Julia Quinn - Der Earl mit den eisblauen Augen / Because of Miss Bridgerton

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  • Inhalt
    Billie ist ein wahrer Wirbelwind. Sie liebt die Natur und kümmert sich gerne um das Anwesen ihrer Familie, nicht gerade Dinge, die eine Lady tun sollte. So kommt es, dass sie eines Tages auf dem Dach eines verlassenen Hauses strandet und auf Hilfe warten muss. Dass diese ausgerechnet in Person von George Rokesby kommt, dem Mann, den sie nicht ausstehen kann, ist nicht gerade aufbauend. Da ihre Familien aber befreundet sind, kreuzen sich ihre Wege immer öfter. Schon bald bekommen sie die Gelegenheit einander näher kennen zu lernen und müssen erkennen, dass da doch mehr zwischen ihnen sein könnte.


    Meine Meinung
    1779 Kent, England. Schon immer waren die Familien Rokesby und Bridgerton miteinander verbunden, liegen ihre Anwesen doch nah beieinander. Daher kennen sich die Kinder von klein auf und sind miteinander befreundet. Dass die Familien aber auch mal durch eine Ehe zusammen finden könnten, schien bislang nur Wunschdenken.


    Sybilla "Billie" Bridgerton ist 23, unverheiratet und ein ziemlicher Wildfang. Statt sich ladylike für Mode, Ehe und Gesellschaften zu interessieren, begeistert sie sich eher für Landwirtschaft, Anbauten und die neusten Agrartipps. Ihre Familie akzeptiert es, schließlich haben sie einen Pakt geschlossen, laut dem sich Billie in der Öffentlichkeit doch damenhaft präsentiert. Schon immer war hingegen klar, dass sie einen der Rokesby Söhne heiraten würde, doch das sie ausgerechnet Gefühle für George entwickeln könnte, ist dann doch eine Überraschung.


    George Rokesby ist der älteste Sohn der Familie und damit der Viscount Kennard. Mit seinen 27 wird er zumeist als distanziert, steif und zu sehr als Gentleman beschrieben. Während seine Brüder in den Kolonien kämpfen oder bei der Marine sind, bleibt er nur auf dem Anwesen und kümmert sich um die Familienwerte. Niemand hinterfragt, wie er sich dabei fühlt. Erst nach und nach offenbart George, dass er sich durch seine Stellung gefangen fühlt. Er würde es gerne seinen Brüdern gleich tun, etwas leisten und bewirken, doch ihm sind die Hände gebunden. Durch seinen Frust, gibt er sich kalt, schließlich soll ja niemand merken, was tatsächlich in ihm vorgeht.


    Billie und George wirken recht unterschiedlich und haben eigentlich kaum etwas gemeinsam, sie haben sich aber auch nie wirklich die Zeit genommen einander kennen zu lernen. Erst durch den Vorfall, bei dem sie einige Zeit auf dem Dach eines verfallenen Hauses verbringen, beginnen sie sich näher zu kommen. Durch das Drängen ihrer Familien treffen sie sich immer öfter und entdecken dabei den Spaß daran sich zu triezen.


    Nachdem ihr Familie die gewisse Anziehung zwischen ihnen bemerkt haben, sorgen sie dafür, dass sie auch tatsächlich oft miteinander zu tun haben. Dabei werden Eifersüchteleien geschürt und Verführungen eingefädelt. Doch auch ohne die Unterstützung ihres Umfeldes, entdecken George und Billie, dass sich da zwischen ihnen etwas entwickelt. Diesen Gefühlen nachzugeben ist aber viel komplizierter als erwartet.


    Die Handlung des Romans bezieht sich zwar zum Großteil auf die Beziehung zwischen den Protagonisten, doch die Autorin baut auch geschickt Spannung und Hinterlist ein. So darf sich George auf ein kleines Abenteuer begeben, das ihm einige Klarheiten verschafft und ihm so manches vor Augen fühlt. Auf emotionaler Ebene wurde darauf geachtete, dass es eine langsame Entwicklung ist. Die Protagonisten lernen sich kennen, auch wenn sie sich schon kannten, ärgern einander und fordern sich heraus. Dadurch kommen sie sich näher und beginnen mehr zu fühlen. Julia Quinn kann die sinnliche und leidenschaftliche Atmosphäre toll aufbauen, durch die kleinen Neckereien zwischen George und Billie wird diese noch zusätzlich bestärkt.


    "Der Earl mit den eisblauen Augen" ist der erste Band der Rokesbys-Reihe. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen und kann unabhängig von den anderen Bänden gelesen werden.


    Fazit
    Eine schöne Geschichte über ein Paar, das nie geglaubt hätte, zusammen zu gehören. Voller Witz und Charme erzählt, macht es einfach Spaß der Handlung des Historicals zu folgen. Ein Liebesroman, der einfach immer passt.


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  • Rezension: „Der Earl mit den eisblauen Augen“ von Julia Quinn


    Autor/in: Julia Quinn

    Titel: Der Earl mit den eisblauen Augen

    Reihe/Band: Rokesby, Band 1

    Genre: Historischer Roman

    Erscheinungsdatum: Mai 2020

    ISBN: 978-3-7457-0071-8

    Preis: 10,00 € als Taschenbuch


    Klappentext

    Die Liebe hat ihre eigenen Pläne …

    Miss Billie Bridgerton weiß genau, dass sie Edward oder Andrew Rokesby heiraten wird. Seit Kindertagen sind sie und die Nachbarssöhne beste Freunde. Wen Billie dagegen bestimmt nicht heiraten wird, ist George, den ältesten Sohn der Rokesbys!

