Helene Sommerfeld - Das Licht der Welt

  • Buchdetails

    Titel: Die Ärztin: Das Licht der Welt


    Band 1 der

    Verlag: Rowohlt Taschenbuch

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 560

    ISBN: 9783499273995

    Termin: April 2018

  • Bewertung

    4.3 von 5 Sternen bei 21 Bewertungen

    86,7% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "Die Ärztin: Das Licht der Welt"

    Sternstunden der Medizin im deutschen Kaiserreich – und eine Frau schreibt Geschichte: Teil 1 der packenden Historiensaga um die Ärztin Ricarda Thomasius.1876 verlässt die 13-jährige Gärtnertochter Ricarda schweren Herzens die ruhige Weite der Mark Brandenburg, um Henriette von Freystetten ins lebendige Berlin zu begleiten. Als Mündel der Komtess lernt das aufgeweckte Mädchen eine faszinierende neue Welt kennen: Die unverheiratete Frau führt in der glanzvollen Kaiserstadt ein emanzipiertes Leben, hält Salons und praktiziert als eine der ersten deutschen Ärztinnen. Tuberkulose, Bleichsucht oder Frauenleiden – Dr. Freystetten hat sich bei ihren gutbetuchten Patientinnen längst einen Namen gemacht. Kranken Menschen zu helfen, dem Tod die Stirn zu bieten, davon beginnt auch Ricarda heimlich zu träumen. Denn um die siechen Frauen, die jenseits des Boulevards Unter den Linden in Armut leben, kümmert sich niemand. Ein selbstbestimmtes Leben, wie die Komtess es führt, ist für eine junge Frau ihres Standes zwar unvorstellbar. Aber Ricarda ist entschlossen, für ihr Glück zu kämpfen. Sie ahnt nicht, dass die herrische Komtess eigene Pläne für ihren Schützling schmiedet. Und dass Ricardas Begegnung mit einem jungen Medizinstudenten all ihre Vorsätze ins Wanken bringen wird …
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    Chattys Buecherblog
    Die Seiten sind nur so dahin geflogen. Ich warte nun sehnsüchtig auf die Fortsetzung.
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    Emili
    Gefühle konnte die Autorin nicht transportieren, der leblose Schreibstil gefiel mir nicht

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  • Kurzbeschreibung (Quelle: Verlagsseite)
    Sternstunden der Medizin im deutschen Kaiserreich – und eine Frau schreibt Geschichte: Teil 1 der packenden zweibändigen Historiensaga um die Ärztin Ricarda Thomasius.
    1876 verlässt die 13-jährige Gärtnertochter Ricarda schweren Herzens die ruhige Weite der Mark Brandenburg, um Henriette von Freystetten ins lebendige Berlin zu begleiten. Als Mündel der Komtess lernt das aufgeweckte Mädchen eine faszinierende neue Welt kennen: Die unverheiratete Frau führt in der glanzvollen Kaiserstadt ein emanzipiertes Leben, hält Salons und praktiziert als eine der ersten deutschen Ärztinnen. Tuberkulose, Bleichsucht oder Frauenleiden – Dr. Freystetten hat sich bei ihren gutbetuchten Patientinnen längst einen Namen gemacht.
    Kranken Menschen zu helfen, dem Tod die Stirn zu bieten, davon beginnt auch Ricarda heimlich zu träumen. Denn um die siechen Frauen, die jenseits des Boulevards Unter den Linden in Armut leben, kümmert sich niemand. Ein selbstbestimmtes Leben, wie die Komtess es führt, ist für eine junge Frau ihres Standes zwar unvorstellbar. Aber Ricarda ist entschlossen, für ihr Glück zu kämpfen. Sie ahnt nicht, dass die herrische Komtess eigene Pläne für ihren Schützling schmiedet. Und dass Ricardas Begegnung mit einem jungen Medizinstudenten all ihre Vorsätze ins Wanken bringen wird …


    Autorin (Quelle: Verlagsseite)
    Helene Sommerfeld ist das Pseudonym eines in Berlin lebenden Autoren-Ehepaars. Viele ihrer Romane und Sachbücher waren internationale Bestseller. Die einzigartige Lebendigkeit ihrer Bücher entsteht aus der Begeisterung für Medizin und dem Interesse an historischen Persönlichkeiten, verbunden mit der Leidenschaft, fremde Länder zu bereisen.


