David van Reybrouck - Zink

  • Buchdetails

    Titel: Zink


    Verlag: Suhrkamp Verlag

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 86

    ISBN: 9783518072905

    Termin: März 2017

  • Bewertung

    4.5 von 5 Sternen bei 2 Bewertungen

  • Inhaltsangabe zu "Zink"

    David Van Reybroucks monumentale Studie Kongo wurde von der Kritik als »Jahrhundertbuch« (Spiegel Online) gefeiert. Zu diesem mitreißenden »Gesellschaftsroman« (Der Tagesspiegel) verhält sich sein neuer Essay wie eine hinreißende Geschichtsnovelle. Im Mittelpunkt steht Neutral-Moresnet, eine Mikronation zwischen den Niederlanden bzw. Belgien und Preußen bzw. dem Deutschen Reich, die von 1816 bis 1919 Bestand hatte. Schon die wechselnden Namen der Nachbarstaaten erinnern an die kriegerische Vergangenheit des Kontinents. Van Reybrouck erzählt die Geschichte des knapp vier Quadratkilometer umfassenden Territoriums und entfaltet daraus ein europäisches Panorama, in dem es um die Bewohner geht und um große Industrie (Neutral-Moresnet lebte vor allem vom Abbau eines Zinkerzes), um Krieg, aber auch um Völkerverständigung. So gab es Anfang des 20. Jahrhunderts Pläne, die Mikronation zu einem Esperanto-Staat zu machen. Als Name war »Amikejo« im Gespräch – »Ort der Freundschaft«.
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  • Anhand der Lebensgeschichte eines Einwohners berichtet der Autor über den Kleinststaat "Neutral Moresnet".


    Ich wohne ja nun Luftlinie gerade mal 30 Km weg von dieser Gegend und wusste praktisch nichts. Neutral-Moresnet war von 1816 bis 1919 der drittkleinste Staat der Welt nach Vatikan und Monaco. Gelegen im Vierländereck Deutschland, Belgien, Niederlande und eben Neutral Moresnet. Regiert vom Bürgermeister von Kelmis, für Ordnung sorgte genau 1 Polizist. Ein total bizarres Staatsgebilde, das aber der größte Produzent von Zink der ganzen Welt war. Ganz Paris ist mit Dächern aus Zink aus Neutral-Moresnet gedeckt. Zuflucht für Ausgestossene und Verbrecher, trotzdem ein sehr soziales Gemeinwesen mit vielen Annehmlichkeiten, Spielball der ganz großen Politik. Hochinteressant! Ich werde die Gegend mit ganz anderen Augen sehen, wenn ich das nächste Mal dort wandern gehe.
    Das Buch ist nur ein Büchlein, in einer Stunde ist es durchgelesen, aber das ist eine sehr gut verbrachte Stunde. Alles ist sehr interessant geschrieben, nie trockene Fachlektüre, prima anschaulich und mit ganz vielen "Ach sieh mal einer an!"


    Lohnt sich wirklich!

  • Und wieder fällt mir dieser Autor, David Van Reybrouck, positiv auf! Dieses Buch war mir unbekannt. Doch hier in Frankreich konnte er mit Kongo punkten (auch auf Deutsch erhältlich!) oder auch einem Buch über den ersten Weltkrieg. Aufgefallen war er mir als einer der Repräsentanten der belgischen zeitgenössischen Literatur im Dokumentarfilm "Europa und seine Schriftsteller", siehe auch:
    https://boutique.arte.tv/detail/europe_ecrivains_belgique

  • Original : Zink (Niederländisch/Belgien, 2016)


    INHALT :

