Gin Phillips - Nachtwild / Fierce Kingdom

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NACHTWILD

4|8)

Verlag: dtv Verlagsgesellschaft

Bindung: Broschiert

Seitenzahl: 304

ISBN: 9783423261968

Termin: März 2018

  • Mitreißender Thriller!


    Joan und ihr Sohn Lincoln verbringen wie so oft ihren Nachmittag im Zoo. Doch dann geschieht das Unfassbare: Schüsse fallen und viele Menschen liegen tot am Boden. Nun hängen das Leben ihres Sohnes und ihr eigenes davon ab, ob Joan die richtigen Entscheidungen trifft.

    Das Cover ist ein echter Hingucker, der schlichte schwarze Hintergrund und die rotgefärbte Raubkatze strahlen Spannung und Gefahr aus. Auch das Detail im Inneren - die Silhouetten bzw. Schatten der beiden - ist schön umgesetzt.

    Der Schreibstil ist flüssig sowie leb- und bildhaft (z.B. S. 124: Die Bäuche hingen an denen wie Teig über den Rand einer Kuchenform [...]."). Dadurch, dass die Geschichte im Präsens erzählt wird, fühlt man sich mitten im Geschehen und es reißt einen förmlich mit. Joans Gedanken sind ohne Komma getrennt, was die Angst und das Rasen der Gedanken noch mehr unterstreicht.

    Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die Geschichte nicht nur aus Joans Sicht geschrieben ist, sondern auch aus der Sicht anderer Beteiligter. Auch Joans Handeln ist nachvollziehbar: sie steht vor schweren Entscheidungen, weiß nicht, wem sie vertrauen kann und muss Risiken eingehen, um zu überleben.

    Da die Handlung nur auf knapp drei Stunden reduziert ist, gibt es nichts Überflüssiges, das den Spannungsbogen zunichtemachen könnte.

    Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und 5 Sterne.

    1. (Ø)

      Verlag: dtv Verlagsgesellschaft


  • Alles beginnt so ruhig. Wir lernen Joan und ihren bezaubernden vierjährigen Sohn Lincoln kennen. Sie verbringen den Nachmittag im Sandkasten im Zoo. Spielen mit seinen Jungs, wie sie die kleinen Plastikfiguren liebevoll nennen. Wir erfahren so einiges über die Art, wie die beiden miteinander umgehen, wie Joan ihren Sohn erziehen möchte und wie sehr sich die beiden vertrauen und lieben. Es ist eine wundervoll Atmosphäre, die Gin Phillips für den Leser geschaffen hat. Doch leider bleibt diese Atmosphäre nicht so schön, denn auf dem Weg aus dem Zoo, der ja bald zumacht, liegen plötzlich Menschen auf dem Boden, dabei waren es doch Luftballons die dort zerplatzt sind oder etwa nicht? Nein, das waren keine Ballons, denn das waren Schüsse und so schnappt sich Joan den kleinen Lincoln und sucht einen Platz, an dem sie sicher sein können. Wenn das denn überhaupt geht, wenn man nicht weiß, warum dort plötzlich geschossen wird. Den Kontakt zur Außenwelt hat Joan über ihr Handy, mit diesem schreibt sie mit ihrem Freund Paul. Dieser weiß, dass sie im Zoo sind, aber er kann nichts tun, außer warten. Ist die Polizei da? Wird ihnen jemand helfen können? Schafft es Joan lange genug den kleinen Lincoln und sich zu verstecken und dann auch noch dafür zu sorgen, dass es ruhig ist? Das sie keine Geräusche machen, die auf sie aufmerksam machen? Aber es wird ja immer später…


    Den Verlauf der Geschichte erfahren wir immer wieder über die Zeit, die den Anfang eines neuen Kapitels einläutet. Die Beziehung zwischen Mutter und Sohn wird durch die Gedanken und Rückblicke von Joan geschildert. So lernen wir sie und ihren Sohn hautnah kennen, denn oft denken wir an etwas, was mal war. Denken vielleicht auch in schrecklichen Momenten an etwas schönes zurück. Aber daneben gibt es eben diese Momente, die einen die Luft anhalten lassen. Ich war plötzlich ganz ruhig und habe mich gefühlt auch versteckt, damit ich Lincoln und seine Mum nicht etwa verrate, denn die beiden sind mir ans Herz gewachsen. Wenn ich mal Kinder habe, dann möchte ich auch so mit meinen Kindern umgehen und hoffe, dass ich so eine Bindung zu ihnen aufbauen kann. Doch möchte ich niemals so einen Abend erleben, wie die beiden. Bis zum Ende habe ich mitgefiebert und gehofft, dass sie dort rauskommen, denn sie sind doch beide so liebe Personen. Und dann gibt es da ja aber auch noch andere Leute im Zoo. Was zum Beispiel ein Baby um Mülleimer verloren hat und eine ehemalige Lehrerin für eine Rolle in der ganzen Geschichte spielt. Das erfahrt ihr, wenn ihr dieses Buch bei eurer nächsten Bestellung mit auf die Liste setzt!

