Die Spur der Rubine

Buch von Tobias Hill

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Die Spur der Rubine wurde bisher einmal bewertet.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Die Spur der Rubine

    Inhalt (Quelle:amazon):
    Die Drei Brüder – so heißen drei Rubine aus den Kronjuwelen Elisabeth I., die über Jahrhunderte hinweg immer wieder den Besitzer wechseln, bis sich ihre Spur endgültig im viktorianischen London verliert. 150 Jahre später will Katharine Sterne das wertvolle Geschmeide wiederfinden. Ihre besessene Suche führt sie nach Istanbul und Diyarbakir, London und Japan, und mit ihr taucht der Leser ein in die verschiedensten Schauplätze und Kulturen, in ferne Zeiten und düstere Vergangenheit. Meisterhaft erzählt Tobias Hill in seinem atmosphärisch ungemein dichten Roman von Gier und Ehrgeiz, von trügerischer und wahrer Liebe – aber auch von der Schönheit der Edelsteine, die die Menschen seit Jahrtausenden in ihren schicksalhaften Bann schlägt
    Beschreibung:
    Ich habe mich dafür entschieden, diesen Roman nicht als historischen Roman einzuordnen, weil er sich zu einem guten Teil um eine Frau aus unserer heutigen Zeit dreht, Katharine Sterne, obwohl es auch immer wieder größere Rückblicke auf längst vergangene Zeiten gibt. Es ist ein ungewöhnlicher Roman. Seine Hauptprotagonisten sind, wenn man das so sagen kann, drei Rubine, die "Drei Brüder", die Anfang des 15. Jahrhunderts zu einer Schließe für einen Umhang für den burgundischen Herzog Johann Ohnefurcht verarbeitet wurden. Danach gelangten sie in wechselnden Besitz, von Jakob Fugger über Heinrich VIII, Elisabeth I. bis hin zu Queen Victoria. Schließlich verliert sich ihre Spur. Katharine Sterne, eine Engländerin, ist wie besssen von dem Wunsch, die "Drei Brüder" aufzufinden und in ihren Besitz zu bringen, und reist in der Welt herum, um irgendwelche Spuren zu finden.
    Sie ist eine seltsame Frau. In den Teilen des Buches, die sich um sie drehen, erzählt sie in der Ich-Form von ihrer Spurensuche, ihren Überlegungen und ihren Erlebnissen. Sie tut das ganz kühl, distanziert, emotionslos. Emotionen wecken nur Edelsteine in ihr, und vor allem das Verlangen, die drei Rubine zu besitzen. Sie ist nicht unsympathisch, wird lebendig und differenziert vom Autor dargestellt, aber sie ist eine Frau, in deren Leben es nur eines gibt, und das wirkt auf mich zwar authentisch, aber ich kann mich mit dieser Frau nicht identifizieren. Zu fremd ist sie mir in ihrer leidenschaftlichen, alles andere zweitrangig oder belanglos einstufenden Suche nach den "Drei Brüdern".
    Trotzdem ist der Roman ungemein spannend, denn er erzählt auch von diesen Juwelen im Kontext der Geschichte, und es ist faszinierend, mitzuverfolgen, wie sich die Mächtigen und die Herrscher ihrer jeweiligen Zeit mit Edelsteinen umgaben, was sie damit ausdrücken wollten und welche Gier oft damit verbunden war. Man erfährt sehr viel über die europäische Geschichte,insofern ist es durchaus auch ein historischer Roman, mit viel Fachkenntnis geschrieben. Da Vergangenheit und Gegenwart immer wieder abwechseln, muss man sich bisweilen etwas beim Lesen konzentrieren, um den Faden nicht zu verlieren, aber der Autor macht es einem im Grunde leicht, weil die jeweiligen "Zeitsprünge" klar voneinander getrennt sind. Seine Sprache ist klar und leicht verständlich, ohne komplizierte Satzgebilde, ohne Übertreibungen oder verschwurbelte Formulierungen.
    Urteil:
    Es war ein Vergnügen, diesen Roman zu lesen, ich habe ihn in einem Rutsch gelesen, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht. Die historischen Informationen fand ich ausgesprochen interessant, vieles davon wusste ich noch nicht. Ich kann den Roman empfehlen und gebe ihm vier Sterne:
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