Bernhard Hennen - Der Verfluchte

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Die Chroniken von Azuhr - Der Verfluchte

4.4|6)

Verlag: FISCHER Tor

Bindung: Broschiert

Seitenzahl: 576

ISBN: 9783596297269

Termin: Dezember 2017

  • Inhalt:
    In Arbora tobt das blaue Feuer. Jeder, ob Mensch ob Tier, kommt in den Flammen um, die der Erzpriester Lucio Tormeno entfacht hat. Noch lange danach soll die Stadt verlassen liegen, bis 53 Jahre später ein Erbe Tormenos wieder einen Fuß auf die Ruinen der einst prachtvollen Stadt setzt und sich einem Feind gegenüber sieht, der Rache geschworen hat.


    53 Jahre nach der Vernichtung Arbora: Milan Tormeno ist es Leid von seinem Vater behandelt zu werden wie ein kleines Kind. Mit seinen 16 Jahren hat er mehr Zeit damit verbracht sich auf seine Ausbildung im Roten Kloster vorzubereiten, als wirklich zu leben.
    Sein Vater, Nandus Tormeno, sieht in seinem jüngsten Sohn die letzte Chance, dass ein Nachfahre seines Blutes die großen Geheimnisse des Klosters erfährt und ihm das Wissen bringt, das er selbst nicht erreichen konnte.
    Gemäß einer alten Prophezeiung werden sich die Mären erheben um die Rückkehr der weißen Königin einzuleiten. Nandus weiß, dass die Zeit nun gekommen ist, denn wie vorhergesagt, verschwinden Sterne aus dem Firmament. Nandus weiß zu wenig um die Veränderungen einschätzen zu können. Mit Milans Hilfe will er die Geheimnisse lüften, doch dazu muss Milan seine Ausbildung ernst nehmen und mit harter Hand auf den richtigen Weg geführt werden.


    Milan hasst seinen Vater. Der ewig eisige Ton, die Disziplin, die ihm abverlangt wird und das ständige aufzeigen seiner Fehler hat ihn dazu gebracht sich an seinem Vater zu rächen. Nichts ist Nandus wichtiger als sein guter Ruf und genau den will Milan ihm nehmen.
    Von klein auf hat er die Mären geliebt, die ihm seine Mutter erzählt hat und auch die vielen Bücher beflügeln seine Fantasie. Während sein Vater all dies mit einem strengen Blick abtut, macht sich Milan den Glauben an die Märengestalten zu Nutze. Als Krähenmann verkleidet stiehlt er, vor den Augen unzähliger Gläubiger das größte Heiligtum, die Silberscheibe, aus dem Oktagon seines Vaters.
    Beim Kampf mit seinem Vater wird Milan verwundet, kann dennoch fliehen. Nandus ist außer sich und setzt alles daran den Dieb zu finden.
    Aber Milan bekommt Hilfe von einer rothaarigen Schönheit, die ihn zusammenflickt und ihm dabei hilft seine Tat zu verschleiern.


    Felicia, Schwertherzogin der Rose, treibt mit ihrem Begleiter Rainulf schon länger ihr Unwesen in der Stadt. Sie weiß, dass ein Angriff auf ihre Heimat, den Schwertwald, geplant ist und versucht an die Dokumente zu kommen um ihr Volk frühzeitig zu wappnen.
    Als ihr unverhofft Milan vor die Füße stolpert, nimmt sie sich seiner an - nicht uneigennützig natürlich.
    Während die Rebellen aus dem Schwertwald versuchen ihr Land zu schützen, versucht Nandus die Bevölkerung daran zu hindern, einer Mär auf den Leim zu gehen.
    Den Krähenmann gibt es nicht! Aber als in der Stadt, gemäß der Geschichten, immer mehr Kinder verschwinden, kann Nandus die Gerüchte nicht mehr aufhalten.
    Eine uralte Macht erhebt sich - und die Märengestalten sind nur die Vorhut. All das weiß Nandus und doch will er versuchen es zu verhindern. Er muss Milan dazu bringen ihm zu gehorchen, denn auch Nandus merkt, dass mehr in seinem Sohn steckt, als man auf den ersten Blick glauben mag.


    Meinung:
    'Der Verfluchte' ist der erste Teil einer Trilogie um Milan und das Land Azuhr. Im Prolog erfährt man, wie es dazu gekommen ist, dass Arbora eine Geisterstadt geworden ist. Im ersten Kapitel baut sich dann die gegenwärtige Geschichte auf und man lernt die verschiedenen Charaktere kennen. Das ist ganz nett gemacht mit den Kapitelüberschriften, die den jeweiligen Tag und die Tageszeit angeben. Allerdings war ich irgendwann so drin im Sog, dass mich die Überschriften Null interessiert haben. Hauptsache es ging weiter.


    Obwohl ich Bernhard Hennen schon mehrfach begegnet bin und so einige Bücher im Schrank habe, ist dies mein erstes gelesenes Buch von ihm. Was soll ich sagen? Ich bin begeistert. Es ist wirklich richtig gut geschrieben. Jede Figur und jeder Ort erscheinen quasi plastisch vor dem inneren Auge und auch wenn am Anfang die Rollen noch leicht in Gut und Böse zu unterteilen sind, verschwimmen die Grenzen hier nach einer Weile und lassen einen manchmal grübelnd zurück.


