Mia Bruckmann - Anne, rette mich!

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Anne, rette mich!

3.8|3)

Verlag: Independently published

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 484

ISBN: 9781973170976

Termin: November 2017

  • Inhalt

    Anne von Hohenstedt ist verheiratet, hat zwei Kinder und ist Kommissarin bei der Stuttgarter Polizei. In ihrem ersten Fall hat sie es mit einer weiblichen Leiche zu tun, die brutal misshandelt wurde. Kurz darauf wird eine weitere Frau vermisst und schnell scheint klar, dass wieder der gleiche Täter dahinter steckt.


    Sind Anne und ihr Team schnell genug und können die zweite Frau retten? Mit tatkräftiger Unterstützung ihres Teams, ihres Hundes Pollux und ihrer Zwillingsschwester Eva macht sich Anne ans Werk. Bis ihre Schwester selbst ins Visier des Mörders gerät.



    Meine Meinung
    Mia Bruckmann schafft mich Anne, rette mich! ein gelungenes Debüt und einen lesenswerten Serienauftakt.


    Handlung und Stil
    Allzu viel möchte ich natürlich nicht verraten, weil ich euch die Handlung nicht spoilern will. Eines kann ich jedoch sagen: Wie wahrscheinlich die meisten Krimi/Thriller-Lese habe ich mitgefiebert und gerätselt, wer der Täter sein könnte. Und die Auflösung hat mich überrascht - damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet.


    Die Autorin geht mit ihren Beschreibungen sehr ins Detail und ich persönlich fand das Buch am Anfang stilistisch ein bisschen anstrengend zu lesen. Mit der Zeit kommt man jedoch rein und dann lohnt es sich wirklich und ich bin geradezu durch die Seiten geflogen. Die Detailbeschreibungen stören mich hingegen gar nicht: So sieht man als Leser alles bis ins Detail vor sich, als ob man sich tatsächlich neben den Ermittlern befinden würde.


    Kapitelgestaltung und Recherche
    Die Kapitel sind in diesem Kriminalroman nicht durchnummeriert, sondern zeigen die aktuelle Uhrzeit. Des öfteren habe ich zurückgeblättert, um nach der letzten Uhrzeit zu schauen. Haben die Ermittler überhaupt noch Zeit den Täter rechtzeitig zu schnappen bevor er sich sein nächstes Opfer schnappt? Die Kapitelaufteilung finde ich sehr gelungen, das gibt dem ganzen Buch noch zusätzliches Tempo.



    Was ich der Autorin auch anrechnen möchte ist die geleistete Recherchearbeit. Viele Abläufe und Handlungen beschreibt Mia Bruckmann bis ins Detail. Ich persönlich mag es, wenn ein Buch in vielen Teilen realistisch ist - das macht es in meinen Augen einfach spannender. Und das ist der Autorin dank ihrer Recherchen absolut gelungen.


    Fazit
    Anne, rette mich! ist ein wirklich gelungenes Debüt der Autorin. Ich freue mich auf weitere Teile und bedanke mich selbstverständlich auch bei Mia Bruckmann für das Rezensionsexemplar und den netten Austausch auf Instagram. Von mir gibt es 4 von 5 möglichen Sternen.

    Gelesen 2018: 49 :study: (Ziel: 52) / :musik: 6
    SUB: wenn ich mich nicht verzählt habe 1.293 :pale: / Hörbuch-SUB: 11
    (Start 01.01.18: 1.530 / Hörbuch-SUB 01.01.18: 12)


    Gelesen 2017: 65

  • :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:
    Mia Bruckmann liefert mit diesem Krimi einen sehr vielversprechenden Debütroman ab, der spannend konstruiert ist und auch die ein oder andere wirklich unerwartete Wendung zu bieten hat. Besonders die Auflösung wartet mit einem echten Überraschungsmoment auf, mit dem ich so niemals gerechnet hätte!


    An dieser Stelle muss ich jedoch auch meinen ersten Kritikpunkt aussprechen: die Person des Täters an sich ist für mich zwar durchaus glaubhaft, schlüssig und überzeugend, und er hat eine Besonderheit, die der Geschichte im Rückblick eine ganz andere Wendung gibt - aber in der Szene, in der der Täter erstmals erkannt und konfrontiert wird, geschieht etwas mit ihm, was für mich die Grenzen der Glaubwürdigkeit überschreitet. Leider ist es mir nicht möglich, das zu genau zu erläutern, um die Spannung nicht schon vorwegzunehmen, aber das, was geschieht, ist in meinen Augen physiologisch unmöglich.


