Teil 3: Abschnitte 54 bis 82 (Seiten 273-416)

  • Kapitel 54 - 82

    Nur ein paar Splitter


    Marie verhält sich sehr konsequent; sie emanzipiert sich mit erstaunlicher Geradlinigkeit

    von ihrer Familie.

    Der Vater präsentiert sich als typischer Überzeugungstäter und argumentiert mit "Pflicht".

    Das erinnert mich wieder an den Eichmann-Prozess. Dort hatte Eichmann auch mit Pflicht und mit Kant argumentiert, aber der Richter hatte auch seinen Kant gelesen und konnte gut reagieren.

    Marie fühlt sich schuldig - sie trägt "Die geliehene Schuld" - und sie hat Angst,

    dass in ihr mehr von ihrem Vater steckt als ihr lieb ist. Sie erinnert sich an den Bibelspruch aus dem Alten Testament:

    "der die Missetat der Väter heimsucht auf Kinder und Kindeskinder bis ins dritte und vierte Glied".

    Das sind beängstigende Gedanken - und erinnern mich an die Weitergabe von Traumata, wie man das sehr gut von

    Shoa-Opfern kennt und inzwischen auch von StaSi-Opfern.


    Die Nazi-Seilschaft wird deutlicher in ihren Konturen, und Herr Dr. Schneider, der die Identität seiner Leute nicht preisgeben will,

    ist wohl Herr :-#

    Hat nicht auch die StaSi ihre alten Seilschaften beibehalten? Das wäre doch ein spannendes Buch-Thema - aber ich denke,

    dass die Quellenlage noch nicht so gut ist. Keine Ahnung.


    Und was die Rolle der Kirche angeht - nicht zu fassen, wie weit die Angst vor dem Kommunismus ging. Nicht zu fassen.

    Da will ich Genaueres wissen.


    Jetzt wissen wir auch , welches Interesse der Amerikaner an Vera hat. Ich habs doch gleich geahnt ....


    Mir gefällt es übrigens gut, dass es in diesem Buch Journalisten sind, die den Machenschaften auf die Spur kommen.

    Heute würde man sie "investigative Journalisten" nennen.

    Und dass wir sie brauchen, sieht man ja an den Panama Papers und und und ...

    Es freut mich, weil der Roman zeigt, wie sehr wir gute Journalisten brauchen - und dass eine gute Zeitung uns auch was wert sein sollte.


    Ich bin beeindruckt von der Recherche-Arbeit: dem Umfang, der Präzision. Wie lange hast Du recherchiert? Und wie - ich meine: systematisch oder zielorientiert je nach Situation?

    :study: Joyce Carol Oates, Die Verfluchten.

    :musik:Hakan Nesser, Am Abend des Mordes.

  • Der Vater präsentiert sich als typischer Überzeugungstäter und argumentiert mit "Pflicht".

    Das erinnert mich wieder an den Eichmann-Prozess. Dort hatte Eichmann auch mit Pflicht und mit Kant argumentiert, aber der Richter hatte auch seinen Kant gelesen und konnte gut reagieren.

    Das war mir eben auch sehr wichtig zu zeigen, dass viele ja keinesfalls alle ihre Taten bereut haben, sondern wirklich an die Pflicht, aber auch die "Sache" geglaubt haben.

    Und was die Rolle der Kirche angeht - nicht zu fassen, wie weit die Angst vor dem Kommunismus ging. Nicht zu fassen.

    Da will ich Genaueres wissen.

    Ja, es ging mir wirklich genauso und von diesem Ausmaß wusste ich vor meinen Recherchen so auch nicht. Ich finde es manchmal auch immer noch unfassbar. Wenn Dich das Thema weitergehend interessiert, kann ich Dir übrigens von dem Historiker Gerald Steinacher das Buch "Nazis auf der Flucht. Wie Kriegsverbrecher über Italien nach Übersee entkamen" empfehlen. Ich habe es auch im Nachwort angegeben. Mit der Flucht der Kriegsverbrecher und NS-Tätern hat man sich übrigens lange Zeit auch von wissenschaftlicher Seite kaum auseinandergesetzt. Erst in den letzten Jahren hat dieses Thema mehr Aufmerksamkeit bekommen.

    Es freut mich, weil der Roman zeigt, wie sehr wir gute Journalisten brauchen - und dass eine gute Zeitung uns auch was wert sein sollte.

    Auf jeden Fall! Die Presse ist eine eigen Gewalt im Staat und war auch nicht umsonst mit das Erste, das Hitler unter seine Kontrolle gebracht hat.

