Bernd Roßbach - Das Jesus-Experiment

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Das Jesus-Experiment

2.7|3)

Verlag: FeuerWerke Verlag

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 400

ISBN: 9783945362334

Termin: Januar 2018

  • Guten Tag, meine Lieben, ich habe heute für euch eine Rezension zu einem Buch, was mich stark an die Bücher von Dan Brown erinnert hat. "Das Jesus-Experiment" von Bernd Roßbach ist heute im Feuerwerke Verlag erschienen, ich habe es vorab gelesen und verrate euch meine persönliche Meinung dazu. :)


    Inhalt: Quelle: https://www.amazon.de


    Eine Erfindung, die vererbte Erinnerungen sichtbar macht. Ein Ahnenforscher, der auf die einzige noch lebende Nachfahrin von Pontius Pilatus stößt. Und eine unbarmherzige Macht, die ihr letztes Geheimnis schützen will – um jeden Preis …
    Der Hirnforscher Tom Jennings ist auf dem Höhepunkt seines Erfolges angelangt. Ein von ihm erfundenes Verfahren macht vererbte Erinnerungen sichtbar und stellt so die Welt, wie wir sie kennen, auf den Kopf.
    Als Jennings im Zuge seiner Forschungen auf die Autistin Giulia trifft, verändert dies alles. Denn sie ist die direkte Nachfahrin von Pontius Pilatus, der IHN mit eigenen Augen gesehen hat. Nach Jahrtausenden wird die Welt somit erstmals Bilder von Jesus Christus zu sehen bekommen.
    Als dadurch jedoch Zweifel an der Auferstehung des Messias wach werden, wendet sich die älteste Macht der Welt gegen Jennings, und eine Treibjagd durch Rom, Verona und die Katakomben von Paris beginnt ...


    Meine Meinung:


    Das Cover fand ich durchaus ansprechend, aber der Klappentext war es, der mich überzeugt hat, dieses Buch lesen zu wollen.
    Ich bin am Anfang gut in die Geschichte rein gekommen und fand den Schreibstil flüssig zu lesen.
    An sich ist die Grundidee der Geschichte auch ganz spannend, ich fand nur die Umsetzung nicht gut genug. Die Charaktere waren flach und besaßen mir zu wenig Persönlichkeit. Man bekommt nicht genug Einblick in die Gedanken von Jennings, und das als Hauptcharakter. Das machte mir seine Handlungen oft nur schwer nachvollziehbar. Desweiteren fand ich ihn naiv und dumm, was Frauen angeht. Ich meine, einmal kann man ja mal einen Fehler machen, aber nochmal, ohne auch nur ein zweites Mal darüber nachzudenken? Ich denke nicht. Ich gehe da jetzt nicht weiter ins Detail, denn ich will ja nicht unnötig spoilern. Auch der Tod seines besten Freundes findet in seinen Gedanken überhaupt nicht statt.
    Ich bin ja ein Fan von diesen ganzen wissenschaftlichen Details. Die waren mir hier nicht genug ausgeprägt, so dass ich wenig tatsächlich kapiert habe. Aber vielleicht lag das auch an mir, wer weiß... ;) Die ganzen religiösen Fakten waren durchaus faszinierend, trug dann aber auch nicht mehr dazu bei, die Geschichte wirklich zu retten.


    Ich vergebe nur ⭐⭐⭐, für ein Buch, was wie eines von Dan Brown sein will, es aber wirklich nicht ist. Die Parallelen sind vorhanden, aber Dan hat das alles besser gemacht. Meiner Meinung nach.

  • Der Hirnforscher Tom Jennings hat eine bahnbrechende Entdeckung gemacht: Er kann Gedanken, Träume und Erinnerungen in bewegten Bildern darstellen. Besonders interessiert ist er an Epigenetik, der Vererbung über Generationen, zumindest im Tierversuch konnten tatsächlich bereits vererbte Erinnerungen nachgewiesen werden. Jennings Forschung konzentriert sich darauf, solche auch beim Menschen nachzuweisen – nicht ahnend, dass daran eine ganze Reihe Organisationen Interesse haben könnten.


