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Georges Simenon - Der grosse Bob / Le Grand Bob

Der große Bob

4.5 von 5 Sternen bei 1 Bewertung

Verlag: Diogenes

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 208

ISBN: 9783257241358

Termin: September 2012

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  • Autor: Georges Simenon
    Titel: Der große Bob
    Originaltitel: Le Grand Bob, erschien erstmals 1954
    Seiten: 208 in neun Kapiteln
    Verlag: Diogenes
    ISBN: 9783257241358


    Der Autor: (der Verlagsseite entnommen)
    Georges Simenon, geboren 1903 in Liège/Belgien, begann nach abgebrochener Buchhändlerlehre als Lokalreporter. Nach einer Zeit in Paris als Privatsekretär eines Marquis wohnte er auf seinem Boot, mit dem er bis nach Lappland fuhr, Reiseberichte und erste ›Maigret‹-Romane verfassend. Schaffenswut und viele Ortswechsel bestimmten 30 Jahre lang sein Leben, bis er sich am Genfersee niederließ, wo er nach 75 ›Maigret‹-und über 120 ›Non-Maigret‹-Romanen, statt Romane zu schreiben, ausgreifende autobiographische Arbeiten diktierte. Er starb am 4. September 1989 in Lausanne.


    Inhalt: (Klappentext)
    Lulu und Bob sind fast fünfzig und immer noch ein glückliches Liebes- und Ehepaar. Das ist selbst in Paris, der Stadt der Liebenden, fast zu schön, um wahr zu sein. Bobs Lebensmotto: „Wenn jeder sich um das Glück eines einzigen Menschen kümmern würde, wäre die ganze Welt glücklich.“ Jeden Sonntag treffen sich die beiden mit Freunden an der Seine, und Lulu freut sich, als Bob ein neues Hobby für sich entdeckt: das Angeln. Doch von einer seiner Bootsfahrten kommt Bob nicht zurück.


    Meinung:
    Auch wenn es der Klappentext vermuten lässt, ein richtiger Kriminalfall zum Miträtseln ist dieser Roman nicht. Denn bereits nach wenigen Seiten ist klar: Bob hat Selbstmord begangen. Aber warum? Er hinterlässt keinen Abschiedsbrief, seine letzten Tage und Stunden verbrachte er wie immer, niemand hat etwas geahnt. Umso verstörender ist dieser Suizid für die Hinterbliebenen. Ein Freund „ermittelt“, indem er über die nächsten Monate mit der Witwe spricht, mit gemeinsamen Freunden und so einen genaueren Blick auf Bobs Leben erhält. Wie hat er seine Frau kennen gelernt? Wie war das Verhältnis zu dessen Vater? Wie liefen die letzten Stunden in Bobs Leben ab? Und kann man daraus irgendwelche Gründe ableiten? Und gleichzeitig erfährt man, welche Lücke Bob bei Familie und Freunden hinterlässt. Man arrangiert sich, aber gerade dieses Fehlen eines offensichtlichen Grundes ist irritierend.
    Ein empfehlenswerter und typischer Simenon-Roman. Wie so oft ist nicht so sehr die „Ermittlung“, das Suchen eines Motivs für den Selbstmord das Wesentliche in der Geschichte, sondern die psychologische Komponente in der Geschichte und die Atmosphäre des Paris in den 1950er Jahren. Natürlich kann man über die manches Mal klischeehafte Darstellung oder die stereotypen Frauenfiguren schmunzeln oder den Kopf schütteln, aber unterhaltsam sind Simenons Romane dennoch.

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