    Allgemeines
    Erschienen am 24.04.2018 im Rowohlt Taschenbuch Verlag mit 560 Seiten
    Personenverzeichnis - 18 Kapitel, jeweils mit Überschrift und Zeitangabe versehen – (Anstelle einer) Widmung
    Erzählung in der dritten Person aus der Perspektive von Ricarda Petersen
    Handlungsort und -zeit: Schloss Freystetten, Berlin und Zürich in den Jahren 1876 bis 1890


    Zum Inhalt
    Ricardas Eltern Gustav und Karla Petersen arbeiten als Gärtner und Köchin auf Schloss Freystetten für die Familie des Grafen; den Töchtern Antonia, Ricarda und Rosamunde ist ebenfalls ein Leben im Dienst der Familie oder in einem ähnlichen herrschaftlichen Hause vorbestimmt. Als es zu einem dramatischen Vorfall kommt, bei dem Ricarda der Tochter des Grafen das Leben rettet, zeigt die Familie sich erkenntlich, indem Komtess Henriette, die unverheiratete Schwester des Grafen, das Mädchen als Mündel mit nach Berlin nimmt und ihm eine gute Schulbildung angedeihen lässt. Henriette ist als Zahnärztin tätig, gemeinsam mit einigen befreundeten Ärztinnen setzt sie sich dafür ein, dass auch Frauen einen Beruf erlernen – und auch im Falle ihrer Verheiratung ausüben – dürfen. Da Frauen im 19.Jahrhundert das Universitätsstudium noch verwehrt ist, müssen sie für das Studium ins Ausland gehen, Henriette selbst hat in den USA und in Zürich studiert.
    Ricarda assistiert in der Praxis und möchte eigentlich den Beruf der Krankenpflegerin erlernen, doch sie erweist sich also so gelehrig und interessiert, dass sie in die Fußstapfen ihrer Mentorin tritt und sich ebenfalls nach Zürich begibt.


    Beurteilung
    Die Figuren des Romans sind fiktiv, sie haben allerdings laut Aussage in der Widmung reale Vorbilder. Der Roman gibt einen guten Einblick in die preußische Gesellschaft des letzten Drittels des 19. Jahrhunderts, vor allem das Leben und die Leiden der einfachen Bevölkerung in Berlins überbelegten Mietskasernen werden eindringlich geschildert. Die Ärztinnen um Henriette von Freystetten behandeln Damen der höchsten Gesellschaft, um ihren Lebensunterhalt zu sichern, sie behandeln außerdem Frauen aus der Arbeiterklasse gratis. Der Leser wird unmittelbar Zeuge, wie die Ärztinnen gegen Krankheiten kämpfen, die heute leicht zu besiegen sind, er bekommt einen Eindruck davon, wie Unwissenheit der Mediziner fatale Folgen haben kann, sei es im Bereich der Geburtshilfe oder der Psychiatrie. Aus medizinhistorischer Sicht ist es eine interessante Zeit, in der bahnbrechende Entdeckungen und Entwicklungen zu verzeichnen sind: Mit Mikroskopen werden Bakterien aufgespürt, auch wenn die Ärzte zunächst keine schlagkräftige Waffe dagegen haben und die Erkenntnis der Wichtigkeit von Hygiene und Antisepsis beginnt sich zu etablieren.
    Interessant sind auch die Informationen zur Lage der Frauen in dieser Zeit. Neben niederen Tätigkeiten als Bedienstete oder Fabrikarbeiterinnen ist der Beruf der Lehrerin die einzige höher-qualifizierte Tätigkeit, die Frauen in Deutschland zugänglich ist und diesen Beruf dürfen nur unverheiratete Frauen ausüben.
    Die Charaktere der Romanfiguren sind gut ausgearbeitet, die interessanteste Persönlichkeit ist sicherlich Henriette von Freystetten, die äußerst engagiert, aber andererseits auch sehr dominant-manipulativ ist und mit guten und weniger guten Eigenschaften präsentiert wird. Ricarda wird ein wenig zu idealisiert dargestellt, ihr Verhalten gegen Ende des Romans scheint nicht allzu glaubwürdig. Das Ende bietet allerdings einen Cliffhanger, der Vorfreude auf den zweiten Band („Stürme des Lebens“, ET 20.11.2018) weckt.
    Sehr schön wäre es gewesen, wenn es noch ein Autorennachwort zu den realen Vorbildern der im Roman auftretenden fiktiven Ärztinnen gegeben hätte.


