Leere Herzen

Buch von Juli Zeh

  • Kurzmeinung

    SirPleasant
    Politthrill vom Allerfeinsten. Großartige Literatur. Ein Muss!
  • Kurzmeinung

    K-F
    Utopie gefällt, Story mir persönlich etwas zu kurz gefasst

Anzeige

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Leere Herzen

Britta Söldner ist desillusioniert und pragmatisch. Sie sieht die Dinge glasklar und hat den Zynismus der Politik genauso durchschaut wie das kleinbürgerliche Gutmenschentum, das die Welt keinen Deut besser macht. Wie ihr Geschäftspartner Babak hat sie den Glauben an eine bessere Zukunft verloren - und sie hat nicht die geringste Lust, deswegen Schuldgefühle zu haben. Bis Brittas ganze Welt in ihren Grundfesten erschüttert wird. Und sie gezwungen ist, ihr Leben, ihre Beziehungen, ihre Überzeugungen und Werte noch einmal ganz neu zu überdenken.
Weiterlesen

Bewertungen

Leere Herzen wurde insgesamt 41 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 3,6 Sternen.

(12)
(15)
(11)
(3)
(0)

Meinungen

  • Politthrill vom Allerfeinsten. Großartige Literatur. Ein Muss!

    SirPleasant

  • Utopie gefällt, Story mir persönlich etwas zu kurz gefasst

    K-F

  • Geniale Idee, aber trotzdem wird nicht wirklich warm mit dieser Dystopie.

    RG1976

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Leere Herzen

    Die Autorin
    Juli Zeh, 1974 in Bonn geboren, studierte Jura in Passau und Leipzig. Schon ihr Debütroman "Adler und Engel" (2001) wurde zu einem Welterfolg, inzwischen sind ihre Romane in 35 Sprachen übersetzt. Ihr Gesellschaftsroman "Unterleuten" (2016) stand über ein Jahr auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Juli Zeh wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet.
    Inhalt
    Offiziell betreibt Britta Söldner in Braunschweig eine kleine Praxis für Psychotherapie, Coaching und Ego-Polishing. Ungewöhnlich an ihrer Tätigkeit sind zunächst ein IT-Fachmann und ein eigener Serverraum. Wir befinden uns circa zwischen 2020 und 2030. In dieser verflixt nahen Zukunft weiß „niemand mehr, wofür oder wogegen er zu sein hat“. Angela Merkel ist im wohlverdienten Ruhestand; Frankreich scheint die EU verlassen zu haben. Das bedingungslose Grundeinkommen ist längst durchgesetzt, konnte aber offenbar die gesellschaftliche Spaltung nicht ungeschehen machen. Nicht alle Bürger können sich mit der Herrschaft einer Besorgte-Bürger-Partei abfinden. Burnout-Lebensläufe und Selbstmorde haben rapide zugenommen, obwohl das BBB-Regime seinen Untertanen Entscheidungen weitgehend abnimmt. Britta und Babak sind indessen konkurrenzlos erfolgreich in ihrer Branche. Sie bieten ein exaktes Scoring an, prüfen die Ernsthaftigkeit ihrer Kandidaten ähnlich gnadenlos wie die GSG9 ihre Bewerber und streichen am Ende einen fürstlichen Gewinn ein. Doch als in Leipzig ein Attentat aus dem Ruder läuft, spürt Britta, dass ihr auf ihrem ureigenen Spezialgebiet Konkurrenz droht. Wer hätte gedacht, dass es eine Frau sein wird, die sich der Macht der Algorithmen widersetzt.
    Juli Zeh gibt mit ihrem spekulativen Politthriller Einblick in den Alltag zweier Paare, die jeweils ein grundschulpflichtiges Kind erziehen. Ähnlich wie in „Unterleuten“ seziert die Autorin gnadenlos die kleinbürgerliche Idylle bildungsbeflissener Eltern mit all ihren Lebenslügen. Soziales Geschwafel vom „5. Effizienzpaket“ verschlägt einem die Sprache mit seiner Nähe zu Politikern, deren wohltönende Projekte allein dem kleinen Mann in die Tasche greifen, oder zu einem Staat, der vom Zwangsumtausch seiner Besucher existierte. Spannend fand ich von der ersten Szene an das Rätseln, ob ich mich wirklich in der Zukunft befinde und wohin die ganze Chose führen soll. Zu nah an der Realität sind die Entwicklungen, um sich beim Lesen damit aus der Affäre zu ziehen, dass es sich hier um eine Utopie handelt. Brittas und Babaks zynisches Geschäftsmodell katapultiert den Leser gnadenlos mitten in die Gegenwart. Gerade weil ich nach „Unterleuten“ Schlimmeres, Zynischeres von Juli Zeh erwartet hatte, verblüfft mich ihre analytische Eleganz.
    Fazit
    Wie jemand sein Geld verdienen kann – und vor allem, wer die Zeche zahlt – das ist unbedingt lesenswert.
    Weiterlesen
  • Rezension zu Leere Herzen

