Der Jahrhunderttraum

Buch von Richard Dübell

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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Der Jahrhunderttraum

Die Menschheit erobert den Himmel Deutschland 1891: Die Geschwister Otto, Amalie und Levin von Briest sehen der Wende zum neuen Jahrhundert entgegen und all ihren Verheißungen. Erste Flugzeuge und Zeppeline begeistern die Massen, und Levin von Briest findet darin seine große Bestimmung. Otto hadert mit seiner adeligen Herkunft, er möchte Detektiv werden. Amalie von Briest ist dagegen noch auf der Suche nach ihrem Schicksal – sie träumt von der großen Liebe und merkt nicht, dass sie sie vielleicht schon längst gefunden hat … Berlin zur Jahrhundertwende: Die große Deutschland-Saga von Bestsellerautor Richard Dübell geht weiter.
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Serieninfos zu Der Jahrhunderttraum

Der Jahrhunderttraum ist der 2. Band der Jahrhundertsturm Reihe. Sie umfasst 4 Teile und startete im Jahr 2015. Der letzte bzw. neueste Teil der Serie stammt aus dem Jahr 2018.

Über Richard Dübell

Richard Dübell wurde 1962 in Landshut geboren. Im Teenageralter begeisterte er sich für die Science-Fiction-Serie "Perry Rhodan" und verfasste eigene fantastische Zukunftsgeschichten. Mehr zu Richard Dübell

Bewertungen

Der Jahrhunderttraum wurde insgesamt 23 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,5 Sternen.

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Meinungen

  • Viel Geschichte rund um den Traum von Fliegen

    jala68

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Der Jahrhunderttraum

    Der Traum vom Fliegen
    Das Cover des zweiten Bandes, ist im gleichen Stil gehalten wie der erste Band. Pastellfarben, das hat dann den Wiedererkennungswert. Passt genau zur Thematik.
    Der zweite Teil der Jahrhundertsaga von Richard Dübell befasst sich mit der großen Veränderung des Luftraumes. Der Traum vom Fliegen ist in den Köpfen der Ingenieure. Wer kennt diese Pioniere der deutschen Luftfahrt nicht? Otto Lilienthal, Graf Zeppelin. Die Geschichte wird in einem Roman eingebunden der das Leben und Sterben der Familie von Briest erzählt.
    Auch das politische Geschehen der Jahrhundertwende keimt schon auf. Die Frauenbewegung des ausgehenden 19.Jahrhunderts zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch.
    Intrigen und Attentate säumen den Wegesrand der Flugpioniere und deren Unterstützer.
    Die Hauptcharaktere der Saga:
    Die Familie von Briest, allen voran Moritz von Briest und dessen Frau Antonie. Moritz von Briest arbeitet in leitender Position bei der Anfangsfirma von Siemens. Antonie setzt sich für die aufkeimenden Frauenrechte ein.
    Die Kinder der von Briests. Otto, Levin und Amalie. Otto soll in die Fußstapfen des Vaters treten und Ingenieur werden, Kevin ist nach einer Begegnung mit Lilienthal der Fliegerei verschrieben. Dann ist hier noch Amalie, die sich auch in der Frauenbewegung engagieren soll. Was aber alles andere als ihr Anliegen ist.
    Aus dem ersten Teil kommt Edgar von Trönicke, ein Freund der Familie. Er wurde auf Gut Briest nach seinen schweren Kriegsverletzungen aufgenommen und wieder gesund gepflegt. Er soll auch das Zugsunglück untersuchen, bei dem seine Freunde Paul und Louise Baermann ums Leben kamen. Die Eltern von Moritz von Briest.
    Trönicke ist Privatdetektiv und hat als Angestellte Hermine Leitner eine resolutes Persönchen, die sich doch zu behaupten weiß.
    Aber wie in jeder Saga gibt es auch Personen die von der Zeile an ein wenig suspekt sind und von Anfang an Unbehagen verursachen. Oscar Glock ist eine davon. Der will mit aller Macht an die Spitze des Ingenieurwesens kommen, egal wie hoch der Preis dafür ist.
    Mein Fazit:
    Ein historischer Roman, der sehr gut und wie ich finde flüssig und nicht langweilig geschrieben ist. Ab und an sind ein paar Passagen, die etwas langatmig sind, da kann der Leser sich etwas erholen und auf die nächsten spannenden Seiten warten. Der Jahrhundert Traum ist nicht nur ein Roman sondern auch eine Geschichte über Spionage und ein Thriller der Jahrhundertwende.
    Es tut zwar nichts zur Sache, den ersten Band nicht gelesen zu haben, aber ich persönlich werde das nachholen, den ich finde das sollte bei einer Saga schon so sein. Auch freue ich mich auf den dritten Teil.
    Ich kann hier eine klare Leseempfehlung aussprechen.
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  • Rezension zu Der Jahrhunderttraum

