Gil Ribeiro - Lost in Fuseta: Spur der Schatten

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Lost in Fuseta - Spur der Schatten

4.6|5)

Verlag: KiWi-Paperback

Bindung: Broschiert

Seitenzahl: 400

ISBN: 9783462051247

Termin: April 2018



  • Gil Ribeiro Lost in Fuseta Spur der Schatten Ein Portugal Krimi

    argon Hörbuch Sprecher Andreas Pietschmann 2018

    Kiepenheuer & Witsch 2018


    *****Mein Wohlfühlkrimi :-)*****


    Fee erzählt von der Geschichte


    Hauptkommissar Leander Lost ist in Fuseta angekommen. Seine Deutschen Kollegen haben den Asperger-Autist im Rahmen eines Austauschprogramms versetzt. Er fühlt sich wohl und auch seine Kollegen Graciana Rosado und Carlos Esteves haben ihn akzeptiert.

    Als Teresa, eine andere Kollegin, nicht pünktlich zum Dienst erscheint, geht Graciana Rosado in die Wohnung der Kollegin, dort findet sie ihr Handy. Graciana weiß, dass was passiert ist, denn nicht zum Dienst erscheinen und das Handy zuhause lassen, kam noch nie vor. Sofort leitet die Kommissarin eine Fahndung nach ihrer Kollegin ein.


    Fee zur Geschichte


    Ich hab mit allen Charakteren ein Wiedersehen gefeiert undmich total gefreut, von allen wieder zu hören und zu lesen.

    Leander Lost: der mit der Autistin Eva, die wie „seine Art“ ist,ein Kind bekommen will und mit seinen Kollegen klar kommt und geschätzt wird. Glücklicherweise merkt er dann aber dass Soraia, wohl eher die Richtige ist, weil da ist was anderes, als das Rationale mit Eva. Man musste bei diesem Hörbuch laaaaaaaange warten, bis er zum Einsatz kam, aber es ist ja eigentlich auch ein Krimi, es muss ja etwas passieren, dass Spannung bringt. Er ist immer in schwarzem Anzug gekleidet, müffelt aber nie!

    Graciana Rosada: die das Kommissariat erst mal ersatzweise leitet und dann doch nicht den Posten annehmen will und die sich für Soraia bei Leander einsetzt.

    Carlos Esteves: der immer etwas zu Essen braucht und der einen freundschaftlichen, respektvollen Umgang mit seiner Jugendliebe pflegt.

    Leider gab es mir zu wenig Szenen mit Zara, Soraia und Gracianas Eltern. Na ja, es sind ja alles „alte Freunde“ aus Band 1, da freut man sich total über ein Wiederlesen bzw. –hören.

    Der Krimi war etwas im Hintergrund, weil es wohl zu viele Kürzungen gab, für meinen Geschmack. Aber es gab genug Flair und Regionalitäten mit Essen und Landschaftsbeschreibungen, so dass es wirklich schön war und man sich wie „zuhause“ im Buch fühlte.

    Es war nie langweilig zum hören, es war immer spannend oder/und unterhaltsam. Nicht so schrecklich blutrünstig, wie manche anderen Krimis.

    Man muss jetzt auch nicht Band 1 kennen, um hier bei diesem Krimi und den Charakteren mitzukommen. Glücklicherweise (na ja, wenn so viel Zeit und so viele andere Bücher dazwischen waren, kann man sich nicht mehr an alles erinnern) wird ja noch mal alles beschrieben.

    Zum Sprecher Andreas Pietschmann kann ich nur sagen, dass er sein Vorlesen gut macht und gut gestaltet. Es gefiel mir sehr gut. Natürlich nicht so gut, wie Franziska Pigulla, aber auch nicht viel schlechter. Es klingt auch alles portugiesisch in meinen Ohren. Er nervt nicht, es ist angenehm, ihm zuzuhören.

    Zum Hörbuch selber, Gestaltung usw. kann ich nur sagen, es ist schön, in freundlichem blau, mit Urlaubs- und Regionalfeeling, auch die CDs sind liebevoll dekoriert. Es fehlt nur noch ein Booklet mit den Namen der wichtigsten Charaktere (gut und böse) und Auflistung der Orte.

