Anne Freytag - Nicht weg und nicht da

Nicht weg und nicht da

4.7 von 5 Sternen bei 11 Bewertungen

Verlag: Heyne Verlag

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 480

ISBN: 9783453271593

Termin: März 2018

  • Kurzmeinung

    Heuschneider
    Geht ganz tief unter die Haut. Bezauberndes Buch!
  • Kurzmeinung

    PotatoPeelPie
    Eine rundum vollkommene (Liebes-)Geschichte!
  • Zum Inhalt: Seit ihr Bruder starb, ist in Luises Leben nichts mehr so wie es war. Ihr ganzes Leben scheint seinen Sinn verloren zu haben. Am Tag der Beerdigung rasiert sie sich die Haare ab, lässt sich piercen und versucht, ein Leben ohne Kristopher zu führen. Was nicht geht.

    Gleichzeitig mit dem Verlust ihrer Haarpracht, zieht Luise sich von allem zurück und errichtet eine Mauer um sich herum. Niemand scheint mehr an sie heranzukommen. Ihr Leben besteht aus Trauer und Vermissen.

    Eines Tages begegnet ihr Jacob. Jacob ist von Luise fasziniert. Das stille Mädchen mit den unendlich traurigen Augen zieht ihn an. Aber Luise braucht Zeit, bis sie sich traut, Jacob an sich ranzulassen.

    Als Luise am Morgen ihres 16. Geburtstags eine Email von ihrem toten Bruder erhält, wirft sie das aus der Bahn. Doch da ist Jacob, der ihr hilft, in ihrem neuen Leben ohne Kristopher wieder Fuß zu fassen und endlich sich selber zu finden….

    Meine Meinung:

    Eigentlich könnte ich sie ganz kurz zusammenfassen: LEST DIESES BUCH! ES IST FANTASTISCH!

    Aber es ist nicht nur fantastisch und dann wäre diese Rezension auch viel zu kurz. Das Buch ist mehr. Es ist traurig. Es ist berührend. Es ist einfach wundervoll.

    Danke, liebe Anne Freytag für diese wundervolle Geschichte! Danke, dass ich Luise und Jacob kennenlernen durfte und sie mich ein Stück weit begleitet haben – oder ich sie. Je nachdem.

    Ich hatte in letzter Zeit oftmals eine Leseflaute. Mein Leben hat sich im letzten Jahr – wie auch das Leben von Luise um 180 Grad gedreht. Sich komplett geändert. Wenn auch aus anderen Gründen. Aber auch ich bin in dieses tiefe traurige Loch gefallen, in dem Luise sich nach dem Selbstmord ihres Bruders wiederfindet. Und so hat mich Luise schon auf den ersten Seiten mitten im Herz berührt. Ich hatte das Gefühl, verstanden zu werden. Luise zu verstehen. Schon da habe ich begonnen, die ersten Tränen zu vergießen. Und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

    Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Luise und aus der Sicht von Jacob erzählt. Beide haben keine leichte Zeit hinter sich.

    Luise ist so unfassbar traurig. So einsam. Ein Leben ohne Kristopher ist nicht vorstellbar. Anne Freytag gelingt es, Luises Gefühle in wunderbare Worte zu verpacken. Ich habe beim Lesen förmlich gespürt wie Luise fühlt. Wer sie ist. Was sie ausmacht.

    Jacob ist leise. Nachdenklich. Ein ernster Charakter. Und ein begnadeter Koch. Von Luise ist er fasziniert und aus dem ersten gemeinsamen Nachmittag wächst eine leise, stille Verbindung.

    Jacob ist es nicht gewohnt, wirklich Zeit mit einem Mädchen zu verbringen. Ein Mädchen an sich ran zu lassen. Doch mit Luise ist das anders. Luise gehört zu ihm. Das ist ihm fast sofort klar. Zwischen den beiden besteht eine Verbindung. Ob sie das wollen oder nicht. Doch bis sie Vertrauen fassen, bis sie sich eingestehen, dass sie zusammengehören, passieren eine Menge trauriger und wunderbarer Dinge. Luise schafft es, mit Hilfe von Jacob, sich selbst wiederzufinden – bzw. sich selbst neu zu finden. Ohne Kristopher. Und sich von ihm zu verabschieden. Und Jacob schafft es, wirklich Vertrauen zu einem Menschen zu fassen.

