Tanja Hanika - Der Angstfresser

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Der Angstfresser

5|1)

Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 204

ISBN: 9781985232167

Termin: April 2018

  • Angst, Blut und Schmerz.

    Chester Harris will mehr davon. Er ist Horrorautor und es stellt ihn nicht länger zufrieden, die Leser mit seinen Gruselgeschichten zu erschrecken. Daher lädt er zu einem Horrorabend ein, der seinen ahnungslosen Gästen alles abverlangt. Sie müssen ein Spiel um Leben und Tod überstehen, indem sie die eigenen Grenzen überschreiten. Angst, Blut und Schmerz stehen auf Chesters Speiseplan und er wird viel davon bekommen.

    Warnung: Der Horrorroman enthält explizite Gewaltdarstellungen und abstoßende Details...(Klappentext)


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    "Dies hier war echt und nichts schmeckte ihm besser als wahre Angst" (S. 63)


    Hier wird nicht lange gefackelt - kein langsames Herantasten, keine gemütliche Vorbereitung auf das Grauen. Schon im Prolog wird verstümmelt und gefoltert, gedroht und gemordet - DAS ist die Vorbereitung des Lesers auf den Horror und DAS ist auch noch harmlos im Gegensatz zu dem was noch folgen wird.


    "Die Augenhöhle schien das Brenneisen einzusaugen, doch Chester entriss es ihr und versenkte es anschließend im rechten Auge.
    Der Qualm kratzte in seiner Kehle, aber nichts hatte jemals für ihn so gut geduftet wie der Geruch nach verbranntem Menschenfleisch." (S. 8)


    Obwohl es nach dem Prolog ruhiger wird, dauert es nicht lange, bis das Grauen wieder einsetzt. Trotzdem kann man ab Beginn das Buch nicht mehr aus der Hand legen.


    Mit Chester Harris blickt man in das Innerste einer kranken Seele, aus was diese erwuchs und ihn zu dem machte was er nun ist - ein Psychopath der Angst riechen, Schmerz zufügen und Blut fließen sehen will und das nicht nur noch auf Papier seiner Horrorbücher, sondern in der Realität.

    Dafür hat sich Chester etwas ganz besonderes ausgedacht, nämlich einen Horrorabend in der Abgeschiedenheit mit einem von ihm ausgewählten Publikum. Zumindest lässt er seine Gäste im Glauben, sie wären die Zuschauer. Doch es dauert nicht lange und ihnen wird klar - sie sind die Hauptattraktion und allein für die Unterhaltung von Chester bestimmt.

    Angefangen bei seiner Mutter, über seinen ehemaligen Verleger bis hin zu einem Fan und einer Bloggerin. Hier geht es um Leben und Tod, ok...eigentlich nur um den Tod, um die verschiedenen Gesichter des Todes, der damit verbundenen Ängste und wie man diesen entgegentritt, denn Chester hat nicht vor sich an seine eigenen Regeln zu halten oder jemanden entkommen zu lassen.


    Als Leser erhält man jedoch nicht nur Einblick in Chesters kranke Sichtweise, sondern auch in die der Betroffenen, in die Gedanken desjenigen, der gerade für "Unterhaltung" sorgt. Man ist also mitten drin, statt nur dabei, wenn hier jemand am lebendigen Leibe operiert oder zerfleischt wird.


    Die Autorin, Tanja Hanika, hat sich hier so einiges für Chester und seine Gäste einfallen lassen und das ist wirklich nicht von schlechten Eltern.

    Hier werden die Urängste des Menschen neu entfacht, aber auch die Neugierde und der Voyeurismus angestachelt.

    Dies alles erfolgt in einem flüssigen und verdammt bildhaftem Schreibstil, der einem die Gänsehaut rauf und runter laufen lässt. So sehr es auch einem ekelt, so sehr man die Augen schließen möchte - man wird gepackt, die Klauen der Spannung graben sich tief in des Lesers Fleisch und die Augen huschen, vor Entsetzen weit aufgerissen, über die Seiten. Für schwache Nerven und einen empfindlichen Magen ist dieser Roman definitiv nichts.


    Ein kleiner Tipp am Rande: achtet auf die Namen des ein oder anderen Protagonisten. So mancher ließ mich durchaus schmunzeln.


    Fazit:

    Dieser Roman ist ein absolut spannendes und morbides Horrorspektakel, welches Bilder im Kopf entstehen lässt, die man so schnell nicht mehr los wird. Und trotzdem, so schräg es vielleicht für manche klingen mag, aber ich hätte mir gewünscht noch einige Seiten länger mit Chester und seinen "Gästen" verbringen zu dürfen.

    So ekelhaft und abartig so manche Szenen auch waren, so packend und fesselnd waren sie auch, sodass meine Augen manchmal nicht so schnell lesen konnten, wie ich gerne gewollt hätte.

    Dies war mit Sicherheit nicht mein letztes Buch von dieser Autorin! :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:


    © Pink Anemone

    1. (Ø)

      Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform


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