    Fazit
    Ein unterhaltsamer Roman mit medizinhistorischer Ausrichtung, der das Leben im preußischen Kaiserreich während des letzten Drittels des 19.Jahrhunderts thematisiert.

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • Bücher welche im historischen Berlin spielen finden bei mir sofort einen Platz auf der WuLi. Danke für die Rezension!


    Betreffend der Mietskasernensituation tätigte der berühmte Berliner Maler Heinrich Zille den Ausspruch dass "eine Wohnung töten kann wie eine Axt". Sehr zutreffend finde ich.

    Enttäuschung ist das Ergebnis falscher Erwartungen. (Andreas Tenzer)

  • Betreffend der Mietskasernensituation tätigte der berühmte Berliner Maler Heinrich Zille den Ausspruch dass "eine Wohnung töten kann wie eine Axt". Sehr zutreffend finde ich.

    Ja, da hat er recht. Die Krankheiten (Kindersterblichkeit) direkt infolge der Wohnsituation werden hier auch deutlich angesprochen.

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • Die Ärztin-Das Licht der Welt von Helene Sommerfeld


    Die Autorin (Quelle: Amazon)

    Helene Sommerfeld ist das Pseudonym eines in Berlin lebenden Autoren-Ehepaars. Viele ihrer Romane und Sachbücher waren internationale Bestseller. Die einzigartige Lebendigkeit ihrer Bücher entsteht aus der Begeisterung für Medizin und dem Interesse an historischen Persönlichkeiten, verbunden mit der Leidenschaft, fremde Länder zu bereisen.


    Produktinformation (Quelle: Amazon)

    Taschenbuch: 560 Seiten

    Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag; Auflage: 2 (24. April 2018)

    Sprache: Deutsch

    ISBN-10: 3499273993

    ISBN-13: 978-3499273995


    Ein spannendes Buch

    Ricarda spielte mit dem Hund, ihre Schwester Antonia und die Grafentochter Floorentine hingegen liefen auf dem Eis, bis es plötzlich unter Florentine brach…. Und Antonia wurde von ihr bei ihrer Rettungsaktion hineingezogen…

    Ricarda war noch viel zu weit entfernt als dies geschah, und so konnte sie nur eines der Mädchen retten…

    Auch Ricardas Vater, der der Gärtner des Schlosses war, konnte dem Mädchen nicht mehr helfen…

    Henriette, Floras Tante, nahm Ricarda mit nach Berlin…

    Henriette war eine der ersten Ärztinnen in Berlin. Sie hatte in Zürich studiert und in Berlin eine Praxis… Hier durfte Ricarda manchmal helfen…

    Henriette war nicht die einzige Ärztin in Berlin…

    Als Ricarda eine Patientin zu Hause besuchte, begegnete sie deren Bruder….

    Und dann gab es da noch einen kleinen Zwischenfall, der Ricarda und Henriette etwas entfremdete…

    Warum brach das Eis an dieser Stelle? Wieso wurde Antonia von ihr hineingezogen? Wie schaffte es Ricarda eines der Mädchen zu retten? Und wen rettete sie? Antonia oder Florentine? Wieso nahm Henriette, Floras Tante, Ricarda mit nach Berlin? Warum hatte Henriette in Zürích studiert? Durfte sie in Berlin überhaupt praktizieren? Inwiefern durfte Ricarda helfen? Wer war noch als Ärztin in Berlin? Hatte sich Ricarda in den Bruder der Patientin verliebt? Was würde daraus werden? Was geschah, dass sich Ricarda und Henriette entfremdeten? Alle diese Fragen – und noch viel mehr – beantwortet dieses Buch.


