Sarah Haywood - Der Kaktus / The Cactus

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Der Kaktus: Wie Miss Green zu küssen ler...

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Verlag: Pendo

Bindung: Broschiert

Seitenzahl: 400

ISBN: 9783866124431

Termin: März 2018

  • Inhalt: (Verlagsseite)

    Susan Green mag keine Überraschungen. Oder Emotionen. Oder Menschen. Was Susan Green hingegen mag, ist ihr Job als Versicherungsmathematikerin. Ihre Kakteensammlung. Und, die Kontrolle über ihr Leben zu haben. Susan Green kommt wunderbar alleine klar. Doch als gleich mehrere Schicksalsschläge Susans Routine durcheinanderwirbeln, muss sie mit Mitte vierzig lernen, dass nichts im Leben planbar ist. Und dass es nie zu spät ist, sein Herz zu öffnen.


    Die Autorin: (Verlagsseite)

    Sarah Haywood wurde in Birmingham geboren. Nach ihrem Jurastudium arbeitete sie in London und Birkenhead als Anwältin, in Toxteth als Beraterin, und in Manchester bearbeitete sie bei der Anwaltskammer Beschwerden über Anwälte. Heute lebt sie mit ihrem Mann und zwei Söhnen in Liverpool. »Der Kaktus« ist Sarah Haywoods Debütroman.


    Aufbau:

    8 Abschnitte, untergliedert in 28 Kapitel

    Dank


    Meinung:

    "Der Kaktus: Wie Miss Green zu küssen lernte" handelt von Susan Green, einer Frau, für die ein geordnetes Leben von großer Wichtigkeit ist. Als diese Ordnung plötzlich durcheinander gerät, hat sie Probleme, damit umzugehen, doch es bleibt ihr letztlich nichts anderes übrig, als sich an ihre neuen Umstände anzupassen.


    Zu Beginn ist es mir schwer gefallen, mit der Protagonistin warm zu werden. Sie wirkt sehr sachlich und distanziert und gute Manieren sind ihr so wichtig, dass sogar der Leser (wenn sie ihn anspricht) gesiezt wird. Zugleich tritt sie sehr bestimmt auf, beharrt auf ihrer Unabhängigkeit, sieht Gefühle als irrelevant an und sie will unter keinen Umständen die Kontrolle abgeben; teilweise kam sie mir zudem ein wenig herablassend vor. Der Buchtitel "Der Kaktus" passt meiner Meinung nach sehr gut zu ihr - sie wehrt beinahe instinktiv jeden ab, der ihr zu nahe kommen will. Durch all diese Eigenschaften hat es eine Weile gedauert, bevor sie mir wirklich sympathisch wurde, auch wenn ich die ganze Zeit mit ihr mitfühlen konnte. Gefallen hat mir, dass sie sich im Laufe der Handlung weiterentwickelt und sich geöffnet hat; sie ist quasi aufgeblüht, was wieder gut zu dem Kaktus-Motiv passt.


    Das Buch lässt sich leicht und flüssig lesen und die Geschichte selbst hat mir recht gut gefallen, allerdings hat der Untertitel "Wie Miss Green zu küssen lernte" bei mir in gewisser Hinsicht falsche Erwartungen geweckt. Ich hatte damit gerechnet, dass es eine Liebesgeschichte geben und diese eine große Rolle spielen würde, doch obwohl es eine Romanze gibt und mir Susans Partner auch sehr sympathisch war, ist es ein eher kleiner, beinahe untergeordneter Aspekt des Buches. Er trägt zur Entwicklung der Protagonistin bei und ist für sie wichtig, aber es geht vielmehr darum, wie Susan mit den Veränderungen in ihrem Leben zurechtkommt und lernt, sich mehr zu öffnen, während sie mit neuen Informationen und Gefühlen umgehen muss. Das fand ich auf jeden Fall interessant und ich habe die Geschichte auch gerne gelesen, aber ich hatte wie gesagt einfach etwas anderes von dem Buch erwartet. Deshalb, und aufgrund meiner anfänglichen Schwierigkeiten mit der Protagonistin, vergebe ich :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:.

    _________________

    Herzlichen Dank an den Verlag, der mir das Buch über Netgalley zur Verfügung gestellt hat.

    Carpe Diem.
    :study: Lin Rina - Animant Crumbs Staubchronik

    2018 gelesen: 105 Bücher mit 41.657 Seiten | gehört: 3 Bücher mit 2266 Minuten

  • Jisbon(:

    Hat den Titel des Themas von „Sarah Haywood - Der Kaktus: Wie Miss Green zu küssen lernte / The Cactus“ zu „Sarah Haywood - Der Kaktus / The Cactus“ geändert.
  • Ich habe von dem Buch auch etwas anderes erwartet, als ich letztlich gelesen habe.


    Meine Rezension:


    Zum Inhalt: Susan ist anders als andere Menschen. Zum einen neigt sie zu übertriebener Korrektheit, sie mag keine körperliche Nähe (bis auf wenige Ausnahmen), sie mag Zahlen und ist sehr akkurat, sie mag keine Gefühle oder Zuneigungsbekundungen und sie kommt ganz wunderbar alleine zurecht.

    Schließlich sind andere Menschen viel zu kompliziert und sie ist ja nicht einsam. Sie hat ja schließlich ihre Kakteensammlung. Ein wunderbar geordnetes Leben ohne Chaos. Ruhig, sortiert und perfekt.

