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Hans W. Cramer - Evas Erbe

Evas Erbe

4 von 5 Sternen bei 1 Bewertung

Verlag: Gmeiner-Verlag

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 312

ISBN: 9783839222089

Termin: März 2018

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  • Als Margit Hook stirbt, erbt ihre Enkelin Eva ihr Haus und das Vermögen. Doch Eva ist nicht Alleinerbin, denn ihre Grossmutter hat alles, was sich auf ihrem Estrich befindet, ihrem Frauenarzt Dr. Michael Beyer vermacht. Eine Überraschung, denn dort wird nur alter Plunder gelagert. Als Zugabe bekommen Eva und Michael bei der Testamentseröffnung noch einen Brief, der sie vor Nachforschungen warnt, doch auch neugierig macht. Die alte Dame hat ihnen ein Rätsel gestellt, dem sie nachgehen sollen. Gespannt machen sie sich an die Nachforschungen.


    Der Prolog, der 1970 handelt, ist vielversprechend! Denn er beginnt mit einem Dreifach-Mord und hat mich neugierig gemacht auf die Geschichte. Die folgenden Abschnitte bestehen aus kurzen, knackigen Kapiteln, in denen der Autor abwechslungsweise in der Gegenwart und im Damals erzählt. Zu Beginn hatte ich Mühe einzuordnen, welche der Figuren denn nun in der Gegenwart im Mittelpunkt steht und wo in der Handlung der Autor weitererzählt. Meist musste ich einige Sätze lesen um die Passage Eva oder Michael zuordnen zu können. Sehr gut gefallen hat mir, dass die Zeitebenen klar bei Kapitelbeginn deklariert sind. Denn es herrscht keine chronologische Ordnung in der Erzählung, sondern springt hin und her. Die Story erschien mir dadurch sehr abwechslungsreich und das Erzähltempo hoch.

    Hans W. Cramer versteht es gut, Spannung aufzubauen und diese zu halten, und dies in allen Erzählsträngen. Lange Zeit konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen, wie die Stränge zusammenpassen könnten. Die Verstrickung ist mehr als schlüssig und der Plot gelungen.

    Als kleiner Kritikpunkt muss ich anführen, dass ich ein paar mal das Gefühl hatte, die Handlung holpert. Wie als zum Beispiel eine Frau durch ihr gutes Gedächtnis einen Mann, der 30 Jahre zuvor in der Zeitung abgebildet wurde, wieder erkennt. Oder Arzt Dr. Beyer, der sich nach zwei Tagen zu erinnern vermag, welche Medikamente in der Küche seiner Patientin standen oder nicht vorhanden waren. Und das bei einem oberflächlichen Besuch und " einem zufälligen Sehen", nicht etwa bei einer Kontrolle der Medikamente. Derselbe Arzt erinnert sich auch an ein Geräusch, das er am Tage zuvor bei einem belanglosen Telefonanruf gehört hatte.

    Diese Punkte waren mir, in einer ansonsten zum grössten Teil runden und schlüssigen Geschichte, doch zu konstruiert und an den Haaren herbei gezogen. Ebenfalls etwas stockend meiner Meinung nach der Grund für den Mord, der Mitte Buch geschieht. so hatte ich eher das Gefühl, es musste unbedingt ein Mord geschehen und der Grund wirkte auf mich sehr konstruiert.

    Der Schreibstil ist einfach gehalten, sehr präzise und ich habe mich sofort wohl gefühlt damit. Für meinen Geschmack hätten die dreimal erwähnte Zubereitung der Menus von Hobbykoch Beyer nicht so detailliert beschrieben werden müssen, denn schliesslich lese ich ja nicht ein Kochbuch, sondern einem Krimi. So habe ich diese grob überlesen um schnell wieder zum Wesentlichen zu kommen.

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