Irmgard Kramer - 17 Erkenntnisse über Leander Blum

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17 Erkenntnisse über Leander Blum

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Verlag: Loewe

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 352

ISBN: 9783785589113

Termin: Februar 2018

  • Diese komplex erzählte Geschichte weckte den Detektiv in mir!


    Klappentext
    „Sie sind talentierte Streetartkünstler und beste Freunde seit frühester Kindheit. Ihre Pieces findet man überall in der Stadt an Mauern, U-Bahn-Waggons und verlassenen Fabrikgebäuden, aber niemand weiß, wer sich hinter dem geheimnisvollen Tag BLUX verbirgt.
    Jonas und Leander. Leander und Jonas. Nichts kann sie trennen.
    Bis sich Leander in Rapunzel verliebt, das süße Mädchen mit den goldenen Haaren, die bis zum Po reichen. Und Jonas über das Märchen vom chinesischen Pinsel stolpert und sich in eine Katastrophe malt.“


    Gestaltung
    Da es in dem Buch um Graffiti-Künstler geht, passt das Cover mit dem im Hintergrund skizzierten Graffiti natürlich wie die Faust aufs Auge. Mir gefällt dabei besonders die Farbgebung des Covers, da die warmen Farben ein wohliges Gefühl auslösen und vor allem der Titel mit der dunkleren Schrift sehr schön hervorsticht und sich gut mit der Umrahmung des Covers ergänzt.


    Meine Meinung
    Der Klappentext von Irmgard Kramers neuem Buch klang sehr geheimnisvoll, weswegen ich ihr neustes Buch unbedingt lesen wollte. Zudem kannte ich bereits „Am Ende der Welt traf ich Noah“ von der Autorin, welches mir gut gefallen hatte und weswegen ich schauen wollte, was mich in ihrem neusten Jugendbuch erwarten würde. In „17 Erkenntnisse über Leander Blum“ geht es um Graffiti-Kunst, Leidenschaft, Freundschaft und erste Liebe. Hinter dem Tag BLUX, welcher aufsehenerregende Streetart-Pieces unterzeichnet, verbergen sich die beiden besten Freunde Leander und Jonas. Sie sind talentiert und stehen leidenschaftlich hinter ihrer Kunst…bis Leander sich verliebt und so das Masterpiece von BLUX immer mehr aus den Augen verliert. Das ist allerdings längst noch nicht alles, denn es folgt eine Katastrophe…


    Die Geschichte beginnt mitten im Geschehen, wodurch ich anfangs etwas verwirrt war und einige Zeit benötigte, um mich zu orientieren. Einerseits mochte ich die Handlung gerne, weil es immer wieder Szenen gibt, die mich sehr neugierig gemacht haben und die meinen Spürnaseninstinkt geweckt haben. Andererseits hatte ich gerade zu Beginn viele Fragezeichen über dem Kopf und fühlte mich sehr verwirrt, was vor allem an dem recht komplexen Erzählstil des Buches lag. Die Handlung vermag es aber zu überraschen und zu fesseln, denn ich konnte nicht ansatzweise erahnen, worauf die Geschichte hinauslaufen würde, was ich sehr erfrischend fand. So bin ich lange Zeit ziemlich ahnungslos gewesen, was mich gespannt hat weiterlesen lassen, denn ich wollte herausfinden, was hinter allem steckt. Gleichzeitig habe ich aber auch ein wenig verzweifelt um Orientierung gerungen.


    Dieses Suchen nach Orientierung ergab sich meiner Meinung nach aus der Komplexität des erzählerischen Aufbaus, denn immer wieder wechseln die Perspektiven und die Zeitebenen. Hier benötigte ich meine Zeit, bis ich erkannt habe, wer sich hinter welchem Ich-Erzähler und welcher Zeitschiene verbirgt. Als beeindruckend empfand ich es dann aber, wie Autorin Irmgard Kramer es geschafft hat, diese beiden Perspektiven miteinander zu verknüpfen und mit Fortschreiten der Handlung immer mehr ineinander fließen zu lassen. So kam es dann, dass mein Durchhalten damit belohnt wurde, dass sich das Puzzle dieser Geschichte Stück für Stück vor meinen Augen zusammengesetzt und mir ein packendes Finale beschert hat.


    Die Figuren hätten für meinen Geschmack ruhig noch etwas mehr Tiefe erhalten können. Zwar konnte ich von Jonas, Leander und „Rapunzel“ ein inneres Bild aufbauen, aber ich hatte das Gefühl, keine intensive Bindung zu ihnen aufzubauen, was ich mir jedoch gewünscht hätte, denn gerade die beiden Streetartkünstler sind so hingebungsvoll bei ihrer Sache, dass ich gerne einen Draht zu ihnen gehabt hätte. Dies hat sich bei mir jedoch nicht so ganz gebildet, denn ich hatte erst ganz am Ende des Buches ein umfassenderes Bild von den Charakteren, wobei ich mir dies schon vorher gewünscht hätte.


    Der Schreibstil der Autorin war dabei wieder sehr angenehm und so wie ich es schon aus „Am Ende der Welt traf ich Noah“ kannte: flüssig, locker zu lesen und intensiv. Gleichzeitig hatte ich den Eindruck, dass ich beim Lesen die Hingabe der Autorin für ihre Geschichte spüren konnte, denn gerade durch den komplexen Aufbau und die Erzählweise wurde für mich spürbar, wie viel Liebe und Gedanken sie ihn ihre Erzählung gesteckt hat. Insgesamt fand ich die Geschichte wirklich gut durchdacht, denn der rote Faden war erkennbar und hat sich gerade zum Schluss zu einem schönen Ganzen zusammengeknotet. Dabei wurden auch alle Fragen geklärt und ich wurde zufrieden zurückgelassen, da all meine Fragen, meine Neugier und meine anfängliche Orientierungslosigkeit aufgeklärt wurden.


    Fazit
    Beim neuen Jugendbuch von Irmgard Kramer spürte ich, wie hingebungsvoll sie ihre Geschichte gestaltet hat, denn gerade die komplexe Erzählweise zeigt, wie gut durchdacht alles ist. Zwar sorgt diese Komplexität gerade zu Beginn auch etwas für Orientierungsmühen, aber Durchhalten wird hier mit einer schönen, spannenden Geschichte belohnt! Die Handlung vermag es auf beeindruckende Weise sich immer mehr zu einem stimmigen Ganzen zusammenzuziehen! Besonders gefiel mir dabei, dass ich bis zum Schluss nicht ahnen konnte, worauf die Geschichte hinauslaufen würde und dass es immer wieder Szenen gab, die meine Neugier geweckt haben und mich dazu angeregt haben, weiter zu lesen, um zu erfahren, was hinter allem steckt! So weckt „17 Erkenntnisse über Leander Blum“ eindeutig den Spürsinn im Leser, weil die Handlung die Neugier weckt!
    Knappe 4 von 5 Sternen!


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