    Als die Menschen den Himmel erobern wollten...
    "Der Jahrhunderttraum" von Richard Dübell ist ein historischer Roman über den Traum von der Fliegerei. Zwischen 1890 und 1910 wurde geplant und gebastelt, um diesen Traum wahr zu machen. Doch als erste Versuche von Erfolg gekrönt waren, kamen auch die ersten Ideen auf, diese tolle neue Erfindung militärisch zu nutzen.
    Der Roman ist eigentlich der zweite Teil der "Jahrhundertsturm"-Saga, kann aber auch ohne dieses Vorwissen sehr gut gelesen werden. Wie schon in Band eins wird die Entwicklung der Familie Briest beschrieben, welche Träume und Nöte sie haben und in welche Gefahren sie sich begeben. Spannend und äußerst informativ hat der Autor mich in die damalige Zeit versetzt. Viele Themen der damaligen Zeit hat er in seinem Werk verarbeitet, wie z. B. den beginnenden Hass gegen Juden, die Verbreitung von Detektivbüros oder einfach große Namen wie Siemens und Zeppelin. All das findet man in diesem Buch, das aber trotzdem nie unübersichtlich wird, sondern immer eine klare Geschichte verfolgt.
    Wenn ich den ersten Band nicht gelesen hätte, dann hätte "Der Jahrhunderttraum" vermutlich auch 5 Sterne von mir bekommen, denn die Geschichte ist wirklich sehr gut geschrieben und lässt sich super lesen. Aus irgendeinem Grund sind mir die Hauptfiguren aber diesmal nicht so ans Herz gewachsen wie Paul und Luise. Ich habe mit Levin & Co einfach nicht so sehr mitgelitten, deshalb ziehe ich einen Stern ab.
    Trotzdem bleibt das Buch ein toller historischer Roman mit großartigem Setting in Berlin, inkl. Berliner Schnauze! Ich würde mich sehr über einen dritten Teil freuen, vielleicht wieder mit Hermine und Otto im Gepäck, und diesmal mit dem Traum von großen Ozeandampfern wie der Titanic. Ich bin gespannt, wie und ob es weitergeht!
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  • Rezension zu Der Jahrhunderttraum