    Natürlich wird einem Fan, wie mir, auch weiteren Appetit gemacht, denn die deutschen Kollegen wollen ihn ja nicht zurück haben, sondern weiter verleihen. Einerseits wäre das interessant, aber andererseits möchte ich ihn lieber weiter in Fuseta haben, wo er mit Soraia eine Familie gründen sollte. Mir gefällt die ganze Familie von Graciana und das Drumherum macht einfach noch mehr den Flair und die Regionalität der Serie aus an der Algarve aus.

    Am allerbesten gefiel mir die Serie, als der Kollege die Plastikscheibe nicht kaputt bekommen hat. Es war einfach zu witzig. Es gibt einige witzige, humorvolle Szenen in der Geschichte, vor allem Leander Losts Zitate aus einem leider nicht existierenden Buch. Das wäre doch mal eine Anregung für den Autor Gil Ribeiro.

    Jedenfalls kam mir Lost vor wie Monk. Er erinnert mich immer an eine meiner Lieblingskrimiserien.

    Nachdem ich das Buch gelesen und das Hörbuch gehört habe, kann ich nur sagen, dass ich einfach ungekürzte Hörbücher vorziehe und Bücher lieber lese, als Hörbücher höre. Allerdings mag mein Mann auch einige Krimiserien, von daher ziehe ich immer öfter Hörbücher vor.


    Fees Fazit


    Ich bin nach wie vor total begeistert von dieser Serie und kann es kaum erwarten, bis das nächste Buch/Hörbuch der Serie auf den Markt kommt. Wer gerne Krimis liest/hört, mit tollen Charakteren und atmosphärischem Lokalkolorit, der ist hier sehr gut aufgehoben. In diesem Fall habe ich eindeutig das Buch vorgezogen und einige klitzekleine Fragen zum Krimi wurden dadurch auch beantwortet.

    Am Hörbuch hätte ich nur die klitzekleinen Kritikpunkte bzw. Wünsche: Ein Booklet mit den Namen der Charaktere und der Orte und ein vollständiges ungekürztes Hörbuch. Dann wäre da auch kein so großer Unterschied mehr zwischen Buch und Hörbuch.


  • Squirrel

    Hat den Titel des Themas von „Gil Ribeiro Lost in Fuseta - Spur der Schatten“ zu „Gil Ribeiro - Lost in Fuseta: Spur der Schatten“ geändert.
  • Mit diesem zweiten Krimi um Leander Lost und seine portugiesischen Kollegen hat Gil Ribeiro den Vorgänger noch deutlich getoppt. Gab es für mich ersten Band, Lost in Fuseta, noch den ein oder anderen Kritikpunkt, bin ich hier einfach nur begeistert. Was mich seinerzeit gestört hat, scheint mir hier ausgemerzt :).

    Das Verhältnis der einzelnen Komponenten ist ausgewogener, der Erzählstil runder. Eine für mich perfekte Mischung von Krimi und Lokalkolorit, Persönlichem rund um die Figuren und knappen, aber informativen Einblicken in Portugals koloniale Vergangenheit.


    Schön ist es gewesen den vertrauten Figuren zu begegnen. Ihre kleinen Eigenheiten haben sie nicht verloren, aber eintönig wird es keinesfalls mit ihnen. Manche offenbaren verblüffende Seite und Leander Lost ist für mich sowieso eine ganz besondere Hauptfigur. Gil Ribeiro vermittelt die besonderen Aspekte eines Lebens als „Aspie“ auf einfühlsame Weise, mal eher heiter, aber auch durchaus ernst und bewegend.


    Erzählt wird diese Geschichte ausgesprochen eloquent, abwechslungsreich in Stil und Wortwahl und hebt sich damit wohltuend ab von so manchem anderen Roman dieses Genres.


    Obwohl weder das Lokale noch das Persönliche zu kurz kommt, spielt die Ermittlungsarbeit hier die Hauptrolle und bleibt bis zum Ende spannend und glaubwürdig. Wie Graciana und ihr Team dem ausgebufften Täter auf die Spur kommen und ihr Netz um ihn zusammenziehen – gut gemacht. Und im letzten Drittel, als die einzelnen Puzzlestücke langsam ein Bild ergeben, wird es richtig spannend, da konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Losts spezielle analytische Fähigkeiten haben wieder einmal maßgebend zur Auflösung beigetragen.


    Für mich ein intelligenter und stimmiger Plot, liebenswerte Figuren, die sich glaubwürdig in der Geschichte bewegen. Subtiler Humor und ein für mich genau richtig dosierter Hauch von Gefühl machen das Lesevergnügen perfekt :thumleft:.

