Türkei verstehen: Von Atatürk bis Erdogan

Buch von Gerhard Schweizer

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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Türkei verstehen: Von Atatürk bis Erdogan

Jahrelang haben sich die AKP und Präsident Erdogan zurückgehalten und religiöse sowie ideologische Distanz gewahrt. Der Islam erhält als Religion und Kultur in der Türkei mehr und mehr Einfluss. Die Trennung von Religion und Staat, das Kennzeichen des einzigen säkularen Staates im islamischen Kulturkreis, scheint nicht mehr strikt zu gelten. Dass die Türkei vielfach ganz anders und ungewöhnlich vielschichtig ist, ahnen viele, aber kaum jemand weiß es. Doch gerade die Entwicklungen der letzten Jahre belegen, wie dramatisch Erdogans Präsidialdemokratie den lebendigen türkischen Pluralismus verengt. Die Situation zwischen Erdogan und seinen Gegnern spitzt sich gefährlich zu. Kurden, Anhänger des IS, die Konflikte mit Europa, der fast schon militärische Dissens zu Russland, das gescheiterte Verhältnis zu seinen nächsten Nachbarn haben die politische Stimmung am Bosporus auf einen Siedepunkt getrieben. Der türkische Islam befindet sich derzeit in einem tiefgreifenden Umbruch. Gerhard Schweizer betrachtet anhand zahlreicher persönlicher Erfahrungen und Begegnungen in der Türkei, weshalb es zu einem derartigen, für europäische Betrachter so irritierenden Wandel gekommen ist. Zugleich greift er im historischen Rückblick bis auf die osmanische Zeit zurück, um die politischen und kulturellen Ursachen der heutigen Probleme deutlich zu machen.
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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Türkei verstehen: Von Atatürk bis Erdogan

    Inhalt (Quelle: amazon):
    Jahrelang haben sich die AKP und Präsident Erdogan zurückgehalten und religiöse sowie ideologische Distanz gewahrt. Der Islam erhält als Religion und Kultur in der Türkei mehr und mehr Einfluss. Die Trennung von Religion und Staat, das Kennzeichen des einzigen säkularen Staates im islamischen Kulturkreis, scheint nicht mehr strikt zu gelten. Dass die Türkei vielfach ganz anders und ungewöhnlich vielschichtig ist, ahnen viele, aber kaum jemand weiß es. Doch gerade die Entwicklungen der letzten Jahre belegen, wie dramatisch Erdogans Präsidialdemokratie den lebendigen türkischen Pluralismus verengt. Die Situation zwischen Erdogan und seinen Gegnern spitzt sich gefährlich zu. Kurden, Anhänger des IS, die Konflikte mit Europa, der fast schon militärische Dissens zu Russland, das gescheiterte Verhältnis zu seinen nächsten Nachbarn haben die politische Stimmung am Bosporus auf einen Siedepunkt getrieben.Der türkische Islam befindet sich derzeit in einem tiefgreifenden Umbruch. Gerhard Schweizer betrachtet anhand zahlreicher persönlicher Erfahrungen und Begegnungen in der Türkei, weshalb es zu einem derartigen, für europäische Betrachter so irritierenden Wandel gekommen ist. Zugleich greift er im historischen Rückblick bis auf die osmanische Zeit zurück, um die politischen und kulturellen Ursachen der heutigen Probleme deutlich zu machen.
    Beschreibung:
    Gerhard Schweizer ist einer der führenden Experten für die Analyse der Kulturkonflikte zwischen Abendland und Orient und gilt als ausgewiesener Kenner der islamischen Welt. Er hat dazu mehrere Bücher veröffentlicht, die als Standardwerke gelten. Dieses hier rezensierte Buch über die Türkei wurde bereits 2008 unter dem Titel "Die Türkei. Zerreißprobe zwischen Islam und Nationalismus" veröffentlicht, 2016 hat er es dann aktualisiert und um etliche Kapitel erweitert, die sich auch ausführlich mit Erdogan und seiner Politik befassen.
    Der Autor geht ausführlich auf die Geschichte der Türkei ein, vom Osmanischen Reich, das über 600 Jahre bestand, über Zeit nach dem 1. Weltkrieg und den Verträgen, die den Türken nur noch eine Art kleinen Rumpfstaat ließen, und der Gründung der Republik Türkei bis hin zu Atatürk und der Zeit nach seinem Tod. Man beginnt ein wenig zu begreifen, welche Bedeutung - sowohl positiv als auch negativ - Atatürk für die Türkei hatte und immer noch hat, und warum es zu massiven Gegenbewegungen kam, die zu jener islamisch-nationalistischen Denkweise und Politik führten, die uns an Erdogan und seinen Anhängern so unverständlich und nicht nachvollziehbar erscheint. Auch die kulturellen und religiösen Gegensätze, die die heutige Türkei immer noch prägen, nehmen in Schweizers Buch breiten Raum ein.
    Ob man nach der Lektüre die Türkei besser versteht, vermag ich nicht zu sagen, es wäre wohl auch anmaßend, so etwas zu behaupten. Aber man versteht ein wenig, dass man die politische, religiöse und kulturelle Geschichte und Entwicklung der Türkei keineswegs mit jener der westeuropäischen Länder wie Frankreich, England, Deutschland usw. vergleichen kann und unsere Maßstäbe und Ansprüche an demokratisch geprägte Verhältnisse, Meinungs-, Religionsfreiheit und kritischen Umgang mit Traditionen aus einer anderen geschichtlichen Entwicklung hervorgegangen sind. Man denkt allzu oft, die eigene Sichtweise sei die einzig wahre, und kommt gar nicht auf die Idee, man könnte eventuell Scheuklappen aufhaben und dabei das, was außerhalb des eigenen Blickwinkels existiert und genauso Realität ist, deswegen gar nicht wahrnehmen. Schweizer gelingt es, dem Leser diese Scheuklappen bewusst zu machen, und aufzuzeigen, dass man die Türkei anders sehen muss und sehen sollte, um sie vielleicht zwar weiterhin nicht unbedingt wirklich zu verstehen, aber ihr doch mehr gerecht zu werden.
    Fazit:
    Ein nützliches, notwendiges Buch, in gut lesbarer Sprache geschrieben, sehr informativ, zum Nachdenken anregend. Manchmal etwas trocken und durchaus herausfordernd, weil einem sehr wenig von dem, was an Informationen vermittelt wird, vertraut vorkommt, und man sich streckenweise anstrengen muss, alles zu verarbeiten. Aber es lohnt sich.
    Vier Sterne von mir:
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Ausgaben von Türkei verstehen: Von Atatürk bis Erdogan

Taschenbuch

Seitenzahl: 547

Besitzer des Buches 1

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