    Meine Meinung

    Es ist das erste Buch, das ich von dieser Autorin, bzw. diesem Autoren-Ehepaar gelesen habe. Der Klappentext hatte mich neugierig gemacht und es hat mich auch nicht enttäuscht. Obwohl ich mich gemeinhin nicht nur auf einen Klappentext verlasse. Es ließ sich leicht und auch flüssig lesen. Ricarda tat mir sehr leid, auch wenn sie dadurch in die große Stadt kam und besser lernen konnte. Sie konnte dadurch etwas aus sich machen, und ist nach einem Ereignis zu der Erkenntnis gekommen, dass sie Ärztin werden will. Wie sie das geschafft, hat, wie sie sich durchgesetzt hat, ist sehr anschaulich beschrieben. Natürlich musste sie ebenfalls in Zürich studieren, denn ein Medizinstudium was damals für Frauen in Deutschland nicht möglich. Am schlimmsten fand ich das, was fast am Ende des Buches noch passierte, es hätte sie beinahe ruiniert. Ob tatsächlich alles gut wird, können wir im nächsten Band lesen. Ricarda hatte ja eigentlich auf Siegfried, den Bruder der erwähnten Patientin und mir ihr, Ricarda, verlobt, gewartet. Doch der war immer wieder in den deutschen Kolonien unterwegs, und auch manchmal nicht erreichbar. Das Buch bot für einen solchen Roman ein genügend Maß an Spannung, die sich auch bis zum Ende hielt. Es hat mich sehr gut unterhalten, mich gefesselt, so dass ich es fast nicht aus der Hand legen konnte. Von mir bekommt es eine Lese-/Kaufempfehlung sowie volle Bewertungszahl.

    Liebe Grüße
    Lerchie



    _______________________
    nur wer aufgibt, hat schon verloren

  • €nigma und/oder alle anderen LeserInnen,


    ich habe eine Frage.

    Habe mir das Hörbuch geholt und bin auch sehr zufrieden. Sprecher toll, Handlung toll, ABER, ich habe ein Problem mit dem Inhalt und hätte gern gewusst, ob das so bleibt, oder besser wird. Das würde dann ein Weiterhören oder Abbrechen bestimmen:


    Liebe Grüße von Tanni


    2021 gelesen: 153

    Januar = 20, Februar = 23, März = 20, April = 19

    Mai = 23, Juni = 23, Juli = 25

  • Tanni

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • Squirrel

    Hat den Titel des Themas von „Helene Sommerfeld - Die Ärztin: Das Licht der Welt“ zu „Helene Sommerfeld - Das Licht der Welt“ geändert.
  • Tanni

    Vielen Dank, dann werde ich es abbrechen.

    Liebe Grüße von Tanni


    2021 gelesen: 153

    Januar = 20, Februar = 23, März = 20, April = 19

    Mai = 23, Juni = 23, Juli = 25

  • Starke Frauenfiguren!


    1876: Ricarda wächst als Tochter des Gärtners und der Köchin auf Schloss Freystetten in Brandenburg auf. Durch einen Unfall bekommt Rica die Gelegenheit in Berlin bei Komtess Henriette zu leben. Henriette arbeitet als erste weibliche Ärztin in Berlin, und erkennt sehr schnell, dass Ricarda ebenfalls für diesen Beruf gemacht ist. Da das Medizinstudium für Frauen in Deutschland verboten ist, beginnt Rica zunächst die Pflegerinnenausbildung. Muss Ricarda ihren Traum nach einer Ausbildung als Ärztin vergessen?


    Emanzipation und Frauenrechte, gemixt mit dem Thema Medizin, sind die Grundlagen in dieser Geschichte. Die Protagonistin Ricarda, gepusht von der ersten weiblichen Ärztin Berlins, Komtess Henriette, ist eine starke Figur. Sie weiss genau was sie will, und das heisst keinesfalls sich als Frau um Herd und Kinder zu kümmern. Sie will arbeiten, und das möglichst mit einer guten Ausbildung. Lange Zeit, wie so üblich zu der damaligen Zeit, hat sich Ricarda völlig hinter den Konventionen versteckt. Bis sie sich endlich eingestanden hat, dass ihre Träume und Lebensziele andere sind, als von Frauen ihres Alters. Dieses Eingeständnis empfand ich als sehr gut ausgearbeitet. Für uns Leser ist der Weg dahin nachvollziehbar und äusserst fesselnd geschrieben.