    Ich bin beeindruckt von der Recherche-Arbeit: dem Umfang, der Präzision. Wie lange hast Du recherchiert? Und wie - ich meine: systematisch oder zielorientiert je nach Situation?

    Also, das ich gar nicht so einfach zu sagen, weil sich viele Arbeitsabschnitte überschneiden. Insgesamt habe ich an dem Roman "Die geliehene Schuld" ca. zwei Jahre gearbeitet. Im Grunde habe ich aber schon mit den ersten Recherchen zu diesem Buch begonnen, als ich noch an meinem letzten ("Die verbotene Zeit") gearbeitet hatte, das ja zum großen Teil während des Dritten Reichs spielt. Für "Die geliehene Schuld" habe ich später bestimmt sechs Monate reine Recherche betrieben, aber während des Schreibprozesses habe ich natürlich trotzdem auch immer wieder weiter recherchiert. Das geht gar nicht anders und ich muss auch sagen, dass ich es selbst immer so spannend finde, in eine historische Zeit einzutauchen, dass ich eher aufpassen muss, dass diese Phase nicht etwas ausufert.

    Und ich recherchiere immer sowohl systematisch als auch zielorientiert.

  • Mit der Flucht der Kriegsverbrecher und NS-Tätern hat man sich übrigens lange Zeit auch von wissenschaftlicher Seite kaum auseinandergesetzt. Erst in den letzten Jahren hat dieses Thema mehr Aufmerksamkeit bekommen.

    Mir scheint insgesamt bei diesem Thema viel in Bewegung zu kommen; es gab so viele bremsende Faktoren, die inzwischen wegfallen bzw. die man erst heute als Bremsklotz wahrnimmt.

    Ich habe das Nachwort inzwischen gelesen und bin dankbar für die Buchtipps. Eigentlich verstehe ich nicht, dass ich mich das nicht selber mal gefragt habe, wie die eigentlich fliehen konnten - ich meine, wie das konkret aussah.


    Die Presse ist eine eigen Gewalt im Staat

    Ja. Ich würde mir wünschen, dass mehr Menschen das auch so sehen und bereit sind, die Arbeit der einigen wenigen guten Tageszeitungen, die wir noch haben, zu unterstützen. Einfach indem sie sie kaufen.

    Dass in Deinem Buch der Journalist Jonathan wegen seiner Recherchen umkommt, ist ja leider Gottes keine Fiktion. Malta fällt mir ein, oder die Slowakei.


    Für "Die geliehene Schuld" habe ich später bestimmt sechs Monate reine Recherche betrieben

    Chapeau!

    :study: Joyce Carol Oates, Die Verfluchten.

    :musik:Hakan Nesser, Am Abend des Mordes.

  • Upps, ich habe die Antwort auf meine Frage übersehen... Hat sich erledigt:thumleft:

    P.S.:

    Insgesamt habe ich an dem Roman "Die geliehene Schuld" ca. zwei Jahre gearbeitet.

    Die Frage war, wie lange du an dem Roman gearbeitet hast. Es hat mich interessiert, als ich heute früh den Roman las. Wie viel Arbeit doch in so einem Buch steckt.

    2020: Bücher: 59/Seiten: 26 756
    2019: Bücher: 164/Seiten: 66 856
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    "Das Nicht-Wahrnehmen von etwas beweist nicht dessen Nicht-Existenz"

    Dalai Lama

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    Lese gerade:

    Cross, Ethan - Ich bin die Angst
    Hauptmann, Gaby - Ich liebe dich, aber nicht heute

  • Mir scheint insgesamt bei diesem Thema viel in Bewegung zu kommen; es gab so viele bremsende Faktoren, die inzwischen wegfallen bzw. die man erst heute als Bremsklotz wahrnimmt.

    Ich glaube auch, dass in den letzten Jahren noch einmal eine ganz neue Form der Aufarbeitung stattgefunden hat und stattfinden wird. Zum einem, weil zunehmend weniger Menschen aus dieser Zeit sowohl auf Opfer- als auch Täterseite überhaupt leben und dadurch eine offene Auseinandersetzung möglich ist. Zum anderen aber auch, weil es erst in den letzten zehn, zwanzig Jahren neue wissenschaftliche Erkenntnisse gibt, so sind zum Beispiel bestimmte Akten der Geheimdienste, die viele dieser Zusammenhänge erhellen, erst ab 1998 überhaupt in Washington freigegeben worden.

    Ich habe das Nachwort inzwischen gelesen und bin dankbar für die Buchtipps.

    Das freut mich sehr. :) Mir ist das immer sehr wichtig, auch wenn es ein fiktiver Roman ist, den ich geschrieben habe.

