The Dolocher

Buch von Caroline Barry

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu The Dolocher

    Inhalt:
    Dublin im Jahre 1756
    Am Abend vor seiner Hinrichtung erspart der Mörder Olocher seinem Henker die Arbeit und begeht Selbstmord. Auch wenn die Bevölkerung verärgert ist, um das Vergnügen seiner Hinrichtung gebracht worden zu sein, herrscht auch Erleichterung, dass der sadistische Mörder nicht mehr unter den Lebenden weilt. Doch die Erleichterung hält nicht lange an, als Gerüchte die Runde machen, Olocher sei zurückgekehrt, als Monster halb Schwein, halb Mensch, um weitere blutige Untaten zu begehen.
    Für den glücklosen Solomon Fish ist das Auftauchen dieses Monsters ein Glücksfall. Frisch zurückkehrt in seine Heimat Irland, auf der Flucht vor seiner von Tragödien gezeichneten Vergangenheit und unangenehmen Zeitgenossen, bei denen er Spielschulden hat, nutzt er sein Talent mit Worten, um Horrorgeschichten um den „Dolocher“ zu verkaufen. Aber auf der Jagd nach Neuigkeiten, die er in klingende Münze umwandeln kann, erfährt er bald, dass es gefährlich werden kann, Dolocher zu nahe zu kommen und nicht nur er gerät in Gefahr, sondern auch seine Vermieterin, Merriment O'Grady, ihres Zeichens Ex-Schiffsärztin und nun Apothekerin in Dublin.
    Meine Meinung:
    Es klang so gut, so spannend, genau mein Beuteschema. Ich liebe historische Krimis, die auf den britischen Inseln im 18. und 19. Jahrhundert spielen. Aber leider war „The Dolocher“ eine ziemliche Enttäuschung.
    Die Autorin ist so in ihre Schreiberei (und das, was sie zusammen recherchiert hat) verliebt, dass sie fröhlich vor sich hin sülzt, aber wenig Spannung und im Grunde auch wenig Dolocher zu bieten hat. Es geht vielmehr um die Vergangenheit und das aktuelle, komplizierte Seelenleben der beiden Protagonisten. Deren Vergangenheit böte zugegeben auch einiges an Interessantem, immerhin ist Merriment jahrelang als Frau zur See gefahren, aber im Grunde kreist es nur um ihre (und seine) unglücklichen Liebesaffären, die man Stück für Stück erfährt. Ihre Seefahrervergangenheit scheint ohnehin nur in den Hosen, die sie trägt, und einer Pistole fortzuleben, ansonsten verhält Merriment sich öfters wie ein dummes Frauchen und natürlich muss sie ihre wallenden, roten Haare offen tragen, was ich bei dem Beruf eher störend fände. Aber besagte wallenden Haare (und sicherlich auch die Hosen) führen auch dazu, dass die Gegenwart mehr durch die Frage dominiert wird, wann denn nun die beiden endlich die Matratze durcharbeiten werden, was ungefähr das Niveau einer albernen Teenie-Schmonzette hat: “Ach, sie liebt mich, oh, Schreck, sie liebt mich doch nicht, oder vielleicht …“ *gähn*
    Wirklich überzeugen konnte mich kaum eine Figur, sie bleiben farblos und künstlich. Solomon, ein charmanter Versager, spielsüchtig und egoistisch, aber eben auch hübsch anzusehen, so dass allen Frauen gleich das Höschen hüpft, was zu einigen ziemlich lächerlichen Dialogen führt. Merriment soll als starke, emanzipierte Frau rüberkommen, aber außer der Hose hat sie in der Beziehung eben nicht wirklich was zu bieten. Dazu kommen dann noch zwei obligatorische Straßenkinder, ein Junge (Corker), die einzige halbwegs authentische Figur, und sein weibliches Pendant, Janey Mack. Dieses Gör allerdings ist schlicht unerträglich und auch wenig glaubwürdig. Einerseits spricht sie Slang, andererseits benutzt sie Worte, die jemand aus ihrer Gesellschaftsschicht kaum kennen, geschweige denn mal eben ganz nonchalant aussprechen könnte. Und davon bekommt man eine Menge geboten, denn das Mädel labert ohne Punkt und Komma. Die Autorin versucht zu vermitteln, das ständige Geblubber sei niedlich oder charmant, aber ehrlich, es tötet einem schlicht den letzten Nerv, vor allem wenn es ab der der Mitte des Buches in hirnloses Geplärre umschlägt.
    Spätestens ab diesem Zeitpunkt wünschte ich mir einen erfolgreichen Hausbesuch des Dolocher, damit das Elend ein Ende nimmt. Dann wäre mir auch erspart geblieben, noch gefühlte hunderttausendmal lesen zu müssen, dass sich jemand an die Perücke greift, durch die Haare fährt, die Hände ringt und andere Füllphrasen, die die Autorin offensichtlich heiß und innig liebt und mit deren Hilfe – und endlosen Wiederholungen und Info-Dumping – sie das Buch auf 500 Seiten aufgeplustert hat, von denen locker 250 überflüssig sind. Aber wie gesagt, Dolocher ist leider wenig präsent. Ich kann’s verstehen, ich hätte mich bei dem ganzen Gelaber auch rar gemacht, nur erklären seine eher spärlichen Auftritte kaum die (religiöse) Hysterie, die in der Stadt ausbricht und irgendwie nur dazu dient, den beiden Protagonisten ihr Leben noch schwerer zu machen, obwohl sie das ganz alleine schaffen.
    Aber ja, es wird gemordet und gegen Ende findet sich tatsächlich noch sowas wie Spannung, doch wann immer etwas in der Richtung passiert, wird es schnell wieder begraben unter noch mehr überflüssigem Gesülze. Was es mit Dolocher auf sich hat, wird eher nebenher abgehandelt und damit ist man auch beim Knackpunkt der ganzen Geschichte: Alles, was halbwegs interessant oder spannend wäre, wird ignoriert oder unter im Grunde unwichtigen Randgeschichten begraben.
    Der Mythos um den Dolocher gehört zur Dubliner Stadtgeschichte und es ist wirklich schade, wie wenig Caroline Barry daraus gemacht hat. Darum hoffe ich einfach, dass sich ein talentierterer Autor dieser durchaus faszinierenden Story annimmt, auf weitere Bücher von Caroline Barry werde ich aber dankend verzichten. Ein Gutes hat das Buch allerdings: Es sieht im Regal recht schickt aus Als spannende Lektüre kann ich es leider nicht empfehlen.
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Ausgaben von The Dolocher

Taschenbuch

Seitenzahl: 256

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