    Wissenschaft und Kirche – schon der Titel verspricht viel und macht mich sehr neugierig. Leider verzettelt sich der Autor sehr schnell in zu vielen Handlungssträngen, die Probleme,mit denen der Wissenschaftler zu kämpfen hat, überschlagen sich fast, Eheprobleme, Patentstreitigkeiten, eine Fernsehshow, die wirtschaftliche Verwertung des Verfahrens, eine autistische Versuchsperson, Geheimdienste, Assassinen, Europol Morde und Entführungen, und am Ende schafft es der Autor nicht, alle diese Stränge zu Ende zu führen, manche enden blind und das ist für den Leser sehr ärgerlich. Meiner Meinung nach fehlte hier ein gescheites Lektorat, das einige dieser Handlungsstränge, die teilweise sowieso unnötig sind und die Geschichte nur verkomplizieren, von Anfang an gekappt hätte.


    Am interessantesten finde ich den Roman immer dann, wenn es wissenschaftlich wird, hier ist der Autor scheinbar in seinem Element. Interessant auch die Storyline um die Erinnerungen des Pontius Pilatus und seiner Begegnung mit Jesus, die aber in all dem anderen Wust ziemlich untergeht, besser wäre es gewesen, die Forschung Jennings' in den Mittelpunkt zu stellen. So reist dieser oft ziemlich unmotiviert durch Europa, sogar dann, wenn ein Anruf deutlich sinnvoller gewesen wäre und wahrscheinlich Leben gerettet hätte.


    Das größte Manko des Romans sind die Charaktere, es gibt nicht einen, der mein Herz berührt, noch nicht einmal der Autistin Giulia ist das gelungen. Ihre Krankheit ist in meinen Augen sowieso überflüssig und hätte gut weggelassen werden können. Tom Jennings' Schicksal ist mir im Grunde egal, mit ihm bangen und hoffen kann ich nicht, dafür ist er einfach viel zu oberflächlich, und in meinen Augen auch widersprüchlich, gezeichnet. Gut, es gibt wohl Wissenschaftler, die etwas weltfremd sind, aber bei diesem merkt man seinen Intellekt in keiner Situation, auf mich wirkt er naiv, dumm und schwach. Er lässt sich auf Situationen ein, die er vorher selbst noch kritisiert hat (Fernsehshow) oder die bei jedem anderen die Alarmglocken hätten läuten lassen. Frauen gegenüber ist er blind und unprofessionell. Dass er ein brillanter Forscher sein soll, kann ich kaum glauben.


    Die Antagonisten sind fast noch schlimmer, allen voran die Assassinen einer kirchlichen Vereinigung. Fanatisch ist schon fast zu harmlos für sie, auf mich wirken sie einfach nur lächerlich. Ich hätte gerne gehabt, dass der Vatikan sich einschaltet oder zu Wort meldet, aber die „aufsehenerregenden“ Entdeckungen, die drohen, sind letztlich gar nicht so aufsehenerregend.


    Die Geschichte springt, oft zusammenhanglos, von einer Szene zur nächsten, viele langatmige Abschnitte, abstruse Geschehnisse, unnötige und schlechte Dialoge sowie eigenartige Formulierungen machen das Lesen zur Qual, und irgendwann las ich nur noch quer, bis wieder etwas mein Interesse weckte. Am Ende gibt es – natürlich – einen „spannenden“ Showdown, aber da war ich von der Geschichte und ihren Charakteren schon viel zu genervt. Nein, auch damit konnte mich der Autor nicht (mehr) überzeugen, die Geschichte wird hier eher noch abstruser.


    Leider hat mich dieser Roman von vorne bis hinten enttäuscht, ich vergebe einen Stern für die Idee und das in meinen Augen ansprechende Cover, zu mehr kann ich mich nicht durchringen; empfehlen kann ich den Roman nicht.