    Ricarda geht einen steinigen Weg, muss ihre Wünsche und Träume immer wieder neu überdenken. Auch als die Liebe ihr in die Quere kommt. Einige Zufälle, die mir leider etwas zu gewollt waren, unterstützen sie auf dem Weg dahin. Einer dieser Zufälle war, dass Komtess Henriette die kleine Tochter des Gärtners einfach so nach Berlin mitnimmt. Sie, die bisher weder Muttergefühle noch Zeit für ein Kind gehabt hat. Den anderen Zufall, dass die Zimmerwirtin Rica ein Vermögen hinterlässt. Weshalb nur Rica und nicht auch deren Mitbewohnerin?

    Abgesehen von diesen Zufällen hat mir die Geschichte gut gefallen. Das Autorenduo, das sich hinter dem Pseudonym Helene Sommerfeld versteckt, hat eine abwechslungsreiche und fesselnde Geschichte in die Gebräuche, Sitten, Konventionen und Dünkel der damaligen Zeit verpackt. Zu Beginn des Buches musste ich mich an die absatzweise Handlungssprünge oder Wechsel gewöhnen. Mit der Zeit habe ich realisiert, dass gerade diese die Story rasant und abwechslungsreich machen. Ich möchte nun unbedingt wissen, wie es mit Ricarda weitergeht und lese nahtlos Teil 2 ( Die Ärztin Stürme des Lebens) weiter. Auch weil Teil 1 offen endet, und der Schluss den Übergang zu Teil 2 einleitet.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

  • Ich habe das Buch gestern beendet und :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb: vergeben. Einen halben Stern Abzug, weil ich Ricarda selbst etwas zu glatt fand. Etwas gestört hat mich auch, dass der Name der Reihe ein Spoiler ist. :shock:

  • Den historischen Hintergrund zu der Geschichte fand ich sehr interessant und als Thema gut gewählt. Man kann nie genug über Emanzipation und Frauenrechte berichten :thumleft:Die historische Zeit wurde realitätsnahe dargestellt. Doch, wie die Geschichte erzählt worden ist, war nicht mein Fall.[-( Ich fand die Story etwas hölzern, in einer Sprache, die mir zu einfach erschien und für keine Spannung sorgte, geschrieben. Der Roman las sich mehr oder weniger wie ein trockener Bericht über das Leben der Protagonistinnen und hatte keine Tiefe für mich. Denn die Charaktere blieben oberflächlich, die einzige Person, die in meinen Augen Tiefe besaß, war Henriette. Positiv zu vermerken ist, dass die Story schnell gelesen ist. Für mich wird es allerdings keine Fortsetzung der Reihe geben. Mich hat der Roman nicht überzeugt. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: Sterne gibt es von mir.

    2021: Bücher: 189/Seiten: 85 997
    2020: Bücher: 139/Seiten: 60 837
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    "Das Nicht-Wahrnehmen von etwas beweist nicht dessen Nicht-Existenz"

    Dalai Lama

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    Lese gerade:

    Wind, Jennifer B. - Als Gott schlief

  • „Die Tochter der Köchin soll also mein Vorbild sein?“

    Die 13-jährige Ricarda Petersen lebt ein einfaches aber gutes Leben im Jahre 1876 als Tochter des Gärtners und der Köchin auf Schloss Freystetten. Durch einen tragischen Unfall wird sie Zeugin, wie Komtess Henriette ihrer Nichte das Leben rettet. Sie ist Ärztin. Ein Beruf den hier nur Männer ausüben dürfen, erzählt sie ihr. Sie hat aber in Zürich studiert, wo Frauen auch Ärztinnen werden dürfen. Das alles hört sich für Ricarda ganz unglaublich und weit weg von ihrem Leben, an.