  • Bis Ende Leseabschnitt 3


    Das war mir eben auch sehr wichtig zu zeigen, dass viele ja keinesfalls alle ihre Taten bereut haben, sondern wirklich an die Pflicht, aber auch die "Sache" geglaubt haben.

    Als klar wird, wie überzeugt Maries Vater von seinen Taten ist, ist es mir kalt den Rücken herunter gelaufen. Mir tat Marie nn noch mehr Leid. Die Situation ist für sie ja unerträglich.

    Wenn Dich das Thema weitergehend interessiert, kann ich Dir übrigens von dem Historiker Gerald Steinacher das Buch "Nazis auf der Flucht. Wie Kriegsverbrecher über Italien nach Übersee entkamen" empfehlen. I

    Danke für den Tipp! ich freue mich zu hören, dass es im Nachwort noch weiterführende Literaturtipps gibt.


    Es freut mich, weil der Roman zeigt, wie sehr wir gute Journalisten brauchen - und dass eine gute Zeitung uns auch was wert sein sollte.

    Das ist ein ganz wichtiger Satz, finde ich. Eine gute Zeitung sollte einem das Geld wert sein, denn wir brauchen unabhängige, kritische Informanten, die nicht alles als gegeben hinnehmen und Missstände aufdecken.


    Ich lese gerade:

    "Gefangene der Leidenschaft" von Teresa Medeiros

  • Bis Kapitel 56

    Da die Vorschreiber in diesem Abschnitt offenbar schon deutlich weiter sind als ich, habe ich über die Beiträge nur hinweggescrollt, um nicht gespoilert zu werden.

    Ich möchte aber feststellen, dass Marie mir immer besser gefällt. Sie kündigt ihrer Mutter an, sich ein Zimmer in Bonn nehmen zu wollen und lässt sich nicht mehr einschüchtern ("Ich bin volljährig. Das ist jetzt meine Entscheidung.":thumleft:)

    Sie ist auch nicht länger bereit, sich Märchen über die angeblich erkrankte Tante auftischen zu lassen und erkundet während der Abwesenheit der Mutter deren Zimmer. Erwartungsgemäß stellt es sich heraus, dass die angeblichen Besuche bei der Tante erstunken und erlogen sind. Marie denkt, dass ihre Mutter ein Verhältnis mit Onkel Karl hat.

    Ich habe inzwischen noch eine andere Theorie, die ich vorsichtshalber mal verdecke:

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • erkundet während der Abwesenheit der Mutter deren Zimmer.

    Ja - das sehe ich auch so wie Du, ich sagte es schon: sie emanzipiert sich mit erstaunlicher Geradlinigkeit von ihrer

    Familie.

    Mich hat es aber nachdenklich gemacht, dass sie, um die Wahrheit herauszufinden, zu Lügen und Heimlichkeiten

    greifen muss. Was ich vom Menschlichen her schlimm finde.

    :study: Joyce Carol Oates, Die Verfluchten.

    :musik:Hakan Nesser, Am Abend des Mordes.

  • Mich hat es aber nachdenklich gemacht, dass sie, um die Wahrheit herauszufinden, zu Lügen und Heimlichkeiten

    greifen muss

    Das ist sicher nicht schön, aber bei den Reaktionen, die sie von ihrer Familie auf ihre Fragen bekommen hat, dürfen sich ihre Angehörigen nicht wundern.

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • Ich möchte aber feststellen, dass Marie mir immer besser gefällt. Sie kündigt ihrer Mutter an, sich ein Zimmer in Bonn nehmen zu wollen und lässt sich nicht mehr einschüchtern ("Ich bin volljährig. Das ist jetzt meine Entscheidung." :thumleft: )

    So tragisch diese Erfahrungen für Marie sind - die Wahrheit über ihren Vater, macht ja nicht nur das liebevolle Bild zunichte, das sie von diesem gehabt hat, sondern verändert auch nachhaltig ihre Beziehung zu ihrer Familie - sie reift daran und entwickelt eine eigene innere Stärke. So habe ich das beim Schreiben auch immer gesehen.

  • Ich habe bis zum Ende des Abschnitts gelesen ...

  • Spoiler ausblenden

    Onkel Karl taucht doch ständig in Köln auf. Warum sollte Margot nach München fahren, um ihn zu treffen? Wenn ihre Kinder studien- und arbeitsbedingt aus dem Haus sind, könnten sie sich ungestört in der Wohnung treffen oder in ein Hotel gehen. Außerdem sehe ich das Problem nicht, sofern Margot wirklich Witwe ist, hätte sie doch jedes Recht, sich mit einem anderen Mann einzulassen.Wie wäre es aber, wenn der Vater 1944 gar nicht gefallen ist, sondern seinen Tod nur vorgetäuscht hat? Wurde der Leichnam überführt, gab es eine Beerdigung oder ist der Vater einfach nur vermisst?