  • Wie so oft verbringt die junge Joan gemeinsam mit ihrem vierjährigen Sohn Lincoln ihre Freizeit im Zoo. Doch als sie sich kurz vor Schließung mit ihrem Sohn auf dem Weg zum Ausgang macht, hört sie Schüsse und sieht direkt beim Ausgang Tote und Verletzte liegen. Doch wo sind die Täter? Kurzerhand flüchtet sie mit Lincoln zurück in den Zoo und sucht sich dort ein Versteck. Wer sind die Täter? Amokläufer? Und wo ist die Polizei? Mit einer Mischung aus Angst vor den Tätern und Mut, alles für ihren vierjährigen Sohn zu tun, wartet sie auf Hilfe. Plötzlich klingt jedes noch so kleine Geräusch bedrohlich, doch eins weiß Joan mit Sicherheit, niemals wird sie es zulassen, dass Lincoln etwas geschieht.

    Meine Meinung

    Das Cover ist schlicht gehalten und wirkt so düster, dass es gleich auf den ersten Blick meine Neugier weckte. Auch der Klappentext liest sich sehr spannend, zu Beginn des Buches war ich ein wenig hin- und hergerissen, weil es sehr schleppend zu lesen war und mich nicht sofort packen konnte, aber der Schreibstil ist direkt und schnörkellos, was in diesem Fall so fesselnd wirkte, dass ich doch weiterlesen wollte. Allein durch die gewählte Zeitform, der Gegenwart hatte ich permanent das Gefühl, dass ich hier mit beobachten konnte, was da gerade geschah und fühlte mich beinahe, als wäre ich selbst vor Ort.

    Das Buch beginnt erst sehr ruhig, sehr langsam und man liest zunächst eigentlich nur die typischen Momente einer Mutter mit ihrem Kind im Zoo. Doch ab dem Moment, wo die ersten Schüsse fallen, wendet sich das Blatt, denn ab da wird es interessant. Man verfolgt Joan, beobachtet ihr Verhalten und kann mehr als deutlich nachempfinden, was in ihr vorgeht, vor allem, wenn man selbst Mutter ist. Diesen Mutterinstinkt, dieses unbedingte beschützen wollen des eigenen Kindes, konnte ich absolut nachempfinden. Die Beschreibungen, wie sie ihr Kind dazu drängt still zu sein, denn gerade ein noch so kleines Kind kann diese Gefahren einfach noch nicht abschätzen, fand ich absolut glaubwürdig. Tatsächlich könnte ich es mir auch alles ganz genau so vorstellen, denn mein Sohn ist ebenfalls gerade vier Jahre alt, ein riesiger Superheldenfan und kann in manch einer Situation dann auch einfach nicht still sein. Ich habe ab diesem Moment mit Joan mitgezittert und mitgefiebert und auch mir gingen Gedanken durch den Kopf, wie “wehe, einer von euch kommt meinem Kind zu nahe”. Manch eine Entscheidung, die sie hier fällt oder eher fällen muss, mag auf den ersten Blick erschreckend wirken, doch ich kann mir sehr gut vorstellen, dass eine Mutter in dem Moment nur eine Priorität hat: nämlich das eigene Kind zu beschützen. Eine Sache an der Handlung fand ich dann doch ein wenig merkwürdig, denn ich hatte hier das Gefühl, dass zum einen Joan eher die Polizei hätte einschalten müssen, da sie mit ihrem Handy ja auch zu ihrem Mann Kontakt aufnimmt, zum anderen hat es sehr lange gedauert, bis die Polizei wirklich aktiv wurde, wobei ein Zoo auch sehr groß und alles andere als übersichtlich ist.

    Erzählt wird die Geschichte von einem personellen Erzähler in der dritten Person, dabei bleibt der Leser genauso im unklaren, was da eigentlich passiert ist, wie auch die Protagonistin Joan. Meist wird die Situation auch aus ihrer Sicht geschildert, ab und an bekommt der Leser aber auch Einblicke auf die Perspektive anderer Überlebender, sowie der Täter.