  • Das Jesus Experiment, Mystery-Thriller von Bernd Roßbach, 400 Seiten, erschienen im FeuerWerke Verlag.
    Können die Erinnerungen einer Nachfahrin von Pontius Pilatus verwendet werden, um das wahre Antlitz von Jesus Christus bildlich darzustellen?
    Der Hirnforscher Tom Jennings hat eine bahnbrechende Erfindung gemacht. Mit einem von ihm entwickelten Verfahren können vererbte Erinnerungen sichtbar gemacht werden. Durch einen Ahnenforscher findet er eine lebende Nachfahrin von Pontius Pilatus. Endlich kann die Menschheit IHM von Angesicht zu Angesicht begegnen. Das bringt verschieden Gruppen, besonders die älteste Macht der Welt auf den Plan, bald befindet sich Jennings als Gejagter quer durch ganz Europa.
    Das Buch ist in neun Kapitel aufgeteilt, die mit Überschriften, sehr passend Bezug nehmend auf den Inhalt, betitelt sind. Diese sind in einzelne Abschnitte gegliedert und zur besseren Orientierung, mit Datum und Ortsangaben versehen. Das hat mir sehr geholfen, mich bei der spannenden Jagd durch verschiedene Städte, zu orientieren. Am Ende ist ein Bibelzitat (2.Petrus 1,16) eingefügt. Nach dem Epilog schließen sich noch einige Seiten Quellenangaben, Tabellen über diverse Bibelstellen, die Synoptiker, apokryphe Evangelien, die Herkunft Jesus und weitere Informationsquellen, an. Sehr oft habe ich im Anhang nachgeschlagen oder verglichen.
    Aus religiöser Sicht finde ich das Buch schön, ich als Christin finde mich in meiner Religiosität in keinster Weise angegriffen, ganz im Gegenteil, das sehr versöhnliche Ende, lässt den Glauben an die Erlösung und Auferstehung ohne Weiteres zu, das gefällt mir. Roßbach hat es geschafft, auch Anders- oder Ungläubige, durch die Geschichte und das von ihm erdachte Ende, zufrieden zu stellen. Die Erklärung am Ende ist so genial verfasst, dass es jedem Leser erlaubt ist, nach seiner „Fasson“ selig zu werden. Der Autor hat m.E. perfekt recherchiert, was er über Hirnforschung und religiöse Themen raushaut, zeugt von Kompetenz und Können, ohne Frage. Die komplizierten Fakten der Transgenerationalen Epigenetik und der bereits existierenden Technologie wurden für mich verständlich erklärt.
    Leider konnte ich mich mit dem Protagonisten nicht anfreunden, ein genialer Wissenschaftler aber im wirklichen Leben naiv und gutgläubig, z.B. sein Verhältnis mit der Anwältin Kim Blanchet , die Szene in Notre Dame, oder bei seinem Rechtsstreit um das Patentrecht. Alle Figuren handelten zwar für mich nachvollziehbar in ihren Handlungen, sind mir aber trotzdem „fremd“ geblieben. Ihre Beweggründe zu den Handlungen hätten mich durchaus interessiert. Einzig sympatischer Charakter im Geschehen fand ich die Autistin Giulia, eine faszinierende Figur im vorliegenden Thriller. Gestört haben mich, zu viele begonnene Stränge die im Nichts enden z.B. die CIA-Episode und die Patentgeschichte waren m.E. nicht nötig. Einige nicht ganz schlüssige Sequenzen störten mich außerdem. Trotzdem finde diesen Thriller sehr spannend und lesenswert. Eine klare Leseempfehlung für die Liebhaber von Mystery-Thrillern. Dazu von mir verdiente 4 Sterne. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

     :study::musik::montag: 


    Und wenn mir alle Königskronen für meine Bücher und meine Freude am Lesen angeboten wären: Ich würde sie ausschlagen.
    François Fénelon

  • Mysterium Jesus neu aufgerollt
    Das Cover ist jetzt nicht so spannend, dass man es als einladend bezeichnen würde. Der Titel ist hier schon interessanter um das Werk in die Hand zu nehmen. Der Klappentext tut dann sein eigens dazu.
    Kurz zum Inhalt:


    Tom Jennings seines Zeichens Hirnforscher hat mit seinem von ihm erfunden Verfahren sehr viel Aufsehen erregt. Das Verfahren macht vererbte Erinnerungen sichtbar. Im Zuge seiner Forschungen trifft er auf die Autistin Giulia, das Mädchen ist eine direkte Nachfahrin von Pontius Pilatus. Aber, dass dies nicht so ohne weiteres von der ältesten Macht der Welt hingenommen wird ist selbsterklärend. Es folgt eine dramatische, abenteuerliche Jagd die mit einem Showdown endet.


    Mein Fazit:
    Ich bin etwas hin und hergerissen, zwischen dem Autor Bernd Roßbach und Dan Brown. Wobei die beiden nicht zu vergleichen sind. Für Bernd Roßbach aber sicher schon ein Erfolg, wen sein Name im gleichen Atemzug mit dem Erfolgsautor Dan Brown genannt wird.
    Beim Lesen hatte ich immer wieder den fiktiven Professor Robert Langdon vor Augen, in der Gestalt von Tom Hanks. Obwohl man die beiden Geschichten nicht vergleichen sollte. Aber sobald die Kirche beteiligt ist kann man davon ausgehen, dass die geschriebenen Seiten blutdurchtränkt sind.