    Auch wenn es sich hierbei um den ersten Teil handelt, hat der Autor - schon aus persönlicher Antipathie - auf einen Cliffhanger verzichtet. Jey! Das Ende des ersten Buches ist rund und auch wenn es nicht lange dauert, bis der zweite Band erscheint (schon im Herbst wird es soweit sein), kann man vorerst mit der Geschichte abschließen.


    Was dem Buch eindeutig fehlt ist ein Personenregister. Ich habe sowieso ein grusliges Namensgedächtnis und bei den vielen verschiedenen Figuren, bin ich dann doch ab und an ins Schwimmen gekommen. Dafür findet man im Umschlag eine Karte und die verschiedenen Wappen, die im Verlauf des Buches wichtig sind.


    Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Band und hoffe, dass die Geschichte weiterhin so spannend ist.


    Fazit: :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Kurzbeschreibung:

    Der junge Milan Tormeno ist dazu ausersehen, seinem Vater Nandus in das Amt des Erzpriesters zu folgen: Er soll einer jener mächtigen Auserwählten werden, die die Geschicke der Welt Azuhr lenken.

    Doch Milan kann nicht akzeptieren, dass sein Schicksal vorherbestimmt ist. Er rebelliert – und verstrickt sich mit der Meisterdiebin Felicia und der geheimnisvollen Konkubine Nok in ein gefährliches Netz von Intrigen.

    Gemeinsam geraten sie in den Bann einer alten Prophezeiung – einer Prophezeiung, nach der die Ankunft des »Schwarzen Mondes« in Azuhr ein neues Zeitalter der Magie einläuten wird... (Quelle: Verlagswebsite)


    Autor:

    Bernhard Hennen, 1966 in Krefeld geboren, ist Germanist, Archäologe und Historiker. Er arbeitete als Journalist für verschiedene Zeitungen und Radiosender und bereiste Zentralamerika, den Orient und Asien. Seit Erscheinen des Romans »Die Elfen« erreichen seine Bücher regelmäßig Spitzenplätze auf deutschen und internationalen Bestsellerlisten. (Quelle: Verlagswebsite)


    Allgemeines:

    „Der Verfluchte“ ist Teil 1 der „Chroniken von Azuhr“. Erschienen als Klappenbroschur im Dezember 2017 bei FISCHER Tor.

    576 Seiten in relativ kurze Abschnitte unterteilt. Landkarte im Inlay.

    Erzählt wird in der dritten Person aus wechselnden Perspektiven.


    Meine Meinung:

    Stell dir vor, es gäbe eine Welt, in der Mären Wahrheit werden. Stell dir vor, es gäbe Menschen, die den mystischen Gestalten Körper geben können. Stell dir vor, du wärest dabei, wenn sie zum Leben erwachen. Kannst du nicht? Dann schlag „Die Chroniken von Azuhr“ auf und tauche ein in Bernhard Hennens neueste Welt, denn er konnte sich all das vorstellen und hat es zu Papier gebracht. Und damit ist eigentlich schon genug gesagt, denn dass Hennen ein begnadeter Erzähler ist, wissen Fantasy-Fans schon länger (und die meisten wahrscheinlich besser als ich, weil sie schon mehr von ihm gelesen haben).


    Einmal in die Welt eingetaucht, kann man sich schnell mit der ein oder anderen Person identifizieren, schließt sie ins Herz oder eben auch nicht. Dabei bleibt keine seiner Figuren blass. Dass auch Hennen der Autoren-Unart frönt, Sympathieträger früh sterben zu lassen, soll in der Bewertung mal keine Rolle spielen. Einzig die Tatsache, ein Rätselspiel in die Handlung einzubauen, fand ich dann doch ein bisschen schade – Herr Hennen, das können sie doch besser :wink:

    Aber sei’s drum – mich hat diese Welt recht schnell gefesselt und ich fiebere den weiteren Abenteuern von Milan entgegen und bin Gespannt, welche Figuren aus alten Mären in Azuhr noch zum Leben erwachen werden. So gesehen war es gut, dass ich mir mit dem Lesen von Teil 1 so viel Zeit gelassen habe, denn nun muss ich nicht so lange auf das Erscheinen der Fortsetzung warten. So viele Fragen sind noch offen…


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb: Sterne für diesen tollen Serienauftakt und eine ganz klare Leseempfehlung an Freunde von Magie und Mystik. Dem Buch vorangestellt hat Hennen übrigens ein Zitat aus dem Nibelungenlied, in dem es um alte Mären und ruhmreiche Helden geht – sehr treffend gewählt, wie ich finde.


    Fazit:
    Eine wunderbare Geschichte über den Kampf für eigenen Überzeugungen und die Kraft der Mythen.

    Gelesen in 2018: 7 - Gehört in 2018: 6 - SUB: 352


    "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)

  • Squirrel

    Hat den Titel des Themas von „Bernhard Hennen - Die Chroniken von Azuhr: Der Verfluchte“ zu „Bernhard Hennen - Der Verfluchte“ geändert.

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