    Joan ist die Protagonistin der Geschichte und sie machte für mich einen sehr glaubwürdigen Eindruck. Wie ich bereits erwähnte, ist ihr Hauptaugenmerk in dieser Situation auf ihren Sohn Lincoln gerichtet und die eigenen Bedürfnisse oder auch das Helfen anderer wird zur Nebensache. All das war, wenn vielleicht an manch einer Stelle nicht moralisch, so doch recht realistisch. Auch das Verhalten des kleinen Jungen war hier realistisch dargestellt, gerade zu Beginn merkt man, dass er das ganze in keinster Weise einschätzen kann, erst als es brenzlig wird, verspürt auch der Kleine, in welch bedrohlicher Situation sie sich befinden. Weitere Charaktere sind hier eher oberflächlich, wobei gerade einer der Täter doch mehr Tiefe verliehen wird, weil man hier miterlebt, aus welchen Beweggründen er so handelt und diese erleben wir in der Realität in letzter Zeit leider immer häufiger.

    Mein Fazit

    Sehr eindringlich beschreibt die Autorin Gin Phillips eine Situation, die leider gar nicht so abwegig scheint. Auch wenn ich zu Beginn kleine Startschwierigkeiten hatte und hin und wieder ein wenig anzweifelte, ob die Handlung nicht auch anders verlaufen könnte, fand ich gerade die Darstellung des Mutterinstinktes hier absolut glaubwürdig, denn ich denke, dass jede Mutter erst einmal die Pritoritäten auf das eigene Kind legen würde und dadurch alles andere in den Hintergrund drängt. Wer hier ein wenig zu Beginn durchhält wird mit einer spannende Geschichte belohnt, die zwar erst im letzten Teil Tempo bekommt, die aber durch die Beschreibungen der Situationen und der dabei entstehenden Emotionen mitreißend wirkt.

  • Das Cover dieses Buches hat mich wirklich angesprochen, denn es macht die Gefährlichkeit der Geschichte deutlich. So dachte ich zumindest. Aber nun muss ich sagen, dass ich den Thrill nicht gespürt habe und es streckenweise sehr langatmig zuging.

    Joan wollte mit ihrem vierjährigen Sohn etwas unternehmen und hat mit ihm den Zoo besucht. Kurz vor Ende der Öffnungszeit eilt sie mit ihm zum Ausgang und sieht Tote auf dem Boden liegen. Obwohl sie nicht weiß, was los ist, spürt sie die Gefahr und macht kehrt. Sie versteckt sich mit Lincoln in einem leerstehenden Stachelschweingehege. Ihr ganzen Denken und Handeln gilt dem Schutz ihres Sohnes.

    Der Thriller startet sehr ruhig und selbst als Joan die Gefahr bemerkt, kommt für mich nicht wirklich Spannung auf. Zu viele ihrer Gedanken, die sich auch mit Unwesentlichem beschäftigen, verhindern, dass ich mit ihr fühlen konnte. Natürlich möchte sie Lincoln schützen. Ganz klar möchte sie selbst auch überleben, aber sie trifft auch Entscheidungen, die ich nicht nachvollziehen kann. Joan wurde mir zunehmend unsympathischer.

    Joans Perspektive wird unterbrochen von den Gedanken anderer Personen. Wie Joan und ihr Sohn sind auch noch andere Besucher bis zum letzten Moment im Zoo unterwegs und damit bedroht und auch ihre Gedanken lernen wir kennen. Aber auch die Tätersicht erfahren wir. Doch mir fehlte da wirklich Tiefe. Ich kann nicht wirklich nachvollziehen, was die Täter antreibt.

    Wer kleine Kinder hat, der weiß, wie schwierig es ist, sie zu etwas zu bringen, das gerade wichtig ist. Lincoln ist weit für sein Alter, aber er ist ein kleiner Junge und hat keine Vorstellung davon, in welcher Gefahr sein Mutter und er selbst sind. Joan verpackt die Informationen wie ein Spiel, um ihn dazu zu bringen, still zu sein. Aber ein kleines Kind hat Bedürfnisse und die wollen erfüllt werden. Es ist also eine schwierige Situation und eine gefährliche dazu. Kann sie Lincoln schützen?

    Eigentlich hat die Geschichte Potenzial, das aber leider nicht ausgeschöpft wurde. Am Ende blieben für mich auch viele Dinge ungeklärt. Einiges erschien mir auch unlogisch, aber in Amerika ticken manche Uhren einfach anders.

    Auch wenn es spannend war, so konnte mich dieser Thriller nicht fesseln. Schade!