    Wenn er Dreck am Stecken hat(te), wovon man nach Jonathans Enthüllungen ausgehen kann, wäre es nachvollziehbar, dass er unter anderer Identität woanders (in München?) lebt. Dafür spräche auch das ganze Geld, das Marie in der Geheimschublade gefunden hat. Es erscheint mir doch wenig glaubwürdig, dass Onkel Karl die Familie aus reiner Menschenfreundlichkeit aushalten sollte. Bei dem "gefallenen" Vater wäre das wesentlich plausibler...

    Ich war ja schockiert zu erfahren, dass Karl eigentlich Hüttner ist ... Nachdem Marie die neuen Pässe gefunden hat, glaube ich fest daran, dass ihr Vater noch lebt und die Familie plant irgendwo anders ein neues Leben mit neuer Identität zu beginnen. Das würde zumindest einiges erklären. Warum sie Marie dann aber nicht auch gleich mit einweihen verstehe ich nicht ... vielleicht bin ich aber auch total auf dem falschen Weg

  • Guten Morgen allerseits,


    da bin ich mal wieder! Ich muss mich zuallerst bei Euch und ganz besonders bei Dir, Claire Winter entschuldigen, dass ich mich hier so rar mache, aber wir haben derzeit ein Lesefest in unserer Stadt mit zahlreichen Veranstaltungen rund ums Buch und da sind wir von der Buchhandlung naturgemäß stark eingebunden. Lesungen, Vorträge in den Schulen zum Welttag des Buches, Artikel für die örtliche Zeitung schreiben - da bleibt kaum ein freier Abend derzeit.


    Und das ist besonders schade, weil dieses Buch wirklich JEDE Aufmerksamkeit verdient, die es bekommen kann. Histrorische Fakten auf sooooo spannende Weise in einem Roman zu verarbeiten, das ist schon ganz ganz großes Kino. Apropos! Das habe ich mir beim Lesen häufiger gedacht, gerade zum Schluß hin, wenn die beiden Handlungsstränge immer weiter aufeinander zulaufen und die Spannung wirklich unerträglich wird: Das Buch würde sich hervorragend verfilmen lassen.


    Erschreckend war für mich, wie eng die Kirche mit der Flucht ehemaliger Nazi-Größen verbunden war. Da bekommt das Sprichwort: Der Zweck "heiligt" die Mittel doch gleich einen extrem widerwärtigen Beigeschmack. Wenn es den eigenen Interessen dient, dann verbündet man sich eben auch mit den größten Teufeln. Ich bin schon lange kein Mitglied mehr in irgendeiner Kirche und trotzdem hätte ich das in diesem kaltblütigen Ausmaß nicht erwartet. Naiv. Ich weiß. Das Gespräch zwischen Vera und dem Beggführer bzw. dem Pfarrer waren daher für mich sehr erschreckend. Mit welcher Kaltblütigkeit hier davon gesprochen wird, Nazi-Verbrechern zu helfen, lässt einen schaudern.


    Seite 172: "Macht es für sie eigentlich einen Unterschied, wem Sie über die grenze helfen?" fragte sie neugierig. Er grinste. "Höchstens beim Preis." Als erihren verständnislosen Blick bemerkte, erkläre er ihr, dass es feste Tarife gebe: [...], bekannte ehemalige Nationalsozialisten und Kriegsverbrecher müssen dagegen mindestens tausend Schilling bezahlen."


    Seite 268: "Auf dem Weg Richtung Genua und Rom gibt es eine Reihe von Klöstern, wo sie sicher unterkommen können und man sie unterstützt. Unter den Flüchtenden ist sie nicht umsonst als sogenannte Klosterroute bekannt..."


    Literarisch finde ich das auch sehr gut gemacht. Während Vera noch in Italien recherchiert, wissen wir Leser schon, dass die eigentlichen Verbündeten der Altnazis ganz woanders zu suchen sind. Die Treffen zwischen Hüttner und dem Amerikaner zeigen uns deutlich, wer sich hier der Dienste alter Seilschaften bedient. GRU-SE-LIG. Vor allem im Nachwort hat es mir nochmal richtig den Atem verschlagen. Was man hier an Informationen in dem Abschnitt "Wahrheit und Fiktion" an Informationen erhält (besonders S.570f), hat mich komplett den Glauben an eine Aufarbeitung alter Schuld verlieren lassen. Was für eine Farce das alles!!!!


