Besondere Jahre

Buch von Joyce Farmer

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Bewertungen

Besondere Jahre wurde insgesamt 4 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 5 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Besondere Jahre

    Juhu! Für mich ja auch! Dank Dir, @Farast, dass Du diese schöne Rezension geschrieben hast, um den Ruhm dieses Comicromans zu verkünden, der zwar harter Tobak ist, aber auch ein unsentimentaler Blick auf den Alltag. Quasi das wahre Leben. Kein Schockierenwollen, keine rührselige Demenzgeschichte, keine glattgebügelten Alters-Klichees. Und um die Frage, wie mit dem Altsein, der Pflege und dem Sterben der Eltern umgegangen wird, kommt ja keiner herum. Sehr liebenswürdige, runde Charaktere, äußerst respektvoll geschrieben, dabei direkt im Tonfall und menschlich sehr, sehr anrührend. Der Fortgang der Handlung interessant gerafft, etwa so, wie die Tochter nach einiger Zeit wieder die alten Eltern besucht und ganz überrascht ist, wie stark deren Äterwerden mal wieder zugeschlagen hat und deren Leben dadurch weiter einschränkt wird. Und nicht zuletzt erinnert der Zeichenstil ein wenig an den tollen Robert Crumb. Was sill man mehr. Ich bin gerade denkbar rezensionsfaul - und kann Deinen Wort da im Grunde auch nichts groß hinzufügen, außer meine Begeisterung! Eine uneingeschränkte Leseempfehlung!
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  • Rezension zu Besondere Jahre

    Autorin (lt. Klappentext):
    Joyce Farmer wurde 1938 in Los Angeles geboren. In den 1970er-Jahren engagierte sie sich in der US-amerikanischen Underground Comicszene. Seit Ende der 1980er-Jahre hatte Joyce Farmer nicht mehr gezeichnet, bis sie Ende der 1990er-Jahre mit ihren Skizzen für Besondere Jahre begann. Sie verarbeitet darin ihre persönlichen Erlebnisse während der letzten vier Lebensjahre ihrer Eltern. Ursprünglich hatte sie keine Veröffentlichung geplant. Erst ihr früherer Weggefährte Robert Crumb überzeugte sie, den Comic einem Verlag anzubieten. Joyce Farmer lebt in dem kleinen Küstenort Laguna Beach in Südkalifornien.
    Inhalt (lt. Klappentext):
    Rachel und Lars sind ein liebenswürdiges Paar. Inzwischen sind sie über achtzig. Sie helfen sich gegenseitig, so gut sie noch können. Doch eines Tages wird ihrer Tochter Laura jedoch bewusst, dass sie Hilfe benötigen. Feinfühlig erzählt Joyce Farmer in Besondere Jahre die Geschichte einer Frau, die lernen muss, mit den Gesundheitsproblemen und dem nahenden Tod ihrer Eltern umzugehen. Liebevoll und ohne Pathos zeigt Farmer das Älterwerden und die damit verbundene Pflege.
    Genre:
    Graphic Novel
    Seiten: 205
    Übersetzung: Gundula Schiffer
    Mein Eindruck:
    Meine Erfahrungen mit "Comics" haben sich bis jetzt auf die Familie Duck, den Peanuts und Asterix beschränkt. Das Genre "Graphic Novel" war mir entsprechend noch völlig neu, denn ich konnte mir noch nicht vorstellen, wie es gehen kann, dass eine Geschichte erzählt wird, die sogar noch unter die Haut gehen soll? Soll das funktionieren? Vorweg geschrieben, es hat funktioniert und wie! Die Kombination Bild und Wort waren letztendlich vielschichtiger, wie ich gedacht hätte.
    Die Bilder sind in schwarz-weiß gehalten. Vielleicht auch nicht immer für jeden sehr ästhetisch gezeichnet, aber dafür wirken sie um so intensiver.
    Als Betrachter und Leser wurde ich in den Erzählstrom direkt mit hinein gerissen. Ich erlebte mit wie wie schwierig es den älteren Leutchen immer mehr fiel ihren Alltag zu bewältigen und wie Krankheiten und Alter stückweise von ihrer Selbstständigkeit nahmen. Es war berührend zu sehen wie sie sich unterstützen so weit es ihre Möglichkeiten zuließen. Beobachtete wie Laura, die leibliche Tochter von Lars, damit umging und wie sie langsam lernte -denn auch das ist ein Lernprozess- wie sie ihren Eltern helfen und sie unterstützen konnte. Lauschte den eingestreuten Geschichten von Lars und Rachel und schmunzelte über Lauras Probleme mit der Katze der beiden. Erlebte mit wie sich das Kind-Eltern-Verhältnis langsam änderte. Wie schwierige Entscheidungen getroffen werden mussten und letztendlich eine der beiden- schweren Herzens- in ein Pflegeheim überantwortet werden musste. Beobachtete wie kräftezehrend Abschiede sein können und das man auch als Tochter Probleme damit haben darf. Wunderbar -bei aller Traurigkeit- der tröstliche und sehr anrührende Schluss und den Blick auf die Gegenwart.
    Das alles ist äußerst lebensnah, mit viel Liebe, einer feinen Portion Ironie und sehr intensiv geschildert. Es geht nicht nur um das eigene Erleben, sondern auch wie eine Gesellschaft mit dem Älterwerden umgeht. Wenn man nicht mehr so hipp ist und alles locker flockig von der Hand geht. Für mich ist das Buch eines meiner Highlights in diesem Jahr.
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Besitzer des Buches 6

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