    Doch dann stirbt ihre Mutter und Susan entgleitet daraufhin ihr sorgsam gehütetes Leben schneller, als sie gucken kann. Plötzlich überschlagen sich die Ereignisse und Susan ist schließlich gezwungen, ihr Leben komplett neu zu überdenken…

    Meine Meinung:

    Ich war total gespannt auf dieses Buch und meine Erwartungen dementsprechend hoch. Ich mag ja grundsätzlich nerdige Charaktere ziemlich gerne. Wer mich näher kennt, weiß warum *grins*.

    Und so haben mich die ersten drei Sätze vom Klappentext: „Susan mag keine Überraschungen. Oder Emotionen. Oder Menschen.“ sofort angesprochen.

    In meiner Vorstellung war Susan ein wenig wie Sheldon aus „Big Bang Theory“. Wer mich kennt, weiß auch, dass ich total auf Sheldon Cooper stehe….

    Aber fangen wir mal von vorne an.

    Zuerst mit dem Cover. Jaaahaaa, ich weiß, dass ich normalerweise nichts zum Cover schreibe, weil es für mich total irrelevant ist und nichts über das Buch aussagt.

    Es sei denn, das Cover ist besonders erwähnenswert. Und das ist das Cover in diesem Fall. Es ist nämlich wunderwunderhübsch. Jedenfalls für mich. Und dabei habe ich überhaupt keine Affinität zu Blumen. In meiner Wohnung findet sich genau 1 Pflanze: eine Orchidee, die mein Papa mir im Februar als Willkommensgruß auf den Tisch gestellt hat, nachdem die Kinder und ich wieder aus der Kur gekommen sind… und sie lebt noch…. Erstaunlicherweise…. Normalerweise tun Pflanzen das hier nämlich überhaupt nicht lange …. Deswegen habe ich keine…. Aber ich schweife ab….

    Also: Das Cover ist wunderschön – ein richtiger „Bücherregal-Blickfang“. Das muss auf jeden Fall erwähnt werden.

    Nun zur Geschichte: Susan ist ein ziemlich komplexer Charakter. Auf den ersten Blick wirkt sie sehr, sehr spröde. Verklemmt. Spießig. Pedantisch. Unfreundlich. Als wenn sie niemals in ihrem Leben Freude verspürt. Eigentlich – wenn man den Erzählungen über ihren Alltag glauben schenkt, dann hat sie tatsächlich nichts, was sie wirklich von Herzen erfreut. Das finde ich sehr traurig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie jemals aus tiefstem Herzen lacht.

    Aber das ist auch kein Wunder. Ihre Familie ist – gelinde gesagt – sehr gruselig. Mit ihrem Bruder Edward verbindet sie Nichts, außer eine geschwisterliche Rivalität, die auch nach dem Tod der Mutter kein Ende findet – ganz im Gegenteil. Die Rivalität wächst sich zu einem Erbschaftsstreit aus, in dessen Verlauf Susan so manchen weiteren Schicksalsschlag einstecken muss.

    Die Geschichte fing sehr vielversprechend an, aber ich habe die ersten 250 Seiten überhaupt keine Verbindung zu Susan aufbauen können. Sie blieb seltsam distanziert für mich. Ich konnte mich in sie nicht reinversetzen. Ich fand sie hölzern, stocksteif und oftmals auch brüsk und sehr unfreundlich.

    Natürlich hat sie ihre Gründe dafür. Vielschichte Gründe. Traurige Gründe, die mich manchmal fassungslos den Kopf haben schütteln lassen. Es ist traurig, wenn Kinder in solchen Familien wie Susans Familie aufwachsen müssen. So konnte ich mit zunehmender Seitenzahl Susans Verhalten nachvollziehen. Und mich auch ihren Charakter verstehen lassen. Grundsätzlich würde ich gerne näher darauf eingehen, warum Susan so ist, wie sie ist, aber dann würde ich zu viel verraten und ich mag nicht spoilern.

    Die letzten 80 Seiten haben dann doch noch so manche Wendung in die Geschichte gebracht und haben mich Susan nähergebracht und mich mit der Geschichte versöhnt.

    Auch verändert sie sich im Lauf der Geschichte – sie wird zugänglicher. Lässt zunehmend andere Menschen in ihr Leben. Am Anfang meist ungewollt und aus reinem Pragmatismus. Aber immerhin.

    Ich finde, die Geschichte und der Charakter „Susan“ hätte ein Wahnsinnspotential gehabt, was meines Erachtens nach nur zum Bruchteil ausgeschöpft worden ist. Ich hätte mich gerne während des Lesens mit ihr angefreundet und sie in mein Herz geschlossen, aber das hat sie einfach nicht zugelassen.

    Das finde ich sehr schade. Es wäre schön gewesen, ein wenig mehr mitzuerleben, wie Susan „aufblüht“ und ihre letzten „Kaktus-Stacheln“ verliert.


    Meine Rezension findet Ihr auch unter www.buchspinat.wordpress.com

    Statistik 2018:
    SUB Stand 01.01.2018: 927 Bücher
    Ziel 2018: 100 Bücher lesen


    :study: Bisher gelesen in 2018: 20


    Statistik 2015 / 2016 / 2017:
     :study: gelesen: 105 Bücher / 100 Bücher / 65 Bücher
     :study: Seitenanzahl: 38.896 / 35.403 / 20.794


    Mein Blog: www.buchspinat.wordpress.com

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