    Als eine der interessantesten Nebenfiguren des Textes habe ich übrigens Maries jüngeren Bruder Felix empfunden. Wie passend schon der Name!!! Felix, der vom Schrecken des Krieges am wenigsten mitbekommen hat, der eigentlich nur kurze Zeit dem ganzen indoktrinären Wahnsinn ausgeliefert war, ist zum Schluß ein glühender, blinder Anhänger des alten Systems. Ohne zu reflektieren, glorifiziert er die überholten Werte und ist seinem Onkel ein eifriger Informant. Und das sind dann die Leute, die eine neue Gesellschaft prägen sollen? Die, die immer davon faseln, dass das doch längst alles vorbei sei und man müsse doch auch mal genug sein lassen und überhaupt....


    Insgesamt hat das Buch mich vollkommen überzeugt. Es ist sehr (!!!) gut recherchiert, durch die unterschiedlichen Figuren, die jeweils eine andere Position, einen anderen Standpunkt, andere Denkweise verkörpern, unglaublich breit gefächert und bei all dem auch noch unfassbar spannend. Bei mir hat der Roman auf jeden Fall das Interesse an der Zeit nach dem Krieg geweckt.


    Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung und ganz überzeugte und selten so gerne (!!!!) vergebene


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Verflixt! Wie komme ich denn auf Felix??!!!??? Keine Ahnung, was mir da die Sinne vernebelt hat... SORRY!


    Da klebt man sich das ganze Buch voll mit kleinen bunten Zettelchen, damit man die richtigen Zitate findet und dann sowas.


    Schiebt es einfach auf die Uhrzeit und den momentanen Streß....


    Aber in welchem Buch hatte ich denn den Felix???!!


    Oh man. Es tut mir leid. drawe hat natürlich vollkommen recht und das blinde Huhn schleicht sich dann mal und macht sich auf die Suche nach Felix, dem großen Unbekannten.... sollte ich ihn finden, werde ich mich nochmal melden.... boah.. peinlich sowas....



    :uups::uups::uups::pale::pale::pale::uups::uups::uups:

  • Ich muss mich zuallerst bei Euch und ganz besonders bei Dir, Claire Winter entschuldigen, dass ich mich hier so rar mache, aber wir haben derzeit ein Lesefest in unserer Stadt mit zahlreichen Veranstaltungen rund ums Buch und da sind wir von der Buchhandlung naturgemäß stark eingebunden. Lesungen, Vorträge in den Schulen zum Welttag des Buches, Artikel für die örtliche Zeitung schreiben - da bleibt kaum ein freier Abend derzeit.

    Aber nein, ich verstehe das vollkommen - und ich finde es als Autorin natürlich ohnehin immer besonders toll, wenn sich für Bücher und das Lesen engagiert wird! :)

    Erschreckend war für mich, wie eng die Kirche mit der Flucht ehemaliger Nazi-Größen verbunden war.

    Das ging mir, wie ich oben auch geschrieben habe, genauso - vor allem, was das Ausmaß angeht.

    Die Treffen zwischen Hüttner und dem Amerikaner zeigen uns deutlich, wer sich hier der Dienste alter Seilschaften bedient. GRU-SE-LIG. Vor allem im Nachwort hat es mir nochmal richtig den Atem verschlagen. Was man hier an Informationen in dem Abschnitt "Wahrheit und Fiktion" an Informationen erhält (besonders S.570f), hat mich komplett den Glauben an eine Aufarbeitung alter Schuld verlieren lassen. Was für eine Farce das alles!!!!

    Das stimmt - zumindest, was die 50er und 60er Jahre angeht - wohl leider auch weitestgehend. Ich würde dazu sehr gerne noch mehr sagen bzw. schreiben, aber würde das vielleicht lieber etwas später in Abschnitt 4 tun, weil ich nicht aus Versehen zu viel verraten will ...

    Insgesamt hat das Buch mich vollkommen überzeugt. Es ist sehr (!!!) gut recherchiert, durch die unterschiedlichen Figuren, die jeweils eine andere Position, einen anderen Standpunkt, andere Denkweise verkörpern, unglaublich breit gefächert und bei all dem auch noch unfassbar spannend. Bei mir hat der Roman auf jeden Fall das Interesse an der Zeit nach dem Krieg geweckt.


    Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung und ganz überzeugte und selten so gerne (!!!!) vergebene

    Wie toll. Vielen Dank! Darüber freue ich wirklich riesig und es bedeutet mir viel. :)