    Die Romanhandlung setzt im Jahr 1891 ein und endet mit einem Epilog im Jahr 1909. Zwanzig Jahre sind vergangen, seit der Leser die Familie von Briest im ersten Teil der Jahrhundertsturm-Trilogie verlassen. Obwohl für die den Vorgängerroman nicht kennenden Leser die wichtigsten Zusammenhänge erklärt werden, ist es für das Verständnis und die umfassende Lesefreude vorteilhaft, diesen zuerst zu lesen. Hauptfiguren in „Jahrhunderttraum“ sind die Enkel Alvin von Briests. So wie einst Alvin für die Eisenbahn brannte, sind seine Enkel von der sich gerade entwickelnden Luftfahrt begeistert. Doch der Traum vom Fliegen bleibt lange eben nur ein Traum. Neben anderen Entwicklungen werden Lilienthals erste Flugversuche und Projekte Graf Zeppelins werden ebenso spannend wie interessant beschrieben. Dabei wird der Leser nicht mit technischen Details bombardiert, alles wird zwar hinreichend erklärt, gewinnt jedoch nie die Oberhand im Romangeschehen, sondern ist immer nur Beiwerk.
    Aber nicht nur die technischen Entwicklungen der Zeit werden thematisiert. Ein wichtiger Bestandteil ist auch die gesellschaftliche Analyse der ausgehenden Bismarckzeit. Der Antisemitismus greift zunehmend um sich, angefeuert durch geschickte Propaganda und gestreute Tatsachenverfälschungen. Schuldzuweisungen sorgen für eine angeheizte Stimmung. Das Verknüpfen von historischem Geschehen, technischem Fortschritt, Reflexion der gesellschaftlichen Entwicklung und fiktiver Romanhandlung ist Richard Dübell auch in diesem Roman ausgesprochen gut gelungen. Er hat meisterlich erzählt und in dem über 700 Seiten umfassenden Roman keine Längen aufkommen lassen. So baute sich vor meinem inneren Auge ein umfassendes authentisches Zeitbild auf.
    Aber auch Liebesgeschichten würzen die Romanhandlung. Am hervorstechendsten ist dabei wohl die Beziehung zwischen Amalie von Briest und Emma von Schley. So, wie ich die gesellschaftliche Akzeptanz der Ménage-à-trois im ersten Teil der Trilogie anzweifelte, fällt es mir schwer zu glauben, dass diese Liebe, die ja nicht wirklich geheim gehalten wurde, nicht mehr Anfeindungen ausgesetzt war. Nichts desto trotz bietet sie das Fundament, für die Thematisierung der aufstrebenden Frauenbewegung in Deutschland.
    Die Personen wurden sehr treffend und glaubwürdig charakterisiert. Ihr Tun und Denken war einleuchtend und nachvollziehbar.
    „Der Jahrhunderttraum“ ist ein sehr interessanter und ebenso unterhaltsamer Roman, gut durchdacht und intelligent aufgebaut, dazu ist er nicht nur leicht zu lesen, sondern auch noch sehr lesenswert. Wer wie ich die Verbindung von erzählter und erdachter Geschichte und einem faktischen historischen Rahmen sehr mag, wird bei diesem sehr gut aufgehoben sein.
    Nun warte ich gespannt auf den letzten Teil dieser Trilogie und fiebere schon der neuen Thematik entgegen. Was könnte es sein? Die Entwicklung der Raumfahrt um Wernher von Braun, der Beginn der Computertechnik um Conrad von Zuse? Nun ja, ich werde mich überraschen lassen müssen.
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  • Rezension zu Der Jahrhunderttraum