    Anne Freytag erzählt diese Geschichte in ihrer ganz eigenen Art. Ihr gelingt es, auf einfühlsame Weise den Leser die Trauer, den Zorn und die beginnende tiefe Verbindung spüren zu lassen. Tief im Herzen. Luises und Jacobs Gedanken und Gefühle sind authentisch erzählt, so dass man nicht mehr das Gefühl hat, ein unbeteiligter Zuschauer zu sein. Sondern ein Freund, der sie begleitet.

    Die Geschichte hat eine wundervolle Sprache, sie ist mit Liebe zum Detail geschrieben. Und ich liebe sie schon jetzt. Und kann sie Euch nur empfehlen.

    Natürlich mag ich Euch auch nicht meine Lieblingsstellen vorenthalten:

    Jacob: „Sei einfach so, wie Du immer bist. Das macht Menschen glücklich.“ – Seite 195

    Kristopher: „Ich glaube, irgendetwas bleibt. Und dieses Etwas von mir ist immer bei Dir. Und das wird es immer sein.“ – Seite 205

    „They tried to bury us. They didn't know we were seeds“ – Mexikanisches Sprichwort – Seite 473

    FAZIT: Ein Buch, das die Seele streichelt und das Herz berührt. Unbedingte Leseempfehlung.

    Meine Rezension findet Ihr auch unter www.buchspinat.wordpress.com

  • Inhalt:

    Luise hat vor kurzem erst ihren Bruder durch Selbstmord verloren und muss seit einem Vorfall in der Schule zum Therapeut. Doch dieser kann ihr doch sowieso nicht helfen, denn ihren Bruder bringt er nicht zurück.

    Jakob beobachtet Luise schon eine Weile, das ruhige Mädchen das ihm immer wieder über den Weg läuft und ihn fasziniert.

    Kristopher hat sich etwas ganz besonderes ausgedacht um seiner Schwester die Zeit nach seinem Tod etwas leichter zu machen, denn wie immer ist er nicht weg aber auch nicht da.


    Meine Meinung:

    Drei Menschen die in dieser Geschichte untrennbar miteinander verbunden sind. Drei Figuren die hier ihre Geschichte schreiben.


    Das erste Buch, dass ich von Anne Freytag gelesen habe war Mein bester letzter Sommer und schon da konnte sie mich durch ihren Schreibstil und vor allem ihre Gefühlvolle Erzählweise überzeugen. So war es auch hier. Ich habe das Buch begonnen und wollte es gar nicht zur Seite legen. Jakob & Luise haben mich direkt rein gezogen in ihre Geschichte und ließen mich nicht mehr los. Es ist eine Geschichte über manische Depressionen und die Folgen für den Betroffenen aber auch für die Familie. Eine Geschichte die so einfühlsam erzählt wurde und so die Krankheit auch näher bringt. Es ist aber auch die Geschichte eine Selbstmords und des Trauerns.


    Es gibt hier in der Geschichte drei ganz wichtige Personen.

    Luise ist die die trauert. Um ihren Bruder und das Leben mit ihm. Sie hat eine Mauer um sich herum aufgebaut und wird es alleine auch nicht mehr heraus schaffen. Als sie an ihrem 16. Geburtstag die erste Email von ihrem Bruder bekommt ist die Trauer noch größer, aber auch Freude ihn noch nicht ganz verloren zu haben und die Hoffnung dass das was er schreibt wirklich wahr ist und sie ihn irgendwann wieder sehen kann.

    Jakob ist der Junge der Luise zunächst nur beobachtet und sich dann aber irgendwie für sie verantwortlich fühlt. Es entsteht eine ganz besondere Freundschaft die auch ihm hilft über seine Vergangenheit hinweg zu kommen.

    Kristopher ist immer Präsent. In den Erzählungen von Luise, in seinen Emails und auch wenn er eigentlich gerade gar nicht Thema ist. Es muss so ähnlich sein, wie zu Lebzeiten, als er immer der Mittelpunkt war. Doch durch seine Emails hilft er Luise zu verarbeiten.


    Am Ende bleibt nicht viel zu sagen. Mann kann schon vorher ahnen wie alles ausgeht, doch der Weg dorthin ist eine wunderschöne Geschichte, bei der man die Taschentücher nicht zu weit weg legen sollte. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Liebe Grüße
    Natalie

    www.mem-o-ries.de


    :study: Gedenke mein von Inge Löhnig


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