Ashley Herring Blake - Eine Handvoll Lila / How to Make a Wish

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  • Inhalt:
    Grace größter Traum ist Pianistin zu werden und dafür nach New York zu gehen, doch der Traum ist fast unerreichbar, denn momentan ist sie eher damit Beschäftigt der Babysitter für ihre Mutter zu sein, denn diese kann man nicht alleine lassen.
    Dann lernt sie Eva kennen, die gerade ihre Mutter verloren hat und die beiden Mädchen öffnen sich und kommen sich näher. Eva gesteht Grace das sie auf Mädchen steht, doch kann Eva Grace helfen ihre Träume wahr werden zu lassen, oder steht am Ende doch wieder Grace Mutter im Weg?


    Meine Meinung:
    Eine Handvoll Lila ist eine ganz wundervolle Geschichte über das Zu-Sich-Selbst-Finden. Träume war werden zu lassen und vor allem auch eine Geschichte über Veränderungen und Mut.


    Die Geschichte ließ mich von Beginn an nicht los. Der Schreibstil war flüssig und leicht zu lesen und dank der großen Buchstaben fliegt man nur so durch die kapitel. Diese haben eine angenehme Länge, so dass man auch innerhalb kürzerer Zeit doch noch weiterlesen kann, wo man sonst vielleicht aufhören würde. So war ich recht schnell fertig mit lesen, aber nicht fertig mit diesem Buch. Denn es klingt nach. man macht sich Gedanken, denn natürlich gibt es fast überall Parallelen. Vielleicht nicht so krass, aber doch ähnlich.


    Die Figuren sind hier sehr stark gezeichnet. Oberflächlichkeit gibt es nicht und jede Figur hat seinen Stellenwert in der Geschichte.
    Aus Grace ihrer Sicht ist die Geschichte in Ich-Form erzählt. Das baut zu beginn schon Spannung auf und fesselt so von der ersten Seite an. Grace ist ein sehr starkes Mädchen, denn sie ist eher die Mutter, als die Tochter. Sie lebt in ständiger Angst. Schwäche kann sie sich nicht erlauben. Sie hat auch kaum noch Kontakte, denn die müsste sie anlügen was ihre Mutter, ihr Zuhause betrifft. So bleibt ihr nur Luca, ihr bester Freund seit Kindertagen.
    Luca ist der Fels in der Brandung. Er steht hinter Grace, sagt ihr aber auch die ehrliche Meinung. So wie ein richtiger Freund sein sollte. Einfühlsam und ehrlich. Das schafft nicht jeder und so empfinde ich auch ihn als sehr mutig.
    Grace Mutter hat nicht nur ein Problem, sondern viele. Alle aufzuzählen wäre zu viel. Für mich ist sie zwar krank aber auch sehr egoistisch. Es ist traurig zu sehen wie sie mit ihrer Tochter umgeht.
    Eva kommt recht plötzlich in Grace Leben wird aber recht schnell sehr wichtig für sie. Beide zu erleben war wirklich schön auch wenn es die Situationen nicht immer waren.


    Am Ende steht eine sehr schöne Geschichte über zwei Mädchen und ihre Familie und Freunde. Alles ist perfekt abgerundet auch wenn es die Gegebenheiten zeitweise nicht sind. Eine Geschichte die zum nachdenken anregt und gewiss nicht so fern von der Realität ist, denn diese Familien gibt es vermutlich leider öfter als allen lieb ist. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Liebe Grüße
    Natalie




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    SuB: 235

  • Hier geht es um so viel mehr als nur um eine Liebesgeschichte


    Klappentext

    „Lila lackierte Fingernägel sind das Markenzeichen von Grace und ihrer Mutter Maggie. Dabei könnten sie sonst nicht unterschiedlicher sein: die ehrgeizige Grace will nach der Schule Musik studieren, denn sie ist eine begabte Pianistin. Ihre Mutter dagegen ist das personifizierte Chaos und stolpert von einer schlechten Entscheidung in die nächste, ohne zu verstehen, was sie ihrer Tochter damit antut. Erst als Eva in ihr Leben tritt, glaubt Grace, sich mit ihrer Hilfe endlich aus den Fängen ihrer Mutter und der engen Kleinstadt befreien zu können. Doch als Maggie immer mehr an Bodenhaftung verliert, steht auch die Zukunft der beiden Mädchen auf dem Spiel. Jetzt ist es an Grace, sich und Eva zu retten, und endlich zu lernen, wie man liebt und wie man loslässt.“


    Gestaltung

    Passend zum Titel „Eine Handvoll Lila“ ist auch das Cover voller verschiedener Lilatöne. Das passt natürlich wie die Faust aufs Auge. Auch die Gestaltung mit den verschiedenen Noten und Notenschlüsseln und der Klaviertastertur, die das Cover zugleich auch in eine helle und eine dunkle Hälfte unterteilt, passt hervorragend, denn die Protagonistin ist Pianistin. Ich finde es auch sehr schön, dass der Titel vor dem dunkleren Teil des Covers mit hellen Lilatönen angeordnet wurde, da er so hervorsticht. Ein rundum gelungenes, stimmiges und zum Buch passendes Cover!


    Meine Meinung

    Nach „Liebe ist wie Drachensteigen“ ist nun mit „Eine Handvoll Lila“ das neue Buch von Ashley Herring Blake auf Deutsch erschienen. Da ich bereits „Liebe ist wie Drachensteigen“ von der Autorin gelesen habe und ihren Schreibstil gerne mochte, war ich gespannt auf ihr neustes Werk. Der Klappentext weckte in mir den Verdacht, dass es sich bei diesem Buch um eine Liebesgeschichte zwischen zwei Mädchen handeln würde, doch beim Lesen stellte ich fest, dass noch so viel mehr in diesem Buch steckt!