    Die Geschichte von Bernd Roßbach ist spannend und der Schreibstil ist angenehm zu lesen. Es gibt zwar einige Stellen die meiner Meinung zu langatmig und viel zu detailliert sind, die mit der Geschichte so gar nichts zu tun haben und einfach nur Seitenfüller sind. Muss daher auch gestehen, dass ich diese teilweise überblättert habe.
    Die letzten Kapitel, wo es ums nackte Überleben geht, waren sehr spannend. Die Aufklärung, der Morde und der dazugehörigen Motive war sehr überzeugend.


    Das Quellen und Erläuterungen sind sehr aufschlussreich und da man mit dem E-Book gleich darauf zugreifen kann, hat man gleich die Erklärung parat.


    Ich kann eine Leseempfehlung vergeben und gebe aber den Hinweis, nicht mit Robert Langdon vergleichen.

    :lol::totlach: Jede Minute, die man lacht, verlängert das Leben um eine Stunde (chinesisches Sprichwort)

  • Von anyways







    Nach jahrelanger Forschungsarbeit am limbischen System, dem sogenannte Reptiliengehirn, das verantwortlich ist für die Verarbeitung von Emotionen und Erinnerungen, ist es dem Hirnforscher Tom Jennings
    gelungen auch ererbte Erinnerungen sichtbar zu machen und sie wie einen Film darzustellen. So ist es ihm sogar gelungen Jack the Ripper zu identifizieren. Jetzt steht er allerdings vor zwei großen Problemen.
    Wegen eines schwebenden Patenrechtsstreits sieht sich die Universität als sein Arbeitgeber gezwungen, seine Forschungen auf Eis zu legen, auf der anderen Seite bedrängt ihn eine nationale Größe im Showbusiness
    genau diese Forschung weiterzuführen, dafür muss er nur seine Rechte an der Forschung an jenen etwas zwielichtigen Zeitgenossen abtreten und das wo ihm gerade offenbart wurde, das eine direkte Nachfahrin des Pontius
    Pilatus lebt. Könnte man sogar Erinnerungen an den Messias erhalten?


    Bernd Roßbach entwickelt in seinem Mysterythriller ein paar wirklich sehr interessante Thesen. Was wäre wenn man Erinnerung bildlich darstellen könnte um mit ihnen vielleicht auf Ahnenforschung zu gehen
    oder ungeklärte Mordfälle zu lösen? Für die Wirtschaft sicher interessanter ist allerdings die Möglichkeit den Konsumenten allein durch seine Wunschvorstellung mit der entsprechenden Ware zu beliefern.
    Dieser Punkt hat für mich einen kleinen Haken, wie will der potenzielle Käufer seine Wünsche finanzieren?


    Bis auf den Prolog, ist das erste Drittel des Buches relativ ruhig gehalten, hier legt der Autor viel Wert darauf den Leser seine doch ganz enorme Rechercheleistung zu demonstrieren ohne das es wirklich
    langweilig wird. Ein ganz geschickter und lebendiger Sprachstil tragen dazu bei. Nach diesem ersten Teil in dem sehr anschaulich die neuesten Ergebnisse der Hirnforschung präsentiert und die Abgründe des
    Showgeschäfts sehr deutlich werden, nimmt der Thriller deutlich an Fahrt auf. Immer mehr Gegenspieler betreten die Bühne und der Protagonist wird durch halb Europa gejagt. Zum Ende hin hätte ich mir persönlich von
    dem Autor ein klein wenig mehr Mut gewünscht. Das liegt aber rein subjektiv an meiner Einstellung zur Religion.



    Fazit: Ein unglaublich spannender und zum Ende hin temporeicher Thriller, dessen Seiten man förmlich verschlingt.

  • RECALL ZU PONTIUS PILATUS
    „Das Jesus-Experiment“ beginnt mit einem dramatischen Prolog und endet versöhnlich mit dem sicheren Verschluss der brisanten Artefakte in den unendlichen Tiefen des Vatikans. Dazwischen läßt Bernd Roßbach seinen Protagonisten Tom Jennings durch Europa hetzen in ständiger Lebensgefahr und nie zur Ruhe kommend.


