Janne Mommsen - Die kleine Inselbuchhandlung

  • Buchdetails

    Titel: Die kleine Inselbuchhandlung


    Band 1 der

    Verlag: Rowohlt Taschenbuch

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 288

    ISBN: 9783499291555

    Termin: März 2019

  • Bewertung

    4.2 von 5 Sternen bei 17 Bewertungen

    83,5% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "Die kleine Inselbuchhandlung"

    Eine Insel liest In seinem atmosphärischen Sommer-Roman schickt Literatur-Spiegel-Bestsellerautor Janne Mommsen Greta Wohlert auf eine kleine Nordseeinsel, wo ihre Tante ein Haus am Strand hat. Die Stewardess hat sich ein paar Tage Auszeit vom stressigen Job genommen. Doch auf der Insel angekommen, muss Greta erst einmal Tante Hille beim Entrümpeln ihres ehemaligen Ladens helfen. In den staubigen Regalen entdeckt Greta unzählige Bücher. Fasziniert von dem Fund, veranstaltet sie einen Flohmarkt. Der Verkauf der Bücher macht Greta so viel Spaß, dass sie eine Idee hat: Wie wäre es, einfach hier zu bleiben und eine Inselbuchhandlung zu eröffnen? Ermutigt wird sie dabei von Claas, dem attraktiven Pensionsbesitzer der Insel. Doch schon bald überschlagen sich die Ereignisse: Jemand möchte Greta von der Insel vertreiben, eine geheimnisvolle Liebeswidmung in einem alten Buch gibt ihr viele Rätsel auf. Und zu allem Überfluss steht eines Tages Gretas Daueraffäre aus Frankfurt vor der Tür. Er möchte eine zweite Chance.
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  • Die 40-jährige Greta hat ihr Leben lang als Stewardess bei der Lufthansa gearbeitet und viel von der Welt gesehen. Doch bei einem Flug nach China bekommt sie Platzangst, ihr wird schwarz vor Augen und nach ihrem Zusammenbruch wird sie per Krankentransport von Bord gebracht. Um sich etwas zu erholen, fährt sie ihre Tante Hille besuchen, die auf einer Nordseeinsel in einem Haus am Strand mit tausenden Büchern und ihrer Lebensgefährtin Karin lebt. Dort hat Greta als Kind all ihre Ferien verbracht und sich immer wohl gefühlt. Als Greta ankommt, registriert sie sofort die Veränderung im Haus, denn Hille hat alle Bücher aussortiert und in ihre alten Ladenräume verbannt. Greta organisiert einen Bücherflohmarkt, der schnell von den Touristen, aber auch den Einheimischen gut besucht wird. Als Greta eigentlich wieder in ihren Job zurück muss, bekommt sie erneut eine Panikattacke und hat nun zwei Wochen Zeit, sich zu überlegen, wie es mit ihr weitergehen soll. Da kommt ihr durch den Bücherverkauf die Idee, vielleicht eine Buchhandlung zu eröffnen. Dies würde aber bedeuten, ihr altes Leben hinter sich zu lassen und sich auf unsicheres Terrain zu begeben. Dafür könnte sie aber auf der Insel bleiben. Wie wird Greta sich entscheiden?


    Janne Mommsen hat mit seinem Buch „Die kleine Inselbuchhandlung“ einen sehr unterhaltsamen und warmherzigen Roman vorgelegt, der den Leser auf eine Nordseeinsel entführt, um das dortige Inselleben, seine teils kauzigen Bewohner und ihr Treiben mitzuerleben. Der Schreibstil ist flüssig und mit einer guten Prise Humor gewürzt, schnell ist man in die Handlung eingetaucht und regelrecht mit ihr verschmolzen. An der Seite Gretas erlebt der Leser so einiges, darf an ihren Gedanken, Gefühlen, Erinnerungen und Zweifeln teilhaben. Die Landschaftsbeschreibungen sind herrlich bildhaft, beim Lesen spürt man fast die Meeresbrise und sieht das Schilfgras sich im Wind biegen, den Leuchtturm erhaben sein Licht über das Meer senden. Auch die Bücherberge kann der Leser sich gut vorstellen, die über die Jahrzehnte liebevoll gehortet wurden, in wunderschönen alten Regalen ihr Dasein fristen, und so mancher Klassiker nun ein neues Zuhause sucht. Wie schön, wenn sich dann durch ein Buch eine neue Liebe findet oder sich durch die Sortierung nach der Farbe des Einbands neue Möglichkeiten ergeben.


