John Wyndham - Die Triffids / The Day of the Triffids

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Die Triffids: Hörspiel

4.5|5)

Verlag: Der Audio Verlag

Bindung: Audio CD

Laufzeit: 00:03:27h

ISBN: 9783898137027

Termin: Juli 2007

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  • Eigenzitat aus amazon.de:


    Dies ist wohl die bekannteste Geschichte aus der Feder von John Wyndham. Diese dramatisierte Radio-Fassung wurde erstmals 1968 von der BBC in sechs Episoden gesendet und ist die zweite Version einer solchen Dramatisierung. Das Skript wurde den damaligen Regeln für BBC-Programme angepasst, so dass rassistische Inhalte und zu „englische“ Inhalte entfernt worden sind. Der Roman von 1951 wurde außerdem auch dreimal verfilmt – 1962 fürs Kino und zweimal fürs Fernsehen (1981 und 2009).


    Vor einigen Jahren sind seltsame Pflanzen auf der Welt aufgetaucht, deren Öle wesentlich nahrhafter und reichhaltiger sind – und auch einfacher zu verarbeiten – als alle anderen Pflanzenöle, die man kennt. Sie werden ziemlich groß, sind giftig, fleischfressende und können sich – sehr langsam - bewegen. Der Biologe Bill Masen hat sie zu seiner Spezialität gemacht und geht davon aus, dass sie irgendwo gentechnisch erzeugt worden sind und ihre Auswilderung als ein Unfall geschah. Nun sind sie überall und werden industriell genutzt.


    Bei einer Forschungsreihe sprüht ein Triffid Masen sein Gift ins Gesicht und blendet ihn so. Als er im Krankenhaus aufwacht trägt er eine Binde um die Augen – und sieht so nicht, wie eine Gruppe von Kometen in die Erdlaufbahn eintreten. Nahezu alle anderen Menschen auf der Welt beobachten dieses Phänomen und erblinden. (Bezüge zum Anfang von „28 Days later“ sind in keinster Weise zufällig.)


    Kaum hat er seine Augenbinde abgenommen findet sich Masen in einer Welt wieder, in der die Sehenden die Blinden führen müssen – oder aber im Kampf um immer knapper werdende Ressourcen entweder sich selbst überlassen oder töten und in der Infrastrukturen und Industrien schlagartig zusammenbrechen. Währenddessen brechen die Triffids aus ihren Gehegen aus und beginnen die Menschen zu jagen, wobei die Neuerblindeten leichte Beute für sie darstellen.


    Wie so oft in solchen Geschichten zeigt die vordergründige, fremdartige Bedrohung in erster Linie die Natur des Menschen und wie dieser in solchen Extremsituationen, die die Zivilisation für die meisten im Moment verhindert. Wie das Sprichwort sagt: „Der Dschungel ist einen Stromausfall und zwei hungrige Tage von der Zivilisation entfernt.“ Wyndhams Geschichte wurde zur Blaupause für etliche Geschichten, die nach 1951 die Bücherregale und Filmschränke füllten. Und ist immer noch eine der besten Geschichten dieser Art. :musik::thumleft:

  • K.-G. Beck-Ewe

    Hat das Label Science Fiction hinzugefügt
  • Mario

    Hat den Titel des Themas von „John Wyndham - The Day of the Triffids“ zu „John Wyndham - Die Triffids / The Day of the Triffids“ geändert.
  • Klappentext


    Jahrhundertelang hat der Mensch die Natur ausgebeutet – nun ist der Tag der Abrechnung gekommen ...


    Nach einem Kometenschauer über London ist nichts mehr so, wie es einmal war: Blind und hilflos irren die Menschen durch eine gespenstische und zerstörte Stadt. Die wenigen Glücklichen, die noch sehen können, schließen sich zusammen und verlassen London. Doch in der postapokalyptischen Welt lauert eine neue Gefahr: riesige, menschenfressende Pflanzen – die Triffids ...