    Juli Zehs Sprache gefällt mir ausgezeichnet; den Aufbau ihrer Romane finde ich gelungen, ebenso die Zeichnung ihrer Figuren; die Ideen, aus denen sie die Handlungen strickt, sind originell und aktuell. Und trotzdem habe ich Probleme mit der Autorin, denn keines ihrer Bücher konnte mich bisher wirklich erreichen und begeistern (wobei ich „Unterleuten“ noch nicht gelesen habe).
    Sie entwickelt diesen Roman aus einer perfiden Idee auf dem Hintergrund einer politischen Entwicklung, deren Anfänge sowohl in der Fiktion als auch in der tatsächlichen gegenwärtigen Wirklichkeit sichtbar sind: die politische (Wahl-)Verdrossenheit, der Rückzug ins Private und die Abschottung gegenüber gesellschaftlicher und politischer Verantwortung. Man überlässt denen das Feld, die sich mit ihren Parolen an die Spitze drängen, und sucht für sich selbst Schlupflöcher und kanalisiert die Ängste. Empathie und Solidarität sind Fremdwörter, man begegnet den Mitmenschen mit Zynismus und emotionaler Distanz.
    Zehs Wortspielereien mit den Namen amüsieren: Abgesehen von Britta Söldner erscheint eine Figur namens G. Flossen und ein Guido Hatz, und Lassie heißt das PC-Programm, das Personen aufspürt.
    Was allerdings der dem Roman vorgestellte Satz soll: „Da. So seid ihr“? Eine Widmung ist das sicher nicht. Und auch keine Aufforderung zur Auseinandersetzung, sondern eine Behauptung, die der Autorin nicht zusteht.
    Oder wollte sie der Publikumsbeschimpfung aus den 1960-1970ern einen Retro-Look verpassen?
    When the future has passed, the past will return, singt Julietta, eine der Schlüsselfiguren. DAS wäre ein passendes Motto.
    Weiterlesen
  • Rezension zu Leere Herzen

    Juli Zehs neuer Roman "Leere Herzen" spielt in nicht allzu ferner Zukunft in Deutschland. In weniger als 10 Jahren ist die BBB-Partei (Besorgte-Bürger-Bewegung) an der Macht, die alle demokratischen Werte systematisch zurückfährt. Britta Söldner und ihr Geschäftspartner Babak haben in dieser Welt ihre Nische gefunden: gemeinsam betreiben sie die Heilpraxis "Die Brücke". Doch hinter dieser freundlich wirkenden, aber nichts sagenden Fassade betreiben sie ein Geschäft mit dem Tod. Nach einem plötzlichen Anschlag ist klar - es will einer teilhaben an dem Geschäft - und er schreckt vor nichts zurück.
    Dieses Buch ist erschreckend realistisch, duster und leider nicht sehr weit entfernt von unserem Heute. Trotzdem bleiben die Charaktere leider gleichgültig bis zur Arroganz und ziemlich blass.
    Die Stärke des Buchs liegt hingegen im Aufbau und der langsamen Steigerung: zu Beginn haben wir nur ein bisschen Gesellschaftskritik, später auch an unserem politischen System, an Ausländerfeindlichkeit, politischem Desinteresse usw.
    Mit jedem Gedanken kommt ein neuer Puzzlestein dazu, bis es fast zu viel ist. Das Buch ist ziemlich überfrachtet, einfach nicht ganz geglückt. Der Schluss ist dermassen übertrieben, dass ich ihn nicht ernst nehmen kann.
    Wer ein wirklich gutes Buch von Juli Zeh lesen will, dem empfehle ich lieber "Unterleuten"
    für Leere Herzen vergebe ich
    Weiterlesen
  • Rezension zu Leere Herzen