    Die Charaktere sind liebevoll und individuell ausgestaltet worden. Sie besitzen Ecken und Kanten und wirken durch ihre Eigenheiten so lebendig und authentisch, dass der Leser den einen oder anderen persönlich zu kennen glaubt und sich auch selbst in einem von ihnen wiederfindet. Greta ist eine sympathische Frau, die sich ihre Panikattacken nicht erklären kann, vielleicht verschließt sie aber auch nur die Augen davor. Sie ist hilfsbereit, offen und lebensbejahend, allerdings ist sie insgeheim auf der Suche: nach einer neuen Liebe, nach Geborgenheit und vor allem Zufriedenheit. Tante Hille ist ein Unikum, sie ist liebevoll mit einem etwas rauen Ton, jedoch mit dem Herz am rechten Fleck. Sie lässt Greta an der langen Leine laufen, gibt ihr freie Hand, denn sie weiß, Greta muss für sich Entscheidungen treffen. Vor allem aber braut sie einen tollen Manhattan, der in jeder Lebenslage hilft und allem und jedem die Zunge löst. Claas ist ein alter Freund von Greta, der sich momentan als Koch verdingt in einem kleinen Hotel, nebenbei aber so manche Surfrunde über die Nordsee dreht. Er ist sympathisch und offen, hegt wohl einige Gefühle für Greta. Florian ist ein Arbeitskollege von Greta, der ihr immer wieder im Kopf rum spukt, mit dem sie beim Tango eine flotte Sohle aufs Parkett gelegt hat und dieser Tanz immer noch in ihrem Herzen eine Rolle spielt. Ellen ist die Inselpolizistin, die eine raue Schale hat, eine Vorliebe für blutige Krimis und auf einmal die Liebe trifft. Auch die übrigen Inselbewohner sorgen mit ihren kleinen Geschichten für einige Unruhe und Überraschungen. Sogar ein Geheimnis wird aufgedeckt.


    „Die kleine Inselbuchhandlung“ ist ein rundum gelungenes Wohlfühlbuch für eine Auszeit auf der Couch, in der man sich wunderbar an die See träumen und sich unter den sympathischen Bewohnern tummeln kann. Man wird ein Teil von ihnen und möchte sich gar nicht verabschieden. Absolute Leseempfehlung!


    Unterhaltsame :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:.

    Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)


    "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
    Albert Einstein


    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
    _____________________________________________


    gelesene Bücher 2020: 432 / 169960 Seiten

  • Janne Mommsen hat dieses Buch "allen Buchhändlerinnen und Buchhändlern" gewidmet, was ich einen sehr schönen Zug finde.


    Greta Wohlert ist seit mehr als zwanzig Jahren Stewardess von Beruf. Nach einem Zusammenbruch bei der Arbeit wird sie drei Tage krank geschrieben und nutzt die Zeit, um ihre Tante Hille auf einer kleinen Nordseeinsel zu besuchen.


    So weit Greta zurückdenken kann, war das Haus ihrer Tante ein Haus voller Bücher.


    "Dort konnte man die Wände nicht einmal erahnen, es sah so aus, als würde das Gebäude allein durch Zigtausende Bücher gestützt! Sie waren an jeder nur denkbaren Stelle gestapelt: in Regalen, unter den Treppenstufen, im Badezimmer, überall." Das erinnert mich an ein Antiquariat in Oberhausen, das ich mal entdeckt habe.


    Doch als sie nun das Haus der Tante betrat, erschrak sie heftig. Die Bücher waren alle verschwunden. Sie sind nun unten im ehemaligen Laden. Da sie diesen vermieten will, müssen die Bücher nun alle verschwinden.


    Ich weiß schon nach den ersten zwanzig Seiten, dass das Buch ganz nach meinem Geschmack ist. Gleichzeitig muss ich mir leider Ketten anlegen, da ich ja nicht alle tollen Sätze rausschreiben kann. Das würde mir Janne Mommsen sicher verübeln.


    Nach einer Nacht, in der sie wundervoll geschlafen hat und einem Tag am Wasser fühlt sich Greta wieder topfit und verabschiedet sich von ihrer Tante. Doch als sie schon auf der Fähre war, bekam sie dieselben Probleme, wie im Flieger. Sie brauchte nur an die Arbeit denken und schon bekam sie wieder Atemnot.

    Rechtzeitig verließ sie die Fähre und ging zum Inselarzt, der sie nun zwei Wochen krank schreibt und ihr rät, sich mal mit jemandem zu unterhalten, der mehr Ahnung von der Materie hat.


    Um nicht in Grübeleien zu fallen, eröffnet Grete einen Flohmarkt mit den Büchern ihrer Tante. Auf diese Weise lernt sie auch einige Inselbewohner kennen.

    Bei der Beschäftigung mit den Büchern entdeckt Greta in einem eine Widmung an ihren Großvater. Eine ziemlich eindeutige und sie fragt sich, ob ihr Opa neben ihrer Oma noch ein Verhältnis gehabt hat.


    Claas, den sie von früher kennt - und es knistert ein wenig zwischen den beiden - macht ihr den Vorschlag, aus dem Bücherflohmarkt einen Buchladen zu machen. Was sie sich erst einmal gar nicht vorstellen kann - sie gehört doch in ein Flugzeug.


    Dann ist da noch Florian, eine Affäre, der sich noch nicht so recht entscheiden kann, wieder eine feste Beziehung einzugehen.