    Alles beginnt damit, dass der Hirnforscher Tom Jennings seine Erkenntnisse zum Thema eines Verfahrens Gedanken in bewegte Bilder umzusetzen präsentiert, sowie seine Weiterentwicklung, Erinnerungen vergangener Leben zum Vorschein zu bringen. Das heißt, dass Erinnerungen vererbt werden können. Es ist eine besondere Zeitreise in die Vergangenheit möglich.
    Ich war nach kurzer Zeit gefangen von der Thematik. Mir gefiel zunächst die Darstellung von Tom Jennings als versponnenen, recht naiven Wissenschaftler. Ehe er mal mitbekommt, was seine Entdeckung bedeutet, was er da in Gang gesetzt hat! Im weiteren Verlauf wirkte das nicht mehr glaubhaft. Mit seinem neu entwickelten Verfahren, Recall-Technik genannt, wird er eine autistische Nachfahrin von Pontius Pilatus zurückführen bis zur Kreuzigung Jesus und seiner Auferstehung. Das ist der Auslöser für Vertreter der ältesten Macht der Welt, das unbedingt verhindern zu wollen. Jennings setzt mit dem Erfolg seiner Erfindung eine Maschinerie in Gang, in deren Verlauf viele Menschen den Tod finden werden.


    Ein außergewöhnlich bemerkenswertes Thema mit einer genialen Entdeckung, die in dem Thriller die Grundfesten des christlichen Glaubens bedrohte. Was hätte man daraus noch machen können? Auf 396 Textseiten und in neun Kapiteln mit aussagekräftigen Überschriften erlebte ich stattdessen eine verwirrende Jagd durch verschiedene Städte mit minimalistischem Ergebnis, aber mit äußerst blutiger Spur. Bernd Roßbach wäre m. M. nach besser beraten gewesen, der Geschichte mehr Raum zu geben. Das heißt, nicht mehr Seiten in einem Buch, sondern evtl. einen oder zwei Bände mehr zu schreiben. Das wäre auch seiner immensen, umfangreichen Recherchearbeit (Anhänge im Buch) dienlich gewesen.Vieles blieb so auf der Strecke, wurde nur so nebenbei erwähnt (bspw. Jennings und sein Deal mit der CIA), und läuft Gefahr überlesen zu werden. Die Figuren bleiben leider weitgehend zu farblos. Der Hirnforscher Jennings kommt mir vor wie ein introvertierter, egozentrischer Einzelkämpfer, stolpert bereitwillig in jede der bereitgelegten Fallen (Notre Dame) und hat dabei ein unfaßbares Glück immer wieder davonzukommen. Viel zu viele Handlungsstränge, Themen und Fakten (Patentrechtsstreit mit Hoogstraat, Recall-Show, Supershow um das wirkliche Antlitz Jesu u. s. w.), Orte, Personen, wie aufgesetzt wirkende Dialoge schaden dem Gesamteindruck des Werkes.


    Fazit:
    Mit dem Satz auf S. 355 läutet der Autor ein tolerantes Ende ein, um den christlichen Frieden zu wahren.


    „Seine Botschaft ist das Wichtigste, nicht die Umstände seines Todes.“


    Die Geheimnisse der Jahrhunderte werden im Vatikan weiter gehütet.


    Ich bewerte „Das Jesus-Experiment“ mit drei von fünf Sternen und vergebe eine Leseempfehlung für Sci-Fi-Fans. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Tom Jennings hat es geschafft, denn er gilt als einer der besten Hirnforscher unserer Zeit. Dieser macht eine überaus interessante Entdeckung, denn es ist ihm gelungen, Erinnerungen aus den Gedanken auf einen Bildschirm zu projezieren. Doch das ist noch nicht alles, denn die Erinnerungen sind die von längst verstorbenen Vorfahren und sie sind sogenannte vererbte Erinnerungen. Als er in der Autistin Giulia eine direkte Nachfahrin des Pontius Pilatus entdeckt, scheint das unmöglich wahr zu werden: gäbe es wirklich die Möglichkeit, aus Giulias Erinnerungen Bilder von Jesus Christus zu projezieren? Jennings wagt sich an das Experiment, doch dabei stösst er nicht überall auf Begeisterung und nicht nur er, sondern auch seine Familie befinden sich in höchster Gefahr.