  • Leander Lost ermittelt weiter


    Lost in Fuseta II – Spur der Schatten, Portugal-Krimi von Gil Ribeiro, 390 Seiten, erschienen bei Kiepenheuer & Witsch.
    Der Hamburger „Austausch-Kriminaler“ Leander Lost ermittelt in seinem 2. portugiesischen Fall.
    Leander Lost ist etwas Besonderes, ein Asperger-Autist, Eidetiker, liebenswerter Hamburger Kommissar in Diensten der portugiesischen Policia Judicária. Zusammen mit Sub-Inspektor Graciana Rosado und Carlos Esteves ermittelt er in seinem neuesten Fall. Eine Kollegin ist verschwunden. Als sie tot aufgefunden wird, wird an der Algarve wieder auf Hochtouren kriminalisiert, durch seine eidetischen Fähigkeiten ist er eine Bereicherung für die portugiesischen Kollegen, können sie zusammen den neuen Fall lösen?
    Ich habe Lost in Fuseta I, als Hörbuch gehört und mich schon sehr auf den neuen Band gefreut. Durch meine Vorkenntnisse war ich mit „Land und Leuten“ schon vertraut und konnte mich von Anfang an auf den neuen Fall einlassen, zwar ist es nicht zwingend notwendig, den Vorgängerband zu kennen, aber es erleichterte mir die Lektüre enorm. Die Spannungskurve steigt langsam ich konnte dem Plot jederzeit folgen. Ribeiro spart nicht mit kursiv gedruckten portugiesischen Redewendungen, Straßen, Landschaften Speisen und Namen. Damit habe ich mich schwer getan, das Hörbuch fiel mir leichter. Für meinen Geschmack hätte ich so manchen Ausdruck gerne übersetzt gehabt, dies mag ich bei italienischen Phrasen gerne, hier war es mir fremd und störte m. M. nach den Lesefluss. Die Handlung geht über einen Zeitraum von sieben Tagen, die auf 34 Kapitel aufgeteilt sind, das war hilfreich, weil sehr übersichtlich. Der Plot teilt sich in zwei Erzählstränge, die der Autor im auktorialen Erzählstil verfasste. Der Haupt-Teil aus der Sicht der Ermittler und ein Nebenstrang. Dieser beschreibt das Tun der Entführer. Und genau hier hatte ich am Anfang Probleme, mit diesem Geschehen und den Personen konnte ich zu Beginn so gar nichts anfangen. Nach zwei Dritteln des Buches klärt sich der Sachverhalt und ab da konnte mich die Handlung erst so richtig fesseln und mitreißen. Insgesamt erfährt der Leser sehr viel über Asperger-Autisten und wie sie das Leben sehen, das zeugt von fundiertem Fachwissen des Autors, ich hätte aber lieber mehr über die Arbeit der Kriminaler und über Täter und Opfer erfahren, nebenbei erhält der Leser auch noch einen kleinen Einblick in die koloniale Vergangenheit Portugals. Die handelnden Personen waren hervorragend charakterisiert und liebevoll gezeichnet. Natürlich war Leander meine Lieblingsperson, der Protagonist ist wirklich ein sehr liebenswerter Mensch, der so offen und ehrlich und in manchen Situationen auch mal unbeholfen agiert, woraus sich so manche nette Situationskomik ergab. Mit seiner Inselbegabung, seinem fotografischen Gedächtnis konnte er wieder einmal viel zur Lösung des Falls beitragen, er scheint sogar mit „Familienanschluss“, erfolgreich in Portugal angekommen zu sein. Die Sub-Inspektoren Rosado und Esteves sind äußerst sympathisch ich mochte beide richtig gerne. Obwohl ich Teil zwei schwächer als den ersten fand, hoffe ich, dass es an der Algarve noch so manchen Fall zu lösen gibt, gerne bin ich wieder mit dabei. 4 von 5 möglichen Sternen. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    :study::musik::montag:


    Und wenn mir alle Königskronen für meine Bücher und meine Freude am Lesen angeboten wären: Ich würde sie ausschlagen.
    François Fénelon

  • Kein typischer Urlaubskrimi!


    Dies ist bereits der zweite Band um den deutschen Kommissar Leander Lost. Man kann das Buch aber gut ohne Vorkenntnisse lesen oder hören – möchte dann aber unbedingt den Vorgänger kennen lernen!