    Der Traum vom Fliegen….
    Paul und Louise Baermann waren auf dem Rückweg. Noch in der Schweiz stellte Paul fest, dass die beiden Lokomotiven zu schnell fuhren, er kannte sich da aus und beschloss zu den Zugführern zu gehen… Leider kam der erst Zugführer erst zu spät dahinter, dass Paul recht hatte….
    Bei der Testamentseröffnung auf Gut Briest war auch Edgar Trönicke eingeladen. Und er erfuhr, dass er eigentlich einen Brief von Paul erhalten haben müsste…..
    Moritz von Briest bat Trönicke, den Tod seiner Eltern aufzuklären. Er wollte wissen, ob wirklich nur ein Unglück hinter der Tragödie steckte….
    Otto von Briest wusste noch nicht sicher, ob er Ingenieur oder lieber Detektiv werden wollte. Doch nachdem er bei einer Schießerei gerade mal mit dem Leben davongekommen war, nahm Trönicke ihn nicht mehr mit… Und Otto beschloss, mit seinem Vater nach Amerika zu gehen, wo dieser für seinen Arbeitgeber einen Standort leiten sollte….
    Otto hatte sich zuvor in Trönickes Sekretärin verliebt und diese sich in ihn, doch als ihr Bruder bei einem Unglück schwer verletzt wurde, mochte sie ihn nicht allein lassen…..
    Antonie von Briest, Moritz‘ Ehefrau, setzte sich für die Rechte der Frauen ein. Und Levin, der zweite Sohn, träumte vom Fliegen. Er wurde Gehilfe eines Luftfahrtpioniers….
    In Emma von Schley fand Amalie von Briest, Moritz‘ Tochter‘ eine sehr gute Freundin. Doch dann wurden die beiden wieder getrennt…
    Und dann gab es da noch eine Gruppe von Rebellen, die ein neues Deutschland schaffen wollten…
    Was tat Paul bei den Zugführern? Warum hatte er nicht auf Paul gehört? Ihm nicht geglaubt? Inwiefern hatte Paul recht? Was war das für ein Brief, den Paul erhalten haben sollte? Steckte hinter dem Zugunglück mehr? Hatte Otto den Detektiv-Traum nach dieser Schießerei an den Nagel gehängt? Warum ging er mit seinem Vater nach Amerika? Warum ließ er sich von Hermine abhängen? Sie hätte sich doch trotzdem um ihren Bruder kümmern können? Wessen Gehilfe wurde Levin zunächst? Was war mit Emma und Amalie? Warum wurden die beiden wieder getrennt? Was waren das für Rebellen, die für Unglücke immer eine bestimmte Menschgruppe verantwortlich machten? Inwiefern sollte es da ein neues Deutschland geben? Alle diese Fragen – und noch viel mehr – beantwortet dieses Buch.
    Meine Meinung
    Das Buch ließ sich leicht und flüssig lesen. Es hat einen unkomplizierten Sprachstil, was heißt, dass ich mir nicht bei jedem Wort oder Satz überlegen musste, was der Autor gerade meint. In der Geschichte war ich schnell drinnen und konnte mich auch in die Protagonisten sehr gut hineinversetzen. Antonie von Briest habe ich bewundert. Ebenso wie Levin, der ein weiterer Luftfahrtpionier werden wollte. Für meinen Geschmack hatte Otto seine Hermine zu schnell aufgegeben. Die Rebellen erinnerten mich an eine gewisse Gruppierung vor dem 2. Weltkrieg. Es war in dem Buch von Anfang an Spannung vorhanden, auch wenn sie ab und zu nachließ. Doch es war sehr interessant zu lesen, was die einzelnen Mitglieder der Familie von Briest alles erlebten. Was sie taten, beruflich und privat. Es hat mir sehr gut gefallen, auch wenn es sich hie und da mal ein bisschen gezogen hat.
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  • Rezension zu Der Jahrhunderttraum