    Die arroganten Blicke aus seinen eisblauen Augen zeigen ihr: Er kann sie genauso wenig ausstehen wie sie ihn. Aber seit der attraktive Earl sie nach einem Unfall auf seinen starken Armen getragen hat, hat sich etwas geändert. Früher hat sich Billie mit George Wortgefechte geliefert – jetzt wünscht sie sich, in seinen kühlen blauen Augen Leidenschaft zu sehen …


    Buch-/Reihentitel und Coverdesign

    Die „Rokesby“-Reihe ist ein weiterer Teil des „Bridgerton“-Universums, nur das nun eine weitere Familie auf den Plant tritt. Der Titel beschreibt das erste Mitglied der neu angesprochenen Familie zum Teil im Äußeren, als auch bezüglich seiner Standesherkunft. Abgebildet ist ein stattlicher junger Mann, der auf die bereits getätigten Beschreibungen passt, an dem man aber auch direkt sehen kann, dass die Handlung in einer anderen Zeit spielen wird. Ein attraktiver junger Mann, mit 3-Tage-Bart und etwas längeren Haaren – eine Augenweide, wie ich finde. Das Cover ist typisch für „Regency“-Romane und da die Geschichte im 18 Jahrhundert spielen wird, äußerst passend gewählt.


    Charaktere

    Sybilla Bridgerton, von all ihren Freunden und Verwandten nur liebevoll Billie genannt, ist eine intelligente und etwas vorlaute junge Dame von 23 Jahren. Aber sie ist so ganz anders als die anderen Damen der Gesellschaft. Auf ihrem Hof übernimmt sie des Öfteren auch mal Männerarbeiten, dabei trägt sie manchmal Hosen und wenn ihr etwas nicht passt, dann vertritt sie lautstark ihre eigene Meinung. Bei Hof hatte sie aufgrund eines kleinen Missgeschicks leider kein Debüt, weshalb sie noch unverheiratet ist. Seit ihre beste Freundin und Nachbarin Mary für die Ehe weggezogen ist, scheint sie etwas vereinsamt zu sein.

    George Rokesby, der Form halber auch Lord Kennard genannt, ist der ältere Sohn der Nachbarsfamilie der Bridgertons. Da er später einmal das Familienoberhaupt sein wird, war er weder im Krieg noch bei der Armee, sondern weitestgehend auf dem Familienbesitz beschäftigt. Er und Billie können sich schon seit Ewigkeiten nicht leiden, denn während er stolz und vornehm ist und sich zu benehmen weiß, ist sie das komplette Kontrastprogramm – ein kleiner Wirbelwind mit kindischen Zügen. George hingegen ist für sein Alter schon sehr hart und erwachsen geworden. Er ist sehr ernst und neigt dazu spaßige Momente zu verurteilen. Für seine Freunde und Familie würde er alle Hebel in Bewegung setzen, wenn sie seiner Hilfe bedürften.

    Die Charaktere sind mir gänzlich sehr sympathisch gewesen. Mit ihren unterschiedlichen Wesenszügen haben sie meiner Meinung nach sehr gut in die damalige Zeit gepasst und sich dahingehend sehr realistisch verhalten. Ich hatte viel Spaß, bei den Entwicklungen der unterschiedlichen Personen dabei zu sein.


    Schreibstil und Handlung

    Die Geschichte ist aus der dritten Person des allwissenden Erzählers geschrieben und schildert keine spezielle Sichtweise eines einzelnen oder verschiedener Protagonisten. Der Handlung selbst kann man sehr gut, flüssig und in gemächlichem Tempo folgen. Es ist alles recht entspannt und macht es leicht, der Handlung zu folgen. Außerdem erinnert mich der sprachliche Ausdruck auch sehr an frühere Jahrhunderte – es ist als wäre man live mit dabei. Auch gab es eine Vielzahl von lustigen und intensiven Schlagabtäuschen und den Charakteren, die in sehr förmlicher Weise zum Ausdruck gebracht worden sind, was teilweise zum Schreien komisch war.

    Die Handlung selbst fand ich größtenteils richtig genial. Man wird ins 18 Jahrhundert entführt und bekommt eine große Maße an Hintergrundinformationen, wie damals die Frauen z.B. ihr Debüt bei Hof hatten, einen Ehemann gesucht haben etc. Auch gab es keine Affären, sondern wer etwas in dieser Richtung wollte, der musste heiraten. Ich konnte mir eine sehr gute Vorstellung der damaligen Zeit machen, was mir sehr gut gefallen hat.

    Das einzige, was ich wirklich zu meckern habe ist, dass viele Szenen äußerst detailliert beschrieben worden sind. Dadurch wirkten diese Abschnitte sich auf mich sehr ermüdend aus und die ein oder andere Kabbelei zwischen den einzelnen Protagonisten war auf einmal eher anstrengend als lustig.

    Im Großen und Ganzen war es aber mal etwas absolut anderes als all das, was man im Moment sonst buchtechnisch geboten bekommt und hat mir sehr gut gefallen. Für mich eine sehr willkommene Abwechslung.


    Fazit

    Ich habe schon die früheren Bücher aus dem Bridgerton-Universum geliebt und auch dieses war wieder einmal fantastisch. Der Cliffhanger am Ende ist fast harmlos, macht aber auf jeden Fall Lust auf mehr! – Ich bin auf weitere Fortsetzungen gespannt, die hoffentlich zur Beantwortung der noch wenigen offenen Fragen führen.


    Bewertung: 4 YYYY von 5 Sternen

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