    Als Henriette von Freystetten dann nach Berlin zurückkehren möchte, muss sie ihrem sterbenden Vater aber versprechen, sich um Ricarda zu kümmern. Kurzentschlossen nimmt Henriette sie mit in die Großstadt und will ihr dort eine gute schulische Ausbildung zukommen lassen, denn Ricarda hat bei dem besagten Unglück bewiesen, dass sie mutig ist und eine große Auffassungsgabe hat.

    Von jetzt auf gleich dreht sich Ricardas Welt in ganz anderen Dimensionen. Eben noch ist sie traurig, nicht bei ihrer Familie sein zu können, um dann im nächsten Augenblick zu erkennen, dass sie hier genau richtig ist, denn ihr Wissensdurst ist unersättlich.

    Sie lernt viel und schnell. Durch eine Kleinigkeit, die in ihren Augen aber richtig war, wird Ricarda ins Gefängnis geworfen und hilft dort der Krankenschwester bei ihrer täglichen Arbeit, die kranken Frauen zu pflegen. Ihr Wunsch ist klar, sie will auch helfen. Aber der Weg den sie gehen wird, um das zu erreichen ist schwer und steinig. Und dann erkennt sie bald, dass sie mehr als nur Kranke pflegen will, sie möchte sie auch heilen.

    Wird Ricardas Traum Wirklichkeit? Kann sie auch einmal Ärztin werden?

    Fazit:

    Hinter dem Autorenname Helene Sommerfeld verbirgt sich das Pseudonym eines Berliner Autoren-Ehepaares. Mit „Die Ärztin – Das Licht der Welt“ schreiben sie den 1.Teil der dreiteiligen Historiensaga um die Ärztin Ricarda Thomasius. Sofort bin ich bei ihr und lasse mich in das Jahr 1876 und die Geschehnisse auf Schloss Freystetten mitnehmen.


    Der Schreibstil gefällt mir gut und ist flüssig zu lesen. Manches Mal fehlt mir ein wenig die Tiefe und an anderer Stelle sind die Einblicke dann zu ausschweifend beschrieben. Das richtige Gleichgewicht zu finden ist sicher das schwierigste bei diesem Roman. Einerseits möchte der Leser so viel wie möglich aus der Zeit, der Umgebung, des Lebensstils und der Menschen, wissen. Andererseits aber auch, wie in der damaligen Zeit Kranken und Verletzten geholfen wurde und wie die medizinischen Voraussetzungen waren und wie schnell sie voranschritten.

    Jedem einzelnen Charakter verleiht die Autorin ein ganz eigenes Gesicht. Mir gefällt Ricarda wirklich gut. Meine Lieblingsprotagonistin ist hier aber eindeutig Dr. Käthe Hausmann. Sie war mir von Anfang an sympathisch, sie pokert nicht, sie sagt immer genau das, was sie sagen möchte, ganz egal was andere denken.

    Mich konnte die Autorin überzeugen, denn die Geschichte um Ricarda ist interessant und oftmals mit sehr viel Mitgefühl erzählt, mein Kopfkino lief auf Hochtouren. Daher vergebe ich hier gerne 4 Sterne, eine klare Leseempfehlung und freue mich schon jetzt auf die bald erscheinende Fortsetzung. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    "Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."

    Antoine de Saint-Exupéry. Aus: Der kleine Prinz

  • Doch, wie die Geschichte erzählt worden ist, war nicht mein Fall.[-( Ich fand die Story etwas hölzern, in einer Sprache, die mir zu einfach erschien und für keine Spannung sorgte, geschrieben. Der Roman las sich mehr oder weniger wie ein trockener Bericht über das Leben der Protagonistinnen und hatte keine Tiefe für mich. Denn die Charaktere blieben oberflächlich, die einzige Person, die in meinen Augen Tiefe besaß, war Henriette. Positiv zu vermerken ist, dass die Story schnell gelesen ist. Für mich wird es allerdings keine Fortsetzung der Reihe geben. Mich hat der Roman nicht überzeugt. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: Sterne gibt es von mir.


    Ich sehe es ganz genau so wie Emili.