    Bücher, ein kleines Familiengeheimnis, das Meer und vielleicht die große Liebe - eine schöne Mischung für einen sonnigen Sommertag, den wir dieses Jahr schon im April haben - was kann es Schöneres geben.


    Nach diesem tollen Start werde ich auf jeden Fall noch ein Buch von Janne Mommsen lesen.

  • Da ich schon einige Bücher des Autors gelesen habe, war ich nun gespannt, was sich hinter den Wänden der Inselbuchhandlung abspielen würde.


    Heiter und beschwingt startet der Roman. Obwohl... na ja, ganz so beschwingt dann doch wieder nicht, wenn man mal Gretas Zusammenbruch betrachtet. Ich fand es ein bisschen schade, dass man so wenig über den Grund des Zusammenbruchs erfahren hatte und auch über das Tohuwabohu, dass Greta damit verursacht hatte. Ob es nun realistisch ist, jemanden nach einem Zusammenbruch nach 3 Tagen wieder eine Langstrecke fliegen zu lassen...hm.. darüber sollte jeder selbst entscheiden. Aber irgendwie musste der Autor ja einen Anfang finden.


    Aufgrund der bildhaften Beschreibungen von Land und Leuten, dem Buchladen etc. habe ich mich in der Geschichte sofort wohl gefühlt. Der Sand, die Dünen, der Duft der Bücher, all dieses ließ mich das eine oder andere Mal tief seufzen.


    Eine tolle Sache habe ich in dem Roman gefunden hzw. für mich entdeckt: eine literarische Hausapotheke. Dort konnte man gegen jede körperliche oder seelische Krankheit das passende Buch bekommen. (Seite 75) Das klingt doch wirklich ansprechend, oder?


    Zum Schluß möchte ich noch ein paar Worte zu Cover und Klappentext anmerken. Das Cover erscheint mir stimmig zur Geschichte, jedoch ist es etwas zu blaß gehalten. Zu helle Farben, die auf einander treffen. Hier hätte ich mir kräftigere Farben gewünscht. Und sei es auch nur, dass der Sand etwas natürlicher, naturfarbener gezeichnet wäre. Auch der Himmel hätte etwas mehr Farbe verdient.Der Klappentext macht definitiv neugierig.


    Lesespaß oder Lesefrust?

    Mir hat es sehr großen Spaß gemacht, in der Inselbuchhandlung zu stöbern. Ich mag diesen ganz besonderen Flair, den der Autor in seinen Romanen vermittelt. Man vergisst Zeit und Raum und gibt sich ganz der Geschichte hin.

    Ich freue mich schon auf weitere Geschichten von der Insel.

  • Ein Wohlfühlbuch!


    Ein Schwächeanfall bei ihrer Arbeit als Flugbegleiterin bei der Lufthansa ist schuld, dass Greta Wohlert zu ihrer Tante Hilla fährt. Auf der Insel, in dem gemütlichen Haus ihrer Tante, will Greta sich ausruhen und zu sich kommen. Hilla ist, wie Greta, begeisterte Leseratte und hortet tausende Bücher, die mehr und mehr zu einer Belastung werden. Was als Bücherflohmarkt beginnt, entwickelt sich zu einer neuen Geschäftsidee. Wie wäre es, auf der Insel eine Buchhandlung zu eröffnen?


    Als begeisterte Leseratte hat mich der Klappentext direkt angesprochen. und tatsächlich finde ich vieles im Buch, das genau meine Begeisterung für Literatur und Bücher beschreibt. Wie Hilla, horte auch ich Bücher und kann mich stundenlang wie Greta darin vertiefen. Da geht mir das Herz auf. Greta wird sogar vom Inselarzt gebeten, für eine kranke Patientin Lesestoff zusammen zu stellen. Dass, diese beim Lesen aufblüht und eine Zeitlang die reale Welt vergesse kann, erstaunt mich ganz und gar nicht.

    Doch es dreht sich nicht alles nur um Literatur. Ein altes Familiengeheimnis verspricht spannende Fragen und eine Liebesromanze mit Folgen für Greta deckt auch die romantische Seite ab.

    Die Figuren empfand ich als sehr authentisch und sympathisch. Manchmal hatte ich das Gefühl, es fügt sich in deren Leben alles etwas zu einfach zusammen. Die Bewohner verlieben sich, sehen über Genehmigungen für einen gewerblichen Betrieb an Strandlage hinweg und aus Nichtlesern macht Greta im Handumdrehen begeisterte Leser. Etwas, was im realen Leben doch nicht so einfach vonstatten geht.

    Die Beschreibungen der Insel sind sehr bildlich und Lust auf einen Besuch an der Nordsee kommen auf. Die Atmosphäre, das Meer, die Wetterverhältnisse wecken Sehnsucht nach Urlaub und ungestörte Lesestunden.

    Ein Wohlfühlbuch, das genau das hält, wovon die Rede darin ist. Bei einem guten Buch, die Seele baumeln lassen und die reale Welt für eine Weile vergessen.


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