Hanns Zischler – Das Mädchen mit den Orangenpapieren

  • Buchdetails

    Titel: Das Mädchen mit den Orangenpapieren


    Verlag: Galiani-Berlin

    Bindung: Gebundene Ausgabe

    Seitenzahl: 112

    ISBN: 9783869710969

    Termin: September 2014

  • Bewertung

    3.3 von 5 Sternen bei 2 Bewertungen

  • Inhaltsangabe zu "Das Mädchen mit den Orangenpapieren"

    Hanns Zischlers großartiges literarisches Debüt über das Erinnern, den Verlust und das Weitergehen. Es ist eine Geschichte, so zart, schimmernd und fragil wie ein Orangenpapier: Sie handelt von Elsa, einem Mädchen, das es Mitte der 50er- Jahre mit seinem Vater von Dresden nach Bayern verschlagen hat. Obwohl Elsa erst kurze Zeit in der kleinen Stadt an der Ache ist und sie von vielen wegen ihres Dialekts belächelt wird, hat sie schon Freunde: Asampauli, mit dem sie den Schulweg teilt; der Lehrer Kapuste, der seinen Schülern seltsame Rätsel aufgibt; und die Obsthändlerin, die für Elsa die exotischen Papiere auf bewahrt, in denen die Orangen eingeschlagen sind. Auf die Idee, Orangenpapiere zu sammeln, hat Kapuste Elsa gebracht. Vielleicht, weil er ahnt, dass sie einen Fluchtpunkt benötigt, und eine Brücke, mit anderen über die Dinge zu sprechen, die sie tief in sich verschlossen hält. Und tatsächlich, als eine Neue in die Klasse kommt, beginnt für Elsa – langsam und tastend – ein Aufbruch …Hanns Zischlers Erzählung ist ein literarisches Kleinod von enormer erzählerischer Kraft. Durch die Genauigkeit der Beobachtung und die Konzentration auf das Einzelne gelingt es Hanns Zischler, die Atmosphäre einer Zeit einzufangen, in der sich – trotz Traumatisierung und Verlust – eine tiefe Würde und Stärke verbarg.
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  • Original : Deutsch, 2014


    INHALT :
    Es ist eine Geschichte, so zart, schimmernd und fragil wie ein Orangenpapier: Sie handelt von Elsa, einem Mädchen, das es Mitte der 50er- Jahre mit seinem Vater von Dresden nach Bayern verschlagen hat. Obwohl Elsa erst kurze Zeit in der kleinen Stadt an der Ache ist und sie von vielen wegen ihres Dialekts belächelt wird, hat sie schon Freunde: Asampauli, mit dem sie den Schulweg teilt; der Lehrer Kapuste, der seinen Schülern seltsame Rätsel aufgibt; und die Obsthändlerin, die für Elsa die exotischen Papiere auf bewahrt, in denen die Orangen eingeschlagen sind.

    Auf die Idee, Orangenpapiere zu sammeln, hat Kapuste Elsa gebracht. Vielleicht, weil er ahnt, dass sie einen Fluchtpunkt benötigt, und eine Brücke, mit anderen über die Dinge zu sprechen, die sie tief in sich verschlossen hält. Und tatsächlich, als eine Neue in die Klasse kommt, beginnt für Elsa – langsam und tastend – ein Aufbruch …
    (Quelle : Ki-Wi, gekürzt)


    BEMERKUNGEN :
    Elsa ist als Dresdner Sächsin wohl eher ein Fremdkörper, rein sprachlich, in diesem ländlichen Bayern in der Nähe des Chiemsees. Zusammen mit ihrer Gehbehinderung scheint sie für eine Randexistenz gemacht. Dennoch findet sie gerade dort Kumpanen und Freunde/Freundinnen. Zwar spielt das Buch so um die Mitte der 50iger Jahre, und unsere Heldin wird den Krieg nicht mehr selbst in Erinnerung haben. Dennoch steht dieser im Hintergrund als Wirklichkeit da. Die eintreffende « Neue », Saskia, ist Tochter eines englischen, hier stationierten Soldaten. Angeschlagene Menschen streifen den Weg, wie jene sympathische einarmige Figur des Bauchkastenladenhändlers…
    Dennoch ist gleichzeitig die Welt seltsam « in Ordnung » und das mag verwundern : die meisten Lehrer werden sympathisch gezeichnet, schrullig. Sie erinnern an Feuerzangenbowle und Schülerstreichgeschichten.


    Elsa erinnert sich ihrer Mutter ; sie fehlt. Was wird ihr, und eventuell andere Angeschlagene, weiterhelfen ? Das Buch mit einer nahezu märchlich-kindlichen Sprache ist insofern ernster als man denkt. Ist es auch für dieses « fast-Kind-noch » die unbeholfene, aber zärtliche Liebe, die befreit ? Der Ton wird gleichgehalten, doch zögerte ich dabei, dann dieses Kind noch als Kinderliteratur zu sehen, was eine erste Assoziation sein könnte.


    AUTOR :
    Christoph Johann „Hanns“ Zischler (* 18. Juni 1947 in Nürnberg) ist ein deutscher Filmschauspieler, Dramaturg, Regisseur, Hörspielsprecher, Fotograf, Übersetzer und Essayist. Er ist als Sohn eines Steinbruchbesitzers und Steinhändlers Johann Zischler im fränkischen Dorf Langenaltheim aufgewachsen. Nach dem Tod seiner Mutter ging er auf ein protestantisches Internat in Ingolstadt zur Schule, wo sein Interesse an Musik und Philosophie gefördert wurde. Danach besuchte er das Internat Marquartstein und erlangte 1966 sein Abitur. In München und Berlin belegte er Vorlesungen in Philosophie, Ethnologie, Musikwissenschaft und Literaturwissenschaft. Zischler arbeitete als Lektor und Übersetzer von französischen Philosophen und ging 1968 an die Berliner Schaubühne, wo er von 1973 bis 1975 als Dramaturgie- und Regieassistent tätig war. In Karlsruhe und Basel inszenierte er 1976 gemeinsam mit Regisseur Harun Farocki die Theaterstücke Die Schlacht und Traktor von Heiner Müller. Er ließ die Welt des Theaters hinter sich, da er nach eigenen Angaben nicht dauerhaft in geschlossenen, fensterlosen Räumen arbeiten mochte.


    Als Schauspieler war er seit den 1970er-Jahren in deutschen Filmproduktionen unter anderem von Wim Wenders, Peter Handke, Peter Lilienthal, Rudolf Thome zu sehen. In Thomes Spielfilmen trat er bisher acht Mal auf. Bekannt wurde Zischler vor allem 1976 durch das Roadmovie Im Lauf der Zeit von Wim Wenders. Auch in internationalen Produktionen von Autorenfilmern wie Claude Chabrol, Andrew Birkin und István Szabó wirkte er mit. 2005 spielte er in Steven Spielbergs Filmdrama München die Rolle des Mossad-Agenten Hans.


    Zischler wohnt seit 1968 in Berlin, lebte seit 1978 mit der Landschaftsarchitektin und Künstlerin Regina Poly (1942–2014) zusammen und war seit 2008/2009 mit ihr verheiratet.


    Gebundene Ausgabe: 112 Seiten
    Verlag: Galiani-Berlin (10. September 2014)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3869710969
    ISBN-13: 978-3869710969

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    (Un-)Gelesenes: https://www.buechertreff.de/user/2161-tom-leo/#library

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