    Meine Meinung

    Allein schon der Titel und das Cover ließen mich an eine Mischung aus Dan Brown und Andreas Eschbach denken und auch der Klappentext verspricht so einiges. Dementsprechend neugierig ging ich an die Geschichte ran. Aber gleich vorweg, Bernd Roßbach hat mit dieser Geschichte etwas ganz eigenes geschrieben. Der Einstieg in den Thriller gelingt auch recht gut, denn Bernd Roßbach verfügt über einen sehr angenehmen und flüssigen Schreibstil, der sich leicht und gut verständlich lesen lässt.

    Allerdings beginnt die Geschichte erst einmal mit längeren Erklärungen zur Erfindung und auch zur Vorstellung der Charaktere. Zweifellos ist dies notwendig, um die Zusammenhänge im Thriller zu verstehen, war für mich persönlich aber noch ein wenig langatmig und zu detailliert. Aber so bleibt es nicht, denn ab einem bestimmten Punkt konnte ich das Buch gar nicht mehr zur Seite legen und die Seiten flogen nur so beim Lesen an mir vorbei. Es beginnt an Action und Spannung zuzunehmen. Jennings wird bedroht, seine Familie gerät in Gefahr, Menschen werden getötet. Aber der Leser bekommt neben den zuvor genannten Punkten noch gut recherchierte Hintergrundinformationen, die der Autor durch Nachforschungen seiner Charaktere geschickt mit in die Handlung einbaut. Man spürt hier auf jeden Fall, dass der Autor sich lange und gründlich mit dem Thema auseinander gesetzt hat, sowohl was die Wissenschaft angeht als auch die Kirche. Daneben zeigt er auch wieder den Konflikt Kirche und Wissenschaft auf, Zweifel ob die Kirche etwas verheimlichen möchte, ob es sich bei den Bildern wirklich um Jesus Christus handelt, all das war interessant aufgebaut, lässt den Leser grübeln und nachdenken. Die Spannung baut sich immer weiter auf, es gibt einen Showdown und die Lösung, die Bernd Roßbach zu guter Letzt serviert, lässt wohl Leser aus beiden Sparten, sowohl christlich als auch wissenschaftlich zufrieden zurück. Neben diesem Konflikt kommen dann noch Secret Service und FBI mit ins Spiel, die aus ganz anderen Gründen Interesse an dieser Forschung haben. Also wirklich zur Ruhe kommt man ab einem gewissen Punkt nicht mehr und das gefiel mir sehr gut.

    Durch einen personellen Erzähler in der dritten Person wird der Leser durch den Thriller geführt. Dieser lässt am Geschehen teilhaben, gibt aber auch immer wieder genügend Denkanstöße, um über das Gelesene zu grübeln. Dabei werden immer wieder die Perspektiven gewechselt und man hat in vielen Bereichen einen Einblick. Trotz der verschiedenen losen Fäden behält der Autor aber hier den Überblick und lässt alles gekonnt ineinander verlaufen.

    Charaktere gibt es hier eine ganze Menge, Tom Jennings ist hier der Protagonist, den wir auf weiten Teilen begleiten. Er ist mir sehr sympathisch und ich habe ordentlich mitgefiebert, sei es bei seinen eigenen Recherchen oder bei seinen Fluchten. Aber er ist auch ein typischer Wissenschaftler, der in seinen Handlungen nicht unbedingt für große Überraschungen sorgte.

    Ansonsten gab es eine große Anzahl unterschiedlichster Charaktere, die Einfluss auf die Handlung nehmen. Ganz besonders interessant fand ich den Bibelforscher Pelagrini, der beim Lesen für mich einige Überraschungen mit einbrachte und auch sonst eine äußerst interessante Figur abgab. Weitere Charaktere sind zwar recht stereotyp, aber sie sorgen dann auch einfach für die passenden, spannenden Momente.

    Mein Fazit

    Ein unheimlich spannender Wissenschafts-/Mysterythriller, der mit gutem und detailliertem Hintergrundwissen sowohl in wissenschaftlichen als auch in kirchlichen Bereichen punkten kann. ein extrem Komplexes Thema mit vielen neuen Ideen, dabei spannend umgesetzt und mit einer geschickten Lösung am Ende. Die Vielzahl der Charaktere fordert beim Lesen durchaus Aufmerksamkeit, damit man den Faden nicht verliert. Der Autor aber schafft es, alles miteinander zu verweben. Mir hat das Buch spannende Lesestunden bereitet und ich gebe zu, dass ich bei dem ein oder anderen Ereignis sehr gerne vor Ort gewesen wäre. Leseempfehlung!