    Für mich gab es in dem Buch leider kaum Sympathieträger, selbst Ricarda sagte mir nicht zu. Und auch mir gefiel der Schreibstil aus denselben Gründen wie Emili nicht. Es wirkte wie eine Abhandlung in einem Sachbuch ohne Emotionen und Spannungsbogen. Anfangs wurden die Ereignisse noch ausführlich behandelt, irgendwann änderte sich das und es kam nur noch ein Ereignis nach dem anderen. Ich habe mich bis kurz vorm Ende "durchgequält", weil mir das Buch so wärmstens von meiner Schwiegermutter empfohlen wurde und ich auch die weiteren Bände der Reihe von ihr ausgeliehen bekommen habe, aber das ist nichts für mich. Kurz vor Schluss habe ich es dann doch abgebrochen und werde auch die weiteren Bände nicht lesen.

    Von mir gab es :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb: mit Tendenz nach unten.

  • Sehr gut gefällt mir die Vorstellung der wichtigsten Personen, gleich zu Beginn. So kann ich mir gleich ein Bild machen, mit welchen oder wievielen Protagonisten ich es zu tun hatte. Für mich ist so eine Aufzählung immer sehr hilfreich. Bevor ich es vergesse, ähnlich geht es mir auch mit der Karte von Berlin 1878, in der Innenklappe. Schnell habe ich nach den mir bekannten Örtlichkeiten Ausschau gehalten um auch dieses besser in die Geschichte einordnen zu können.



    Hui, welch tragischer Anfang. Hilflos zusehen zu müssen, wie die eigene Schwester ertrinkt, während man einer anderen Person das Leben rettet. Brrrrr....furchtbarer Gedamke. Hiermit hatte die Autorin wirklich ein sensationelles Entrèe für eine Lebensgeschichte geschaffen. Ich habe diese Seiten wahrlich verschlungen.



    [...] wahre Größe zeigt sich erst in der Niederlage. (Zitat - Seite 56)



    Sehr gut gefällt mir Komtess Henriette. Sie scheint wirklich eine sehr toughe Frau zu sein, die Unwegsamkeiten gerne einfach die Stirn bietet. Sei es ihrem Bruder oder auch auf beruflicher Ebene. So ist schnell klar, dass sie Ricarda mit nach Berlin nehmen würde, um ihr eine medizinische Ausbildung zu ermöglichen.



    Witzig zu lesen ist auch der Berliner Dialekt. Er verleiht der Geschichte gleich nochmal mehr Lokalkolorit und lässt die Stadt und auch die Story lebendiger wirken.



    Nun zeigt sich auch, wofür die Komtess kämpft: Gleichberechtigung. Frauen sollen ebenfalls unterrichten und studieren dürfen.



    "Einen Beruf auszuüben wird immer so sein wie das Füttern der Vögel im Park. Die Männer werfen uns einen Brosamen hin. Doch den Laib behalten sie in Händen." (Zitat - Seite 83)



    Aber nicht nur die berufliche Hingabe spielt eine große Rollen in diesem Roman, nein, auch die Liebe kommt nicht zu kurz. Ob es die Liebe zu den Mitmenschen ist, oder die Hingabe zu einem Partner, all dieses wird auf sehr angenehme Art und Weise beschrieben, ohne jemals kitschig zu wirken.



    Noch kurz ein paar Worte zu Cover und Klappentext, die jedoch keinen Einfluß auf meine Bewertung haben bzw. in diesem Fall auch haben müssen, da mir die Story ohnehin schon sehr gut gefallen hat. Das Cover wirkt durch die blaue Farbe etwas unterkühlt, nahezu frostig. Jedoch gefällt mir das Bild sehr gut. Eine Frau die offenbar ihren Weg gehen möchte und eine kleine Stadtszene.


    Der Klappentext - ja, das war auch der Grund, weshalb ich dieses Buch unbedingt lesen wollte. Die Zeilen machen sehr neugierig und im Nachhinein kann ich auch sagen, dass der Text sehr gut gewählt wurde.



    Lesespaß oder Lesefrust?



    Ganz klar: Lesespaß. Und zwar von der ersten bis zur letzten Seite. Ja, die Seiten sind nur so dahin geflogen und ich wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.


    Um es kurz zu sagen: Ich hatte das Buch innerhalb von 1,5 Tagen verschlungen und warte nun gespannt auf die Fortsetzung.



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