass Agathe Madlen (die nun den Namen Maria angenommen hat) so offen und ohne Skrupel aufgenommen hat. Es schien so, als würden sie sich schon ganz lange kennen und wären die besten Freundinnen, die sich nie aus den Augen verloren haben. Aber, Agathe ist die Tante, die Madlen, also Maria noch nie gesehen hatte. Das war schon etwas seltsam. Da steht eine junge Frau vor der Türe und Agathe erkennt sie sofort. Hm.... na ja!


    Im weiteren Verlauf trifft Madlen, also Maria natürlich auch ihre große Liebe und wie sollte es anderes sein, sie wird auch gleich schwanger.
    Hier fand ich es wiederum seltsam, dass Johannes, der stets beteuert hatte, wie sehr er Maria liebt, plötzlich, ja fast schon hassbegierig sie sucht. Klar, es war nicht schön, dass sie so einfach weggegangen ist. Jedoch hatte er es nicht weiter hinterfragt und sich einfach nur auf die Suche gemacht. Nein, er wollte sie fangen, um sie auszuliefern und als Hexe anzuprangern. Ich fand seine Reaktion irgendwie unpassend und zu barsch. Ich hatte nicht den Eindruck, dass er sich gesucht hatte, weil es sein große Liebe war, sondern eher, weil er sie zerstören wollte.
    Aber ... Ende gut, alles gut


    📚 Fazit 📚

    Petra Mattfeldt, bekannt von zahlreichen Krimis, zeigt sich hier unter dem Pseudonym ELLIN CARSTA von ihrer besten historischen Seite. Mit der HEIMLICHEN HEILERIN ist ihr ein sehr guter Reihenauftakt gelungen, der den Leser in die Zeit des 14. Jahrhunderts versetzt. Dezente Beschreibungen des Umfelds (Heidelberg, Worms, Emmerich) machen es einfacher, sich in die damalige Zeit zu versetzen. Meiner Meinung nach, hätten die Beschreibungen gerne etwas ausführlicher sein dürfen. Auch die Protagonisten wurden von der Autorin genau charakterisiert, so dass ich mich in die Menschen versetzen konnte. Obwohl mir manche Aktionen und Reaktionen etwas überspannt vorkamen, taten sie jedoch der Geschichte und ihrer Spannung keinen Abbruch. Aufgrund der kleinen Hänger im Fortgang der Geschichte, kann ich leider keine volle Punktzahl vergeben, jedoch hat das Buch vier Sterne auf jeden Fall verdient.

  • Auf historische Romane muss man Lust haben. Es ist eine Art Roman, auf die man sich einlassen und die damit verbundene Naivität, die in solchen Zeitaltern herrscht, auch greifen kann. Ist das der Fall, können sie richtig Spaß machen.


    Geschichte: Madlen hilft der Ortsansässigen Hebamme bei Geburten und begleitet die Heidelberger Hebamme regelmäßig zu Ihren Besuchen. Bei einer schwierigen Geburt, entdeckt Madlen, dass sie die Frau ablenken und beruhigen kann, indem sie eine Kerze schwenkt und Psalmen aufsagt. Die Konzentration auf die Kerze und die beruhigenden Worte, helfen schließlich die Geburt einfacher zu machen. Als Sie eines Tages zur Frau eines Edelmanns der gerne in den Stadtrat will gerufen wird, stellt sie fest, dass die Frau stark misshandelt wurde und ihr Kind bereits tot ist. Sie wird beschuldigt die Frau falsch behandelt zu haben und muss aus Heidelberg fliehen...


    Personen und Schreibstil : Madlen ist diejenige die allen nur helfen will und von ganzem Herzen eine gute Person ist. Sie liebt Ihren Bruder und wird von Ihrem Vater so gut es geht ignoriert, weil sie angeblich nicht viel zum Haushaltsgeld beiträgt. Ihr Vater würde sie am liebsten gerne schnell verheiraten. Da Frauen auch kein großes Mitspracherecht haben, sind wir ruck zuck im Mittelalter angelangt und man kann sich die Situation gut vorstellen und fängt schon an sich aufzuregen, über die maßlose Dummheit der damaligen Bürger. Reiche umso schlimmer, als dass sie fast alles machen können, ohne belangt zu werden. Alles hängt vom Stadtvogt ab, der Recht sprechen muss und ob dieser nun ein gerechter Mann ist.

    Der Schreibstil ist sehr flüssig und die Geschichte trotz 447 Seiten schnell gelesen. Wie so oft muss man es mögen, dass die Menschen schnell geurteilt haben und Unschuldige schnell verdammen, mit der Begründung, dass sie mit dem Teufel im Bunde stehen. Dazu leichtgläubige und unbedarfte Gemüter ein ein paar wohlgesonnene Helfer und fertig ist der Historienroman.


    Meinung: Den Unterschied macht die Erzählweise, die einen auf eine Reise mitnimmt oder als Beobachter daran teilnehmen lässt. Die heimliche Heilerin hat mich auf die sehr kurzweilige Reise mitgenommen, bei der ich mich über die damalige Zeit gut aufregen konnte. Den bösen Menschen wird alles geglaubt und das blinde Volk fragt nicht nach. ( Kommt einem in der heutigen Zeit nicht unbekannt vor und egal ob 600 Jahre früher, es steckt wohl in den Genen )


    Fazit: Hat mich sehr gut unterhalten und es wird wieder etwas dauern bis zum nächsten historischen Roman. Die Reihe hat ja noch einige Fortsetzungen und ich denke schon, dass ich mir den nächsten Band zulegen werde. 4 Punkte und eine klare Empfehlung für alle, die das mittelalterliche Leben in Heidelberg und Worms kennenlernen möchten. :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

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