Robert Koch und Louis Pasteur: Duell zweier Giganten

Buch von Maxime Schwartz

  • Kurzmeinung

    Bellis-Perennis
    Hat noch ein wenig Luft nach oben
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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Robert Koch und Louis Pasteur: Duell zweier Giganten

Robert Koch und Louis Pasteur waren absolute Giganten der Wissenschaft. Beide gelten als Wegbereiter der Mikrobiologie, der Bakteriologie und Virologie. Ihre Arbeit hat sicherlich Millionen von Menschen das Leben gerettet. Aber sie waren auch große Rivalen und Konkurrenten. Und so genießen sie bis heute in ihren Heimatländern höchste Anerkennung und werden als Pioniere der modernen Wissenschaft gefeiert - dennoch sind sie im jeweiligen Nachbarland nahezu unbekannt. So wirkt die Rivalität der beiden Genies sogar bis heute nach. Vor dem Hintergrund großer politischer Spannungen zwischen Deutschland und Frankreich im ausgehenden 19. Jahrhundert zeigen die Autoren, wie es zur Gegnerschaft zwischen Koch und Pasteur kam und wie sie die Forschung der beiden Kontrahenten beeinflusste. Somit ist dieser Fall ein Paradebeispiel dafür, welche Auswirkungen die Politik auf die Wissenschaft haben kann - aber auch dafür, wie Rivalität den Fortschritt beflügeln kann.
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Bewertungen

Robert Koch und Louis Pasteur: Duell zweier Giganten wurde insgesamt 2 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4 Sternen.

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Meinungen

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Robert Koch und Louis Pasteur: Duell zweier Giganten

    Diese Doppelbiografie hat noch ein wenig Luft nach obenWer kennt sie nicht? Die beiden Wissenschaftler Louis Pasteur (1822-1895) und Robert Koch (1843-1910)?
    Annick Perrrot widmet sich in dieser Doppelbiografie vor allem den wissenschaftlichen Disputen der beiden. Sie leben in einer Zeit, in der in zahlreichen Ländern geforscht wird. Häufig wissen die Forscher nichts oder nur wenig von der Arbeit des/der anderen. Dazu kommt noch der verbissene Nationalismus, der Staaten wie Frankreich und Deutschland 1870/71 Krieg gegeneinander führen lässt und unversöhnlichen Hass nährt.
    Pasteur und Koch können die Sprache des jeweils anderen nicht und verweigern auch manchmal, dessen Leistungen anzuerkennen. Statt gemeinsam gegen Cholera, Typhus oder andere Infektionskrankheiten vorzugehen, neiden sie einander den Erfolg.
    Wir begleiten Koch und Pasteur auf ihren Lebenswegen. Mir persönlich hat die Autorin zu viel Augenmerk auf die Animositäten gelegt. So werden zahlreiche Briefe und Abhandlungen wortwörtlich abgedruckt. Leider nimmt das vor allem in letzten Drittel ein wenig überhand.
    Fazit:
    Ich habe mir mehr Einblick in die wissenschaftliche Arbeit erwartet. Die dauernden Querelen haben mich ein wenig ermüdet. Daher kann ich nur 3 Sterne vergeben.
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  • Rezension zu Robert Koch und Louis Pasteur: Duell zweier Giganten

