Axel Ranisch - Nackt über Berlin

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Nackt über Berlin: 2 CDs

4|2)

Verlag: Hörbuch Hamburg

Bindung: Audio CD

Laufzeit: 00:10:33h

ISBN: 9783957131300

Termin: Februar 2018

  • Großartig gelesen, spannende Geschichte


    Alex Ranisch war für mich vor diesem Buch ein unbeschriebenes Blatt, denn ich kannte keinen seiner Filme. Als Lehrerin hat mich jedoch der Klappentext dieses Buches angesprochen, weil mich Technik und Smart Homes ebenso interessieren, war dieses Buch für mich daher doppelt spannend und ich habe mich auf diese ungekürzte Lesung gefreut.


    Normalerweise bin ich abgeneigt, Hörbücher zu hören, die von den Autoren selbst eingelesen werden, denn meist reichen diese nicht an professionelle Sprecher heran. Durch die Hörprobe konnte ich mich überzeugen, dass der Autor auch ein grandioser Sprecher ist. Zum Herausstreichen der unterschiedlichen Erzählperspektiven von Jannik und Jens Lamprecht wird eine zweite Erzählerstimme eingesetzt, nämlich die von Thorsten Merten. Die Stimmen passen hervorragend zu den Charakteren und beide Sprecher hauchen ihren Protagonisten dadurch Leben ein.


    Jannik ist ein großartiger Protagonist - jung, schwul (was ihm zu Beginn der Handlung noch nicht so richtig bewusst ist), übergewichtig, hat eine Überfigur als Vater und ist relativ neu in der Schule. Von Tai erhält er, wegen seines musikalischen Talents, den Spitznamen "Tschaikowski", was ihm jedenfalls lieber ist, als von seinen anderen Mitschüler*innen "Fetti" genannt zu werden. Es hat mir großen Spaß gemacht, die Welt durch seine Augen zu sehen, die sich, wie es in diesem Altern normal ist, sehr emotionsgeladen ist.


    Jens Lamprecht spricht die Rolle des verzweifelten Inhaftierten und auch in seinem Leben gab es schlechte Wendungen, falsch getroffene Entscheidungen werden ihm bewusst. Mitgelitten habe ich mit dem Raucher, dem die Zigartten ausgegangen sind (ja, dieses Detail muss ich verraten) und der im Laufe seines Eingesperrtseins eine große Entwicklung durchmacht. Es war interessant, die Rolle durch seine anfans selbstherrliche Brille zu sehen, denn nach eigener Aussage war der Direktor überzeugt, "der Nabel der Welt" zu sein.


    Tai wirbelt durch die Handlung und bringt immer wieder frischen Wind und überraschende Wendungen in die Geschichte, wodurch ich diesen Charakter ganz besonders zu schätzen weiß. Der "Bad Boy" ist eben meist die spannendere Figur - die aber auch in diesem Fall große Tiefe hat.
    Beim Zuhören musste ich mehrmals lachen, wodurch ich dieses Buch auch unbedingt als Hörbuch weiterempfehle, denn hierbei handelt es sich um einen wahren Ohrenschmaus.


    Fazit: Das witzigste Hörbuch, dass ich bisher gehört habe.

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