    2025, Deutschland lebt in Sicherheit und Wohlstand, es gibt das bedingungslose Grundeinkommen. Dass die regierende BBB (BesorgteBürgerBewegung)-Partei währenddessen den demokratischen Staat sukzessive zurückfährt, immer mehr Freiheitsrechte beschneidet und die Überwachung auch im Privaten praktisch lückenlos ist, scheint nur wenige zu stören. "Die Leute wurden gefragt, was sie tun würden, wenn sie sich zwischen dem Wahlrecht und ihrer Waschmaschine entscheiden müssten. ... 67% wählten die Waschmaschine. 15% waren unentschieden."
    Britta Söldner (!) hat sich in dieser Welt eingerichtet und mit einem Freund und Partner ein perfides Geschäft aufgebaut, mit dem sich gutes Geld verdienen lässt. Doch sie bekommen Konkurrenz und bald schon scheinen sie verfolgt zu werden.
    Es ist ein düsteres Bild, was Juli Zeh in diesem Buch entwirft. Und erschreckenderweise nicht sooo weit entfernt von unserer Welt. 'Wehret den Anfängen' soll uns wohl deutlich gemacht werden - doch das leider in einer Intensität, dass es anfing mir auf die Nerven zu gehen. Ja, mir ist bewusst, dass das Wahlrecht ein wichtiges ist; dass Mitwirkungs- und Mitbestimmungsrechte auf allen Ebenen relevant sind für unser Zusammenleben, auch wenn sie umständlich und zeitraubend wirken und manchmal vielleicht sogar sind; dass es etwas geben muss FÜR das man lebt - und dass das nächste Shoppingerlebnis bestimmt nicht dafür ausreicht; dass Überzeugungen, Prinzipien, Standpunkte überholt klingen mögen (kann man sich doch nix für kaufen) - aber ob 1.587 Likes ausreichen, um dem Leben einen Sinn zu geben? Auch wenn Frau Zehs Anliegen mehr als gerechtfertigt ist, hat mich 'Leere Herzen' nicht überzeugt. Den erinnernden Zeigefinger sah ich ständig im Hintergrund und die Figuren waren (was sie wohl auch sein sollten) weitestgehend gleichgültig - was sich dann aber bedauerlicherweise auch auf die Geschichte auswirkte (hach, wenn ich da an 'Unterleuten' zurückdenke; was für ein Buch!). Zudem blieben diverse Fragen offen: Was machte beispielsweise Hatz anschließend? Und die Beteiligung? Wo kam die eigentlich her?
    So bleibt es trotz der eigentlich guten Idee bei einem durchschnittlichen Krimi in einer nahen Zukunft, wie sie uns hoffentlich erspart bleiben wird. Ob dieses Buch dann mit dazubeigetragen haben wird, wage ich allerdings zu bezweifeln
    Weiterlesen

Ausgaben von Leere Herzen

Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 352

Taschenbuch

Seitenzahl: 352

E-Book

Seitenzahl: 353

Hörbuch

Laufzeit: 00:06:55h

Besitzer des Buches 66

Update:

Anzeige