Bernard Sesboüé - Introduction à la théologie. Histoire et intelligence du dogme

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  • Original : Französisch, 2017 (auf Deutsch in etwa : Einführung in die Theologie. Geschichte und Verständnis der Dogmen)


    INHALT :
    Wie sich zurechtfinden in den verschiedenen Disziplinen der Theologie ? Was versteht man unter Theologie ? Diese Seiten wollen gültige Antworten über ein immens breites Thema geben und gehen dabei als Schwerpunkt von der dogmatischen Theologie aus. Um jene zu definieren bettet man sie in das ganze Umfeld ein, aus dem sie resultiert und in dem sie sich entwickelt hat. Aus christlicher Sicht geht die dogmatische Theologie vom in der Bibel dargelegten Kommen, Leben, Tod und Auferstehen Jesu Christi aus, wahrer Mensch und wahrer Gott. Diese Geschichte ist eingebettet in jene der Kirche, deren Gründer und Grund er ist. So ist christliche Theologie im doppelten Sinne Geschichte, Wissenschaft vom Menschen par excellence.
    (französischer Klappentext, Behelfsübersetzung von mir)


    BEMERKUNGEN/ÜBERSICHT :
    Das Buch ist stark systematisch aufgebaut :
    - Ein Kapitel mit Begriffs- und Worterklärungen zur Theologie (Was war und ist mit diesem Wort gemeint?)


    - Eine Begriffsgeschichte zum (streitbaren) Term « Dogma », das eben zunächst sehr wenig in den ersten Jahrhunderten als solches benutzt wurde, aber dennoch als « Lehrmeinung » von je her präsent war. Dabei zählt, dass es « immer, überall und von allen » geglaubt wurde. Dogma wird da nicht als willkürlicher Lehrsatz dahingestellt, sondern als quasi Entdeckung, Erläuterung einer von je her bestehenden Wahrheit. Diese « Wahrheiten » schälten sich quasi in der Reibung verschiedenster Auffassungen und als Schlußfolgerung einer schweren Krise heraus, und sind – siehe die allgemeinen Konzile – zum sehr grossen Teil allen christlichen Kirchen gemeinsam. So stammen die Grundaussagen zur Trinität und zur Natur Jesu Christi aus den ersten Jahrhunderten.


    Sind aber diese « Feststellungen » in ihrem Kern wohl « ewig » und nicht evolutiv, so kann und muss man sich fragen, ob ihr Ausdruck in Korelation zur Sprache, zum umgebenden Umfeld nicht wandelbar sein kann, bzw ist. Hier fällt oder fiel es manchmal schwer einzugestehen, dass gewisse Wendungen und Begriffe eine Verheutigung verlangen, wenn sie nicht gerade an ihrem Ziel vorbeischiessen wollen ! Da muss man sich an eine alte « Formel » erinnern, indem diese ständige Neuinterpretation jeweils von vorhandenen Fundamenten ausging, und dann schlussfolgerte »dies bedeutet (heute)... »


    - das weiteren wird die Geburt und die Entstehungsgeschichte der Theologie grob umrissen. Hier folgt eine Übersicht, die man immer bemängeln könnte (wegen ihrer Unzulänglichkeit). In den ersten Jahrhunderten waren das vor allem Irenäus von Lyon, Origines und Augustinus. Ihre « Theologien » und Beiträge werden besonders herausgearbeitet und in Kürze, aber prägnant dargestellt. Im goldenen Zeitalter des vierten Jahrhunderts gesellen sich dann ua Basil, die beiden Gregors, Ambrosius, Kyrill, Hilarius, Athanasius, Johannes Chrysostomus hinzu.


    Dann kommt wohl eher ein Sprung hin zur scholastischen Theologie des Mittelalters, einem Thomas von Aquin, einem Bonaventura.


    Die Zeit der Reform kommt viel zu kurz, selbst wenn der Übergang zu einem persönlichen Glauben und einer Form der Subjektivität positiv herausgearbeitet wird. Hier erkennt man doch besonders den katholischen Theologen, auch wenn er später Karl Barth mit Karl Rahner und Hans Urs von Balthasar als einen der drei Haupttheologen des XX.Jahrhunderts nennt und vorstellt, mit einem Überblick auf ihre jeweiligen Hauptwerke.


    Das Buch endet mit einer Conclusio, die hinausblickt in die unauslotbare Zukunft. Gut umreißt hier der Autor den im Gange befindlichen Paradigmenwechsel, mit den Herausforderungen an die Theologie, die sie sicherlich zu neuen Formulierungen und Entdeckungen führen wird.


    MEINE MEINUNG :
    Wer hier eine allen leicht verständliche « Einführung » erwartet wird wahrscheinlich enttäuscht. Zuviel an Vorwissen wird hier wohl vorausgesetzt. Insofern « Einführung », Übersicht über eine Riesenlandschaft aus der Warte eines experimentierten Theologen, der sich eventuell eher an nach einer kleinen Zusammenfassung und Eckdaten ausschauenden Studenten, Vorangeschrittene und Theologen richtet. Für jene aber ein gutes Ausgangsfeld für weitere Erkundigungen.


    Sicherlich hat unsere Welt allein mit dem Begriff des « Dogmas » seine Schwierigkeiten. Es ruft an sich schon Abneigung und Unverständnis hervor. Insofern wäre eine Begriffserklärung noch ausbaubarer, in der man eventuell einen anderen Ansatz versucht : nicht den eines Relativismus’, aber einer von uns stets neu zu entdeckenden schon geschehenen Offenbarung. In ihrem Reichtum und Vielfalt übersteigt sie manchmal das Gestammele unserer Worte und Einengungen. Dabei sollen die « Dogmen » halt weder einengen, begrenzen, einzwängen, noch eine falsche Sicherheit unumstößlicher Formulierungen geben als ob nicht letztlich unser eigenes Ja, unser Verstehen, unsere Neugier verlangt wäre.


    AUTOR :
    Bernard Sesboüé, s.j., wurde 1929 in La Suze-sur-Sarthe geboren und ist ein französischer Theologe. Er machte sein Abitur in Le Mans und studierte klassische Literatur an der Sorbonne. 1948 trat er bei ins Noviziat der Jesuiten in Laval ein und wurde im September 1960 zum Priester geweiht. 1962 (mitten während des II.Vatikanischen Konzils) bricht er nach Rom auf um dort eine Doktorarbeit über Basil von Cäsarea zu machen. Ab 1964 unterrichtet er Patristik und Dogmatik an der Fakultät der Jesuiten in Fourvière/Lyon. Anschließend wird er Professor im Centre Sèvres von Paris von 1974 bis 2006.


    Er gehörte der internationalen Theologenkommission an und ist Spezialist für ökumenische Fragen. Von 1967 bis 2005 nahm er an der « Groupe des Dombes » teil, einer gemischt besetzten Theologengruppe, die den Dialog vorantreiben will.



    Broché: 224 pages
    Editeur : SALVATOR (28 septembre 2017)
    Collection : Forum
    Langue : Français
    ISBN-10: 270671588X
    ISBN-13: 978-2706715884

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