    Leander Lost arbeitet also nun im portugiesischen Fuseta, wo er von seinen Kollegen so akzeptiert wird, wie er ist. Und Lost ist nicht immer einfach, denn als Asperger-Autist sieht er manches anders als neurotypische Menschen. Obwohl, oder gerade weil der Umgang wertschätzend und fast freundschaftlich ist, birgt es natürlich jede Menge Potential für komische Situationen. So ist der Krimi, der eigentlich einen ernsten Hintergrund hat, stellenweise sehr lustig und herrlich skurril.


    Trotz aller Urlaubsstimmung, natürlich gibt es ein Verbrechen. Gleich zu Anfang verschwindet eine ältere Polizistin, die Kollegin Graciana. Sie scheint keine Feinde zu haben, keinen Grund unterzutauchen und es gibt keine Hinweise auf ein Verbrechen. Das ändert sich schnell und die Polizisten aus Fuseta beginnen zu ermitteln. Dabei kommen Verstrickungen zutage die bis in die Kolonialzeit reichen. Interessante geschichtliche Fakten werden eingestreut, nehmen aber nicht übermäßig viel Platz in der Geschichte ein.

    Mehr Wert wird auf die zwischenmenschlichen Beziehungen der Hauptfiguren gelegt. Sie sind gut ausgearbeitet, auch wenn sie manchmal etwas stereotyp wirken. Der ewig hungrige Carlos, der arrogante Miguel, der verschrobene Leander… aber im Grunde macht dies einen Regiokrimi auch aus. Genauso wie die landestypischen Gerichte, die immer wieder beschrieben werden.

  • Und weiter geht es in Fuseta


    Leander Lost ist inzwischen gut in seinem Leben in Fuseta angekommen. Er wird respektiert von seinen Kollegen und deren Familie und er gibt sich auch die größte Mühe, sich "normalen" Menschen anzupassen, damit er kein Außenseiter bleibt - was gar nicht so einfach ist, da er Asperger Autist und Eidetiker ist. Wie er das anstellt, will ich hier jedoch nicht verraten, denn das Buch bringt so viele gute Einfälle, dass es schade wäre, sie in einer Rezension vorweg zu nehmen.

    Zum Kriminalfall: Eine beliebte und erfahrene Polizistin verschwindet - sie erscheint einfach nicht zum Dienst und ist vor allem ohne ihr heißgeliebtes Handy aufgebrochen. Graciana ahnt, dass dies kein gutes Zeichen ist. Kurz darauf wird sie ermordet aufgefunden und erst einmal stehen die Ermittler Graciana, Carlos und Leander recht ratlos da.


    Diesen Kriminalfall fand ich deutlich spannender und mitreißender als den ersten Lost-Krimi. Da mich jedoch auch der erste Band schon begeisterte ist keine Frage, dass mich der zweite noch mehr für sich einnimmt.

    Er war für mich ein echter Pageturner und ich musste sehr oft schmunzeln und das ein oder andere Mal auch herzhaft lachen, denn die Situationen, die sich durch Losts besondere Begabung ergaben, waren wirklich z. T. sehr amüsant.

    Begeistert hat mich, wie Ribeiro es schafft, immer neue Facetten in den Personen (vor allem natürlich die von Lost) anzulegen. Vor allem die Entwicklung, die auch seine Kollegen (allen voran Carlos) durch ihn und mit ihm machen, sind einfach toll zu lesen.

    Dieser Roman hat alles, was ein guter Roman für mich haben muss: Spannung, phantastische Charaktere, eine gute Portion Humor und dazu noch recht viel Hintergrundinformationen - sei es zu landestypischen Gerichten und Landschaft oder auch zur historischen Rolle Portugals während und nach der Kolonialzeit. Eine ganze Weile tappt man völlig im Dunkeln und fragt sich genau wie die Kommissare, was wohl alles dahinter stecken mag und erst während der Roman sich entwickelt bekommt man eine Ahnung, wie alles miteinander verquickt sein könnte.

    Hoffentlich bleibt uns Lost noch lange erhalten! Wenn das keine TV-Serie wird, dann weiß ich es auch nicht. Als typischen Regionalkrimi würde ich ihn übrigens nicht bezeichnen. Er könnte überall woanders spielen, solange die Protagonisten mitziehen.


    Fazit: Lohnt sich auf jeden Fall, wenn man nicht unbedingt bluttriefende Thriller lesen möchte. Hervorragender, kurzweiliger Schreibstil!


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