    Klappentext:
    Deutschland 1891: Die Geschwister Otto, Amalie und Levin von Briest sehen der Wende zum neuen Jahrhundert entgegen und all ihren Verheißungen. Erste Flugzeuge und Zeppeline begeistern die Massen, und Levin von Briest findet darin seine große Bestimmung. Otto hadert mit seiner adeligen Herkunft, er möchte Detektiv werden. Amalie von Briest ist dagegen noch auf der Suche nach ihrem Schicksal – sie träumt von der großen Liebe und merkt nicht, dass sie sie vielleicht schon längst gefunden hat …
    Autor:
    Richard Dübell ist als Autor historischer Romane bekannt. Nach dem Erfolg seiner ersten Bücher beim Nymphenburger Verlag/Langen-Müller-Herbig wechselte Dübell zum Verlagshaus Lübbe, das seine Hardcover-Bände im Haus Ehrenwirth und seine Taschenbücher bei Bastei-Lübbe publiziert. Neben seinen schriftstellerischen Aktivitäten leitet er eine Schreibwerkstatt, die er sowohl in Abendkursen als auch als Wochenendseminare und Urlaubsreisen anbietet, und arbeitet als Cartoonist und Grafiker.
    Allgemeines:
    Erscheinungsdatum: 13. Januar 2017
    Verlag: Ullstein Taschenbuch
    Seitenanzahl: 736
    Reihenfolge:
    Der Jahrhundertsturm (Band 1)
    Der Jahrhunderttraum (Band 2)
    Eigene Meinung:
    Nach „Der Jahrhundertsturm“ geht Richard Dübell also nun mit „Der Jahrhunderttraum“ und der Familie von Briest in die zweite Runde.
    Während im ersten Band die Geschehnisse um die Erfindung der Eisenbahn im Mittelpunkt standen, hat sich Dübell hier nun den Traum vom Fliegen ausgesucht. Der Titel ist daher durchaus passend, geht es doch um die Entwicklung von Gleitapparaten, Flugzeugen und Luftschiffen.
    Der Autor entführt uns dabei auf jeder Seite in das alte Deutschland und nimmt uns mit seinen Protagonisten an die Hand, um diese Zeit und die Widrigkeiten, denen dort zu trotzen war, zu erleben.
    Die Geschichte beginnt mit einem Eisenbahnunglück in der Schweiz, bei dem Paul und Louise von Briest, denen wir im ersten Band durch die Geschichte folgen durften, ums Leben kommen. Doch haben diese einen Brief hinterlassen, den der Privatdetektiv Edgar Trönicke leider nie bekommen hat. Paul und er haben Untersuchungen angestellt, zu Unglücken, die mit Absicht herbeigeführt wurden, um die Versicherung zu betrügen. Anscheinend hatte Paul etwas herausgefunden. Doch war auch der Zugunfall solch ein Betrug?
    Natürlich will Moritz von Briest den Tod der Eltern aufgeklärt haben und beauftragt Edgar weiter zu forschen und schon entspinnt sich ein Faden, der die Kinder der von Briests auf eine harte Probe stellen wird.
    Richard Dübell schafft es, dass jeder der Protagonisten stimmig und authentisch wirkt. Jeder von ihnen hat auch eine Leidenschaft, eine Sache für die er kämpfen wird und die auch seinen Charakter so greifbar macht. Levin zum Beispiel entdeckt seine Leidenschaft zum Fliegen und durch ihn treffen wir geschichtliche Personen wie Otto Lilienthal und Ferdinand Zeppelin. Doch auch die anderen Figuren lassen uns teilhaben und vermitteln uns Wissen über die damalige Frauenbewegung oder die technischen Hintergründe eines Luftschiffes.
    Diese sind keinesfalls sachlich oder nüchtern dargestellt, sondern sehr unterhaltsam in die Geschichte eingebaut und fügen sich in den flüssigen und leichten Schreibstil des Autors ein, so dass die etwas über 700 Seiten nur so dahinfliegen.
    Fazit: Richard Dübell ist mit „Der Jahrhunderttraum“ ein mehr als würdiger Nachfolger gelungen und ich kann nur hoffen, dass wir bald mit einer weiteren Episode aus dem Leben der Familie von Briest rechnen dürfen!
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  • Rezension zu Der Jahrhunderttraum