  • Mystery-Thriller mit brisantem Inhalt


    Inhalt:

    Der Hirnforscher Tom Jennings hat in seiner jahrelangen Arbeit ein Verfahren entwickelt, bei der er unterschiedlichen Aktivitätsmustern im Gehirn Bildern zuordnet und auf diese Weise (sogar vererbte) Erinnerungen für Außenstehende sichtbar machen kann. Ein ehemaliger Studienkollege beansprucht den Erfolg jedoch ebenfalls für sich, woraus ein erbitterter Streit um das Patent für dieses Verfahren entbrennt, was dazu führt, dass man Jennings die für ihn vorgesehenen Forschungsgelder streicht.

    Durch Kontakte seiner Exfrau bekommt Jennings jedoch auch Gelegenheit, seine Forschungsarbeit in einer Fernsehshow der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.


    Handlung:

    Als eine direkte Nachfahrin von Pontius Pilatus ausfindig gemacht wird, stellt sich die Frage, inwieweit sich vererbte Erinnerungen über so viele Generationen reproduzieren lassen, und ob es durch sie tatsächlich gelingt, die Existenz von Jesus Christus nachweisen zu können.


    Schreibstil:

    Bernd Roßbach schreibt sehr flüssig, durch die Vielzahl an unterschiedlichen Personen, verliert man aber ein wenig den Überblick. Die Geschichte selbst wird bis zur Hälfte ein wenig langatmig erzählt, gewinnt allerdings danach sehr rasch an Tempo und wird zunehmend fesselnder.


    Charaktere:

    Protagonist Tom Jennings, seines Zeichens genialer Forscher auf dem Gebiet der Hirnforschung, wirkt im alltäglichen Leben zum Teil ein wenig zu naiv und gutgläubig, wodurch ich wirklich Probleme habe, mich mit diesem Charakter zu identifizieren.


    Cover:

    Das Cover ist in schlichten Grautönen gehalten, von dem sich der rote Schriftzug des Titels markant abhebt. Sehr gelungen finde ich auch die Dornenkrone, die sich um diese Lettern herumdrapiert. Das macht das Cover sehr einzigartig und zudem sehr auffallend.


    Autor:

    Bernd Roßbach wuchs in Sankt Augustin im Rheinland auf. Er ist seit über 25 Jahren in der Sicherheitsindustrie tätig und hat diverse Fachliteratur veröffentlicht. Inspiriert durch zahlreiche USA-Aufenthalte widmet er sich halbdokumentarischen Plots mit gut recherchiertem Hintergrund. (Quelle: http://www.feuerwerkeverlag.de)


    Meinung:

    Der Klappentext verspricht „eine Treibjagd durch Rom“, in welcher die „älteste Macht der Welt“ mitmischt, mag sein, dass ich aufgrund dessen eher einen Thriller wie Dan Browns „Sakrileg“ erwartet hatte, und von völlig falschen Voraussetzungen ausgegangen bin, da besagte „Treibjagd“ eher als Handlungsstrang am Rande anzusehen war. Vielmehr wurde im Buch eher auf die geschichtliche Aufarbeitung der Materie Wert gelegt bzw. auf wissenschaftliche Erkenntnisse. Dies belegen auch unzählige Quellenangaben im Anhang des Buches, welche zwar mit Sicherheit die akribische Recherche-Arbeit des Autors belegen. Letztendlich wurde für mich das Buch phasenweise auch ein wenig langatmig, auch wenn ich die Thematik an sich als ungemein spannend und interessant ansehe.


    Persönliche Kritikpunkte:

    Abgesehen von obig bereits angesprochenen sehr exzessiv betriebenen Ausführungen, finde ich, dass das Buch in zu vielen Handlungssträngen verläuft, welche für mich ein wenig übertrieben und unglaubwürdig erscheinen. Auf der anderen Seite werden einige Handlungsstränge zwar aufgenommen, sie verlaufen in weiterer Folge allerdings im Nichts, und lassen den Leser ein wenig ratlos und unbefriedigt zurück.


    Fazit:

    Ein sehr gut recherchierter Mystery-Thriller, der ein unglaublich interessantes Thema aufgreift und auch zum Nachdenken darüber anregt, was in der Forschung ethisch noch erlaubt sein sollte und was nicht.

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