    Meine Meinung


    Science Fiction Klassiker von 1951 - typisch nüchterner Stil den man aus der Zeit kennt, trotzdem eine sehr spannende Idee und Umsetzung.


    Ich war ja sehr gespannt, denn Geschichten aus dieser Zeit sind für mich immer besonders reizvoll weil ich immer das Gefühl habe, in die Vergangenheit zu reisen. Der Schreibstil wirkt anders, ebenso die Dialoge, und auch das Weltbild und die Gesellschaft zeigen andere Schwerpunkte.

    Mit John Wyndhams Triffids reist man aber dennoch in eine Zukunft, die eine grauenvolle Entwicklung bereit hält. Gab es damals schon genmanipulierte Pflanzen? Ich weiß es nicht, jedenfalls wirkt das ganze zwar sehr visionär, aber auch sehr real, was auch an der nüchternen Schreibweise liegt. Ich hab das Gefühl, dass in dieser Zeit in den Geschichten immer etwas mit den Empfindungen der Figuren gespart wurde - war das damals nicht so wichtig? Lag der Fokus in Büchern woanders oder war es von der Gesellschaft her einfach so, die Gefühle eher beiseite zu lassen? Finde ich jedenfalls sehr faszinierend.


    Was mich ja total überrascht hat war das Szenario am Anfang, dass mich sehr an die Serie The Walking Dead erinnert hat. Jemand wacht in einem Krankenhaus auf und die ganze Welt hat sich über Nacht verändert. Der Protagonist William erlebt einen völligen Zusammenbruch der Gesellschaft, ohne den Auslöser mitbekommen zu haben und muss sich nun irgendwie durchschlagen. Während es bei The Walking Dead die Zombies sind, sind es hier die Triffids, die mutierten Pflanzen, die Jagd auf die Menschen machen. Auch im weiteren Verlauf gibt es viele Parallelen zur Serie, wo schon der Gedanke aufkommt, ob die Serienmacher sich hier einige Ideen geholt haben.

    Zusätzlich kommt hier aber das Problem auf, dass die meisten Menschen über Nacht erblindet sind, was natürlich zu extremsten Situationen führt. Denn die wenigen, die noch Sehen können, sind natürlich die einzigen, die das Überleben sichern können. Was das bei vielen an Ängsten auslöst und welche Charakterschwächen hier zutage treten, verursachen ein äußerst drastisches und brutales Bild. Dieser Zusammenbruch der Gesellschaft war mir zwar etwas zu schnell, aber man weiß ja nie, wie solch ein apokalyptisches Weltbild tatsächlich für Auswirkungen hat. Die Überlebensstrategien der Menschen und die Grüppchenbildung wurden aber sehr gut beschrieben und steht auch mehr im Vordergrund erstmal als die Gefahr durch die aggressiven Verhaltensweisen der Triffids.


    Trotz den fehlenden Gemütsbewegungen wurden die Konsequenzen und Entwicklungen sehr gut beschrieben und ich konnte mir sehr gut vorstellen, welche Gewissenskonflikte in diesem Fall auftreten: das eigene Überleben sichern oder denen helfen, die durch ihre Blindheit kaum Chancen haben, sich Nahrung oder frisches Wasser zu sichern. Dazu kommen natürlich die vielen Toten und die sich dadurch verbreitende Gefahr der Krankheiten und die schleichende Bedrohung durch die Pflanzen, die sich zu einem unaufhaltsamen Gegner entwickeln.


    Insgesamt hat es mir wirklich gut gefallen. An den Schreibstil muss man sich etwas gewöhnen, da er natürlich dem damaligen Stil entspricht und in seiner nüchternen Art ein bisschen an Einfühlungsvermögen vermissen lässt, dafür aber auch das ganze Ausmaß sehr wirkungsvoll und ohne zu kaschieren vor Augen führt. Wollen wir hoffen dass wir nie in so eine Situation geraten.


    Mein Fazit: 4 Sterne


    © Aleshanee

    Weltenwanderer

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