    1. (Ø)

      Verlag: dtv Verlagsgesellschaft


  • "Nachtwild" ist ein sehr amerikanischer Thriller. Die vierzigjährige Joan ist mit ihrem vierjährigen Sohn Lincoln wieder einmal im Zoo, doch diesmal erleben sie keinen schönen, friedlichen Nachmittag, denn kurz vor der Schließzeit dringen drei bewaffnete junge Männer in den Zoo ein und erschießen willkürlich Besucher und auch einige Tiere. Joan bekommt den Aufruhr in der Nähe des Zoo-Eingangs mit und sucht sich mit ihrem Sohn ein Versteck. Ihr Problem besteht darin, das Kind ruhig zu halten, sie muss es beschäftigen, ohne dass sie laut reden dürfen und sie muss für Essbares sorgen, als ihr Sohn hungrig wird und laut zu jammern oder zu schreien droht. Dies setzt allerdings voraus, dass sie sich zum Restaurant mit den Süßigkeiten-Automaten begeben müssen - genau in die Richtung der Amokläufer, die dort auf der Menschenjagd sind...


    Von der Thematik ist der Roman interessant, er beschreibt die leider nicht realitätsferne Situation von Menschen, die plötzlich in die Schusslinie mehrerer Amokläufer (?) oder Mordlüsterne r(?) geraten und um ihr Leben fürchten müssen. Erschwert wird die Lage dadurch, dass die Protagonistin nicht allein ist, sondern in Begleitung ihres erst vierjährigen Sohnes. Das aufgeweckte Kind ist schwer ruhig zu halten und er ist außerdem nicht so kräftig und schnell wie seine Mutter, sodass diese ihn auf der Flucht immer wieder tragen muss., was neben der psychischen auch noch eine große physische Belastung darstellt. Joan ist eine wahre Löwenmutter, die für ihren Sohn alles und jeden zu opfern bereit ist - auch ihr eigenes Leben.

    Die erste Hälfte des Romans ist nur stellenweise spannend, die Erinnerungen von Joan an die Babyzeit ihres Sohnes und ihr Familienleben sind zu ausgewalzt und bremsen den Handlungsverlauf. Erst in der zweiten Hälfte, als Mutter und Sohn ihr ziemlich sicheres Versteck zum Zweck der Nahrungssuche verlassen müssen, kommt mehr Schwung und Abwechslung in die Handlung, jetzt ist das Spannungsniveau durchgehend hoch.

    Dennoch konnte mich dieser Thriller nicht vollkommen zufrieden stellen: Es fehlen Informationen zur Motivation der Täter; derjenige von ihnen, der dem Leser persönlich "bekanntgemacht" wird, bleibt als Person unglaubwürdig. Außerdem wird das Ende zu abrupt präsentiert, es bleiben Fragen nach dem Verbleib, bzw. weiteren Schicksal einiger Personen offen.


    Ein größtenteils spannender Roman, der fesselnd unterhält, aber einigen wichtigen Aspekten nicht genug Raum gibt!

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    1. (Ø)

      Verlag: dtv Verlagsgesellschaft


    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study: 
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • Zuerst fange ich mit dem Cover an, das ist ein echter Eye-Catcher. Der schwarze Hintergrund mit dem gefährlichen Wildtier in der Signalfarbe rot verrät dem Leser Gefahr. Wunderschön.

    An irgendeinem Tag besucht Joan mit ihrem vierjährigen Sohn Linoln wie schon viele Male zuvor den Zoo. Kurz bevor der Zoo schließt, machen sich die beiden auf in Richtung Ausgang. Doch diesmal ist alles anders. Plötzlich fallen Schüsse, Leichen liegen auf dem Boden. Joan flieht mit ihrem Sohn zurück in den Zoo, um ein sicheres Versteck zu finden.

    Das Buch ist spannend und flüssig geschrieben, man zittert mit Joan mit, jede Entscheidung kann die Falsche für sie und ihren Sohn sein, kann ihr Beider Todesurteil bedeuten.

    Joan ist in meinen Augen eine echte Übermutter, sie stellt die Bedürfnisse von ihrem Sohn über alles, begibt sich sogar in eine sehr gefährliche Situation, nur um ihn mit Essen zu versorgen (das Buch spielt sich in 3 Stunden und 10 Minuten ab, von daher wäre diese Gefährdung nicht nötig gewesen), dafür lässt sie andere teilweise hilflose Personen zurück, denen sie eventuell hätte helfen können. Besonders eine Situation fand ich sehr hart (da will ich aber nicht zuviel verraten, wer das Buch gelesen hat weiß welche ich meine). Im ganzen Buch dreht es sich immer wieder um die Entwicklung von Lincoln, so dass der Leser den Jungen am Schluß sehr gut kennengelernt hat und man noch mehr mit den Beiden mitfiebert.

    Am Ende wird es nochmal so richtig spannend, es passiert etwas, was ich Joan nicht zugetraut hätte, das hat mich wieder mit ihr versöhnt. Der Autorin ist ein Buch gelungen, das sich aus der Masse hervorhebt und mal etwas ganz anderes ist.

    Ein Buch ist ein Spiegel, wenn ein Affe hineinsieht, so kann kein Apostel herausgucken.


    Georg Christoph Lichtenberg

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