    Inhalt
    Sie waren Giganten der Wissenschaft, gelten heute als Begründer der Mikrobiologie und lieferten sich doch zeitlebens heftige Duelle im Kampf um die Vorherrschaft der Anerkennung ihrer bahnbrechenden Arbeiten, der französische Chemiker Louis Pasteur und der deutsche Arzt Robert Koch.
    Eindrucksvoll schildern die Autoren, wie es zu dieser Rivalität kam, und welche Rolle die Staatszugehörigkeit der beiden genialen Forscher zu den im 19. Jahrhundert verfeindeten Ländern Frankreich und Deutschland spielte.
    Meine Gedanken und Eindrücke
    Für aufgeklärte Zeitgenossen des 21. Jahrhunderts ist die Existenz von Mikroben, Verursacher schrecklicher Krankheiten, ein so selbstverständlicher Bestandteil unseres Weltbildes, dass wir uns kaum Gedanken darüber machen, wie anders es in dieser Hinsicht vor rund 130 Jahren in der westlichen Hemisphäre bestellt war. Seuchen wurden als Gottesgeißel bezeichnet, doch war die Öffentlichkeit Mitte des 19. Jahrhunderts noch nicht bereit zu akzeptieren, dass unsichtbare Kleinstlebewesen in der Lage sein sollten, Rinder und Schafe zu töten oder ganze Landstriche zu entvölkern.
    Dieses interessante Buch hat mir wieder in Erinnerung gerufen, welche großartigen Entdeckungen die Menschheit sowohl Louis Pasteur als auch Robert Koch zu verdanken hat. Zwei gleichermaßen beeindruckende Persönlichkeiten treten dem Leser hier entgegen, und es liegt wohl weniger an meinem Nationalgefühl als an der thematischen Aufbereitung durch die beiden französischen Autoren, dass meine ganze Sympathie dem unbedeutenden, jungen Landarzt aus Wollstein gehörte. Robert Koch begann mit seinen Forschungen unter primitivsten Bedingungen und arbeitete völlig autark. Er hatte keine Anbindung an die wissenschaftliche Welt, keine Lehrer, keinen Zugang zu Bibliotheken oder anderen Publikationen seines Fachgebietes, und doch sollte es ihm gelingen, den Erreger des Milzbrandes dingfest zu machen.
    Zudem befasste er sich mit der noch in den Kinderschuhen steckenden Fotografie und versuchte sie für seine Arbeit zu nutzen. In Zeiten der ununterbrochenen Bilddokumentation vermag man kaum nachzuvollziehen, wie enorm wichtig optimale Lichtverhältnisse für den strebsamen Jungarzt waren. Um bei den langen Belichtungszeiten überhaupt ein brauchbares Bild zustande zu bringen, musste das Wetter genau beobachtet werden, eine Aufgabe, die Robert Koch seiner Frau Emmy übertrug und sie liebevoll als seine „Wolkenschieberin“ bezeichnete. Trotz seines anstrengenden Berufes nahm sich der fürsorgliche Familienvater nicht nur Zeit für seine heißgeliebte Tochter Gertrud, sondern hatte auch noch viele andere Interessen, so etwa die Archäologie.
    Im weiteren Verlaufe seines spannenden Forscherlebens sollte er auch noch dem Erreger der Cholera und der Tuberkulose auf die Schliche kommen, womit sein Weltruhm endgültig begründet war.
    Die Biografie Louis Pasteurs hingegen, der sich große Verdienste durch seine Arbeiten über den Gärungsvorgang und die Entwicklung von Impfstoffen erwarb, ist im Gegensatz zu der seines über 20 Jahre jüngeren Kontrahenten meiner Meinung nach etwas zu dürftig ausgefallen. Der Patriot, der seit dem Krieg von 1870/71 alles Deutsche hasst, tritt dem Leser bereits als honoriger Wissenschaftler gegenüber, bleibt in seinem gesamten Erscheinungsbild sowohl als Forscher als auch als Privatperson für meinen Geschmack allerdings etwas zu blass und farblos. Möglicherweise wollten die beiden Franzosen ihren in der Heimat ohnehin bekannten Landsmann nicht zu sehr in den Mittelpunkt rücken, sondern diese Ehre dem Deutschen Robert Koch zuteil werden lassen.
    Insgesamt gesehen haben Maxime Schwartz und Annick Perrot durch die Gegenüberstellung der beiden genialen Wissenschaftler eine hervorragende Arbeit vorgelegt, die einerseits ihre großen Leistungen gebührend würdigt, sie dem Leser aber auch als starke Persönlichkeiten mit einem ausgeprägten Ego nahebringt.
    Gut gefallen hat mir außerdem, dass auch auf die Leistungen der Schüler Pasteurs und Kochs nicht vergessen wird. Immerhin ist es ihnen zu verdanken, dass die Diphterie, der Schrecken vieler Eltern, die hilflos mitansehen hatten müssen, wie ihre Kinder qualvoll erstickten, fast vollständig ausgerottet werden konnte. Und auch der Schwarze Tod musste das Geheimnis seiner Entstehung vor deren Forscherdrang preisgeben.
    Für interessierte Laien ist das Buch sehr leicht und flüssig zu lesen, weil die Autoren spannend und unterhaltsam zu erzählen verstehen, ohne ihr Publikum mit allzu großem fachspezifischem Wissen zu ermüden. Manche Sätze fand ich stilistisch zwar zu wenig ausgefeilt, doch entsprechen sie wohl dem analytischen Denken naturwissenschaftlicher Publizisten.
    Begeistert von diesem faszinierenden Thema, habe ich das 258 Seiten umfassende eBook in wenigen Tagen ausgelesen und kann es nur wärmstens weiterempfehlen.
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Ausgaben von Robert Koch und Louis Pasteur: Duell zweier Giganten

Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 240

E-Book

Seitenzahl: 253

Besitzer des Buches 3

Update: