Glücksmädchen

Buch von Mikaela Bley

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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Glücksmädchen

Ellen Tamm ist besessen vom Tod, seit ihre Zwillingsschwester vor acht Jahren starb. Sogar während ihrer Arbeit verfolgt sie der Verlust: Sie ist Kriminalreporterin bei einem Stockholmer Fernsehsender und sucht sich mit Absicht die schlimmsten Fälle aus. Als könne sie damit den Tod überwinden und die Trauer aus ihrem eigenen Leben verdrängen. Dann verschwindet an einem kalten, verregneten Tag die achtjährige Lycke spurlos. Ellen soll über den Fall berichten. Aber mit einem Mal funktionieren ihre Abwehrmechanismen nicht mehr. Es ist, als hätte sie ihre Zwillingsschwester erneut verloren. Panisch sucht sie nach Lycke. Kann sie das Mädchen retten und endlich Frieden finden?
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Serieninfos zu Glücksmädchen

Glücksmädchen ist der 1. Band der Ellen Tamm Reihe. Sie umfasst 3 Teile und startete im Jahr 2015. Der letzte bzw. neueste Teil der Serie stammt aus dem Jahr 2017.

Bewertungen

Glücksmädchen wurde insgesamt 9 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 3,4 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Glücksmädchen

    Inhalt:
    Lycke verschwindet spurlos. Zunächst wird vermutet das die Achtjährige eine Ausreißerin ist doch dann ist ziemlich schnell klar das sie entführt wurde. Ellen Tamm berichtet für das Fernsehen von dem Fall. Sie fühlt sich an ihre Zwillingsschwester erinnert die mit acht Jahren starb. Nun versucht sie Lycke und damit ihren eigenen Frieden zu finden.
    Meine Meinung:
    Der Klappentext klang gut und auch das Cover versprach mir Spannung. Doch so richtig gehalten wurde dies nicht.
    Es beginnt mit einem Prolog, der für mich vollkommen zusammenhanglos war. Das ändert sich später in der Geschichte, doch zunächst war er recht nichtssagend.
    Weiter ging es mit Ellen als Hauptfigur, dem Verschwinden von Lycke und auch mit Ausschnitten aus dem Leben der anderen, der Personen die in Lyckes Leben eine Rolle spielen und gespielt haben.
    Der Schreibstil ist leicht und angenehm zu lesen, doch empfand ich die Geschichte selber als recht zäh und teilweise langatmig. Spannung flackerte immer mal wieder auf, hielt sich aber nicht wirklich lang. Ich empfand den Fall vorhersehbar und so konnte, selbst das Ende keine Spannung hervorrufen.
    Stellenweise hatte ich das Gefühl den Faden zu verlieren, weil Dinge eingestreut wurden, die so gar nicht zum Geschehen passten.
    Doch war das Buch nicht nur schlecht. Es gab gute Ansätze die mich fesselten. Die Vergangenheit und der Zusammenhang zum Fall von Lycke sorgte dafür das ich immer weiter lesen wollte.
    Personen gab es einige und nicht alle konnte ich immer genau auseinander halten. Da waren Kollegen von Ellen die ihr mal Näher und mal nicht so nah standen. Ihre Mutter und auch Personen die mit Lycke zu tun hatten.
    Ellen ist Journalistin und die Figur aus deren Sicht man alles mitbekommt was an Ermittlungen läuft. Sie hat sehr mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen. Das Äußert sich in ihrer Verbissenheit hier Lycke zu finden, aber auch in Ticks die immer mal auftreten.
    Helena ist Lyckes Mutter, alleinerziehend und berufstätig. Nicht alles läuft rund in ihrem Leben und man hat das Gefühl das sie gar keinen richtigen Bezug zu ihrer Tochter hat.
    Harald ist Lyckes Vater und besitzt ein Hotel. Er ist das zweite Mal verheiratet und hat einen kleinen Sohn. Auch hier scheint die Arbeit im Vordergrund zu stehen.
    Chloe ist die zweite Frau von Harald. Sie war die Person die ich am wenigsten leiden konnte. Eine Egomanin für die nur wichtig ist das es ihr und ihrem Sohn gut geht. Selbst in Situationen in denen jeder sich zurückgenommen hätte musste sie sich in den Mittelpunkt spielen.
    Mona ist die Nanny von Lycke und die sympathischste der Figuren. Sie kennt Lycke wohl am Besten und ist immer für sie da.
    Insgesamt finde ich dass der Roman den Stempel Psychothriller nicht verdient hat. Eher war es ein Drama das ich da zu lesen bekam. Wirklichen Thrill empfand ich nicht.
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  • Rezension zu Glücksmädchen

    Zunächst gibt es einen geheimnisvollen Prolog, aber dann ist man mit dem ersten Kapitel auch gleich in den Geschehnissen drin. Ellens nächster Fall als Kriminalreporterin ist der des verschwundenen achtjährigen Mädchens Lycke. Dieser Fall wühlt sie persönlich besonders auf, da vor acht Jahren auch ihre Zwillingsschwester spurlos verschwand. Statt sich auf die reine Berichterstattung zu konzentrieren, versucht sie teilweise selber die Suche bzw. die Ermittlungen voran zu bringen.
    Die Polizei kann keine Fortschritte aufweisen und ist wenig hilfreich. Ellen hat selber so einige Ansätze, verdächtigt zum Teil auch die Familienangehörigen und versucht im direkten Kontakt zu ihnen mehr zu erfahren.
    Die Geschichte wird aus den vier Perspektiven von Ellen, der Mutter Helena, der Stiefmutter Chloé und dem Kindermädchens Mona erzählt. Die Kapitel sind mit dem jeweiligen Vornamen und der Uhrzeit überschrieben, so kann man sich gut orientieren.
    Man kann sehr gut nachvollziehen, wie aufreibend und verwirrend das alles für Ellen sein muss, aber sie hat sich an dem Fall festgebissen. Die Geschichte wird recht nüchtern, ernst aber trotzdem temporeich und fesselnd erzählt.
    Erst ganz kurz vor Ende des Buches kommt Ellen mehr oder weniger zufällig auf den wahren Täter im Fall um das Mädchen Lycke. Auch zum damaligen Tod ihrer Zwillingsschwester kommt es zu einer entscheidenden Aussprache und auch die schwierigen Verhältnisse zu ihrem Chef Redakteur werden klarer. Am Ende ist nicht ganz klar, wie in der Konstellation daraus eine Serie entwickelt werden soll. Auch wenn die Autorin Mikaela Bley mit Ellen eine durchaus sympathische und nachvollziehbare Figur entwickelt hat.
    Die Klärung des Falles Lycke steht im Buch „Glücksmädchen“ nicht im Vordergrund. Es ist eher eine dramatische Familiengeschichte als ein Psychothriller, aber trotzdem intensiv und spannend.
    Das Buch bietet ernüchternd trübe Blicke auf menschliches Zusammenleben.
    4,5 von 5 Punkten
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  • Rezension zu Glücksmädchen

    Als die achtjährige Lycke spurlos verschwindet, berichtet die Fernsehreporterin Ellen über die Suche. Für Ellen ist das kein einfacher Auftrag, ist doch ihre Zwillingsschwester in diesem Alter ebenfalls verschwunden…
    Die Geschichte wird abwechslungsweise aus der Perspektive vier verschiedener Frauen erzählt: Ellen, die Journalistin, die das verschwundene Mädchen zu finden versucht, Helen, die Mutter der Kleinen, Chloé, die Stiefmutter, und Mona, das Kindermädchen. Die einzelnen Kapitel werden mit Uhrzeit und Protagonistin überschrieben, sodass jederzeit klar ist, aus welcher Sicht erzählt wird. Der Fokus liegt dabei klar auf Ellen, sie begleitet der Leser am Häufigsten. Neben der Suche nach Lycke (und dem Täter) spielt auch Ellens Privatleben und vor allem ihre Vergangenheit eine grosse Rolle. Ich fand den Fokus auf Ellen teilweise sogar etwas zu stark, da die Suche nach der verschwundenen Lycke stellenweise gar stark in den Hintergrund geschoben wurde.
    Ellen selbst war mir nur bedingt sympathisch. Sie schien sich vor allem in Selbstmitleid zu baden und sich in ihren Problemen richtiggehen zu suhlen, anstatt sie anzupacken. Natürlich ist das einfacher gesagt als getan, aber hier geht es ja schliesslich um eine fiktive Figur, von der darf man schon mal etwas Initiative erwarten…
    Die Handlung ist ziemlich geradelinig gehalten, durchaus spannend, jedoch ohne atemberaubenden Thrill. Ich würde das Buch eher als Drama einordnen, und weniger als Thriller. Auch hatte ich den Eindruck, dass die Autorin etwas gar viel in ihr Buch pressen wollte, sodass vor lauter Themen (Scheidungskinder, Liebe am Arbeitsplatz, Mobbing, Vergangenheitsbewältigung, lieblose Eltern etc.) die eigentliche Handlung kaum mehr Platz fand. Dies und der ständige Wechsel zwischen dem Fall und Ellens Privatleben haben das Spannungslevel leider immer wieder absinken lassen.
    Der Schreibstil der Autorin Mikaela Bley lässt sich flüssig lesen, sodass ich die gut 300 Seiten schnell verschlungen hatte.
    Mein Fazit
    Gute Idee, aber zu vollgestopft – darunter leidet die Spannung
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  • Rezension zu Glücksmädchen

    Die achtjährige Lycke ist verschwunden, am helllichten Tag. Ellen, Reporterin eines TV-Senders, soll recherchieren und darüber berichten, was sie schwer belastet. Denn ihre Zwillingsschwester verschwand ebenfalls mit acht Jahren und Ellen versucht seit damals, damit klar zu kommen. Vergebens...
    Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von vier Frauen, was vermutlich unter anderem die Zahl der Verdächtigen vergrößern soll. Da gibt es beispielsweise Helena, Lyckes Mutter, die sich viel zu wenig um ihre Tochter kümmert. Chloé, die zweite Frau von Lyckes Vater, die dem kleinen Mädchen nur Eifersucht und Ablehnung entgegenbringt. Und Mona das Kindermädchen, wohl die einzige, die Lycke wirklich liebt. Die Suche nach dem Kind mag zwar das Hauptthema sein, doch der Autorin scheint es auch am Herzen zu liegen, insbesondere die Schwierigkeiten aufzuzeigen, die sich für Kinder nach einer Scheidung der Eltern ergeben: die wenige Zeit der Alleinerziehenden durch die Mehrbelastung, Probleme mit neuen PartnerInnen eines Elternteils. Auch Mobbing in der Schule wird angerissen und die Ignoranz der dortigen Verantwortlichen. Selbst die Lösung des Falles wird zu einer Anklage gegen diejenigen, die ihre Kinder vernachlässigen.
    Nun mag dies Alles durchaus löblich sein, doch ein Krimi ist ein Krimi ist ein Krimi, in dem der Fall im Mittelpunkt stehen sollte. Da zudem die privaten Verhältnisse von Ellen, der Reporterin, mindestens ebensoviel Raum einnehmen wie die Suche nach Lycke, wirkte letzteres auf mich fast nur noch wie ein Thema unter vielen. Dazu kommt eine Fast-Liebesgeschichte, Ellens Verwicklung in den Fall und zuguterletzt auch noch ein Teil-Happyend, was auf mich wenig überzeugend wirkte (nach sooo vielen Jahren? Und vorher war kein Gespräch möglich?) - alles ein bisschen viel für nur ein Buch.
    Doch aller Anfang ist bekanntlich schwer Und da die Autorin durchaus weiß, wie man eine Geschichte spannend erzählt, wird vielleicht ihr zweites Werk etwas weniger verzettelt sein.
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  • Rezension zu Glücksmädchen

    "Glücksmädchen" ist der erste Teil der Reihe um Ellen Tamm, eine schwedische Journalistin, die sich sowohl privat als auch beruflich mit dem Tod beschäftigt. Diese Fixierung ist auf den frühen Tod ihrer Zwillingsschwester zurückzuführen, den sie nie überwunden hat. Als nun ein Fall auf ihrem Tisch landet, bei dem es um ein verschwundenes kleines Mädchen geht, beschließt sie zu handeln und versucht alles, um die verschwundene Lycke zu finden...
    Für einen ersten Fall ist diese Geschichte gut geeignet; da die Protagonistin emotional involviert ist und ein großes Interesse daran hat, das Verschwinden des Kindes aufzuklären, bekommen die Ermittlungen noch mehr Dringlichkeit, aber auch Ellen selbst wird vorgestellt und der Leser erfährt einiges darüber, wie sie ist und was sie belastet. Durch ihren eigenen furchtbaren Verlust, der beinahe allgegenwärtig ist, kann sie Mitgefühl aufbringen und wirkt menschlicher als die Kollegen, für die es nur eine Schlagzeile ist, aber zugleich geht sie die Ermittlungsarbeit ganz anders an, als es ein unbeteiligter Journalist tun würde, und treibt sich an die Grenzen, wobei sie auch irrational handelt. Kurz: man lernt Ellen so kennen, wie sie wirklich ist. Ich muss sagen, dass sie mir sehr sympathisch war, auch wenn ich ihr Vorgehen nicht immer gut fand und an ihrer Stelle vorsichtiger vorgegangen wäre.
    Der Fall selbst war, aufgrund der Thematik, sehr beklemmend, stellenweise emotional und auch spannend; ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und hatte es auch schnell beendet. Da es um ein verschwundenes Kind geht, hofft man die ganze Zeit, dass es unversehrt wieder auftauchen wird und man fragt sich, wieso es verschwunden ist. Wurde es entführt und wenn ja, mit welchem Motiv? Wer steckt dahinter - war es ein Zufallsopfer, ein Racheakt gegen die Eltern oder gar ein familiärer Hintergrund? Im Laufe der Geschichte werden verschiedene Theorien aufgestellt, von denen einige sehr schrecklich sind, aber die eigentliche Auflösung stellt alles auf den Kopf; ich war sehr überrascht, muss jedoch sagen, dass das Ende - auch wenn es mir nicht zwingend gefällt - stimmig und zur Geschichte passend ist.
    Fazit:
    "Glücksmädchen" ist ein guter Krimi, den ich empfehlen kann. Der Fall ist aufwühlend und beklemmend, die Ermittlungsarbeit gut und realistisch dargestellt und die Protagonistin ist sympathisch und, aufgrund ihrer Vergangenheit und den Auswirkungen, die diese nach wie vor hat, interessant. Ich bin gespannt auf den zweiten Band.
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    Herzlichen Dank an den Ullstein Verlag, Vorablesen und Jellybooks.de, die das Buch im Rahmen einer Testleseraktion zur Verfügung gestellt haben.
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  • Rezension zu Glücksmädchen