    In diesem zweiten Band stehen die Enkelkinder von Alvin von Briest, Louise von Briest und Paul Baermann (Protagonisten aus Band 1 "Der Jahrhundertsturm") im Mittelpunkt. Da ist zum einem Otto, Ältester der Briest-Kinder, ein mittelmäßiger Student der Ingenieurwissenschaften, der lieber Privatdetektiv statt Ingenieur wäre. In Edgar Trönicke, Familienfreund und Privatdetektiv, findet er ein Vorbild. Ottos jüngerer Bruder Levin träumt, seit seinem Treffen mit Lilienthal (ein deutscher Luftfahrtpionier), von nichts anderem als vom Fliegen. Ihre Schwester Amalie, eine eher stille und ernste junge Frau, die nicht so recht weiß, was sie im Leben möchte bis sie Emma von Schley begegnet. Emma, die einen überfürsorglichen Vater hat, träumt davon, die erste Frau zu sein, die mit einem Fallschirm springt. Amalie macht sich zur Aufgabe ihrer Freundin diesen Traum zu erfüllen. Man begleitet diese drei jungen Menschen auf ihren Weg (1891-1909) und erlebt mit ihnen u.a. den technischen Fortschritt in der Luftfahrt.
    Auch im „Der Jahrhunderttraum“ verbindet der Autor gekonnt das Leben seiner Protagonisten mit historischen Personen und Ereignissen. Seine fiktiven Charaktere treffen historische Persönlichkeiten wie Ferdinand Zeppelin, Georg Wilhelm Siemens oder Otto Lilienthal, ohne dass es zu konstruiert oder unglaubwürdig wirkt.
    Die Luftfahrt und ihre Fortschritte nehmen den größten Teil im Buch ein und man muss mit vielen technischen Details über verschiedene Fluggeräte rechnen. An einigen Stellen war es mir fast ein wenig zu viel. Das liegt aber daran, dass mir das technische Verständnis einfach fehlt und ich mir das Ganze ohne Bilder nicht richtig vorstellen kann.
    Auch die Frauenbewegung, die sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts formiert, wird thematisiert, wenn auch nicht so ausführlich wie die Entwicklungen in der Luftfahrt. Ein Zitat verdeutlicht wie wichtig diese Bewegung damals war und nicht nur bezüglich des besseren Zugangs zu Bildung, sondern auch der allgemeinen Stellung der Frau: „Wer sich als Frau in der Nacht auf der Straße blicken ließ, galt per se als Hure. Eine Frau, die mit hocherhobenen Kopf...um sich blickend dahinschritt, statt gesenkten Kopfs geradeaus zu gehen, machte sich auch am helllichten Tag verdächtig. Ging eine Frau zu schnell, hatte sie ein schlechtes Gewissen. Ging sie zu langsam, lud sie damit indirekt Männer ein, sich ihr zu nähern.“(S.223)
    Der Autor schreibt sehr detailliert und ausführlich. Er baut viele Kleinigkeiten ein und lässt den Leser so an den verschiedenen Neuerungen der damaligen Zeit teilhaben. Er erwähnt zum Beispiel die erste in Serie produzierte Schreibmaschine (Schreibkugel), weiterentwickelte Fotoapparate, neue Sportarten (Fahrradfahren und Skifahren), erste kinomäßige Vorführungen etc. Langatmig ist die Geschichte dadurch trotzdem nicht. Diese Liebe zum Detail ist eher ein Vorteil, denn so bekommt man ein sehr umfassendes Bild. Seine Ausführungen sind zudem unglaublich lebendig. Man fühlt sich mitten im Geschehen und die über 700 Seiten sind schnell gelesen. Seine Charaktere sind auch gelungenen. Sie sind zwar keine hochkomplexen und einzigartigen Persönlichkeiten, die einem für immer im Gedächtnis bleiben werden, aber sie sind glaubwürdig und menschlich. Der Schluss ist spannend, erinnert aber ein wenig an einen Actionfilm, d.h. an einigen Stellen fand ich das Geschehen etwas übertrieben. Aber das ist wiederum Geschmacksache.
    „Der Jahrhunderttraum“ ist eine wirklich gelungene Fortsetzung und ein wunderbarer historischer Roman und bekommt von mir 4,5 Sterne.
    Ich bin gespannt, in welchem Zeitraum Dübell den dritten Band ansiedeln wird...ob er den ersten WK überspringt und in den 1920er weitermacht?! Aber egal, wie er es machen wird, ich freue mich darauf!
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Ausgaben von Der Jahrhunderttraum

Taschenbuch

Seitenzahl: 736

E-Book

Seitenzahl: 737

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