    Im Mittelpunkt steht Neutral-Moresnet, eine Mikronation zwischen den Niederlanden bzw. Belgien und Preußen bzw. dem Deutschen Reich, die von 1816 bis 1919 Bestand hatte. Schon die wechselnden Namen der Nachbarstaaten erinnern an die kriegerische Vergangenheit des Kontinents. Van Reybrouck erzählt die Geschichte des knapp vier Quadratkilometer umfassenden Territoriums und entfaltet daraus ein europäisches Panorama, in dem es um die Bewohner geht und um große Industrie (Neutral-Moresnet lebte vor allem vom Abbau eines Zinkerzes), um Krieg, aber auch um Völkerverständigung. So gab es Anfang des 20. Jahrhunderts Pläne, die Mikronation zu einem Esperanto-Staat zu machen. Als Name war »Amikejo« im Gespräch – »Ort der Freundschaft«. (Verlagsbeschreibung)


    BEMERKUNGEN :

    In diesem kurzen Essay (in meiner französisischen Ausgabe einschließlich Danksagungen, Quellen und Anmerkungen gerade 75 Seiten lang) schreibt van Reybrouck über ein Kuriosum, das den von mir Befragten unbekannt gewesen war. Ein kleines Territorium, zwischen Belgien, den Niederlanden und Deutschland (den heutigen Ländernamen), das nach dem Sturze Napoleons als neutral erklärt wurde. Wegen eines enormen Zinkaufkommens, das wahrscheinlich schon nahezu zweitausend Jahre bearbeitet wurde, gewann dieses Gebiet große Bedeutung. Es folgten einhundert Jahre als Sonderexistenz !


    Dieses Territorium wechselte dann aber in den Wirren des XX.Jahrhunderts mehrmals die Zugehörigkeit. Und anhand eines Mannes, der Geschichte von Emil Rixen, wird anschaulich erklärt, wie ein 1903 Geborener innerhalb seines Lebens fünfmal die Nationalität wechselte ohne sich zu bewegen.


    Eine kuriose Geschichte, die sich bei diesem Autor bei aller Objektivität und Sachlichkeit fast wie ein Roman liest !


    AUTOR :

    David Grégoire Van Reybrouck (* 11. September 1971 in Brügge, Flandern, Belgien) ist ein flämisch sprechender belgischer Autor, Historiker und Archäologe. Er studierte Archäologie und Philosophie an der Universität von Louvain/Löwen und Cambridge.

    Van Reybroucks Vater arbeitete unmittelbar nach der Unabhängigkeit der früheren belgischen Kolonie Kongo dort als Eisenbahningenieur. Sein Sohn wurde an der Universität Leiden in den Niederlanden promoviert. Sein erstes Buch im Jahre 2002 war De Plaag (Die Pest). Es spielt in Südafrika nach dem Ende der Apartheid und wurde in den Niederlanden und in Belgien mit mehreren Preisen ausgezeichnet. 2007 war er Mitautor an einem Situationsbericht über sein Heimatland, dem 2008 ein provozierendes Buch mit dem Titel Pleidooi voor populisme. Pamflet (Plädoyer für den Populismus) folgte. Sein bekanntestes Buch ist aus dem Jahre 2010 Congo. Een geschiedenis, das 2012 in deutscher Sprache erschien. Es schildert die Geschichte des Kongo von der Kolonialzeit bis in die jüngste Vergangenheit.


    Heute organisiert Van Reybrouck in der Demokratischen Republik Kongo Workshops für kongolesische Literaten sowohl in Kinshasa als auch im Osten des Landes in Goma.


    2011 wurde Van Reybrouck zum Vorsitzenden des PEN Vlaanderen gewählt.

    (Quelle : wikipedia)


    Taschenbuch: 86 Seiten

    Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (6. März 2017)

    Sprache: Deutsch

    ISBN-10: 9783518072905

    ISBN-13: 978-3518072905

    ASIN: 3518072900

  • Hier eine Verlinkung zu einer niederländischen Ausgabe:


    Het Boekenweekessay 2016 van gelauwerd auteur David Van Reybrouck was in Nederland binnen enkele dagen uitverkocht. Nu verkrijgbaar in een prachtige handelseditie.

    Daar zit Emil, een oude man van 42, verkleumd, onder een deken, hoestend. Vijf nationaliteiten had hij gehad, en hij was niet eens verhuisd. Meer dan een eeuw lang hadden Nederland, België en Duitsland een gemeenschappelijk buurland: Neutraal Moresnet, een volkomen vergeten ministaatje dat nu tot Duitstalig België behoort maar van 1816 tot 1919 een eigen vlag, eigen bestuur, eigen rijkswacht (één veldwachter), een eigen postzegel (twee weken geldig) en eigen nationaal volkslied had (in het Esperanto nog wel). Het was 3,5 km2 groot. Men vond er zink, stokerijen, kabaretten, bordelen, smokkelaars, filantropen en bossen.In zijn Boekenweekessay Zink vertelt David Van Reybrouck, aan de hand van de onwaarschijnlijke lotgevallen van één bewoner, het merkwaardige verhaal van dit vergeten landje. Meer dan een accident d’histoire roept het de vraag op wat de grote geschiedenis met gewone mensen doet.


    Gebundene Ausgabe: 63 Seiten Verlag: De Bezige Bij; Auflage: 01 (13. Februar 2018) Sprache: Niederländisch ISBN-10: 9403105607ISBN-13: 978-9403105604

  • Im Mittelpunkt steht Neutral-Moresnet, eine Mikronation zwischen den Niederlanden bzw. Belgien und Preußen bzw. dem Deutschen Reich, die von 1816 bis 1919 Bestand hatte.

    Ich hatte davon auch noch nie gehört. Danke für die Vorstellung! Diese Büchlein interessiert mich sehr und wird hoffentlich rasch von der Wunschliste auf den SUB wandern...

  • Über das Buch hab ich doch im BT schon eine Rezension gelesen? Ja. !:winken: Klingt aber immer noch interessant!:thumleft:

    Roger Deakin "Wilde Wälder" (75/436)

    Oliver Nöding & Marcos Ewert "Sauft Benzin, ihr Himmelhunde!" (56/247)


    Jahresbeste: Tove Jansson (2020), Herbert Lieberman (2019), Emil Ferris (2018), Willa Cather (2017), Adrian Tomine (2016), Derek Raymond (2015), James Agee (2014), Ken Kesey (2013), Jim Nisbet & Richard Ford (2012) :king:
    Gelesen: 41 (2020), 80 (2019), 145 (2018), 119 (2017), 180 (2016), 156 (2015), 77 (2014), 58 (2013), 39 (2012)
    Letzter Buchkauf: Olga Tokarczuk "Unrast" (22.5.)

  • Ha, danke fürs Aufzeigen! Das erklärt auch, weshalb das Buch bereits auf meiner Wunschliste war :-,

    (Also musste ich doch schon von dem Fleckchen gehört haben - und hatte es wieder vergessen :-?)

  • Ha, danke fürs Aufzeigen! Das erklärt auch, weshalb das Buch bereits auf meiner Wunschliste war :-,

    (Also musste ich doch schon von dem Fleckchen gehört haben - und hatte es wieder vergessen :-?)

    :lol: Man wird eben älter! Hauptsache, die Begeisterungsfähigkeit leidet nicht! :) Also schnell Zink fürs Bücherregal holen und Folsäure fürs Gedächtnis!:uups::wink:

    Roger Deakin "Wilde Wälder" (75/436)

    Oliver Nöding & Marcos Ewert "Sauft Benzin, ihr Himmelhunde!" (56/247)


    Jahresbeste: Tove Jansson (2020), Herbert Lieberman (2019), Emil Ferris (2018), Willa Cather (2017), Adrian Tomine (2016), Derek Raymond (2015), James Agee (2014), Ken Kesey (2013), Jim Nisbet & Richard Ford (2012) :king:
    Gelesen: 41 (2020), 80 (2019), 145 (2018), 119 (2017), 180 (2016), 156 (2015), 77 (2014), 58 (2013), 39 (2012)
    Letzter Buchkauf: Olga Tokarczuk "Unrast" (22.5.)