    Interessant, aber nicht ganz stimmig.
    "Glücksmädchen" ist für mich eher ein (Familien-)Drama als ein Thriller.
    Zwar enthält das Buch durchaus brauchbare Zutaten für einen Thriller (das entführte Kind, die Drohungen gegen die Protagonistin und so weiter), aber wenn ich darüber nachdenke, was ich beim Lesen gedacht und empfunden habe, denke ich nicht an nervenzerfetzende Spannung oder intelligent konstruierte falsche Fährten. Ich denke daran, wie Seite um Seite das Bild eines traurigen, vereinsamten Kindes entsteht, das immer beiseite geschoben wurde und niemals ganz oben auf der Prioritätenliste seiner Eltern stand. Die Mutter ist kalt, der Vater beschäftigt mit seiner neuen Familie, die Schwiegermutter könnte aus Grimms Märchen entsprungen sein. In der Schule ist Lycke unsichtbar. Das wahre Drama hat lange vor ihrem Verschwinden begonnen, und dabei bedeutet ihr Name doch "Glück".
    Auch die Protagonistin, Ellen Tamm, trägt ein stilles, bleiernes Unglück mit sich herum. Seit ihrem 8. Lebensjahr, als ihre Zwillingsschwester Elsa starb, ist sie gefangen in einer Dauerschleife der Selbstvorwürfe, der Trauer und das Zorns. Sie ist Kriminalreporterin geworden, weil sie fasziniert ist vom Tod, besessen vom Tod, als könne sie damit den Verlust ihrer zweiten Hälfte erträglicher oder zumindest erklärlicher machen.
    Sie stürzt sich mit wilder Entschlossenheit auf den Fall Lycke und sie will nicht nur eine gute Story - sie will das Mädchen finden. Lebend. Dafür opfert sie ihre Freizeit, organisiert Suchaktionen, macht sich auf der Arbeit unbeliebt und befragt Zeugen. Und damit will sie auch endlich mit ihrer persönlichen Tragödie abschließen können.
    Das alles ist durchaus interessant, es berührt, aber richtige Thriller-Spannung kam für mich einfach nicht auf. Ja, es gibt Drohungen gegen Ellen, ja, es passieren merkwürdige Dinge, aber ich hatte nie das Gefühl einer tatsächlichen Bedrohung. Ellens Drama und Lyckes Drama laufen trotz allem merkwürdig zusammenhangslos nebeneinander her, und ich hatte am Ende nicht den Eindruck, dass sich ein stimmiges Gesamtbild ergibt. Vieles bleibt unerklärt, vieles scheint im Rückblick aufgebauscht, bedeutungslos oder unglaubwürdig.
    Die Charaktere erschienen mir erst stereotyp und daher farblos. Die böse Stiefmutter. Die kalte Mutter. Der untreue Vater. Die depressive Ermittlerin. Der überdrehte, schwule beste Freund.
    Am nächsten kommt der Leser Ellen, und die war mir anfangs nicht sonderlich sympathisch. Allerdings ist sie eine Frau unter enormem Stress, was vieles erklärt und entschuldigt, und im Laufe des Buches ist sie mir dann doch noch ans Herz gewachsen, auch wenn ihr Verhalten mir nicht immer logisch oder realistisch vorkam. Ein paar der anderen Charaktere habe ich zunehmend gehasst, was aber eigentlich ein Verdienst der Autorin ist: man hasst einen Charakter nicht, wenn er nicht etwas in einem hervorruft! Besonders Chloe, die Stiefmutter, hat eine Menge in mir hervorgerufen, ich hätte ihr alle paar Seiten den Hals umdrehen können. Das muss ein Buch auch erstmal schaffen.
    Etwa aber der Hälfte habe ich mich zunehmend mit dem Buch angefreundet, nachdem ich es innerlich aus der Schublade "Thriller" herausgenommen und stattdessen in die Schublade "Drama" gesteckt hatte. Gegen Ende war ich fast vollständig damit versöhnt und in die Geschichte eingetaucht - die Auflösung konnte mich dann aber leider nicht überzeugen. Sie beruht auf etwas, das Ellen nicht eigenständig herausgefunden hat und woran sie auch nur durch eine zufällige Begebenheit im richtigen Moment denkt.
    Überhaupt gibt es meines Erachtens im ganzen Buch nur wenige echte Ermittlungen, die man als Leser auch nachvollziehen kann. Wenn Ellen etwas wissen muss, gibt sie es meist an ihre Kollegin weiter, die anscheinend in kürzester Zeit so ziemlich alles ermitteln kann, ohne dass jemals erklärt wird, wie eine Journalistin ohne polizeiliche Befugnisse das hinbekommt. Oder Ellen fragt ihren Kontaktmann bei der Polizei, womit sie auch wieder aus der eigentlichen Ermittlungstätigkeit raus ist.
    Der Schreibstil ist gut lesbar, blieb mir aber nicht als besonders bemerkenswert in Erinnerung. Die Dialoge haben allerdings zum Teil keinen natürlichen Fluss, und ich hatte öfter das Gefühl, dass der Tonfall der bisherigen Charakterisierung eines Protagonisten zuwiderlief. Auch die Metaphern kamen mir oft nicht ganz stimmig vor:
    "Sie sahen aus wie zwei nasse Hunde, die am liebsten nach Hause wollten, um sich mit einem warmen Kakao aufzuwärmen."
    Fazit:
    "Glücksmädchen" ist für mich weniger ein Thriller als ein Drama.
    Kurz gesagt: Die kleine Lycke verschwindet, und auf einmal interessiert sich das ganze Land für ihr Schicksal. Inmitten des tosenden Mediensturms engagiert sich die Kriminalreporterin Ellen besonders für den Fall, da ihre Zwillingsschwester Elsa vor vielen Jahren verschwand, als sie in Lyckes Alter war. Die Suche wird für Ellen zu einer Aufarbeitung ihrer Trauer und Wut, schnell muss sie jedoch feststellen, dass sich vor Lyckes Verschwinden niemand so richtig um das vernachlässigte Mädchen gekümmert hat.
    Die Geschichte ist durchaus interessant, aber nicht auf die Art und Weise spannend, die man von einem Thriller erwartet. Die Charaktere fand ich eher blass, und in meinen Augen ist die Handlung auch nicht immer logisch, realistisch und in sich stimmig. Vor allem geht die Autorin oft darüber hinweg, wie genau eine bestimmte Information gewonnen wurde, was mich bei einem Thriller doch stark interessieren würde! Die Auflösung konnte mich leider überhaupt nicht überzeugen.
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Ausgaben von Glücksmädchen

Taschenbuch

Seitenzahl: 320

E-Book

Seitenzahl: 320

Besitzer des Buches 21

Update:

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