    Abgesehen davon finde ich die Auflösung aber sehr gelungen, insofern hat es mich nur kurz irritiert.


    Es gibt allerdings noch eine andere Sache, bei der ich mich schwertat, sie einfach zu glauben. Und zwar ist Ermittlerin Anne ein eineiiger Zwilling und hat natürlich eine sehr enge Bindung zu ihrer Schwester. Aus Filmen, Dokumentationen und Büchern ist ja hinlänglich bekannt, dass diese Bindung so eng sein kann, dass sie fast schon übernatürlich erscheint: Zwillinge treffen unabhängig voneinander ähnliche Entscheidungen, erkranken an ähnlichen Krankheiten und wissen einfach, wenn dem anderen etwas zugestoßen ist… Hier geht das Übernatürliche indes über den Schein hinaus.


    Anne und ihre Schwester können über Gedanken telepathisch kommunizieren. Sie übermitteln nicht nur Emotionen und vage Eindrücke, sondern wirklich ganz konkret vollständige Sätze.


    Zitat:
    „Anne“, wurden Evas Gedanken eindringlicher, „bitte melde dich doch!“
    „Ich bin da“, klang plötzlich Annes vertraute Stimme in Evas Kopf, „wo bist du?“


    Meistens ist auch das für die Handlung nur nebensächlich relevant, so dass man als Skeptiker darüber hinwegsehen kann. Aber es gibt auch Szenen, in denen es den Verlauf der Handlung beeinflusst, und in diesen Szenen hat es mich gestört. Was soll ich sagen, bei Krimis und Thrillern bin ich einfach ein gnadenloser Realist…


    Bei aller Skepsis fand ich das Buch trotzdem spannend und unterhaltsam und habe es in nur zwei Tagen durchgelesen. Die Autorin hat ein besonderes Talent für Verfolgungsjagden! Auch der Schreibstil konnte mich nach kurzer Eingewöhnungsphase überzeugen, er ist sehr bildlich und lebhaft, beschreibt besonders die Ortschaften wunderbar und baut viel Atmosphäre auf.


    Die Charaktere sind bunt und vielfältig, und ich fand sie gut und lebendig geschrieben. Besonders Anne und ihr Kollege Berti waren mir sehr sympathisch, auch wenn sie beide einen kleinen Kurs vertragen könnten, wie man Angehörigen schlechte Nachrichten überbringt… Manchmal geht ihnen das Feingefühl wirklich komplett ab, zum Teil mit fatalen Folgen.


    Zitat:
    „Ja, ja“, rief er aufgeregt, „haben sie meine Frau endlich gefunden? “
    „Wir sind uns nicht ganz sicher“, ergriff der Mann das Wort.
    „Nun, wir haben eine Frau gefunden. Sie hatte allerdings keine Papiere bei sich“, erklärte die Kommissarin.
    „Na, dann fragen sie sie doch einfach.“, entgegnete [er] unwirsch.
    „Täten wir ja gerne“ , entgegnete der Almöhi, „leider ist sie tot.“


    Die verschiedenen Ermittler, ihre Familien und ihr ganzes Umfeld sind eine interessante Kombination und damit auch eine interessante Grundlage für diesen und vielleicht noch weitere Krimis.


    | FAZIT |


    Eine junge Frau wird tot aufgefunden, eine andere, die ihr verblüffend ähnlich sieht, wird entführt. Damit ist klar: die Polizei hat es mit einem Serientäter zu tun, und ein Verdächtiger ist schnell gefunden. Genauso schnell ist jedoch klar, dass die Dinge nicht so einfach sind, wie sie scheinen. Ermittlerin Anne von Hohenstedt und ihr Team haben es mit einem Täter zu tun, der so skrupellos wie unerwartet ist.


    Das Buch hat mich überwiegend gut unterhalten, ich tat mich jedoch schwer damit, manche Dinge zu akzeptieren. So haben Anne und ihre Schwester Eva die Fähigkeit, telepathisch in ganzen Sätzen zu kommunizieren, was für mich schwer zu glauben war. Dennoch fand ich die Geschichte durchaus spannend.

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