Dario Fo - Mama hat den besten Shit / La marjuana della mamma è la più bella

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Mama hat den besten Shit

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Verlag: Rotbuch Verlag,

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 96

ISBN: 9783880220171

Termin: Oktober 1989

  • Autor: Dario Fo
    Titel: Mama hat den besten Shit, aus dem Italienischen übersetzt von Peter O. Chotjewitz
    Originaltitel: La marjuana della mamma è la più bella
    Uraufführung am 02. März 1976 im Palazzino Liberty Milano
    Seiten: 96 Seiten, ein Stück in zwei Akten
    Verlag: Rotbuch
    ISBN: 9783880220171


    Der Autor:
    Dario Fo, 1926 in Sangiano geboren, war ein italienischer Theaterautor, Regisseur und Erzähler, der 1997 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde. 2006 kandidierte er für die Wahl zum Bürgermeister Mailands und war einflussreiches Mitglied von Beppe Grillos 5-Sterne-Bewegung. Dario Fo starb am 13. Oktober 2016 in Mailand.


    Inhalt: (der Seite für Theatertexte entnommen)
    Luigi ist von zu Hause fortgegangen, als seine Mutter entdeckt, dass er Marihuana raucht. Nun schaut er wieder einmal daheim vorbei und stellt fest, dass aus der Wohnung eine Marihuana-Plantage geworden ist. Mutter Rosetta und auch der Opa konsumieren erhebliche Mengen Shit und treiben sogar einen regen Handel damit. Beide sind zu wahren Experten geworden. Als ein heroinsüchtiger Freund Luigis hinzukommt, hilft Opa ihm mit seinem "Skorpion-Fix" auf die Sprünge: Er hält sich einen Skorpion, dessen Gift normalerweise tödlich ist, mit einem Gegengift zusammen angeblich jedoch berauschend wirkt. In diese Rauschorgie platzt Antonio, Rosettas Neffe, hinein. Er ist seit kurzem beim Rauschgiftdezernat und hat sich hier mit einem Polizeispitzel verabredet, um Dealer aus der Nachbarschaft auszuheben. Das Chaos nimmt seinen Lauf.


    Meinung:
    Dario Fo erhielt den Literaturnobelpreis, da er „in der Nachfolge der mittelalterlichen Gaukler der Commedia dell'arte die Macht geißelt und die Würde der Schwachen und Gedemütigten wieder aufrichtet." (so die Begründung für die Preisvergabe gemäß Wikipedia)
    Ich hatte bislang noch kein Theaterstück von ihm gesehen, und gelesen auch noch nicht. Keine Ahnung, was ich erwartet hatte, als ich diesen Band wegen des skurrilen Titels gekauft habe. Erhofft hatte ich mir wohl etwas politisches Kabarett, so in Richtung „Scheibenwischer“, ähnlich wie Dieter Hildebrandt oder Georg Schramm.
    Das Stück ist deftiger als erwartet. Da wird mehrmals der blanke Hintern gezeigt, um die Zugehörigkeit zur Mafia oder CIA zu zeigen (die stecken ohnehin unter einer Decke), alles Mögliche an Drogen wird aufgezählt, konsumiert und fabuliert, wie was wirkt, und die Konstellation der äußerst drogenerfahrenen Senioren, den jüngeren Gelegenheitsrauchern und der Polizei mit den Spitzeln bietet natürlich eine Plattform für wilde Verwechslungen, Täuschungsmanövern, Missverständnissen, usw. Es ist eine turbulente Satire. Allerdings hatte ich große Mühe mit dem ersten Akt. Ich fand die Dialoge lächerlich (der bekiffte Opa nervte öfters dazwischen mit seinem „schwupp, oink, sprüch! Flunderboll!, ding dong, Abfff! Afghanistan.“), das Thema unrealistisch, indem die Mutter und der Großvater nun plötzlich Experten im Drogenhandel sind, alles ausprobiert haben und nun selbst anbauen und dealen. Das artete meiner Meinung nach in übertriebene Spaßmacherei aus. Beinahe hätte ich das Buch abgebrochen, bei einem Theaterstück wäre ich in der Pause wohl nach Hause gegangen. Der zweite Akt hat mich dann wieder etwas versöhnt, die doofen Verwirrspielchen hatten sich ja bereits langer Hand abgezeichnet, aber einige Merkwürdigkeiten werden erklärt und nach einem wilden Höhepunkt wird dann politisch korrekt auch wieder klargemacht, dass Drogen keine Lösung sind. Aha. Mein Humor war es nicht, vielleicht war es auch nicht Dario Fos bestes Werk, aber es hat jetzt auch nicht mein Interesse geweckt mehr von ihm zu lesen, bzw ins Theater zu gehen.