    Natürlich geht es auch um die Liebe zwischen Grace und Eva. Diese entwickelt sich allerdings erst ganz zart im Verlauf der Handlung. Eva ist die Freundin von Grace‘ bestem Freund Luca. Grace hatte bisher auch nur Freunde, war sich aber ihrer Hingezogenheit zum weiblichen Geschlecht bewusst, wodurch es in diesem Buch auch nicht um die Thematik des Coming Outs geht, was ich sehr angenehm fand. Diese beiden Mädchen verlieben sich nach und nach ineinander und dies hat die Autorin für mich sehr authentisch transportiert. Ich konnte die Gefühle gut nachvollziehen und fand es klasse, dass hier nicht alles rasend schnell abgehandelt wurde (nach dem Motto verlieben und sofort zusammen).


    Zudem fand ich es spannend mitzuerleben, welche Schwierigkeiten und Konflikte sich aus dieser neuen Liebe ergeben, wobei diese doch eher im Hintergrund blieben. Ich hätte gedacht, dass die Autorin etwas mehr thematisiert, wie es für die Figuren ist, sich ihre neuen Gefühle einzugestehen und was für eventuelle Schwierigkeiten mit den Reaktionen des Umfeldes einhergehen. Aber im Endeffekt hat Ashley Herring Blake hier mit den ruhigen Tönen alles richtig gemacht, denn so lag der Fokus sehr auf den Gefühlen und dem langsamen Sich-Verlieben. Dies hat die Liebesgeschichte realistisch gemacht, da sie sich nicht überstürzt anfühlte.


    Ich habe bereits angedeutet, dass es in „Eine Handvoll Lila“ um mehr als nur um eine sich langsam entwickelnde Liebesgeschichte geht. Vielmehr wird auch das Thema der elterlichen Vernachlässigung des eigenen Kindes angesprochen, denn Grace‘ Mutter Maggie hat nur ihr eigenes Wohl im Kopf und nicht das ihrer Tochter. So ist es an Grace, die Rolle des Erwachsenen zu übernehmen, wodurch sie eine große Bürde zu tragen hat. Dies hat mich wirklich oft mit ihr mitleiden und mitfühlen lassen, denn solch eine Mutter wie Maggie wünsche ich wirklich niemandem. Grace hat mich wirklich beeindruckt, wie sie ihr Leben meistert und wie verantwortungsvoll und selbstbewusst sie doch ist. Eine tolle Figur, die dem Leser Mut für das eigene Leben macht! Vor allem mochte ich auch Grace‘ Erkenntnis, dass es okay ist, wenn sie sich nicht gut fühlt und dass sie auch einmal Schwäche zeigen darf. So geht es in diesem Buch nicht nur um die Liebesbeziehung und die Familienverhältnisse, sondern auch darum, das Glück zu finden, das man verdient hat.


    Gefallen hat mir auch die Beziehung zwischen Grace und ihrem besten Freund Luca, denn hier wird endlich einmal eine Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau gezeigt, wie sie auch möglich ist: unterstützend, füreinander sorgend und dabei ganz frei von Liebe im Sinne des körperlichen Begehrens. Die Verbindung der beiden wird nicht romantisiert, was sehr erfrischend war. So ist er (zusammen mit seiner Mutter) eine große Unterstützung für Grace, wobei ich mich doch manchmal etwas darüber aufgeregt habe, wie oft das Wohlbefinden von Eva an oberste Stelle gestellt wurde. Da ich so mit Grace und ihrem harten Schicksal mitgelitten habe, war es für mich schwer nachzuvollziehen, wie es sein kann, dass Grace Freunde erwarten, dass Eva nicht verletzt wird. Ich fragte mich an diesen Stellen immer, was denn mit Grace‘ Gefühlen sei.


    Nichtdestotrotz fühlten sich für mich die Verbindungen zwischen den Figuren sehr real an und gerade die Beziehung zwischen Grace und ihrer Mutter hat mich in ein Bad der Emotionen geschickt. Über Unverständnis und eiskalte Wut bis hin zu fassungslosem Schock war ich hier in einem wahren Wechselbad gefangen, weswegen mich die Handlung wirklich gefesselt hat. Gerade die Taten der Mutter sorgten für Spannungshochs, die mich emotional mitgerissen haben, da ich so bei Grace war. Dieses Gefühl, nah bei der Protagonistin zu sein, lag nicht zuletzt aber auch an dem grandiosen Schreibstil der Autorin, denn Ashley Herring Blake schreibt poetisch und wortgewandt, wodurch auch die zarten Liebesmomente wunderschön und herzergreifend werden. Es gab immer wieder Stellen, die ich so romantisch und süß fand, dass ich beinahe zerflossen wäre.


    Fazit

    „Eine Handvoll Lila“ hat mich sehr dazu angeregt, mit der Protagonistin Grace mitzufühlen und vor allem mitzuleiden, denn in dem Buch geht es nicht einfach nur um eine sich langsam entwickelnde Liebesbeziehung zwischen zwei Mädchen. Vielmehr wird auch die Vernachlässigung des eigenen Kindes durch die Mutter thematisiert und auf eindringliche Weise dargestellt. So habe ich gerade Grace sehr nah an mich herangelassen und mit ihr mitgefühlt, wodurch ich dann manchmal etwas Unverständnis aufgebracht habe, wenn andere Charaktere Evas Wohl an oberste Stelle gestellt haben. „Eine Handvoll Lila“ war für mich ein Wechselbad der Gefühle, das mich vor allem durch die Mutter-Tochter-Beziehung an die Handlung gefesselt hat. Durch die süße Liebesgeschichte gab es aber auch immer wieder romantische Momente, die mich zum Lächeln gebracht haben.

    4 von 5 Sternen!


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